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Kampfkunst Kurzgeschichten

Corona Fighters - Teil 1

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An diesem Morgen weckten Carsten das Zwitschern der Vögel und die ersten Sonnenstrahlen. Der 31. März 2020 brach an. Außer den Geräuschen der Natur drangen noch die Stimmen der beiden Kinder und der Ehefrau an seine Ohren. Die drei saßen bereits am Frühstückstisch und ihrem Lachen nach zu urteilen, schienen sie bester Laune. Er teilte diese Freude nicht. Der morgendliche Blick auf sein Smartphone verriet ihm, dass die Lage über Nacht weiter eskaliert war. Der neue Coronavirus SARS-CoV-2 hielt die Welt fest in einem Arm Bar. Die Lungenkrankheit COVID-19 forderte täglich unschuldige Opfer.

Carstens Kinder blieben zuhause, da sie nicht zur Schule gehen konnten. Die notwendige Maßnahme verstand er. Aber unausgelasteten Nachwuchs im Haus zu haben, fühlte sich ähnlich schwer an, als ob man einen Sumoringer auf den Schultern herumträgt. Bis vor wenigen Wochen hatte er noch den schönsten Job der Welt gehabt. Als Kickboxtrainer mit eigenem Studio und über 150 aktiven Athleten und Freizeitsportlern konnte er bis vor Kurzem zusammen mit seinem fünfköpfigen Trainerteam jeden Tag seiner Leidenschaft nachgehen. Geradeeinmal drei Jahre waren ins Land gezogen, seit er sich diesen Traum erfüllen konnte. Vor drei Monaten vermochte Carsten die Kredite aus der Gründerzeit und auch seine übrigen Schulden restlos zurückzuzahlen. Jetzt ging es gerade richtig bergauf. Seine beste Athletin hatte noch Anfang Februar die deutsche Meisterschaft im Vollkontakt des Verbandes gewonnen. Es erschien alles sehr vielversprechend, doch dann kam das Virus, und Carsten musste seinen Gym schließen.

Ein Bein nach dem anderen setzte er vor dem Bett auf den Boden und richtete sich danach Wirbel für Wirbel auf. In der rechten Schulter vernahm Carsten ein deutliches Knacken, als er seine Arme zur Decke streckte. Dann bewegte er den Kopf in alle Richtungen und verscheuchte so die Müdigkeit aus seinen Gelenken. Er schaute sich im geräumigen Schlafzimmer um. Einer verständnisvollen Ehefrau geschuldet, durfte hier ein Boxsack hängen. Im Boxerlauf, bei dem er ständig linke und rechte Graden vor sich in die Luft warf, machte er sich warm. Das Vor- und Zurücktänzeln mochte noch nicht so ganz seinen sonst ausgesprochen hohen technischen Ansprüchen genügen, aber das war ihm an diesem Morgen herzlich egal. Als er spürte, dass seine Muskeln und Sehnen langsam auftauten, begann er mit dem Schattenboxen und zimmerte in lockerer Gangart seine Fauststöße und Fußtritte in die Luft. Dabei kreisten seine Gedanken nur um eines: sein geschlossenes Studio.

Drei hauptamtliche Assistenztrainer bezogen nun Kurzarbeitergeld. Den beiden freiberuflichen Assistenten ging es auch nicht besser. Daniel, dem Studenten mit dem hammerharten linken Hook, brach seine Finanzierung weg. Wenn kein Wunder geschah, musste er wieder bei seinen Eltern einziehen. Lisa, die Blondine mit den superschnellen Highkicks, drehte in der Kinderbetreuung fast durch, wie er auf WhatsApp lesen durfte. Sie besaß zuhause nicht wirklich eine Möglichkeit, ihren Sport sinnvoll zu trainieren, und das Coachen fehlte ihr natürlich auch.

Hinweis: Die Kampfkunst Kurzgeschichten kehren nicht in gewohnter Form zurück. Diese Geschichte ist mir in dieser Zeit jedoch wichtig. Die Fortsetzung gibt es für Euch bereits am Sonntag (19.4.) um 15 Uhr.

"Kickbox Mom" ist mein neuester Roman. Hier geht's zu weiteren Informationen: https://www.kampfkunst-board.info/fo...79#post3738479

Aktualisiert: 23-04-2020 um 20:18 von Magister Scriptor (Hinweis von Rambat)

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Kommentare

  1. Benutzerbild von rambat
    Ich habe mir die Mühe gemacht, mich durch diese Geschichten hindurchzulesen. Meiner ganz persönlichen Meinung nach fehlt diesen einfach alles, was eine gute und vor allem gut geschriebene Geschichte auszeichnet. Die Handlung deiner Geschichten ist eindimensional, die Charaktere stereotyp, es gibt keine wirklichen Höhepunkte. Besonders stört mich allerdings, dass die Art, in der du schreibst, keinen Lesefluss aufkommen lässt. Ich bedauere, aber das ist nicht einmal Trivialliteratur; es bewegt sich sprachlich auf dem Niveau eines Schüleraufsatzes in der 8. Klasse. Du solltest zumindest an deinem Ausdruck arbeiten.
    Wenn man Leser fesseln möchte, wenn man ihr Interesse erregen und ihre Aufmerksamkeit gewinnen will, sollte man über eine gewisse Eloquenz verfügen, die man in geschriebene Texte übertragen kann. Dazu gehört, dass man über mehr als nur einen grundlegenden Wortschatz verfügt.
    Vor allem bei Verben macht sich das bemerkbar ... im positiven wie im negativen Sinne.
    Jeder Lektor, der seine Arbeit ernst nimmt und versteht, würde dich ungehalten darauf hinweisen, dass man Geschichten wie die obenstehende nicht in dieser Weise beginnt: "Es war der Morgen des 31. März 2020, als Carsten ..." usw.
    Mein alter Deutschlehrer an der Penne hätte mir schon in der 6. Klasse eine solche Formulierung in einem Aufsatz übel als "schlechten Ausdruck" angekreidet.
    Wäre es sprachlich nicht viel besser (und vor allem angenehmer zu lesen), wenn du so begonnen hättest?
    "Am Morgen des 31. März ..." usw.
    Sieh dir einfach mal an, wie oft du die Verbformen "war" und "hatte" verwendest, und das auch noch in aufeinanderfolgenden Sätzen.
    Das wirkt sprachlich plump, es wirkt ungeschliffen, und eben deshalb sollte man das so nicht tun ... zumal es zahlreiche Alternativen gibt.

    Meine Kritik wird dir nicht gefallen, das ist mir klar.
    Niemand mag Kritik.
    Wer aber seine Arbeiten veröffentlicht, muss mit Kritik leben.
    Freundliche Grüße
    Aktualisiert: 22-04-2020 um 20:27 von rambat
  2. Benutzerbild von Magister Scriptor
    Guten Abend Rambat,

    von mir bekommst Du zunächst ein ganz großes „Dankeschön!“.

    Dieser stilistische „Shutdown“ entsprach nicht meinen Ansprüchen und ohne Deinen Hinweis bestand die Gefahr, dass er so stehen bleibt. Alle Teile der Geschichte sind nun überarbeitet.

    Kritik ist die einzige Möglichkeit echten Antrieb zu erhalten und besser zu werden. Ich freue mich über weitere Tipps. Noch einmal vielen Dank und bitte bleibe gesund.

    Herzliche Grüße vom Magister Scriptor