Was meinst du?
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Ich seh das Problem nicht. Ich wuerde meine Tochter niemals irgendwohin schicken wo cih dem Trainer nicht traue. Und dann brauch ich keine Ueberwachung / zugucken / wie auch immer man das nennen will. Ausserdem will ich dass sie lernt sich in einer sozialen Ordnung zurechtfindet ohne das Papa im Hintergrund ist.
Bei ihr im Schwimmkurs ist es so, dass Eltern das erste mal zugucken duerfen. Darueber hinaus erwartet der Verein dass die Eltern nicht dabei sind, weil es einfach zu sehr ablenkt. Leider kriegen nicht alle Eltern das gerafft, so dass die immer noch da sitzen. Toechterchen wollte dann dass ich das auch mach, "weil die anderen Eltern ja auch". Hab erst versucht es ihr zu erklaeren. Aber da sie erstens 6 ist und zweitens stur wollte sie es nicht einsehen. Also kriegte sie das Angebot mit dem Schwimmen aufzuhoeren und wir fahren sofort wieder nach hause, da koennen wir dann die ganze Zeit zusammen verbringen. Also ist sie unter Protest in den Unterricht gegangen. Und, oh wunder, sie hatte Spass und liebt das Schwimmen.
Wenn ich mein Kind in einem Verein etwas machen lasse, dann macht der Verein die Regeln, ganz einfach. Wenn mir die Regeln nicht passen suche ich mir einen Verein der Regeln in meinem Sinne hat.
Ich haette es mir als Kind verbeten wenn Mutter beim Jiu Jitsu im Hintergrund hockt.
Da hast du mein Zitat aber schon ein ganzes Stück aus dem Zusammenhang gerissen.
Ich wollte lediglich aufzeigen, das Trainer grundsätzlich Fremde sind, von denen man erstmal nicht viel weiß - und die letztendlich wie jeder Mensch die gesamte Bandbreite abdecken können - von nett und freundlich bis Sadist.
Ein Teenager wird typischerweise in der Lage sein, Übergriffe und Misshandlungen als solche zu erkennen und auch weiterzugeben. Bei einem 6-jährigen ist das nicht sicher, der ist unter Umständen nicht nur eingeschüchtert, der erfasst die eventuelle Misshandlung vielleicht gar nicht. Das macht ihn doppelt wehrlos.
Ich behaupte ja auch nicht, dass jeder kleine Verein jetzt technisch nachrüsten muss.
Ich persönlich würde aber ohne Frage einen Gym den Vorzug geben, das Verständnis für die Sorgen der Eltern zeigt und beispielsweise eine Möglichkeit bereithält, wo interessierte Eltern das Training jederzeit verfolgen können. Und dafür würde ich auch mehr Geld ausgeben.
Allein die Tatsache, dass ein Gym so etwas bedenkt zeigt deutlich, dass dort die kleinen Kampfzwerge und deren Familien ernst genommen werden und nicht nur als notwendiges Übel verstanden werden.
Das gilt aber auch fuer Lehrer, Pfaffen, Pfadfinderleiter usw. So weit ich ich erinner auch fuer Bundestrainer in diversen Sportarten. Willst du da ueberall das Recht dabei zu sein?
Ja, und dann ist es doch richtig einfach. Du suchsts dir ein Gym das deinen Anspruechen genuegt, andere Eltern suchen sich ein Gym das ihren Anspruechen genuegt.
Ich kann aber mit recht grosser Sicherheit sagen, dass ich als Trainer nicht irgendwo unterrichten wuerde wo ich die Eltern dabei haben muss.
Komisch, ich habe nicht das Gefuehl, dass meine Tochter beim schwimmen als notwendiges Uebel wahrgenommen wird, sie und die anderen Kinder werden sehr ernst genommen. Allerdings sehe ich ueberwachende Eltern als ein Uebel an, aber kein notwendiges, weil die eben gebeten werden koennen fraussen zu bleiben.
Dann kannst du deine Tochter letztendlich nirgendwo neu anmelden, wo du die Leute nicht kennst oder eine Beziehung hin hast. Das ist auch kein Weg.
Das sich ein 6-jähriges Kind ohne Eltern in einer fremden Umgebung sicher fühlt und zurecht findet ist eher nicht zu erwarten. Kids in dem Alter brauchen überall ne Eingewöhnungszeit, bis die Umgebung vertraut ist.
Ich will auch nicht behaupten, dass ich Lust hätte, bei jedem Training zuzuschauen.
Allein die Tatsache, dass ein Gym mir ermöglicht, ohne zu stören jederzeit zuschauen zu dürfen, würde bei mir massiv Vertrauen schaffen.
Ich weiß, Eltern stören das Training.
Das ist aber nur die Hälfte der Wahrheit.
Trainer, die ich in meinem Leben kennengelernt habe -gerade aus der Kampfsportszene- waren selbstverliebte Egomanen. Machtgierig. Kinder sind bei solchen Leuten optimale Opfer, weil die diese nahezu nach Belieben dominieren und kommandieren können. Gerade kleine Kinder würden deren Autorität niemals anzweifeln.
Aber gegen die eigenen Eltern stinkt jeder Trainer mit seiner Autorität ab, diese verpufft. Die Kids wollen auf einmal nicht mehr die Aufmerksamkeit des Trainers, sondern die der Eltern. Und mit diesem Autoritätsverlust/Aufmersamkeisverlust kommen diese Egomanen nicht klar - völlig abseits der Tatsache, dass kleine Kids eh schnell die Aufmerksamkeit verlieren und sich gedanklich irgendwo verzetteln.
Wenn Eltern zugegen sind, ist er nicht mehr das Alphatier im Rudel - und viel schlimmer, er fühlt sich kontrolliert und überwacht. Ein Sakrileg.
Vielleicht könnte man das ja mal koppeln (als Anregung an den TE), so i.S.v.: Für jede abgeleistete (dokumentierte) Hilfestunde darf 1 Stunde beim Training (hinter Glas) zugeschaut werden. Nur so ne Idee ... als vertrauensbildende Maßnahme :rolleyes:. Geben und nehmen. Mit dem zusätzlichen Vorteil, dass man den Trainern bei den Hilfezeiten ja auch menschlich näher kommt (und Unholde auch entsprechend schnell enttarnen kann).
Und auch das ist ein Unsinn. hier wird m.E. auch viel Hysterie a la "Kelte" in den Sport hineingetragen. Ich habe damals, als das angefangen hat, mal recherchiert, ob sich da irgend ein Grund finden läßt. Und nicht wirklich was gefunden. Die Zahlen für "Sexuellen Mißbrauch von Schutzbefohlenen" waren seit Jahren tendenziell rückläufig.
Dazu kommt, dass der weit überwiegende Teil von Mißbrauchshandlungen in der Familie und im Bekanntenkreis stattfindet und eben gerade nicht in den Sportvereinen.
Weiterhin: Ein Verein gibt diese Erklärungen ab, indem er den Antrag auf Förderung beim LSB stellt. Ein rein formeller Akt, verknüpft mit einem Verwaltungsakt.
Und letzter Punkt: Wenn jemand vorhat, sich als Trainer zu betätigen, um die Gelegenheit zum Mißbrauch von Kindern zu nutzen - der unterschreibt doch ohne mit der Wimper zu zucken die "Ehrenerklärung" und tut es trotzdem, oder?
Die Forderung einer "Ehrenerklärung" stellt alle im Sport tätigen unter Generalverdacht, eine Frechheit eigentlich, wenn man es sich überlegt.
Äh, wie meinen. Würde mal den advocatus diaboli spielen und sagen: Genau umgekehrt isses (oft)!
Was nun wiederum mit dem eigentlichen Thema 0,garnichts zu tun hat; im Gegenteil (nach Deiner Argumentation): sitzen die Eltern am Rande, verliert sich ja die Aufmerksamkeit noch schneller. Dünnes Eis.Zitat:
... - völlig abseits der Tatsache, dass kleine Kids eh schnell die Aufmerksamkeit verlieren und sich gedanklich irgendwo verlieren.
Das ist Qua****/rk: Der/die TrainerIn (um mal politisch korrekt zu bleiben / werden (weil's ja "da draußen" auch ne Menge Trainerinnen gibt (nur mal btw))) bleibt im Training die Bezugsperson Nr. 1 (= Alpha); wenn DAS nicht so wäre, DANN würde IMHO was schieflaufen.Zitat:
Wenn Eltern zugegen sind, ist er nicht mehr das Alphatier im Rudel
Klar kann ich das, tu ich ja. Sie wollte schwimmen, also geht sie Schwimmen. Das erste mal guck ich zu, danach nicht Mehr. Kann sie damit nich leben geht sie eben nicht schwimmen. Beim Tanzen das gleiche. Ich Liebe meine Tochter ueber alles, aber ich hab null Bock darauf, dass sie nicht ernt sich in neuer Umgebung und in sozialen Gruppen ohne mich zurechtzufinden.
Dann hast du andere Trainer kennengelernt als ich. Und ich selber bin es auch nicht....obwohl....der Beste bin ich schon.
Wenn die Kinder im Training sind sollen sie auf den Trainer aufmerksam sein, ganz einfach. Und im Dojo ist der Trainer die Autoritaet, nicht die Eltern. Aehnlich wie in der Schule der Lehrer diei Autoritaet ist. Oder vielmehr sein sollte, wenn Eltern sich nicht einmischen wuerden.
Mal ne Frage: Warum schickst du dein Kind ueberhaupt irgendwo zum Training wenn du es sowieso besser weisst und offenbar den Trainern generell misstraust? Wuerde ich das tun wuerde ich mein Kind dem doch nicht aussetzen.
Irgendwie haben wir da sehr vernünftige Eltern in der (kleinen) Kindergruppe. Die schauen sich so lange sie wollen das Training an, wir machen da keine Vorgaben bzw. mussten noch keine machen. Bislang wurde das allen ziemlich schnell langweilig bzw. haben sie die Zeit anderweitig genutzt und sind nicht mehr erschienen. Großartig reingequatscht hat da auch keiner. Bei sozial gehemmten oder in irgendeiner Form "zurückgebliebenen" Kindern ist´s m.E. im Gegenteil sehr wichtig, dass eine Bezugsperson für das Kind draußen sitzt, zu dem es auch mal gehen kann, wenn die Tränen fließen. Ein Vater hatte sein Kind gelegentlich im Training unterstützt, aber ganz unaufgeregt, ohne zu stören. Irgendwann kommen aber auch diese Eltern nicht mehr.
Grüße
Sorry, dass ich mich hier selbst zitiere - ich will so einfach diesen Gedanken nochmal aufgreifen.
Das, was ich oben über Trainer geschrieben habe, scheint sogar weltweit zuzutreffen.
Der Attentäter von Neuseeland hatte Jahre vor seinem Amoklauf als Trainer gearbeitet. Auch als Kindertrainer. Und nach Aussage seiner Chefin war er da hochmotiviert.
Vor Jahren hatte er in einem Post seine Motivation dafür erklärt:
"Ich dirigiere jeden Tag Fitnesskurse mit mehr als 20 Leuten, die mich die ganze Zeit anschauen, mir Fragen stellen und 60 Minuten lang meine Bewegungen nachmachen. Und ich genieße das. Mein Selbstbewusstsein ist durch die Decke. Ich bin die stärkste Person der Stadt."
https://www.rtl.de/cms/attentaeter-v...t-4308919.html
Das Interessante ist, dass dieser Typ vom anderen Ende der Welt exakt die Motivation beschreibt, die ich selbst bei Trainern erkannt habe, die mir über den Weg gelaufen sind.
Ist ja bei Lehrern auch so, oder Polizisten, Politiker oder Vorgesetzten.
Mit Autoritätsverlust/Aufmerksamkeitsverlust kommen diese Egomanen nicht klar. Die fühlen sich schnell kontrolliert und überwacht. Alles kranke Persönlichkeiten. Jeder Volkshochschulkursleiter weist Merkmale eines Amokläufers auf.
Am schlimmsten sollen Eltern insbesondere Väter sein. Wenn du mal deren Ego verletzt, dann geht es rund. Es sollen sogar welche im Internet amoklaufen, nur weil sie mit ihren Kindern nicht auf MMA Veranstaltungen durften.
Ich möchte noch einbringen das oft auch ganz einfach organisatorische Gründe dagegen sprechen die Eltern komplett zu verbannen. Eine unserer Trainingsstätten ist die kleine Halle einer Grundschule. Die Eltern müssten hier während des Trainings auf dem Flur stehen, was wir ihnen nicht zumuten wollen. Je nach Anfahrtsweg ist abliefern und abholen zeitlich blöd da man quasi, daheim angekommen, schon fasst wieder los müsste. Vielleicht haben wir auch einfach Glück mit den Eltern aber Probleme gab es über die Jahre nur sehr wenige.
Ein Mitspracherecht haben die Eltern so oder so nicht, weder während, noch vor oder nach dem Training. Bei Prüfungen sind Zuschauer generell tabu.
Seit Anfang des Jahres haben wir ein "Experiment" laufen, eine Anfängergruppe für die ganze Familie, bei der Eltern und Kinder gemeinsam trainieren und auch das gestaltet sich bis jetzt positiv. Die Disziplin ist, aus dem Stand raus, sogar höher als bei den reinen Kinderkursen.
Einziges wirklich negatives Erlebnis war vor Jahren ein Mutter/ Sohn (15J-16J) Gespann, beide in der Anfänger Gruppe für Erwachsene, die mit ihrem Psychologen aufgeschlagen sind und dieser unser Training, ohne Vorankündigung (!) als seine Therapiestunde (hat schon mal lautstark das Training unterbrochen weil ihm irgendwas nicht gepasst hat) missbrauchen wollte. Nachdem wir den dann nach kurzer Zeit "rausgeworfen" hatten ging's dann.
Mein Sohn (8J) trainiert seit kurzer ebenfalls bei uns und ich habe ihm von Anfang an eingetrichtert das ich im Training "nicht da bin", obwohl ich wenige Meter weiter selbst trainiere und das hat nach kurzer Zeit auch problemlos geklappt.
Meine Tochter (4J) geht zum Tanzen und dort sind Eltern als Zuschauer nicht willkommen, kann ich verstehen, zumal Kinder in dem Alter sich noch deutlich leichter ablenken lassen und es ist auch kein Problem da dort entsprechende Räumlichkeiten vorhanden sind. Ich persönlich warte aber so oder so nicht sondern liefere das Kind nur ab bzw. hole es ab (Fahrgemeinschaft).
Wie soll ich überprüfen können, welche Fortschritte mein Kind macht, wenn ich nicht gelegentlich mal zuschauen kann?