Zu Bokutos nachtrag. Hier muss man aber sagen, dass Deutsch die mir einzige bekannte Sprache ist, die überhaupt eine Unterscheidung zwischen Kampfsport und -kunst kennt...
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Zu Bokutos nachtrag. Hier muss man aber sagen, dass Deutsch die mir einzige bekannte Sprache ist, die überhaupt eine Unterscheidung zwischen Kampfsport und -kunst kennt...
Hi,
Eines darf man nie vergessen:
Buddhismus ist keine Religion!!!!!!!!!!
Es ist ein Leitfaden der einen auf den richtigen Pfad führt.
Ein Krieg im Namen Buddhas gab es nie und wird es nie geben, da irdisches Besitztum dem Buddhisten fremd sind bzw nicht wichtig.
In der ganzen Diskussion die bisher gelaufen ist, wird der Begriff Krieger mit dem des einer Macht untergeordneten Soldaten gleich gesetzt.
Man muß diese Begriffe aber ganz stark voneinander trennen.
Ein Krieger ist nicht ein Soldat!
Gruß
Alef
Ist halt eine der Haarspalterischsten Sprachen die es gibt ;)
Das kannste wohl laut sagen! ;)
Gut, daß Du mich daran erinnerst. Ich wollte das vorhin schon schreiben, fand es aber zuviel. Der KONTEXT ist im Grunde der Punkt, der mich so sicher macht.Zitat:
Original geschrieben von Bokuto
Was macht dich sicher, dass Warrior in diesem Kontext zum Krieger in der deutschen Sprache wird?
Die ganze Analogie, die sich um die buddhistische Krieger-Metaphorik aufbaut, weist Bezüge zu einem Menschen in einer Extremsituation auf. Es geht um Leben und Tod, um äußerste Präzison des Handelns in einer Gefahrensituation, um das Bewahren von Selbstvertrauen, auch wenn ringsherum die Welt zusammenbricht. Die Krise, in die ein Mensch geraten kann, der nach letzter Erkenntnis sucht, ist so gewaltig, daß die Buddhisten wohl Gefallen an dem Gleichnis fanden.
Na ich hoffe nicht. Irgendwie scheint es doch vorwärts zu gehen. Man muß eben etwas Ausdauer haben.Zitat:
Original geschrieben von Xiaoshi
@Thorre
Ja sowas bräuchten wir dringend, ich blicke nämlich kein bisschen mehr durch wer hier was will... aber vermutlich entbrennt gleich der Streit um unseren kleinsten gemeinsamen Nenner :rolleyes:
Xiaoshi: Ich bin kein Buddhist. Ich weiss nicht, wie dogmatisch oder unorthodox Siddhartas Erbe ist. Ich glaube, aus heutiger Sicht kann das wohl niemand mehr sagen. Nur Buddha selbst weiss es. Buddhismus hat sich im Laufe der Jahrhunderte und im Einfluss der Kulturen oft gewandelt und angepasst. Welcher Glaube hat das nicht? Doch ich denke, im ursprünglichen Sinne harmoniert Buddhismus nicht mit der Kriegskunst. Dass diese Verbindung später konstruiert wurde, weil es die Zeit verlangte, macht daraus sicher keinen falschen Buddhismus. Aber alte Ideen mussten neuen Ideen Platz machen, so dass man heute nicht mehr mit Bestimmtheit urteilen kann, ob ein Krieger ein Buddhist in Sid's Sinne sein kann.
Thorre: Gut argumentiert. Aber ich (persönlich!) finde immer noch die Bezeichnung Kämpfer passender. Gerade in diesem Kontext. Krieger ist mir zu negativ besetzt.
Und ja, Ihr habt schon Recht. Die deutsche Sprache macht es einem nicht leicht. Aber dafür kurzweilig ;)
Gruß
Dirk
Aber hallo, genau meine Rede! :DZitat:
Original geschrieben von Bokuto
Xiaoshi: Ich bin kein Buddhist. Ich weiss nicht, wie dogmatisch oder unorthodox Siddhartas Erbe ist. Ich glaube, aus heutiger Sicht kann das wohl niemand mehr sagen. Nur Buddha selbst weiss es. Buddhismus hat sich im Laufe der Jahrhunderte und im Einfluss der Kulturen oft gewandelt und angepasst. Welcher Glaube hat das nicht? Doch ich denke, im ursprünglichen Sinne harmoniert Buddhismus nicht mit der Kriegskunst. Dass diese Verbindung später konstruiert wurde, weil es die Zeit verlangte, macht daraus sicher keinen falschen Buddhismus. Aber alte Ideen mussten neuen Ideen Platz machen, so dass man heute nicht mehr mit Bestimmtheit urteilen kann, ob ein Krieger ein Buddhist in Sid's Sinne sein kann.
Ich glaube genau das ist das Problem. Wer von uns hier kann schon sagen, was in Buddhas Augen ein Buddhist wäre... wobei es sicher stimmt dass der ursprüngliche Buddhismus auf eine Verbindung mit KK nicht abgezielt hat. Aber das, was Buddha hinterlassen hat, war tatsächlich nicht mehr als ein paar Anweisungen, wie man sich dem leidvollen Leben stellen kann/soll. Das religiöse Brimbarium kam erst später dazu, und genau der Chan Buddhismus, und später wieder der Zen wollten weg vom Götterglauben, von dem ganzen drum-herum und zurück zur ursprünglichen Erkenntnislehre. Aber wie du sagtest hatte dabei die jeweilige Zeit, die jeweilige Kultur (eben China und Japan) und natürlich die prägenden Leute entscheidenden Einfluss auf diesen "neuen" Buddhismus. Man muss ja auch bedenken, dass die Leute keine moderne Geschichtsforschung kannten, d.h. sie konnten die Entwicklung des Buddhismus nicht so genau, so objektiv zurück verfolgen wie wir...
Dem schließe ich mich an, aber nicht ohne ein LOB auszusprechen! Thorre, guter Versuch Deine Meinung durchzusetzen ;)Zitat:
Original geschrieben von Bokuto
Punkt 1 - Zustimmung.
Punkt 2 - Zustimmung.
Punkt 3 - Ablehnung. Meister Takuan, Munenori, wer auch immer, waren das, was sie selbst für Buddhisten hielten. Doch einen Samurai, ein Mitglied einer Kriegerkaste, als Beispiel anzuführen, ist irrelevant. Er wird selbstverständlich für sich einen Weg finden, kriegerische und buddhistische Ansichten miteinander zu vereinen. Das macht ihn aber nicht zum Buddha im orthodoxen Sinne. Das ist ist ja bereits in Punkt 1 gesagt: Es gibt Berührungspunkte.
Gruß
Dirk
Gruß
Mike
Xiaoshi ... bist Du wirklich schon überfordert den Dingen zu folgen?Zitat:
Original geschrieben von Xiaoshi
@Thorre
Ja sowas bräuchten wir dringend, ich blicke nämlich kein bisschen mehr durch wer hier was will... aber vermutlich entbrennt gleich der Streit um unseren kleinsten gemeinsamen Nenner :rolleyes:
Hier beteiligen sich im Moment fünf Leute am Thread und deren Standpunkte wurden nach meiner Sicht der Dinge deutlich vorgetragen.
Gruß :winke:
Mike
Ja bevor Thorre das zusammen gefasst hat war ich überfordert, weil ich außer bei Thorre von niemandem einen klaren Standpunkt gekannt habe... jetzt lichtet sich der Wald ein wenig :cool:
Ist schon interessant das ganze mitzuverfolgen, bei dem ein oder anderen Statement mehr Sachlichkeit und weniger persönliches wäre prima, ansonsten echt spannend
Also, die Lehre Buddha wird mit Sicherheit noch heute gepflegt und vor allem seine Zielsetzungen die er klar formuliert hat. Darin sind sich im übrigen auch die Wissenschaftler einig.Zitat:
Original geschrieben von Xiaoshi
Ich glaube genau das ist das Problem. Wer von uns hier kann schon sagen, was in Buddhas Augen ein Buddhist wäre... wobei es sicher stimmt dass der ursprüngliche Buddhismus auf eine Verbindung mit KK nicht abgezielt hat.
Dabei bilden die Vier Edlen Wahrheiten den Kern Buddhas Lehre:
1. Solange der Geist seine Natur nicht erkannt hat, gehört zum Leben zwar Freude, aber immer auch Leid. Zumindest Alter, Krankheit und Tod sind unvermeidbar und werden als unangenehm erlebt.
2. Es gibt bestimmte Ursachen, warum der Geist seine wahre Natur nicht erkennt, und deshalb leidet.
3. Jeder kann die Natur seines Geistes erkennen und erleuchtet werden.
4. Es gibt praktische Mittel und einen Weg, um das zu erreichen. Dazu zählt u.a. die Meditation bei der Erlebtes reflektiert werden soll und vieles mehr.
Sinnvolles Verhalten und eine selbstbefreiende Sichtweise ergänzen diesen Weg der völligen Eigenverantwortung (siehe Karma – Ursache und Wirkung).
Die Lehre Buddha ist kein Weg des Glaubens, insbesondere keiner des Glaubens an bestimmte Aussagen, starr definierte Lehrinhalte oder unanzweifelbare Dogmen. Es geht bei ihm auch nicht um den richtigen Vollzug oder die genaue Einhaltung bestimmter Riten (Teezeremonie u.ä.), Gebräuche, Gebote.
Die Lehre Buddha geht stattdessen ganz nüchtern und konkret von einer der grundlegenden Gegebenheiten unseres Lebens aus, nämlich der Tatsache, dass wir mit unserem Leben und Dasein kaum jemals glücklich und zufrieden sind.
Immerfort streben wir danach und glauben wir fest daran, dass es da noch mehr zu erlangen oder zu erleben gäbe. So wie es ist, ist es für den MENSCHEN noch nicht das wahre, endgültige, vollkommene Glück. Ob das die Eltern sind, mit denen wir als Kind nicht zufrieden sind, die Schule, die Ausbildung, der Beruf, der Arbeitsplatz, die Karriere, der Wohnort, die Wohnung, der/die Partner/in, der/die Geliebte, die Kinder, das Auto, das Hobby, der Urlaub, der Sport, die Kriegskunst, die Leistung usw..
Die Grundtatsache des "Unbefriedigtseins" oder der "Unvollkommenheit", des Dukkha steht am Ausgangspunkt der buddhistischen Lehre und wird als die "Wahrheit vom Leiden" bezeichnet.
Befreiung vom Leiden (vom inneren Unfrieden) - das war für ihn zentrale Erkenntnis - erfordert, sich auf den Weg innerer Erfahrung, Vertiefung, Vervollkommnung, Persönlichkeitsentfaltung zu machen.
Dies ist der Weg der Verwirklichung der Buddhaschaft!
Die von ihm als Lebens- und Daseinsziel aufgezeigte Buddhaschaft ist nichts anderes als die vollständige Verwirklichung des Menschseins, die schöpferische Entfaltung der uns allen zugrundeliegenden tiefsten Menschlichkeit.
Buddha, der Erwachte, ist die Bezeichnung für den zu sich selbst erwachten Menschen.
Die Überwindung der Gewalt in unserer Welt ist dabei der wesentliche Inhalt seiner Lehre. Und die Überwindung der Gewalt ist die Überwindung der eigenen Gewalt. Nur ich selbst kann die Wurzeln der Gewalt in mir überwinden.
Buddha verkündete keine moralischen Gebote und Verbote. In seiner Ethik handelt es sich um Übungen, hervorgegangen aus der Einsicht in die Grundtatsache der Wirklichkeit, dass kein lebendes Wesen verletzt werden und Leid erfahren möchte.Zitat:
Original geschrieben von Xiaoshi
Aber das, was Buddha hinterlassen hat, war tatsächlich nicht mehr als ein paar Anweisungen, wie man sich dem leidvollen Leben stellen kann/soll.
Missachten wir diese Ethik, gibt es niemanden, der uns dafür bestraft. Doch wir selbst werden die Folgen unseres Denkens und Handelns zu tragen haben (Karma). Denn jede Handlung wirkt nicht nur nach außen, auf andere, sondern auch nach innen, auf uns selbst. Damit fällt sie in doppelter Weise auf sich bzw. uns zurück. Sie begegnet sich selbst. Wir werden selber Leid erfahren müssen.
Daher wird meist Gewalt mit Gewalt beantwortet.
Brechen wir daraus nicht aus, beenden wir das Verletzen und die Gewalt nicht von uns aus, erzeugen wir einen Teufelskreis, eine Spirale der Eskalation des Leids bis zum Irrsinn der Selbstzerstörung.
Es ist das, was der Buddha "Wiedergeburt" oder den "Kreislauf des Leidens", Samsara nannte. In dem gibt es nur einen Weg der Befreiung, selbst daraus auszusteigen.
Der "historische" Buddha formulierte als Basis für alle, die seinem Weg folgen wollen (nicht nur Mönche und Nonnen sondern jeder Mensch) fünf ethische Grundprinzipien. Sie bilden den Anfang, das bleibende Fundament und das Ziel der Praxis. Mit der "Zuflucht" zu Buddha (unserem inneren Potential), zum Dharma (der Wirklichkeit und Lehre) und zum Sangha (der Gemeinschaft der Übenden), verbunden mit der Annahme der ethischen Übungen, beginnt der Praktizierende den Weg oder wird man gleichsam zum Buddhist, daher kann jeder Buddhist werden der sich an die ethischen Prinzipien hält. Die ethischen Richtlinien (Silas) lauten in der Form, in der sie angenommen und erinnert werden:
Kein Lebewesen zu töten oder zu verletzen,
diese Übungsregel nehme ich auf mich.
Nichtgegebenes nicht zu nehmen,
diese Übungsregel nehme ich auf mich.
Keine unheilsamen sexuellen Beziehungen zu pflegen,
diese Übungsregel nehme ich auf mich.
Nicht zu lügen oder unheilsam zu sprechen,
diese Übungsregel nehme ich auf mich.
Nicht durch berauschende Mittel mein Bewusstsein zu trüben,
diese Übungsregel nehme ich auf mich.
Die ethischen Prinzipien Buddha resultieren nicht aus göttlicher Offenbarung sondern aus eigener, aufmerksamer und klarer Beobachtung der Wirklichkeit.
Sie beschreiben schlicht das, was für uns selbst, für alle Menschen, ja für alle Wesen heilsam und wünschenswert ist. Sie zeigen auf, wie wir Leiden und das Entstehen von Gewalt vermeiden können. Sie schaffen die Grundlagen dafür, zu innerem und äußerem Frieden zu gelangen.
Ihnen zu folgen, bedeutet Klarheit, Ordnung und Frieden in unser Leben zu bringen. Wir schaffen kein neues Chaos, keine Verstrickungen, keine Konflikte, kein Unheil, keine Feindschaften mehr. Wir hören auf, Unfrieden zu erzeugen.
Den ethischen Prinzipien Buddhas gemäss zu leben, heißt, Frieden zu praktizieren und Frieden entstehen zu lassen.
Die eigentliche, endgültige, höchste Wahrheit, um die es ihnen geht, befindet sich immer jenseits von allem fassbaren. Wäre es nicht so, gäbe es ja noch ein dahinter, ginge es also gar nicht um die letzte Wahrheit. Darum, weil sie nicht greifbar ist, ist es nicht möglich, für die höchste Wahrheit (wie es leider in vielen Glaubensrichtungen der Fall ist, nämlich für Gott, Jesus, Allah oder wen auch immer) zu kämpfen. Wer dies dennoch tut, der tötet die Wahrheit. Der Zen (Chan) -Buddhismus hat das in dem radikal paradoxen Satz ausgedrückt: "Wenn dir Buddha begegnet, töte ihn." Das klingt zunächst nach Gewalt, ist aber gerade das Gegenteil davon, denn es meint: gib Dein Festhalten an Deinem Buddha auf; gib Deinen hartnäckigen, vielleicht sogar fanatischen und sektiererischen Wunsch auf, unbedingt Buddha und nur ihm begegnen zu wollen und begegne wirklich dem, der Dir begegnet. Wirf Deine Götzen weg und begegne der Wahrheit. Anders gesagt: lasse los von dem, was Du finden oder haben willst, nimm an, was Dir gegeben wird.
Und so heißt es in einem der zentralen buddhistischen Lehrtexte (Vorbemerkung: der "Bodhisattva" ist ein zum Erwachen, zur Buddhaschaft strebender Mensch):
"Der Bodhisattva soll in bezug auf alle Wesen die Idee entwickeln:
dies ist meine Mutter, mein Vater, mein Sohn, meine Tochter, ja dies bin ich selbst. Wie ich selbst von allen Leiden gänzlich frei sein möchte, so möchten alle Wesen frei sein."
(Prajna-Paramitta-Sutra)
Und in einer Lehrrede über die universelle Liebe (Metta-Sutta) sagt Buddha:
"Genau so, wie eine Mutter ihr einziges Kind liebt und unter Einsatz ihres Lebens schützt, sollten auch wir grenzenlose, allumfassende Liebe für alle Lebewesen entwickeln, wo immer sie sich auch befinden mögen. Unsere grenzenlose Liebe sollte das ganze Universum durchdringen, nach oben, nach unten und überall hin. Unsere Liebe wird keine Hindernisse kennen, und unsere Herzen werden vollkommen frei von Hass und Feindschaft sein. Ob wir stehen oder gehen, sitzen oder liegen - solange wir wach sind, sollen wir diese liebende Achtsamkeit in unserem Herzen bewahren."
Die moderne Wissenschaft hätte keine Chance gehabt den Buddhismus zu erforschen, wenn es nicht genug Klöster/Tempel geben würde in den die alten Schriften usw. aufbewahrt werden. Daher haben die buddhistischen Lehranstalten diese Leistung vollbracht und nicht die moderne Wissenschaft.Zitat:
Original geschrieben von Xiaoshi
Man muss ja auch bedenken, dass die Leute keine moderne Geschichtsforschung kannten, d.h. sie konnten die Entwicklung des Buddhismus nicht so genau, so objektiv zurück verfolgen wie wir...
"Auf mich selbst achtend, achte ich auf den anderen,
Auf den anderen achtend, achte ich auf mich selbst."
(Satipatthana Samyutta, Nr. 19 - die Lehre des historischen Buddha)
Gruß
Mike
PS: Buddha wurde während seines Lebens dreimal mit drohenden Kriegssituationen konfrontiert. Zweimal konnte er durch sein direktes Eingreifen den Ausbruch eines Krieges verhindern. Einmal, indem er sich unmittelbar zwischen die Fronten stellte und die beiden Kriegsparteien zur Einsicht in das Unheilsame ihres Tuns brachte. Ein andermal, indem er einen König im direkten Gespräch von seinen Kriegsabsichten abbringen konnte. In einem dritten Fall gelang es Buddha jedoch nicht, den Hass und die Kriegsentschlossenheit eines Königs zu überwinden, wobei es hier sogar um sein eigenes Heimatland ging. Dieses wurde erobert, Buddhas Heimatstadt zerstört und ein Großteil seiner Verwandtschaft umgebracht.
Du schreibst das und erkennst gar nicht, dass das GENAU die Idee hinter Chan/Zen ist. Es gibt keine Dogmen, es gibt kein du darfst dies nicht und du darfst das nicht. Dein Buddha ist nicht mein Buddha. Willst du die gesamte Zen-Praxis verleugnen, weil sie verschiedene Künste als Methoden nutzen? Kannst du es dir ERLAUBEN, darüber zu urteilen, ob die Chan/Zen-meister in China und Japan sich Buddhisten nennen dürfen?Zitat:
Original geschrieben von Michael Kann
Die Lehre Buddha ist kein Weg des Glaubens, insbesondere keiner des Glaubens an bestimmte Aussagen, starr definierte Lehrinhalte oder unanzweifelbare Dogmen. Es geht bei ihm auch nicht um den richtigen Vollzug oder die genaue Einhaltung bestimmter Riten (Teezeremonie u.ä.), Gebräuche, Gebote.
Buddha verkündete keine moralischen Gebote und Verbote. In seiner Ethik handelt es sich um Übungen, hervorgegangen aus der Einsicht in die Grundtatsache der Wirklichkeit, dass kein lebendes Wesen verletzt werden und Leid erfahren möchte.
Zweifelsohne darfst du es interpretieren, aber du verkaufst hier das, was du schreibst, als 100% anerkannt und offensichtlich und wissenschaftlich beglaubigt... Tatsache ist, die verschiedensten Künste sind im Zen-Buddhismus ein wichtiger (wenn auch nicht dogmatisch vorgeschriebener) Bestandteil. Tatsache ist, Zen ist als eine Schule des Buddhismus weithin anerkannt. Das war sie früher auch, denn wie du sagtest, der Buddhismus schreibt einem nicht vor was er zu tun und zu lassen hat, es sind Richtlinien. Nicht mehr, nicht weniger...
Hi Xiaoshi,
schön das Du alles was geschrieben wird drehst und wendest damit es zu dem paßt was Du als richtig ansiehst ;)
Fakt ist doch, dass die ethischen Prinzipien Buddha sich klar gegen Gewalt stellen ... eine Vereinigung von Kriegskunst und Buddhismus ist daher, lt. Buddhismus nicht möglich.
Lehransätze des Buddhismus mögen den Einzug in die KKs (hatten wir schon) gefunden haben, mehr auch nicht. Es ist aber scheinbar wie überall. Werbetechnisch laßen sich KKs eben mit einem GEISTIGEN Hintergrund besser verkaufen. Daher finden immer mehr "Kostüme" Einzug in die vor allem chin. KKs. Deshalb berufen sich viele Lehrer der chin. KKs auf die Shaolin.
Der hier gern zelebrierte Zen-Buddhismus hatte Auswirkungen ... dies offensichtlich und nicht zu verleugnen. Doch wie diese Dargestellt werden ist eine ganz andere Sache. Es ist doch das Eine, wenn sich eine Kriegerkaste einiger Bestandteile der buddhistischen Lehre bedient um ihren Auftrag besser zu erfüllen und es ist etwas anderes, wenn sich ein Mensch zum Buddhismus hin entscheidet und den Weg ohne Gewalt wählt.
Ich kenne die Argumente wie ... "Die Kunst des Bogenschießens ist eher eine Schule der Vorbereitung auf Zen, denn sie ermöglicht dem Anfänger durch die Arbeit seiner eigenen Hände, jene Dinge klarer zu sehen, die nicht von selbst wahrnehmbar sind." Doch auch hier steht klar, dass dies eine Vorbereitung, nicht aber Buddhismus ist!
Sich mit der Buddhistischen (auch Zen/Chan) -Philosophie zu beschäftigen heißt nicht zwangsläufig Buddhist zu sein. Dazu gehört eben mehr, viel mehr!
Die Marketingtechnische Wirkung bei der Verwendung von Begriffen wie Shaolin, Priester, Mönch, Krieger usw. ist mir durchaus geläufig ... dies rechtfertigt aber nicht die Verquickung von Begriffen!
Das Christentum kennt ja auch viele solche Verquickungen, letztlich nichts anderes als christlicher Fundamentalismus. Betrachten wir die Geschichte, so finden wir die "Helden" des Christentums oftmals in "Orden" (u.a. Templer, Malteser) wieder. Diese Christlichen Orden, ausstaffiert mit Mönchsgewändern, Bibel, Gesängen, Gebeten usw. hatten letztlich eben auch Schild und Schwert. Sprich, sie waren Krieger und angebliche Christen ... wenn ich mir jedoch die Lehre Christus ansehe, dann finde ich dort keine Rechtfertigung für Gewalt! Es verhält sich also ebenso wie mit dem angeblich harmonierenden Begriffen Buddhismus und Kriegskunst (Krieger)!
Heute nehmen immer mehr Christen abstand von diesen vermeintlichen "Helden", dies obwohl die Kirche viele von ihnen Heilig gesprochen hat.
"Der Mahatma hat es unternommen, die Macht zu entmächtigen. Er wollte durch Lehre und Beispiel jene uralte Sehnsucht verwirklichen, die den tödlichen Kreislauf von Macht, Blut und Gewalttat endlich zu durchbrechen begehrt. Ihn erfüllte dabei das Verlangen nach Gerechtigkeit. Den Millionen Unterdrückten seines Landes wollte er Freiheit und Frieden bringen. Aber er bediente sich dabei nicht des herkömmlichen Mittels der Gewalt, sondern seines Gegenteils: der Gewaltlosigkeit. Gandhi hat es verstanden, seine Lehre von der Gewaltlosigkeit zu einer Strategie auszubauen: Indien wurde frei."
Dies schrieb ein zeitgenössischer Beobachter über Mahatma Gandhi als dieser am 30. Januar 1948 durch einen fanatischen Hindu niedergeschossen wird.
Noch im Sterben erhob Mahatma seine Hände zum Gebet und verzeiht seinem Mörder.
Die vier Gelübde nach dem abendlichen Za-Zen heißen
"Die fühlenden Wesen sind zahllos,
ich schwöre, sie zu retten.
Die Wünsche und Begierden sind unerschöpflich,
ich schwöre, sie zu beenden.
Die Dharmas (Dhamma (Pali) bzw. Dharma (Sanskrit) bedeutet wörtlich »das Tragende«. Gemeint ist die Lehre des Buddha, die Wahrheit und Gesetzmäßigkeit, die der Buddha erkannt, angewandt und gelehrt hat.) sind grenzenlos,
ich schwöre, sie zu meistern.
Der Weg des Buddha ist unübertrefflich,
ich schöre, ihn zu erreichen."
Da gebe ich Dir Recht! Das ändert aber nichts an den ethischen Prinzipien Buddha.Zitat:
Es gibt keine Dogmen, es gibt kein du darfst dies nicht und du darfst das nicht.
"Alle Wesen sind Buddhas, von Anfang an."Zitat:
Dein Buddha ist nicht mein Buddha.
Hakuin Ekaku Zenji
Schreiben wir jetzt über Zen-Praxis? Zen-Methoden? Oder Buddhismus?Zitat:
Willst du die gesamte Zen-Praxis verleugnen, weil sie verschiedene Künste als Methoden nutzen?
Ich habe kein Problem damit, dass es in der Vergangenheit und auch heute Menschen gibt die sich zum Zwecke der Vervollkommnung ihrer Kunst, auch Kriegskunst, der buddhistischen (auch Zen/Chan) Praxis (Methoden) bedienen. Dies habe ich im übrigen mit keinem Wort verleugnet ... eine Unterstellung ... dies würdest Du, wenn Du Dir die Texte die ich schrieb durchgelesen hättest feststellen. Oder aber Du willst dies nicht erkennen! Das weißt nur Du!
Ich kann es mir erlauben, mir meine EIGENEN Gedanken dazu zu machen und zu einem EIGENEN Ergebnis zu gelangen.Zitat:
Kannst du es dir ERLAUBEN, darüber zu urteilen, ob die Chan/Zen-meister in China und Japan sich Buddhisten nennen dürfen?
Das dies nicht Jedermann gefallen mag verstehe ich durchaus!
Gruß :winke:
Mike