Ein bisschen passende Lektüre:
de Visser, The dragon in China and Japan
https://archive.org/details/cu31924021444728
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Ein bisschen passende Lektüre:
de Visser, The dragon in China and Japan
https://archive.org/details/cu31924021444728
Dankeschön.
Da stehts ja:
8. Kurikara Myo-o, the dragon-shaped mountain- god.
Another Shinto shrine, the temple of Kurikara Mye-o, -^ ^ ^ ^ ^ ^ , is dedicated to a dragon-shaped mountain-god, who is said to live in a waterfall on Mount Oyama in Sagami province. As the Nilion sliukyo fuzoku shi^ (1902) tells us, in olden times the Buddhist priest Ryoben was preaching there one day, when a violent thunderstorm suddenly arose and the water in the hollow, excavated by the cataract, was heavily disturbed. A huge dragon came forth from it and said to the priest: "I am the guardian-god of this mountain. After having heard your sermon, I wish to serve Buddha". Then Eyoben worshipped the dragon, and afterwards as little Shinto shrine was built on the spot and dedicated to the dragon, which was called by the Buddhist name "Kurikara Myo-o", "Kurikara, the Light-King" (i. e. Vidya-raja, the word Light being used in the sense of (mystic) Knowledge, Vidya).
This was apparently an original Japanese dragon-shaped moun- tain-god, who was identified by the Buddhists with Fudo Myo-o's dragon-shape ; the Shinto shrine, however, remained his sanctuary. Kurikara is, as we read in Midra's Bukkyo irolia jiten ', Fudo Myo-o's "Samaya" (^ ^ !^P ) shape, a black dragon coiled around a sword.
Naja, es hat doch auch nie jemand behauptet er habe sich das ausgedacht?
Nur dass man eben ohne entsprechende Hintergrundkenntnisse das nicht begreifen konnte ist doch nicht verwunderlich.
Und wenn Gerd z.B. auf seiner Webseite schreibt, die Jungs hätten gepennt und deswegen nix kapiert, dann ist das einfach quark.
Und dass die Sache Shintoistisch-buddhistisch-taoistische Ursprünge (also auch chinesische) hat, ist ja beileibe nichts was einen aus den Socken haut, das wusste man vor 40 Jahren auch schon, nur von einem detaillierten Verständnis war man da noch weit entfernt.
Ich will eure philosophischen Kreise nicht stören.
Wer sich mit der chinesischen Geschichte befasst , der stößt irgendwann auf die Beziehungen zu anderen Ländern,Kulturen die durch Kriege,Handel und z.B. die Ausbreitung des Buddhismus und seiner verschieden Strömungen entstanden sind.
Die chinesischen Buddhismus Strömungen wurden u.a. von Daoismus und Konfuzianismus beeinflusst und gelangten u.a. nach Japan.
Die indischen und chinesischen Kulturen haben wie in Europa u.a. die griechische und römische einige asiatische Kulturen beeinflusst!
Mit dem aufkommen des Nationalismus in Japan wurde von einigen Kreisen versucht die chinesischen Wurzel zu verwischen.
Wie Inryoku schreibt ist das alter Kaffee der jedoch immer wieder aufgewärmt wird! ;)
Ist zwar auch kalter Kaffee, aber Drachen haben auch in Europa eine mythologische Bedeutung gehabt, bevor sie von der Kirche ins Reich des Bösen verdammt wurden bzw. als Symbol für das Heidentum getötet werden mussten (obwohl Hildegard von Bingen noch von der Heilwirkung des Drachenfetts überzeugt war).
Sie waren auch Wesen der Elemente, wohnten in der Erde, konnten durch die Luft fliegen und im Wasser schwimmen und Feuer spucken, und hatten auch in der Alchemie eine Bedeutung als Symbok für Transformation.
Über körperliche Übungen weiß ich nichts, nur dass sie bestimmte Kräfte an geomantisch bedeutsamen Orten beherrschten.
In dem daoistischen Üben, das ich kennenlerne, hat der Drache keine mythologische Bedeutung, er ist kein symbolisches Fabelwesen. Sondern er meint konkrete anantomische und auch psychische Aspekte ab. Sowie in kombinierten Bildern wie "Der Drache spielt mit Perle" oder "Der schwimmende Drache" und dergleichen konkrete Vorgänge, Übungen oder didaktische Anweisungen.
Merci für den Einwand!
Diese allgemeinen Bezüge sind unbestritten. Das wird ja allein schon an Sprache und Schrift offenkundig. Zudem weisen alle Japaner, mit denen ich zu tun habe, stolz auf den chinesischen Einfluß auf ihre Kultur hin. Sie versuchen keineswegs die chinesischen Wurzeln zu verwischen, sondern betrachten sie im Gegeneil als einen wichtigen Aspekt ihres kulturellen Erbes.
Mir geht es allerdings nicht um diesen allgemeinen, kulturellen Bezug, sondern meine Frage ist, ob und - wenn ja - in welcher Weise die geistigen Hintergründe und das Üben des aikidô im Einzelnen konkret auf bestimmte benennbare daoistische Anschauungen oder Übungsmethoden zurückgeführt werden kann.
"Kalter Kaffee" ist diese Frage insofern nicht, weil dieser Mosaikstein des Weltbildes von Ueshiba Morihei lange ausgeblendet worden ist. Bei Stanley Pranin, dem wohl bedeutendsten aikidô-Historiker findet sich dazu meines Wissens nichts.
Nach meiner Kenntnis wird dieser Zusammenhang zum ersten mal 2003 in der Promotion von Greenhalgh beleuchtet.
Peter Goldsbury der ja mit großer Akribie die Geschichte udes aikidô untersucht hat, spart die daoistischen Einflüsse erklärtermaßen aus, weil er damit im Gegensatz zu shintô, ômoto kyô und Buddhismus nicht vertraut genug sei, um darüber etwas sagen zu können. Und ich meine, daß ich in Transmssion, Inheritance, Emulation (2007 ff) auch tatsächlich nichts substantielles dazu gefunden habe.
Knapp zehn Jahre nach Margaret Greenhalgh ist es dann nach meiner Kenntnis die Arbeit von Chris Li (Sangenkai Blog seit 2012; Nebenbei: In einem der ersten Beiträge findet man übrigens die Aussage von Ueshiba osensei daß es gokui des aikidô gibt.), die sich mit den konkreten daoistischen Bezügen des Übens und der Gedankenwelt Ueshibas auseinandersetzt. Er ist dann auch derjenige, auf den Peter verweist, wenn es um die daoistischen Aspekte geht.
Insofern muß man sicher kein Wort darüber verlieren, daß in Japan "alles irgendwie aus China" stammt.
Wenn aber zum Beispiel bestimmte Übungselemente, die Ueshiba in den 30er Jahren einem Schüler unterrichtet hat, den er als Schwiegersohn und Nachfolger im Blick, der äußeren Form nach identisch sind mit einem Set von Übungen, das in einer daoistischen Schule bis heute eines der ji ben gong darstellen, dann wird die Frage halt etwas substantieller.
Und dasselbe gilt eben auch für die von Ueshiba osensei vorhandenen Texte, z.B. in Takemusu aiki. Wenn man die gegen konkrete daoistische Texte hält und feststellt, daß sie gewissermaßen Zitate sind, wird dieser Bezug auf einmal sehr viel konkreter. Und ist es - jedenfalls meine Ansicht nach - eben auch wert, im einzelnen genauer angeschaut zu werden.
Ich bedauerere es jedenfalls, daß ich dazu im Moment nicht mehr die Muße habe, weil mich derzei andere Projekte beschäftigen.
Wue gesagt, psychische Aspekte gibt es im Westen auch, körperliche Zusammenhänge weiß ich nicht genau.
Das spielt mit der Perle gubt es u.a. im stilken qi gong nach zhi chang li, schwimmende Drachen und ähnliche Übungen findet man auch in verschiedenen Übungsreihen.
Welche Übungen hat Ueshiba denn Nakakura unterrichtet, hast du da eine Quelle?
Ein auf die Schnelle formulierter Gedanke, bezüglich der Zurückhaltung von Ueshiba was seine daoistischen Praktiken angeht:
Die Shinto-Bewegung zu der er über die Ômoto-kyô Zugang fand, wird heute ja dem Ko-Shinto zugerechnet, welche einen "rein-japanischen, unbeeinflussten Shinto" für sich beanspruchte. Da macht es dann natürlich Sinn, nicht mit fremden Praktiken aus China hausieren zu gehen.
https://en.wikipedia.org/wiki/Ko-Shintō
Dazu passend die ultranationalistische Einstellung.
Ueshiba? That guy was the right wing of the right wing...
Ich erinnere mich aber Äußerungen dieser Art gelesen zu haben, dass es sich beim Aikido um etwas "rein" japanisches gehandelt habe.
Aber letztendes kommen diese Übungsmethoden doch aus Indien.
Konkret anatomisch ist natürlich bei Drachen auch eine schwierige Geschichte, ich habe noch keine Abbildungen gesehen auf denen man Drachenatomie detailliert studieren kann, und die menschliche Anatomie sollte sich doch unterscheiden, von daher ist es doch eher symbolisch zu sehen.
Ähnlich wie das Neijingtu, als Kind erzählte mir meine Großmutter, das sei "der Mensch", und ich dachte wirklich lange Zeit, Menschen sehen tatsächlich so aus von innen.
Meine Omi war halt von den Taoisten sehr fasziniert, und sie konnte stundenlang darüber reden.
Das weiß ich ja, nur ist es halt trotzdem ein Symbol.
Nein es ist eine Idee. Die wird mit Yi umgesetzt.
Der Drache ist eine zentrale und extrem mächtige Idee, da sie sehr viele andere Ideen verknüpfen kann.