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Vielleicht nicht, aber dann läge es am ehesten an meinem zähen Kopf ;)
Gut, ist durchaus möglich dass meine Sichtweise des WT hier durch die spezifische Sichtweise Kernspechts (der sich ja auch mit JKD befasste und ein Schüler Jesse Glovers war) stark mitgeprägt wurde. Was meinen älteren VT Kontakt betrifft, muss ich insofern auch in dem Sinne relativieren, dass es sich dabei um einen eher offenen Hong Kong Chinesen handelte, der auch stark an nicht chinesischen Systemen interessiert und darin involviert war - was vielleicht auch untypisch war.
Jedenfalls sehe ich die Kunst des Kämpfens schon lange so und mir scheint, viele tun das. Vielleicht komme ich auch nur mit einer bestimmten Auswahl ins Gespräch.!? Die Art das Kämpfen so zu sehen hat für mich primär aber nichts mit Skill Level zu tun - ist ja völlig klar, denn wir reden ja auch von Bruce Lee und seiner Sichtweise!
Sorry, dass ich auch hier relativiere, aber ich versuche wirklich einfach nur ehrlich und offen zu diesem Thema zu sein. Diese Thematik die Du ansprichst, wird in manchen Systemen, wenn nicht von der ersten, dann zumindest ab der 10 Trainingsstunde an gelehrt. Besonders im Schwertkampf (so wie ich ihn kenne) gehören diese Themen zu den Basics. Natürlich auch wie man mit dem eigenen Geist umgeht, wie man ihn beruhigt, um dem Gegner diese Chance zu nehmen, diesen Moment zu erkennen, der Blick, die Umwelt, der Focus, die körperliche und innere Balance.
Damit möchte ich keinesfalls sage, dass ich diese Skills auch nur ansatzweise auf einem Niveau entwickelt hätte, auf dem Bruce Lee diese erreicht hätte, aber die Besonderheit liegt hier eben nur im Skill Level und nicht in der Methode selbst.
Nochmal, ich behaupte wirklich in keinster Weise, dass ich diese Skills auf einem nennenswerten Niveau beherrschen würde
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Wahrscheinlich bin ich mit Bruce Lees Konzepten zu wenig vertraut um auf diesem Nivea mitzudiskutieren; das "Begriffsdurcheinander" trifft den Nagel vielleicht auf den Kopf; zwar habe ich ein Konzept vom "Disengagement", aber ich weiss in keinster Weise mit welcher Bedeutung dieser Begriff bei Bruce Lee od. Ted Wong belegt war, bzw. wie tief dieses Konzept geht und was es alles beinhaltet.
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Irgendwann wird es halt wirklich ein Begriffswirrwar (wenn man in die spezifischen Bedeutungen und Konzepte nicht eingeweiht ist, so wie ich):
z.B. verwendest Du die Idee/das Konzept des "Fechtens mit der Hand" sozusagen als Synonym für das "Disengagement".
Im Fechten selbst - sowohl im Europäischen, in das ich mal reingeschnuppert habe -, wie auch im philippinischen, das ich so intensiv wie möglich praktiziere sind ja auch "Disengagement" und "Bindung" bekannt; zum Teil ähnelt das Agieren in der Bindung dem ChiSao/TuiShou und ist sehr hoch entwickelt - eine Kunst für sich.
Bruce Lees Conecpt des "Fechtens mit der Hand" bezieht sich also auf das "Disengaging"? Ist mit dem "Disengaging" das gemeint, was man in dem von Dir verlinkten Video von Adam Chan sieht? ... pretty basic ... oder verpasse ich wieder einen wichtigen Punkt?
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das ist natürlich ein Problem. Ich versuche halt auch Zitate so weit als möglich zu vermeiden - auch wenn sie mir auf der Zunge liegen - , weil ich jamand anderem Worte nicht wie in den Mund legen möchte, die vielleicht in einem bestimmten Kontext gesagt wurden und vielleicht nur zu mir, weil derjenige der sie sagte Worte an mich gerichtet hat, weil er meinte, dass sie meinem Erkenntnisniveau entsprechen. ... wieder ein Thema für sich.
Was die historischen Betrachtungen angeht, da kann ich leider nicht mitreden. Ich selbst bin auch kein "Bruce Lee Fan"; ich interessiere mich für ihn am Rande und eher im Bezug zur Kampfkunst.
Was die Sichtweisen von Jesse Glover angeht: die interessieren mich schon sehr! Wenn ich dann jedoch die Brücke zu anderem schlage, dann nicht um das Können oder Verständnis von jemandem zu relativieren - für mich sind solche Überlegungen einfach auch interessant.
Für uns heute ist manches aber auch so viel leichter. BL war schon da und hat einen Weg gebahnt. MMA hat die verträumte Welt der Kampfkunst "aufgerollt" im Internet kann man sich einen Überblick verschafen, Reisen ist so viel einfacher und Systeme, welche Fremden nicht nur unzgänglich, sondern verborgen waren, sind heute einfach so öffentlich zugänglich.
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Ich glaube, ich muss hier noch was ergänzen:
Ted Wong war einer der wenigen Schüler von Bruce Lee, der keine Vorerfahrung in anderen Kampfkünsten hatten. D.h. alles, was er kann, basiert auf dem was Bruce Lee mit ihm trainiert hat. Er kannte auch keine anderen Trainingsmethoden usw.
Und, laut seiner eigenen Aussagen, hat ihm Bruce Lee einiges beigebracht um ihn dann mit dem angreifen zu lassen und seine eigene Abwehr zu trainieren. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem sich alle seine Eigenschaften (Bruce Lees) schon so weit entwickelt haben. Ted Wong hat ganz sicher tiefe Einblicke in das JKD des Bruce Lee und hatte viel Wissen zu vermitteln. Er konnte im Vergleich die Bewegungen und Techniken sehr Bruce Lee mässig ausführen. Nur ist halt seine Performance nicht zu vergleichen. Und, er war immer sehr nahe mit seinen Techniken am Ursprung, mehr als andere, die sich in andere, eigene Richtungen entwickelt haben.
Und offenbar verfügen Ted Wongs Schüler auch über ein gutes Wissen, siehe Eingangszitat, das an dieser Stelle noch einmal wiederholt sein soll:
"Probably the best explanation I've heard is from one of Ted Wong's students who said that Jun Fan was about engagement and making contact and shutting your opponent down on the inside, while late-stage JKD was about disengagement and keeping your distance and hitting without being hit or having to trap."
Das passt mir nicht ganz so. Es geht dabei eher um das, sagen wir mal, JKD der Los Angeles Endphase. Aber halt nur für Bruce selber. Andere seiner Schüler der gleichen Phase nutzen zwar auch das "Stoppen", gehen aber dann ins Trapping, Clinchen und bis zum Grappling. Es wurde halt sehr Attribute- bzw. Körperbau-bezogen trainiert. Bob Bremer mit seiner Leg Obstruction, Larry Hartsell mit seinem Clinch und Grappling ... große schwere Leute "lernten" andere Herangehensweisen als z.B. ein Ted Wong, der dem Körperbau und dem Gewicht nach eher bei Bruce Lee war. Das "Point-fighting" und das "nicht-Trapping" etc. war halt was für die kleineren, leichteren, schnelleren, beweglichen Menschen.