Wie blöd wird das jetzt eigentlich? Ja, mich würde es auch nerven, wenn derjenige höher graduiert ist als ich!
Und sexuelle Belästigung hat nicht automatisch was mit Sex, sondern mit sozialem Geschlecht zu tun!
Druckbare Version
Wie blöd wird das jetzt eigentlich? Ja, mich würde es auch nerven, wenn derjenige höher graduiert ist als ich!
Und sexuelle Belästigung hat nicht automatisch was mit Sex, sondern mit sozialem Geschlecht zu tun!
zumindest die verbalen Belästigungen lassen sich doch unterbinden:
Keinerlei Gespräche während des Trainings ausser zwischen Trainer und Schüler.
Und schon ist Ruhe.
Jeder empfindet anders und wie man hier sieht gehen die Meinungen weit auseinander was akzeptabel ist und was nicht.
gruss
In so einer Schule würde ich nicht trainieren wollen. Ich glaube auch, dass meine Methodik und mein Stil eine derartige Form des Trainings ausschließt. Beim Rollen, aber auch beim Üben, ist mein Trainingspartner mein Coach und sollte mit mir kommunizieren können und dürfen.
ich finde es wichtig, dass eine offene Gesprächskultur herrscht und Probleme mit dem Trainer oder untereinander gleich angesprochen und Lösungen gesucht werden. Das niemand meint Angst oder Scham haben zu müssen ein Thema anzusprechen. Vielleicht auch im Vorfeld neue Leute drauf ansprechen-Körper betonter Sport, da kann das, das und das passieren, aber das gehört halt dazu.
gruss
Schade dass solchen spannenden Themen oft so ablaufen wie hier.
Zu dem ganzen Guard-Thema:
Ich nehme an es geht nicht um die einzelne Situation sondern um die Tatsache sich sein ganzes Leben lang so nen kram anhören zu müssen. Ich meine ernsthaft, hier wird irgendwas von Wissen vermitteln erzählt, aber als ich das erste mal ein paar Sachen aus der Guard gelernt habe dachte ich mir auch "krass wie kampfkräftig man aus dieser Position sein kann, das hätte ich nicht gedacht".
Das ist doch klar. Da brauchs einfach keine Typen die einem das erklären, weil man eben eine Frau ist.
Und an die Typen die hier noch gegendiskutieren:
Die ganze krux an der Sache ist: wenn euch eine Frau sagt das ist nervig, dann hat sie damit höchstwahrscheinlich Recht. Wenn man sich dann Mühe geben will, nicht zu den als unangenehm empfundenen Männern zu gehören, kann man das einfach so hinnehmen und sich die rechthaberei sparen. Eigentlich ganz einfach -> be part of the solution, not the problem ;)
ich bin der dezidierten Auffassung, dass jede Frau auf dumme Sprüche auch ein paar dumme Sprüche zurück geben kann. Frauen seien ja verbal so gut, heisst es, das kann ja nicht so schwer sein, einen Typen zu massregeln, der Blödsinn erzählt.
Männer sind auch Menschen, und es handelt sich ja oft um objektive Sachverhalte, die man sehr wohl beurteilen kann.Zitat:
Und erneut finde ich es absolut ... faszinierend, wie Männer darüber befinden, wann Frauen etwas als unangemessen, diskriminierend, sexistisch oder gar bedrohlich empfinden dürfen und wann nicht.
Geht es noch?
Die Welt sollte nicht vom Jammern der Wehleidigsten regiert werden. Und ja, auch wenn es sich um sexuelle Gewalt in allen Schattierungen handelt, muss man benennen und differenzieren können. Nicht jeder lüsterne Blick und nicht jede wandernde Hand verursacht ein schwerwiegendes Trauma.
Ausserdem kann sich auch ein Mann vorstellen, wie es ist, mit einer doppelt so schweren Person konfrontiert zu sein, oder wie es ist, von einer Person geküsst zu werden, die man gar nicht küssen will, und dito für alle Szenarien. Das braucht nun keine besonders ausgeprägte Vorstellungskraft.
Soweit ich verstanden hatte, ging es nicht darum, dass allgemein ein gegenüber höchstwahrscheinlich recht hat, sondern darum, dass das gegenüber höchstwahrscheinlich recht hat, wenn/weil es eine frau ist.
Weiterhin ging es darum, dass dieses gegenüber, weil es eine frau ist, niemanden braucht, der ihm etwas erklärt.
Weiterhin wird davon ausgegangen, dass es eine motivation für männer sei, von (gewissen) frauen nicht als unangenehm empfunden zu werden; aus dieser motivation heraus sollen sich männer „dann ihre „rechthaberei“ sparen“.
Und dann soll es noch „typen“ geben, die sich hier immer noch „trauen“, gegenzudiskutieren.
Eigentlich ganz einfach!
Grüsse
@ Gabb
Dazu müsste es die Dame zur Sprache bringen, was die Posterin nach eigener Angabe ja nicht tun würde.;)
So, ich habe extra ein paar Tage verstreichen lassen und mir die Entwicklung mal angeschaut... (Der Text ist auch über mehrere Tage entstanden und sollten die klareren Worte jemanden verletzen, möchte ich direkt an dieser Stelle betonen, dass das nicht beabsichtigt ist. :) Ich finde es nur sehr schade, dass dieses sehr wichtige Thema so vor die Wand gefahren wird/wurde.)
Ich finde es relativ bezeichnend, wie groß der Aufschrei ist und wie sicher man doch bestimmte Äußerungen klassifizieren könne, Grenzen klar seien oder es teilweise sogar „einfach“ sei und doch habe ich bis jetzt von keiner einzigen Person erfahren - weder hier im Thread noch per PM - was für Erfahrungen sie mit der Thematik gemacht hat, egal ob als Trainer oder Trainierender und Betroffener oder Zeuge... Genauso viele der an der Diskussion beteiligten erfahrenen Personen oder Trainer haben Einblicke gewährt, worauf sie achten und wie sie versuchen einhergehende (anderweitige) Problematiken zu umgehen/lösen. (Außer Geheimrat Heinrich hat sich bei seinen Erfahrungen sexuell belästigt gefühlt; wobei es beim Geschlechtertausch sicherlich riesen Aufschreie gegeben hätte...) Ich habe in meinem Post genug Beispiele genannt und klar gefragt, was bei diesen alltäglichen Grapplingproblematiken in Ordnung ist und was nicht bzw. was die individuelle Auffassung ist, da ich diese Situationen bereits habe „eskalieren“ sehen. Trotz angeblich so klarer Grenzen hat nicht eine Person Stellung bezogen... (Klar, man könnte sich natürlich wieder herausreden, wie es auch an anderer Stelle gemacht wurde, als ganz konkret und präzise formulierte Fragen ignoriert wurden.)
Mit anderen Worten: Die Problematik betreffend oder gar eine Lösung anstrebend bzw. Tipps unter Trainer und Sportler bringend, ist nichts passiert. (Außer, dass ich mich evtl. mit diesem schönen „The Rock“-Test endlich aus sämtlichen absolut unangebrachten Situationen wahrheitsgemäß herausreden kann und endlich eine Ausrede gefunden habe, wie ich meine Trainingspartner ignorieren oder als Trainer meine Ruhe haben kann - aus Rücksichtnahme selbstverständlich und weil ich niemanden in die Opferrolle stecken will...)
Fand das Thema eigentlich relativ wichtig und hatte gehofft, im Netz - und sei es nur per private Nachricht - „offenere“ Einsichten zu erhalten. Dass es, da ich es aufgrund des Threads in letzter Zeit ein paar Mal unter Freunden, Trainern und innerhalb meiner Gruppe und nach ein paar Open Mats unter Trainern und erfahrenen Leuten angesprochen habe, immer nur die anderen Teams betroffen hat, hatte ich fast erwartet... Interessant wurde es dann, als ich das Thema leicht umgelenkt habe und auf einmal (über zwei Stunden) sämtliche Geschichten ausgepackt wurden, wann sich wieder jemand „angestellt“ hat -aber sexuelle Belästigung etc. (abgesehen von den offensichtlichen Fällen, die schnell geklärt wurden) gab/war das/es selbstverständlich nie - z. B. weil beim Brechen der Guard im Stehen nicht nur die Hose sondern auch die Unterhose gegriffen wurde, die Kordel sich bereits gelöst hatte beim Rollen und die Person schlussendlich kurzzeitig unten ohne auf der Matte lag, während die andere Person die Guard passiert hat - ob das bei einer Frau auch als „Anstellen“ bezeichnet und mit Gelächter und Sprüchen (auch von Frauen :ups:) abgetan worden wäre, wage ich zu bezweifeln (und in der Situation war vollkommen klar, dass es unbeabsichtigt war). Es mag an meiner Unfähigkeit liegen, aber „einfach“ finde ich die Klärung (beispielsweise) einer solchen Situation nicht und als Mann kann ich das wohl eh nicht nachvollziehen, also helft mir doch bitte :). (Ich persönlich hätte z. B. das Gelächter und die Sprüche unterbunden und es nicht als „witziges“ Thema breitgetreten, da es (den Berichten zufolge) der Person sehr nahe ging; sie es allerdings als Mann schon wegstecken könne - sei ja ganz witzig gewesen laut Aussage der lachenden Dame, die es vorgetragen hat - und niemand wolle und wollte ihm Böses.)
Naja; Hauptsache wir haben die Aufschreie vernommen, wie böse doch „die Männer“ sind und „die Frauen“ sich kollektiv angegriffen oder missverstanden fühlen, Mann das eh nicht nachvollziehen oder verstehen kann - so als völlig empathieloses Wesen - und wir wissen jetzt auch, dass es vollkommen daneben ist, kurz zu erwähnen, wozu die Techniken in der SV genutzt werden können (also nur bei Frau und eigentlich immer, außer es gibt eine der Ausnahmen, die es eigentlich nicht gibt - ganz "einfach" also), es aber vollkommen in Ordnung ist zu erklären, wie man jemanden potentiell schwer verletzt bis tötet oder wie man sich dagegen verteidigt oder wie man jemanden davon abhält, einem den Darminhalt aus dem Leib zu prügeln. Es wurde auch wunderschön aufgezeigt, dass es eigentlich nur eine diskutierenswerte sexuelle Belästigung gibt und die geht vom Mann aus - klar, den Rest gibt’s auch, aber mal losgelöst von Nebenschauplätzen zu diskutieren, muss dann doch nicht sein und da könnte man dann auch gar nicht so schön aufzeigen, dass Mann eh nichts versteht und wie sehr doch Dominanzverhalten und Unterdrückung eine Rolle spielen; als wäre letzteres Verhalten vom Geschlecht abhängig... :yeaha: Ich freue mich auf den Aufschrei, wenn ich das nächste Mal an den Pratzen einen Mann in die „Opferrolle“ zwinge und dabei ist es schon lächerlich genug in einen Sport von „Opferrolle“ zu sprechen, wenn zwangsläufig einer verteidigt und der andere angreift... Ich gebe dem Partner oder Gegner nicht meinen Arm, weil ich mich bewusst dafür entscheide, sondern weil ich in diesem Fall (aus welchen Gründen auch immer) das Opfer bin - was generell eine ziemlich unzutreffende Bezeichnung ist oder würden die Personen den submittenden Kämpfer als Täter bezeichnen? (Von selbstverteidigungsorientiertem Training fange ich besser nicht einmal an; wer sich auf SV-Situationen vorbereitet oder für den „Ernstfall“ Sport-BJJ trainiert, ist selbstverständlich nie das Opfer... Wobei natürlich auch nie Personen, die lernen wollen sich zu verteidigen und zu kämpfen bzw. primär mit Hinblick auf die SV trainieren, im Gym/Team aufschlagen und auch die Probetrainierenden, die dieses Ziel angeben, wahrscheinlich lediglich bei uns aufschlagen.) Werde mich beim nächsten Escape wohl erst einmal beschweren müssen, dass ich nicht als Opfer betrachtet werden will und beim nächsten Rollen werde ich aus dem empörten Schnaufen nicht einmal mehr herauskommen. Was ich analog auch ziemlich interessant finde, demzufolge müsste jeder Hinweis, dass die Technik schwere Folgen haben kann (was bei Gelenkhebeln und Würgern nun einmal in ihrer Natur liegt) gleichzeitig die angesprochene Person als Täter klassifizieren und um es auf die Palme zu treiben, könnte ich ihr gleichzeitig noch sagen, dass sie sich mit der Technik verteidigen und den anderen schwer verletzen kann, dann ist sie sowohl Täter als auch Opfer... Den Tipp eines werten Herren mit Nachnamen G., man solle auf der Straße lieber [...] (ich will ja niemanden belästigen oder als potentielles Opfer oder Täter darstellen; deshalb nenne ich den Tipp lieber nicht), ging im Rahmen eines Sport-BJJ Seminars auch überhaupt nicht und freilich hatte er ganz bestimmt total belästigende Absichten.
Auch scheint es im Stand vollkommen in Ordnung zu sein, jemanden in die „Opferrolle“ zu zwängen, während es am Boden verwerflich ist, wobei dort auch wieder toleriert wird, wenn ich innerhalb eines Regelwerks bis zur Gänze dominiert werde...
Dieses ständige pauschal „angegriffen“ oder „belästigt“ Fühlen geht mir zunehmend auf die Nerven und ich finde es langsam lächerlich, wie (auch hier) die Aufschreie losgehen und man sich echauffiert, gleichzeitig allerdings die kollektive Opferrolle bekleidet, sobald sie einem Vorteile bringt.
Ist in letzter Zeit generell eine Unsitte, die mir zunehmend (auch im Forum) auffällt. Warum sollte man sich denn Fragen oder Kritik stellen oder gemeinsam eine Lösung finden, wenn man auch einfach weiter seinen Standpunkt totreiten kann...
Ich nehme beispielsweise nicht wegen des Geschlechts Rücksicht auf meinen Trainingspartner, sondern weil ich ihn im Training nicht verletzen will und will, dass wir beide etwas lernen. Genauso vertraue ich darauf, dass der 160kg Blaugurt auf mich Rücksicht nimmt. Auch hatte ich noch nie (egal in welchem Sport) einen 50kg Mann, der sich beschwert hat, wenn ich erst einmal Rücksicht nahm und nicht mit voller Explosivität, Kraft und Gewicht gearbeitet habe. Auf Open Mats sind mir allerdings selbst in der kurzen Zeit schon genug Damen begegnet (wobei die immer noch glücklicherweise die Ausnahme darstellen), die sich beschwert haben, dass ich nur deshalb so viel Rücksicht nehmen würde, „weil sie eine Frau ist“ und ich habe einen Grundsatz im Training: Ist sich die Person ihrer Bitte bewusst und habe ich meine Bedenken geäußert/betont, halte ich mich genau an die Absprache. Wenn sie mich also bittet, ohne jegliche Rücksichtnahme zu rollen und meinen Vorschlag, erst einmal langsam zu steigern, ablehnt, bekommt sie genau das und welch Überraschung, danach ist das Geschrei oft groß und also so viel Gewicht und Kraft einzusetzen ginge ja überhaupt nicht, also schon ohne Rücksichtnahme, aber doch nicht so und ja, keine Tipps, aber doch irgendwie schon, wenn überhaupt nichts mehr geht... Bei Männern würde man das schlicht damit abtun, dass er das bekommen hat, wonach er verlangt hat, aber in diesem Fall, wie kann man nur... Ich warte auf den Tag, wenn endlich nicht mehr differenziert wird, ob ich auf eine 50kg Frau oder einen 50kg Mann Rücksicht nehme - so wie hoffentlich auch ein schwererer und erfahrener Kämpfer auf mich Rücksicht nimmt. Genau dieses Problem sehe ich hier auch: Einerseits möchte man Tipps erhalten, aber natürlich nur die, die einem passen und alles andere ist sofort eine Grenzüberschreitung, man wird dominiert oder gar in die Opferrolle gedrückt und man soll natürlich auch noch wissen, ob jetzt Tipps fürs MMA relevant sind oder nicht und wenn sie sich für die SV interessiert, gibt es aber auch nur die abgespeckte Variante, man will sie ja nicht zum Opfer machen oder sensible Themen ansprechen - wobei, warum dann eigentlich SV-orientiertes Training in einer Sport-BJJ Gruppe? (Das geht für mich schon wieder enorm in Richtung der Dienstleistermentalität, denn man bezahle ja den Trainer...)
(Am Rande: Im Übrigen bewundere ich genau dafür unsere erfahreneren Frauen sehr. Wenn die sagen „Dreh auf!“ erwarten sie genau das, was kommt und trotzdem dominieren sie mich in jeglicher Hinsicht - ganz ohne mich dabei sexuell zu belästigen und auch mit meiner Opferrolle muss ich in dem Sport klarkommen (und in diesem Fall bin ich nichts anderes als ein Opfer - in jeglicher Hinsicht - und darauf angewiesen, dass mein Vertrauen in die Partnerin nicht enttäuscht wird)... Die verstehen allerdings auch, dass es für mich keinen Sinn macht, wenn sie mich technisch komplett dominieren, evtl. noch ein Bisschen mit meiner Physis reißen zu können und auch der 50kg Mann, der mich am laufenden Band submittet, fühlt sich nicht diskriminiert, weil ich ihm nicht den Brustkorb zerquetsche oder ihn irgendwie wie beim Bankdrücken aus der North-South Position werfe...)
Vielleicht sollten manche Personen einfach erst einmal ihre Prioritäten überdenken und sich fragen, ob sie ihr Ego wirklich in der Umkleide gelassen haben und wie wichtige es ihnen wirklich ist, sich zu verbessern und zu lernen - insbesondere, wenn es auf einmal eine Rolle spielt, welches Geschlecht die Person hat, von der der kämpferische Tipp (oder Tipp für die SV) kommt. Es kann mir auch eine kleine zierliche Frau technische Finessen erklären oder erklären, wie ich meine Leistung im Bankdrücken steigern kann - obwohl sie nicht einmal das aktuelle Gewicht drücken kann. Sie kann mir sogar erklären, wie man im Stehen eine 8 pinkelt, ohne es selbst zu können und ziemlich sicher werde ich als Mann letzteren Tipp häufiger zu hören bekommen als als Frau; da kann ich mich jetzt entweder angegriffen und sexuell belästigt fühlen und die Person kann ja überhaupt nicht nachvollziehen, wie es ist im Stehen zu pinkeln - und dass ich mir das bereits mein ganzes Leben anhören darf - und ihr wird ja auch kein Tipp gegeben, wie sie eine 8 pinkelt oder ich akzeptiere, dass sie vielleicht denkt, dass ich mich für dieses Thema interessiere oder sogar für den Fall, irgendwann mal eine 8 pinkeln zu müssen, trainiere und den Tipp hinnehmen und sie nett darauf hinweisen, dass ich dahingehend kein Interesse an Tipps habe (und ich vermute stark, sie hat das weder böse noch sexuell belästigend gemeint, insbesondere wenn es im Team sogar Männer gibt, die genau für diesen Fall trainieren und ihre 8 im Stehen für den Ernstfall perfektionieren wollen). Man kann sich natürlich auch ein Leben lang aufregen, dass einem Tipps gegeben werden oder andere Menschen sich um einen sorgen bzw. Rücksicht nehmen oder einfach das Positive mitnehmen und selektieren.
(Man sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass es in den seltensten Fällen böse gemeint ist und der Großteil Rücksicht nimmt oder Tipps gibt, weil ihnen die Person und ihr Wohl wichtig ist. Man kann nicht erwarten, dass die andere Person erst einmal selektiert, welche Tipps sie genau gibt, Buch führt, welche Tipps bereits bekannt sind oder vielleicht im Urin hat, welcher Tipp jetzt evtl. eine blöde Erinnerung weckt oder was für Person A relevant und hilfreich sein könnte, bei Person B allerdings direkt eine sexuelle Belästigung darstellt.)
Ich kann nur für mich sprechen und ich bin verdammt froh, wenn unser Trainer nie aufhört den MMAlern mit auf den Weg zu geben, worauf sie achten müssen, sobald Schläge erlaubt sind, auch den SV Interessierten Tipps für die SV gegeben werden und meine Trainingspartner mir (insbesondere solange ich ein blutiger Anfänger bin) jeden Tipp mit auf den Weg geben, der ihnen einfällt - Selektieren ist meine (nicht ihre) Aufgabe und solange es in einem angemessenen Tonfall erfolgt, werde ich mich hüten, mich auch noch über einen hilfreich und nett gemeinen Tipp aufzuregen. Genau das sind alles die Tipps, die ich nach dem Training in mein Trainingstagebuch eintrage, auch wenn manche davon anscheinend einen sexuell belästigenden Hintergrund haben dürften...
Vielleicht bin ich auch deshalb zunehmend ein Freund weniger Worte - wobei das im Stand zunehmend leichter ist - denn, wenn er den Tipp nicht haben will (und ich frage vor und nach jeder Runde (bei unbekannten Partnern), ob sie überhaupt an Tipps interessiert sind, da es wie auch bei unseren Damen hier genug gibt, die den Mund nicht aufbekommen und sich dann hinterher oder anderweitig aufregen oder erwarten, dass der Trainingspartner es selbstständig realisiert), wird nicht lange rumdiskutiert und ich zeige ihm die Lücken auf. Spätestens, wenn die Technik nicht funktioniert oder es knallt, wird häufig regelrecht nach Tipps gebettelt.
Für das restliche Zeug verweise ich einfach noch mal auf meinen Beitrag #129.
Wobei dann Kampfsport eine ziemlich schlechte Wahl für eine Person ist, die weder mit ihrer eigenen Verletzlichkeit klarkommt noch mit der Vorstellung, sie könne auch einmal Opfer oder Unterlegene(r) sein... (/e: Ein potentielles Opfer ist jeder von uns in den meisten Situationen im Leben und nur weil ich jemandem zeige, was er in diesem Fall machen könnte, heißt das nicht, dass er in diese Situation kommt oder ich damit rechne.) Da könnte eine ganze Welt (spätestens) beim ersten Wettkampf zusammenbrechen... Ich kann im Kampfsport nicht immer nur erklären, wie man angreift; zumindest nicht sobald sie mit einem Partner trainieren. Wenn ich der Dame erkläre, wie sie den Griff eines stärkeren Partners lösen kann, weil sie sonst einfach nie die Armbar bekommt, klassifiziere ich sie nach dieser Meinung sogar während des Angreifens als „Opfer“ und Escapes sind auch nur für „Opfer“...
Geht wohl auch weniger um den Typen, der einem das erklärt - oder sollte es zumindest. (Am Rande: Manche wären wohl überrascht, was sich kleine und leichte Männer ihr „ganzes Leben“ lang anhören dürfen...) Für Dich mag es selbstverständlich sein und Du magst Dir das gedacht haben, doch wenn ich mich an die ganzen Anfänger erinnere, die ich im Stand trainiert habe, dann musste ich manchmal regelrecht alle Kleinigkeiten, die ich für selbstverständlich hielt oder die andere Anfänger sofort erkannt bzw. bedacht haben, erklären. Hätte ich dann noch damit angefangen, was sie sich vielleicht bereits ihr „ganzes Leben“ lang anhören mussten oder bereits von irgendwelchen Videos aufgeschnappt haben, wären genug wichtige und entscheidende Tipps untergegangen und wenn diese Tipps auch nur einem von 30 Anfängern helfen, könnte man meinen, dass der Rest das so oft Gehörte auch ein weiteres Mal hören kann ohne dieser Aussage Beachtung zu schenken. Ähnlich wie bei den Technikerklärungen vor dem gesamten Team: Wer das Zeug schon kennt oder sich die Erklärung und die Tipps bereits angehört hat, wird hoffentlich nicht verlangen, dass die Technik nicht mehr erklärt wird. Ebenfalls bin ich persönlich auch sehr dankbar für die „offensichtlichen“ Tipps und man kann sich natürlich auch ein Leben lang aufregen, dass einem Tipps gegeben werden oder andere Menschen sich um einen sorgen bzw. Rücksicht nehmen oder das Positive mitnehmen - alternativ habe ich genug Frauen in meinem Freundeskreis oder sogar zur Partnerin, denen niemand derartige Tipps gegeben hätte, die sich allerdings auch sonst im Leben nicht dann die Opferrolle oder das zu beschützende und zerbrechliche Mäuschen herausgepickt hatten/hat, wenn es zu ihrem Vorteil war. (Man sollte sich nur immer darüber im Klaren sein, dass es in den seltensten Fällen böse gemeint ist und der Großteil Rücksicht nimmt oder Tipps gibt, weil ihnen die Person und ihr Wohl wichtig ist. Auch sollte man mit den Konsequenzen leben können, was es bedeutet, wenn diese Rücksichtnahme oder Tipps wegfallen und man kann nicht erwarten, dass die andere Person erst einmal selektiert, welche Tipps sie genau gibt oder Buch führt, welche Tipps bereits bekannt sind.)
Zum Thema Bewusstsein nur das kleine Beispiel, das ich vor ein paar Monaten erleben durfte: Es wurde mal wieder erklärt, wie man Griffe aufbricht, wenn die andere Person deutlich schwerer und stärker ist, selbstverständlich hatten ein paar der „schweren“ Jungs, die das Problem nie hatten und die auch keinen kleinen und schmächtigen Typen gebraucht haben, der es einem erklärt, da man ja eben schon immer einer stärksten Männer war/ist, Besseres zu tun als aufzupassen. Im Training hatten die auch nie ein Problem damit, auf dem Wettkampf durfte ich dann mit ansehen, was es bedeutet, wenn da doch eine Person liegt, die deutlich kräftiger ist... (Was soll das eigentlich ständig mit dem Typen? Wenn es wirklich eine Rolle spielt, wer einem die Tipps gibt, sollte man sich mMn erst einmal fragen, ob die höchste Priorität wirklich das Lernen und Verbessern ist und ob man das Ego wirklich in der Umkleide gelassen hat.)
Auch ist es mMn immer eine Frage, wie man Gesagtes aufnimmt. Ich habe oft das Gefühl, dass regelrecht erwartet wird, dass man die Frau ja runterputzt und bemuttert. Ein Erlebnis des gestrigen Trainings (die Tipps kamen von einem sehr wettkampferfahrenen Lilagurt): Wenn ich einem männlichen Partner sage, dass er gegen einen stärkeren und schwereren Gegner immer in Bewegung bleiben und möglichst ein Top Game fahren soll, bedankt Mann sich für den Tipp, während Frau erst einmal beleidigt schmollt und fragt was das denn heißen solle und dass sie aber viel lieber mit der Armbar aus der Guard angreift...
Generell stellt sich mir immer häufiger die Frage, seit ich diesen Thread verfolge, warum die kleinen leichten Männer, die ich kenne, regelrecht um Tipps und Erklärungen, wie sie etwas machen können, weil sie schwächer und leichter sind, betteln und dasselbe auch für die erfolgreichen und guten Damen gilt, die mit mir trainieren. Die freuen sich allerdings auch immer wieder über Hinweise - gerade als Anfänger - dass sie manche Dinge besser vermeiden sollten oder sie aufgrund der genannten Umstände nur sehr schwer durchzusetzen sind und es bessere Optionen gibt - auch wenn sie die Tipps bereits seit Monaten jedes Training hören oder ihnen "bekannte" Schwächen und ihre "Verletzlichkeit" vor die Augen geführt werden. Woher kommt es, dass diese Personen sich über derartige Hinweise sogar freuen oder sich ihrer Verletzlichkeit häufig nicht einmal bewusst sind? (Ich war mir meiner „Verletzlichkeit“ im Nachhinein auch nicht bewusst und dachte, dass ich auch bei 140kg Männern einen Double Leg TD durchbringen könnte und ja, es geht auch, ist nur sehr anstrengend und technisch wie vom Timing anspruchsvoller als normal. Eine unserer Damen hat mir dann (völlig ungefragt und mich gleichzeitig zum Opfer machend) erklärt, dass das keine so gute Option sei und ich lieber mit einem Single Leg TD arbeiten solle. Mit anderen Worten: Meinem Nachteil und meiner „Verletzlichkeit“ war ich mir durchaus bewusst, nur hatte/habe ich vom technischen Teil nicht genug Ahnung, um dahingehend abzuwägen und hätte sie mich nicht zum Opfer gemacht und auf die Verletzlichkeit, der ich mir eigentlich seit Jahrzehnten bewusst bin, aufmerksam gemacht, würde ich wohl auch heute noch in jedem Training unter einem sprawlenden Fleischberg begraben und zerquetscht werden... Dabei ist es prinzipiell - und rückwirkend betrachtet - auch nur etwas, das ich mir bereits seit 12 Jahren regelmäßig im Stand anhören durfte und selbst erklärt habe, also hätte sie eigentlich davon ausgehen können/müssen, dass ich es bereits weiß...)
Würde ich jedes Mal derart die Wand hochgehen und mich "belästigt" fühlen, weil ich keine Person brauche, die mir etwas sagt, was ich schon mein ganzes Leben ständig anhören durfte, würde ich wohl an der Decke leben... (Ich warte sehnsüchtig auf den Tag, an dem mir nach einem Kampf erklärt wird, dass meine Rufe, die Deckung hochzunehmen, den Kämpfer belästigt haben, da er das seit seiner ersten Stunde im Sport hören durfte oder mich der kleine und etwas dickere Kämpfer anmacht, weil ich ihm zum x-ten Mal dasselbe vor dem Wettkampf mit auf den Weg gebe, da der Gegner schon wieder größer und schneller ist - oder, um bei den Damen zu bleiben, ich wie vor jedem einzelnen Kampf unserer Frauen am Vortag nachfrage, wie es mit den Haaren aussieht und was sie geplant hat, auch noch nach dem 50. Kampf - ich sollte wohl langsam nachfragen, ob das eine sexuelle Belästigung darstellt.)
Den ganzen geschlechtertypischen Blödsinn mal außen vor gelassen, ist das eine klare Ansage und Aussage, die ich komplett unterstützen würde/werde. Wichtig ist dahingehend allerdings, dass man es auch anspricht und nicht nur in sich rein frisst oder wie von felicidy angedeutet lieber den Verein wechselt, sich dann allerdings abseits der Person derart darüber auslässt. Nichts bringt so viel wie ein klärendes Gespräch oder ein kurzer Hinweis. Wer nach einer Aufforderung weitermacht, hat (ganz unabhängig vom Geschlecht) ganz andere Ansagen verdient bzw. Probleme.
Abgesehen davon ist es vollkommen egal, welches Geschlecht, welche Herkunft, welche Hautfarbe oder welches Rashgurad die Person hat, wenn sie sagt, sie will keine Tipps oder dass es nervt, hat man das zu akzeptieren und die Schnauze zu halten. (Nur habe ich persönlich auch - im Stand - oft genug gesagt, dass die Person jetzt ebenfalls den Mund halten soll, wenn man erst einmal sämtliche Tipps ausschlägt und nicht haben will, dann allerdings - sobald man merkt, dass da irgendwas nicht stimmt, weil die andere Person Lücken und Schwächen ausnützt - doch wieder gerne die Tipps hätte, die genehm sind.)
Zwischen „nervig“ und „sexueller Belästigung“ liegt allerdings auch noch einmal ein großes Stück.
LG
Vom Tablet gesendet.
Das wurde hier ja in der Tat mehrfach kritisiert: Das es nicht angehen könne, dieses Thema abgleiten zu lassen, wenn man männliche Opfer nennt.
Hab ich da schon nicht verstanden und zum Glück hatten da auch andere gleich widersprochen.
Hat mich auch genervt.
Und ich gehöre noch nicht einmal "der bösen Seite" an.
Ich verstehe auch noch immer nicht, wieso es so schlimm ist, wenn man auf den SV-Nutzen verweist.
Ist wohl eines der Beispiele, wie "einfach" das Ganze in der Tat ist.
Ich persönlich bin bisher für die meisten Tipps dankbar gewesen.
Als nervig empfand ich eigentlich nur die, die ich bekommen hatte, weil mein Partner ja weiß, was ich machen wollte (ich aber nur irgendwas angesetzt hatte), er dann zeigt, wie es geht - und ich was ganz anderes machen wollte.
Hat aber nichts mit dem Geschlecht zu tun und ich weiß auch, daß es gut gemeint war.
Wäre halt nur besser gewesen, hätte ich erst einmal machen können, was ich wollte ;)
Andersherum kenne ich es auch nur so, daß gerade neuere Partner dankbar sind, wenn man ihnen was sagt; ebenfalls unabhängig vom Geschlecht.
Ich frage zwischendurch nach, ob es okay ist -obwohl ich weiß, daß ich sonst von meinen Lehrer einen drüber kriegen würde, wenn ich nicht korrigiere; ist vielleicht Anstiftung zur Belästigung, wer weiß...- und es wurde immer gerne angenommen.
Was die kleineren Männer angeht: Im Jitsu war eine zaitlang auch ein eher schmaleres Kerlchen.
Wir haben immer gerne zusammen trainiert, weil wir von Größe und Gewicht gut gepasst haben.
Wir kannten beide den Frust, den es geben kann, wenn man wegen des Unterschiedes kaum eine Chance hatte und haben es gleichzeitig beide dennoch begrüßt, wenn man die Mögloichkeit hatte, mit "den Großen" zu trainieren, weil es eben durchaus ein Unterschied und eine Herausforderung sein kann.
Vielleicht müsste ich beleidigt sein, wenn "die Großen" mich erst einmal etwas spielen und erst hinterher verhungern lassen oder mich abwürgen.
Oder ich nehme es dankbar hin, daß ich erst spielen und ausprobieren darf, bevor sie mich dann abwürgen. Oder hebeln. Festsetzen. Was auch immer.
Was die eigenen Erfahrungen angeht: Das einzige, was ich hier beisteuern kann ist eine junge Frau, die mich mal gefragt hat ob einer der anderen Schüler schonmal aufgefallen wäre, weil er sie "seltsam an der Brust berührt" habe, als er ihr ihren Gürtel gebunden hatte.
Sie hatte mir gezeigt, wie er sie berührt hatte (was in der Tat seltsam war, wenn man einen Gurt bindet, aber dennoch lasse ich das völlig wertfrei so stehen); ich musste ihr außerdem versprechen nichts zu dem Trainer oder Vorstand zu sagen (habe ich gemacht; unter der Voraussetzung, daß sie es macht, wenn noch einmal was passieren sollte).
Wie ich es danach gehandhabt habe: Den anderen immer mal wieder im Augen behalten, wenn er mit Frauen trainiert hat.
Und ebenfalls die Ohren offen gehalten.
Denn ich konnte je schlecht immer gucken, weil ich ja selber auch trainiere.
Habe aber nie etwas irgendwie Ungewöhnliches gesehen und da dieser Jemand eh nur unregelmäßig kam und mittlerweile gar nicht mehr kommt, hatte sich das dann auch so verlaufen.
Also nicht gerade die hilfreicheste Erfahrung, fürchte ich.
Aber ich bin auch froh drum, keine entsprechenden Erfahrungen gemacht zu haben und hoffe, daß es genau so bleibt.