Hi Xiaoshi,
Zitat:
Original geschrieben von Xiaoshi
Ich finde die "Definition" von Krieg die du gebracht hast, Michael, etwas seltsam, was ja nicht dein Fehler ist, aber was ist das denn für ein Buch aus dem du zitierst?
hab ich EXTRA mit angeführt, also nochmal
Krieg = (lt. Kluge) Streit, Gewalt, Wucht, Ungestüm ... gr. Hýbris f. Übermut, Überheblichkeit, Gewalttätigkeit usw. usf.
Krieger = Soldat, Söldner ... "in Sold genommen"
Miliz (wurde ja hier auch schon anders interpretiert) = Bürgerwehr - entlehnt aus 1. militia `Kriegsdienst`, zu miles m. `Soldat`
Kluge = Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache
Zitat:
Original geschrieben von Xiaoshi
Denn eigentlich bedeutet Krieg nur "Hartnäckigkeit", zumindest nach Brockhaus, und die Bedeutungen Gewalt und Ungetüm erscheinen mir als subjektive Interpretationen...
NEIN! Kluge zeigt objektiv die Entwicklung des Begriffes auf ... Die Definition, so wie sie heute gebraucht wird hat, und zwar mehr als deutlich, Bokuto aufgeführt.
Zitat:
Krieg ist die Fortsetzung der Politik mittels organisierter bewaffneter Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele und ökonomischer Interessen.
Der Krieger ist also ein WERKZEUG und wird dafür mehr oder wenig ausgebildet ... einige sind sogar Spezialisten.
Hier noch die offizielle Definition der Uno von «Krieg»
Zitat:
Krieg ist nach wissenschaftlicher Definition ein organisierter, bewaffneter Massenkonflikt zwischen den Streitkräften zweier Länder oder zwischen Regierungstruppen und Guerilla-Kämpfern. Eine formelle Kriegserklärung ist nicht üblich.
Ich denke, dass eine Verquickung von RELIGION und KRIEGSHANDWERK ist ansich nicht möglich, wohl aber, so wie u.a. im Buddhismus vorkommend, Anleitungen um z.B. sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren usw. usf. Das sich ein Krieger ÜBUNGEN (nicht den BUDDHISMUS) zu eigen macht um sein Ziel besser (ggf. leichter) zu erreichen macht Sinn. Doch dies ist hier definitiv nicht die Frage, so wie es der Autor auf seiner Seite aufzeigt geht es um eine, und er schreibt selbst,
Zitat:
Die Verschmelzung mit den Prinzipien des Buddhismus transformierte jedoch sowohl Form als auch Inhalt der Kampfkunst auf tiefgreifende Weise, sie wurde zu einem Teil der religiösen Praxis.
(auch wenn er hier den Begriff Kampfkunst verwendet, so schreibt er eigentlich sonst immer über Krieger ... also KRIEGSKUNST) ... sprich ... Buddhismus und KK werden EINS! Wie soll das funktionieren?
Zitat:
Original geschrieben von Xiaoshi
Vielleicht ein Problem bei der ganzen Sache ist die Vermischung von japanischem und chinesischem Buddhismus...
Das verstehe ich jetzt nicht, der Buddhismus entwickelte sich vom historischen Buddha aus zu einer (auch wenn es viele nicht als Religion ansehen) Weltreligion mit einer ununterbrochenen Überlieferung, tolerant und ohne Absolutheitsanspruch. Dabei kennt Buddhas Lehre keine Dogmen, nichts muss geglaubt werden. Ihr Ziel ist die volle Entfaltung. Hier wird gern von den Unterschieden gesprochen, nicht nur von Dir Xiaoshi, aber auch! Worin bestehen diese Unterschiede? Gibt es wohl eine Form von Buddhismus (von der ich nichts weiß) die GEWALT und KRIEG als Bestandteil ihrer "Lehre" führt?
Zitat:
Original geschrieben von Xiaoshi
von japanischem und chinesischer Geschichte. Über die Verbindung von Chan und Kungfu ist, auch wenn es Shaolin-anhänger nicht gerne hören, sehr wenig überliefert. Shaolin, so wie auch andere Klöster, haben schon seit recht langer Zeit Kampfkunst trainiert, in dem Sinne wie ich es schon beschrieben habe.
Hmmmm ... ist das so! Einerseits ist wenig überliefert und wie die Verbindung von Chan und Kungfu genau ausgesehen hat ist nicht zu belegen, andererseits schreibst Du das dort, wie auch in anderen Klöstern schon sehr lange KK trainiert wird :confused: Das verstehe ich auch wieder nicht. Es gibt sehr viele und erhebliche Zweifel das dem wirklich so ist!
Fakt ist, Shaolin ist ein gutes Geschäft!
Gruß :winke:
Mike