Seite 1 von 7 123 ... LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 1 bis 15 von 101

Thema: Der Judo- Bücher- Thread

  1. #1
    Registrierungsdatum
    29.12.2006
    Ort
    im Nordwesten
    Alter
    44
    Beiträge
    2.424

    Standard Der Judo- Bücher- Thread

    Frisch aus dem JJ- Forum und dem dortigen Post "Ur- Judo = JJ" entlehnt.
    Ohne Autoren- Bashing,
    sauberes Zitieren,
    frei von Pauschal- Verurteilungen.

    Ich mache den Anfang mit "Vital Judo - Bodentechniken",Isao Okano, 1976.
    Aus dem Vorwort:
    Als Judo noch unter dem Namen Ju- Jitsu bekannt war, gehörten zusätzlich zu den Wurf- und Bodentechniken, die heute allgemein verbreitet sind, die eigentlichen Kampftechniken wie Schläge, Tritte, Gelenkverdrehungen etc. Aber im Laufe der Zeit sind gefährliche Techniken ausgeschlossen worden, wodurch die Entwicklung des sportorientierten Judo der modernen Zeit möglich wurde.
    Die zunehmende weltweite Popularität hätte eigentlich die Qualität des Judo verbessern müssen, aber leider kann nicht vorbehaltlos gesagt werden, das dies der Fall ist.
    Die Grundidee des japanischen Judo basiert darauf, große Stärke mit wenig Kraft zu kontrollieren. Gegenwärtig ist Judo auf Wurf- und Bodentechniken beschränkt; aber diejenigen, die es betreiben, neigen dazu, sich dabei auch noch auf das erstere zu konzentrieren und das letztere zu vernachlässigen. Das hat dazu geführt, daß dem Körpergewicht ungerechtfertigterweise zu viel Bedeutung beigemessen wurde und man bei Wettkämpfen Gewichtsklassen einrichtete.
    [...] ich denke, daß es am wichtigsten ist, die Beziehung zwischen Ju- Jitsu und Judo wieder sichtbar zu machen.
    In Verbindung mit der Entwicklung eines Judo, das das Beste in seinem Wesen klarer erkennen läßt, müssen wir der Theorie des Ju- Jitsu mit seinen Schlägen, Tritten und Griffen mehr Aufmerksamkeit widmen, auch wenn wir diese Techniken eigentlich nicht mehr benutzen. Solcherlei Studie würde ien enthüllendes Licht werfen auf die Körperbewegungen und die Möglichkeiten, die Bodenarbeit, die Grundstellungen und das Gleichgewicht des Gegners zu stören.
    Zu der - wie ich finde- gelungenen Einleitung gesellt sich im Verlauf eine systematische Sammlung fotografisch gut dokumentierter und entsprechend erläuterter Techniken. Schade ist, daß das Buch inzwischen zwischen 250 und 300 € gehandelt wird...
    Jetzt seid Ihr dran: Feuer frei !
    "We don' t break boards, we break people."

  2. #2
    rambat Gast

    Standard -

    -
    Geändert von rambat (07-11-2010 um 19:54 Uhr)

  3. #3
    rambat Gast

    Standard -

    -
    Geändert von rambat (07-11-2010 um 19:53 Uhr)

  4. #4
    seoi-nage Gast

    Standard

    ... und wer sich die Bücher von Charles Yerkov ansehen will, kann auch mal auf der Seite von Neil Ohlenkamp (Official Judo Information Site at JudoInfo.com) vorbeischauen.

    Unter Judo Books findet man diese beiden Bücher und weiteres interessantes Infomaterial. Unter anderem auch das sehr empfehlenswerte Buch "Higher Judo Groundwork" von Moshe Feldenkrais. Nach dem Lesen von Feldenkrais und dem Studium der darin enthaltenen Techniken erscheinen einem die Differenzen zwischen BJJ und Judo auch nur noch halb so groß.

    Das Buch von Feldenkrais ist hier zu finden: http://www.judoinfo.com/pdf/Higher_Judo_Ground_Work.pdf
    Die Judoinfo-Seite wird aber scheinbar gerade umgestaltet. Keine Ahnung, wie lange diese Links noch gültig sind.

    Nachtrag:
    rambat war schneller mit den Yerkov-Links
    Geändert von seoi-nage (30-04-2010 um 22:32 Uhr)

  5. #5
    rambat Gast

    Standard -

    -
    Geändert von rambat (07-11-2010 um 19:53 Uhr)

  6. #6
    mrx085 Gast

    Standard

    Sehr schön, das jetzt jemand den Bücherthread aufgemacht hat. Vielen Dank dafür Budo Sensei


    Auch bei rambat und seoi-nage möchte ich für die Bücherempfehlungen bedanken.

  7. #7
    seoi-nage Gast

    Standard

    Noch eine Bitte an die Moderatoren (Fireflea?):

    Falls dieser Thread das werden sollte, was wir hoffen - ein informativer Thread mit konstruktiver Diskussion, ohne persönliche Befindlichkeiten auf "Nebenkriegsschauplätzen" - dann könnte man ihn ja vielleicht oben pinnen.
    Geändert von seoi-nage (30-04-2010 um 22:49 Uhr)

  8. #8
    rambat Gast

    Standard -

    -
    Geändert von rambat (07-11-2010 um 19:52 Uhr)

  9. #9
    seoi-nage Gast

    Standard

    Gerne verwende ich noch die alten Judo-Lehrbücher der DDR von Horst Wolf:

    • Judokampfsport
    • Judo für Fortgeschrittene
    • Judoselbstverteidigung

    Gibts ab und an für ein paar Euro bei ebay. Das Lehrsystem von Horst Wolf ging meines Wissens (bzw. Glaubens) auf Kawaishi zurück. Vorwort und einzelne Passagen sind zwar etwas DDR-ideologisch geprägt, aber da kann man ja drüber hinweglesen.

    rambat, was sagst du dazu?

  10. #10
    rambat Gast

    Standard -

    -
    Geändert von rambat (07-11-2010 um 19:51 Uhr)

  11. #11
    rambat Gast

    Standard -

    -
    Geändert von rambat (07-11-2010 um 19:51 Uhr)

  12. #12
    rambat Gast

    Standard -

    -
    Geändert von rambat (07-11-2010 um 19:50 Uhr)

  13. #13
    Registrierungsdatum
    23.03.2004
    Ort
    Pfalz
    Alter
    40
    Beiträge
    10.147

    Standard

    Ich kopiere hier auch mal den Beitrag aus dem JJ Forum rein:

    Zitat Zitat von rambat Beitrag anzeigen
    Für alle Freunde der gepflegten Abendunterhaltung möchte ich nicht versäumen, anhand eines weiteren Beispiels zu bekräftigen, daß in den "Judobüchern" deutschsprachiger Autoren viel Unsinn steht ...


    So lesen wir in dem Büchlein “Wir machen Judo” von U. Klocke:

    Judo ist ein Sport, der vor knapp 100 Jahren in Japan von einem Studenten namens Jigoro Kano entwickelt wurde.
    (S. 6)

    Nöö ... nicht direkt.
    Also das mit dem Sport wurde ja schon lang und breit diskutiert.

    Es bleibt aber eine Tatsache, daß Kanô im Jahre 1882 kein Student mehr war. Er graduierte bereits 1881.
    Eine unwichtige Kleinigkeit? Ich sehe das anders ...

    Nachdem ich in einem anderen Forum genau darüber gemotzt hatte, las man in der neuesten Ausgabe: "... von einem jungen Gelehrten namens Jigoro Kanô entwickelt ..."
    Leider wurde der Rest der Aussage beibehalten.

    Er überlegte sich eine Zweikampfsportart, die einerseits für die Kämpfer ungefährlich und ihnen andererseits Spaß bereiten sollte.
    (S. 6)

    Mal abgesehen von der fehlerhaften Grammatik - auch diese Aussage ist einfach Unsinn und negiert völlig, was Kanô selbst über den Sinn und das Ziel des Jûdô schrieb (und er schrieb darüber sehr ausführlich!)

    In Wettkämpfen zeigt es sich immer wieder, daß erfolgreiche Kämpfer ihre Siege mit nur wenigen Techniken erringen. Ein, zwei, selten noch drei Würfe beherrschen sie so gut, daß sie nahezu jeden damit werfen können.
    (S. 13)

    Das sind so Aussagen, die für mich im ohrfeigenswerten Bereich angesiedelt sind, tut mir leid.
    Auf dem Cover des Büchleins steht nämlich: "Offizielles Lehrmaterial des DJB".
    Und Übungsleiter und Kinder/Jugendliche, welche sich dieses Büchlein zu Gemüte führen, sind dann (was in einem Buch geschrieben steht, MUSS ja wahr sein, noch dazu wenn's das "offizielle Lehrmaterial des DJB" ist) felsenfest davon überzeugt, daß Jûdô vor allem darin besteht, sich "ein, zwei, selten noch drei Würfe" anzueignen - und daß das dann für alle Zeiten genügt.
    Und aus solchen Kindern werden später wohl Übungsleiter, die wiederum nach jenem Büchlein unterrichten ...
    Ich hoffe, ihr versteht, was mich daran stört.


    Bedenklich auch, daß der Autor solche Erkenntnisse verbreitet:

    Kann man sich mit Judo eigentlich auch verteidigen? Wir glauben, wie die meisten Judolehrer, daß Judo ein Sport und keine Selbstverteidigung ist!
    (S. 9)

    Ich habe mich mit dem Autor mal unterhalten - er sagt von sich selbst, daß er "von SV keine Ahnung" habe (dafür gibt es 11 Zeugen!)
    Der Mann trägt den 7. Dan, nebenbei ...


    Man lese nun, was der Gründer über sein eigenes Kampfsystem schreibt ...
    (Tip: Mind over Muscle - "Jûdô as Martial Art".)


    Irgendwie hat auch der Autor mitbekommen, daß da mal etwas anderes war als der Sport, wie er heute ausgeübt wird:

    Ursprünglich hat sich Judo zwar aus der Selbstverteidigung Ju-Jitsu entwickelt. Jigoro Kano, der Gründer des Judo, aber hat die Gefährlichkeit vieler Techniken erkannt und sie deswegen aus seinem Judo-System (Go-Kyo) herausgenommen. Zwar wirst Du in Filmen immer wieder Judo als Selbstverteidigung sehen - aber das klappt eben meistens nur im Kino.
    (S. 9)

    Nun ist das "Jûdô-System" nicht identisch mit der Gokyo ...
    Und was das "Herausnehmen" von "gefährlichen Techniken" angeht, warte icih noch immer auf Beispiele. Die der Autor nicht bringt.
    Es ist ... gewöhnungsbedürftig, daß der Autor erklärt, Kanô habe aus der Gokyo die "gefährlichen Techniken herausgenommen".
    Die Gokyo ist die Grundschule der Wurftechniken, nicht mehr und nicht weniger. Man kann also in der Gokyo bspw. keine Atemi-Waza erwarten ...
    Ich sehe im obenstehend zitierten Text den Versuch einer Rechtfertigung.
    Sportjudo eignet sich in der Tat nicht oder nicht besonders gut für den effektiven Selbstschutz (Ausnahmen bestätigen die Regel).

    Ich zitiere noch einmal die Kernaussage:

    Kann man sich mit Judo eigentlich auch verteidigen? Wir glauben, wie die meisten Judolehrer, daß Judo ein Sport und keine Selbstverteidigung ist!
    Ein Glaubensbekenntnis anstelle fundierter Fakten ...
    Sowas macht mich wütend.

    Zudem finden sich auch grobe fachliche Fehler (bezogen auf die Wurftechniken) in jenem Büchlein.
    Sodann bin ich doch etwas ungehalten darüber, in den vom O-Goshi ausgehenden "Wurfverkettungen" wiederholt den Ushiro-Goshi als Kontertechnik vorzufinden. Und das in einem Büchlein, welches "vor allem für Kinder" konzipiert wurde ... (Aussage des Autors)

    Nun finden wir genau zum Thema "Kontern mit Ushiro-Goshi" einen sehr interessanten Hinweis bei Mifune.
    Dort lesen wir zum Ushiro-Goshi:

    "This technique is not possible on these forms: floating hip throw (uki-goshi); large hip throw (o-goshi); ...
    In short, it is not effective on hip techniques with the hand thrust under the armpit."
    (K. Mifune: The Canon of Judo, S. 85)

    Was sollen wir nun dazu sagen ...? Da hat offenbar jemand das Buch von Mifune nicht gelesen ...


    Ich sage es noch einmal: manche Autoren deutschsprachiger "Judobücher" erheben ihre arg limitierten Kenntnisse zum (alleinigen) Maßstab, und dagegen verwahre ich mich.
    Ich habe etwas dagegen, daß durch derlei Büchlein ein Bild des Jûdô zementiert wird, welches den Tatsachen nun einmal nicht entspricht.

    Ich denke, daß es legitim ist, auf solche gravierenden Fehler wie die in jenem Büchlein zu findenden hinzuweisen.


    FG
    Rambat
    Geändert von FireFlea (01-05-2010 um 07:39 Uhr)

  14. #14
    mrx085 Gast

    Standard

    Ich hätte da noch eine Frage. Was ist den vom Buch meisterliches Judo von neil ohlenkamp zu halten? Das Buch ist laut ein paar Judokas bei mir im Verein ziehmlich empfehlenswert. was haltet ihr von diesem Buch? Empfehlenswert oder nicht?

    Danke für die Anwort im Voraus.

  15. #15
    rambat Gast

    Standard -

    -
    Geändert von rambat (07-11-2010 um 19:50 Uhr)

Seite 1 von 7 123 ... LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Ähnliche Themen

  1. Judo: Judo lernen in 30 Sekunden ;)
    Von Seb im Forum Japanische Kampfkünste
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 11-07-2006, 21:10
  2. Injo Ryu Judo / Hamare Judo
    Von Lileu im Forum Japanische Kampfkünste
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 08-02-2006, 11:34
  3. Bücher zum Thema Judo
    Von Greg5000 im Forum Japanische Kampfkünste
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 30-08-2001, 20:32

Forumregeln

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •