Umfrageergebnis anzeigen: Basiert e.A.n EWTO WT, auf natürlichen Bewegungsmustern.?

Teilnehmer
54. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja

    9 16,67%
  • +WT Bewegungsmuster sind angeboren & daher leicht zu erlernen

    3 5,56%
  • Nein

    37 68,52%
  • + WT Bewegungsmuster sind "wieder-natürlich" & daher schwer & langwierig zu erlernen

    26 48,15%
Multiple-Choice-Umfrage.
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Zeige Ergebnis 46 bis 60 von 301

Thema: Das Rad & der Professor

  1. #46
    Registrierungsdatum
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    Standard

    Zitat Zitat von mrx085 Beitrag anzeigen
    Meiner bescheiden Meinung nach passen die Worte natürliche Bewegungsmuster und KK nur überhaupt nicht zusammen.
    Hi

    Ne... stimmt so nicht. Es gibt viele, SV (orientierte) Systeme die sich an natürlichen Bewegungsmustern orientieren bzw. adaptieren. Es ist sogar notwendig, möchte man die Verteidigungsfähigkeit einer Person in angemessener Zeit steigern. Was ein natürliches Bewegungsmuster ist und welche Bewegungen reflexartig vom Körper von Natur aus abgespult werden ist hinreichend bekannt und das nicht erst seit gestern.

    Zitat Zitat von mrx085 Beitrag anzeigen
    Wenn KKs wirklich so natürlich wären, dann müsste man sie nicht jahrelang tranieren und viel Zeit und Geld in das Training investieren. Jede KK ist für sich gesehen komplett unatürlich, und wird erst durch jahrelanges Training natürlich.
    Also ich investiere nicht viel Geld in meine KK. Mein Trainer möchte natürlich auch von etwas leben, aber von viel Geld kann nicht die Rede sein. Überhaupt wie kommt man denn zu der Meinung dass man VIEL GELD in eine KK investieren MUSS um wehrhaft zu werden?! Den zweiten Satz in diesem Absatz lass ich mal unkommentiert...


    Gruß

  2. #47
    WingChun77 Gast

    Standard

    Hallo!

    Zitat Zitat von BUJUN Beitrag anzeigen
    Zu den Programmen: WT nach Leung Ting ist sehr
    umfangreich und schwer zu erlernen und nur wenige
    werden freiwillig so weich, dass ein ernst gemeinter
    Angriff aufgenommen – umgeleitet – zurückgegeben wird.
    Gerade DAS sollte ja (theoretisch) eine Meisterschaft ausmachen (wobei wir beim alten Lied der inneren Kampfkünste sind) und machen wir uns bitte nix vor: Anwender/innen, die diese "Stufe" erreichen sind sehr dünn auf diesem Erdenball gestreut und dazu Ausnahmetalente. Gehe ich aber nach der Werbung einschlägiger Verbände, dann kann JEDER und JEDE solch eine "Kompetenz" erlangen.

    Von der WT-Vor-Programm-Zeit hatte ich noch das Glück, dass
    die Lehrergrade die Programme nur verzögert angewendet haben
    und von dem zuvor geübten realistischem Training noch genug da war.
    Da wurde ja auch noch gekloppt, was das Zeug hält! Begrüßung, Form, Programme - Graduierungen waren nebensächlich, sprich kein Wahn auf Grade - Technikdrills (meist Kick, Schritt und KFS), Pratzen und dann war der größte Teil der Stunde mit Sparring verplant. Wobei noch erwähnt werden sollte, dass dies recht kleine Stammgruppen waren und der Verband noch lange nicht derart durchorganisiert.


    Die ersten Leung Ting Demos in BRD zeigen auch ein anderes WT –
    da sind die LT-Demo-Opfer über die Bühne / den Platz getreten und
    geworfen worden.
    Da stellt sich die Frage: Wer gibt denn authentisches LT-WT weiter bzw. hat LT noch ein paar Außenstellen in der BRD oder ist der vertraglich mit KRK gebunden?


    LG

    Günther

  3. #48
    mrx085 Gast

    Standard

    Antikörper Nun habe schon eniges ausprobiert, aber wirklich natürlich ist für mich noch keine KK rüber gekommen. Das sind alles extrem künstliche Bewegungsmuster, die erst durch langwieriges Training natürlich werden.

    Schön für dich, wenn das unkomplizierter siehst. Hast vielleicht einen guten Lehrer erwischt, der wirklich was von natürlichen Bewegungen versteht. Und was verstehst du überhaupt eine natürlichen Bewegungen? Ich versteh darünter Bewegungen die man ohne Training und viel Übung bereits so beherrscht? Nach dieser Definition scheidet jede KK aus. Habe noch keinen Stil erlebt wo man nicht die kk spezfischen Bewegungsmuster ausgiebig üben musst bevor man zu den kämpferischen Anwendungen übergehen konnte.

    Und was das Geld betrifft, das kommt auf das Einkommen an. wenn man nicht viel hat ist Kk nicht gerade ein billiges Hobby.

    Und was verstehst du unter Wehrhaft werden.? Wer keine Hemmungen einen anderen aufs Maul zu hauen um es mal ganz salopp auszudrücken, braucht natürlich keine KK um Wehrhaft zu werden. Der kann das einfach so und muss dafür 0 ,000 Cent zahlen. Jemand der erst langsam daran herangeführt werden muss, der braucht mehr Training. Und je mehr man traniert umso teurer wird es.

    Was ist daran so schwer zu verstehen? Oder meinst du es ist möglich nur mit wenig Zeit und Kostenaufwand werfähig zu werden? Für einen geboren Kämpfer mag das ja stimmen nur wie schaut es mit jemanden aus, der erst langsam an den Kampf heran geführt werden muss?

  4. #49
    Registrierungsdatum
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    Standard

    Zitat Zitat von mrx085 Beitrag anzeigen
    Antikörper Nun habe schon eniges ausprobiert, aber wirklich natürlich ist für mich noch keine KK rüber gekommen. Das sind alles extrem künstliche Bewegungsmuster, die erst durch langwieriges Training natürlich werden.
    Ja, das weiß ich. Hast ja schon paar mal erzählt. Wenn Dir bisher noch kein System untergekommen ist, das auf natürliche Bewegunsmuster basiert, musst vlt. deinen Horizont noch etwas erweitern.

    Zitat Zitat von mrx085 Beitrag anzeigen
    Schön für dich, wenn das unkomplizierter siehst. Hast vielleicht einen guten Lehrer erwischt, der wirklich was von natürlichen Bewegungen versteht.
    Bei mir hat es mehr als ein Jahrzehnt KS Training gebraucht bis ich überhaupt begriffen habe, was ein natürliches Bewegungsmuster ist. Bis ich wirklich mal in eine ernsthafte Situation gekommen bin... was übrig geblieben ist, sind wilde Schwinger artige Angriffe.

    Evtl. ist es Dir schon aufgefallen, dass wenn man die Leute im Sparring zunehmend unter Druck setzt, sie die Verhaltenswesen wie sie im System gelehrt werden zunehmend verlassen. Schau Dir Gekeile von Jugendlichen aufm Pausenhof an. Oder schau auf youtube videos von realen Situationen an.

    Der Grund warum es weitgehend identissche Bewegungsmuster sind, liegt darin, dass dein Körper weiß was effiziente und zielgerichtete Bewegungen sind, das ist in uns verankert.

    Viele SV Systeme setzen genau bei diesen Bewegungsmustern an und bauen diese aus. Es ist alles bekannt und analysiert, glaub es oder nicht.

    Ach und ja, ich habe einen guten Lehrer und was aber noch viel wichtiger ist, ich denke ich hab ein gutes System gefunden.

    Zitat Zitat von mrx085 Beitrag anzeigen
    Und was das Geld betrifft, das kommt auf das Einkommen an. wenn man nicht viel hat ist Kk nicht gerade ein billiges Hobby.
    Also ich zahle ca 55 Euro im Monat. Da sind 6-7 Tage Training in der Woche dabei + die Benutzung des Kraftraumens. Prüfungen, Pflichtlehrgänge und Einheitskleidung gibts bei uns nicht.

    Zitat Zitat von mrx085 Beitrag anzeigen
    Und was verstehst du unter Wehrhaft werden. Wer keine Hemmungen einen anderen aufs Maul zu hauen um es mal ganz salopp auszudrücken, braucht natürlich keine KK um Wehrhaft zu werden. Der kann das einfach so und muss dafür 0 ,000 Cent zahlen. Jemand der erst langsam daran herangeführt werden muss, der braucht mehr Training. Und je mehr man tranieren muss umso teuer wird der Spaß.
    ... wo fang ich an.

    "Wer keine Hemmungen einen anderen aufs Maul zu hauen um es mal ganz salopp auszudrücken, braucht natürlich keine KK um Wehrhaft zu werden. "

    Aber darum gehts doch in einer KK. Sie sind dazu da, Dir Beizubringen wie man jemand effizienter aufs Maul hauen kann (Zumindest die Meisten). Was verstehst Du denn unter KK? Freude an bewegung? Ein nettes Zusammensein mit Freunden? Ringelpiez mit anfassen?

    "Und was verstehst du unter Wehrhaft werden"

    Unter Wehrhaft werden versteh ich, dass die Chancen einen Agriff abzuwehren bei einer Person gesteigert werden. Dazu gibt es verschiedene Faktoren: Mindest, Kraft, Technik, Timing, Distanzgefühl usw. Diese Faktoren lassen sich gezielt trainieren und auch qualifiziert überprüfen. Nichts anderes machen sog. moderne SV Systeme.

    "Jemand der erst langsam daran herangeführt werden muss, der braucht mehr Training."

    Das macht einen guten Trainer und ein gutes Training aus. Die Leute da abzuholen wo sie stehen und sie individuell zu fördern. Den Leuten ein Tool an die Hand zu geben, mit denen sie etwas anfagnen können, ist jedoch relativ einfach. Die Umsetzung in verschiedenen Ausgangslagen muss trainiert werden, da gibts talentiertere und Leute die länger brauchen, das Stimmt. Und hier zeigt sich dann auch ob mein Tool überhaupt geeignet ist.


    Gruß

  5. #50
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    Standard

    Zitat Zitat von mrx085 Beitrag anzeigen
    Und was verstehst du überhaupt eine natürlichen Bewegungen? Ich versteh darünter Bewegungen die man ohne Training und viel Übung bereits so beherrscht? Nach dieser Definition scheidet jede KK aus.
    Du solltest zwischen natürlichen Bewegungen und Kampfverhalten / kampfpsychologie unterscheiden.

    Es ist eine natürliche Bewegung, wenn du dem Gegner einen Schwinger oder noch klassischer ausgedrückt, eine Ohrfeige verpassen willst. Genauso ist es natürlich mit ihm in den Clinch gehen zu wollen.

    Natürlich ist es auch, sich wegzudrehen, oder die Hände reflexartig dorthin zu bewegen wo man den Angriff vermutet.

    Unnatürlich ist es für friedliebende Menschen erst einmal, die Reflexe wegzutrainieren, die keine Gegenwehr ermöglichen oder in ständiger Abwehr verharren, also wegdrehen oder die Hände ständig in Richtung bewegen wo ein Angriff vermutet wird ohne seine Struktur für einen Angriff aufzubauen.

    Wirklich unnatürliche Bewegungen entstehen aus Kampfkonzepten, wie zB. dem engen Ellenbogen oder den eingedrehten Füßen im Wing Chun, die dir aber konzeptionell ein geschlossenes Angriffsverhalten konditionieren, das man aber auch ständig üben muß , da es der Körper wieder "vergisst".

  6. #51
    mrx085 Gast

    Standard

    Antikörper vielleicht tun sie es ja doch und ich habe es nicht gemerkt. oder ich verstehe unter natürliche Bewegungsmuster etwas anders als du. Für mich sind natürliche Bewegungsmuster bewegen die ich auch ohne Training ganz automatisch so machen werde. Und das trifft auf keine KK zu die ich bisher kennen gelernt habe. Auf die Dinge die die KK lernen, würden mir ohne Training nie einfallen. Und das ist dann für mich nicht natürlich.

    Aber vielleicht verstehst du unter natürlichen Bewegungen etwas anderes als ich.

  7. #52
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    Zitat Zitat von mrx085 Beitrag anzeigen
    Antikörper vielleicht tun sie es ja doch und ich habe es nicht gemerkt. oder ich verstehe unter natürliche Bewegungsmuster etwas anders als du. Für mich sind natürliche Bewegungsmuster bewegen die ich auch ohne Training ganz automatisch so machen werde. Und das trifft auf keine KK zu die ich bisher kennen gelernt habe. Auf die Dinge die die KK lernen, würden mir ohne Training nie einfallen. Und das ist dann für mich nicht natürlich.

    Aber vielleicht verstehst du unter natürlichen Bewegungen etwas anderes als ich.
    Doch doch, mit Deiner Definition geh ich soweit konform. Bewegungen die von Natur aus in uns verankert sind. Genau auf diese Bauen viele SV Systeme auf. Das sind Bewegungen die ohne jahrzehnte Training auch unter hohem Stressfaktor funktionieren. Siehe z.B. hier:



    oder hier



    Deckungsarbeit:


    Gruß

  8. #53
    BUJUN Gast

    Standard

    Danke WingChun77 !

    Wer mit "wir sind die Besten auf der Straße" wirbt, lockt das
    entsprechende Klientel ( zu dem ich mich selbst zähle ) an.

    Zum allgemeinen Glück eine Minderheit und wenn man mehr
    Schüler haben will, muss das eben breiter gesteut werden.
    Das ist o.k., wenn die knallharte "wir sind die Besten" Aussage
    entsprechend relativiert wird oder besser noch ein 2. oder
    3. Zug an Ausbildung angeboten wird, wo es nicht um
    harten Kontakt geht.

    Es gab ( gibt ? ) von Leung Ting ein Chi-Sao-loses WT, das
    ich sehr interessant fand und aus dem zu meiner Anfangszeit
    in jeder Unterrichtseinheit geübt wurde. Natürlich überwiegend
    als "Luftnummer" aber es gab genug Interesierte, die dann
    in eigener Regie das ausserhalb des regulären Trainigs mit
    realistischen Angriffen geübt haben.

    Wer erfolgreich WT im Privatleben angewendet hat, kommt natürlich
    recht schnell in polizeiliche Ermittlungen und wenn das ein paar mal
    zu oft passiert, gibts auch keine Bewährung mehr.
    Deswegen wird sich in diesem wie auch anderen Foren kein mehrmaliger
    Sieger outen können.

    Es liegt mir schon etwas daran, WT nicht schlecht zu machen - das
    machen seltsamerweise die WT-höchst-Graduierten bis hin zum
    Chef mit seinen masslosen Übertreibungen.

    Eine Kamfkunst-Persönlichkeit zeichnet sich gerade dadurch aus,
    dass eine höhere geistige Reife entwickelt wird und auch das
    "normale" Auftreten der Person bekommt eine Ausstrahlung, die
    weitgehend vor Anpöbelungen schützt.

    Mal ein paar Zitate:

    Leung Ting: " Wer nachsichtig mit dem Gegner ist ist grausam zu sich selbst"
    ( Schloss-Lehrgang )

    KRK: "Gib dem Gegner keine Chance" ( zu mir persönlich bei Prüfung aus gegebenem Anlaß - für den Tip bin ich ewig dankbar ! )

    Mein erster WT-Lehrer: Wir nehmen die Dinge wie sie kommen, aber wir gehen ihnen entgegen ! ( Das ist das Salz in der Suppe und macht es für mich verständlich ).

    Grüße an alle.

    BUJUN

  9. #54
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    4.455

    Standard

    Haarspalterei was ich bis jetzt gelesen habe...


    Erstmal: Das angeborene (natürliche) "Verteidigungsverhalten" ist völlig ausreichend... erst mit einer Sportart, wie WT beispielsweise, erlernt man Bewegungen und Haltungen, die das das natürliche Verhalten überdecken sollen.

    Z.B. Ellenbogenpos. Stand, Schritttechnik um sich fortzubewegen, ChiSauGefummel etc. All das, was im täglichen Gebrauch nicht sehr häufig, oder gar nicht vorkommt und KK genannt wird.

    Versagt das "Aufgesetzte" neue System, schaltet der Körper zurück auf "Standard", ohne etwas dagegen tunzu können... das ist immer dann der Fall, wenn man hier Filmkritiken liest und es heißt: Wer war denn jetzt der "wing chun-Ausübende".

    Das schlimme ist aber, dass man das "natürliche" System, mit einem unbrauchbaren System und nach jahrelanger Arbeit soweit überlagern kann, dass das im Falle eines Falles auch nicht mehr funktioniert.

    Da haben es Systeme, die auf dem natürlichen "Bewegungsmuster" aufbauen bessere Karten.

    Es gibt einfach keine schlechtere Kampfart als schlechtes wing chun!
    When once you have tasted flight, you will forever walk on earth with your eyes turned skyward, for there you have been, and there you will always long to return. - Leonardo Da Vinci -

  10. #55
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    23.06.2009
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    2.322

    Standard

    Zitat Zitat von PH_B Beitrag anzeigen
    Haarspalterei was ich bis jetzt gelesen habe...


    Erstmal: Das angeborene (natürliche) "Verteidigungsverhalten" ist völlig ausreichend... erst mit einer Sportart, wie WT beispielsweise, erlernt man Bewegungen und Haltungen, die das das natürliche Verhalten überdecken sollen.

    Z.B. Ellenbogenpos. Stand, Schritttechnik um sich fortzubewegen, ChiSauGefummel etc. All das, was im täglichen Gebrauch nicht sehr häufig, oder gar nicht vorkommt und KK genannt wird.
    Liegt wohl auch daran, daß im EWTO-WT die Reaktion zum Königsweg im Kampf erhoben wird.
    Wo in anderen Wing Chun Stilen, Schrittarbeit und die Wu Sao im Sparring als Reaktion geübt wird, gibt es im EWTO-WT die Verformung, das weiche Aufnehmen, den 0-100 Stand, Glibschen und Flutschen, das Gestänge-modell, Fühl-Chi Sao...... alles Dinge die nur in Choreographien und abgesprochenen Slow -Motion Übungen funktionieren.

    Angriff ist die beste Verteidigung.

  11. #56
    Registrierungsdatum
    18.04.2011
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    Standard

    Zitat Zitat von PH_B Beitrag anzeigen
    ...
    Es gibt einfach keine schlechtere Kampfart als schlechtes wing chun!
    Also das finde ich überaus ehrlich von Dir. 99% der Trainer die ihr System verkaufen wollen, behaupten "Jeder kann es erlernen, von Jung bis alt, dick oder Dünn, schwach oder stark" (nicht nur im Wing Chun). Nicht jedem liegt jede Art der Bewegung... deswegen hatte ich schon einige Streitgespräche. Oftmals sind für so komplexe Systeme Jahre an Training notwendig bis man damit auch nur das Geringste reißt.

  12. #57
    WingChun77 Gast

    Standard

    Hallo!

    Zitat Zitat von Antikörper Beitrag anzeigen
    Wow! Das war mal nicht schlecht! Was ich mich aber frage: Warum stehen die beiden Typen wieder auf? Der hat doch hart genug zugeschlagen oder täuscht hier der Eindruck?

    Sprung zum Wing Chun:
    Wo war da eigentlich Zeit für einen Bong- oder Taan-Sao mit Wendung, als der Boxer losgelegt hat? Da bleiben doch nur die KÖRPEREIGENEN Reflexe, wenn es überhaupt realisiert wird. So gesehen MUSS jeder Anwender streng reflektieren, ob die seine natürlichen Reflexe überlagernde KK-Systematik auch funzt und sich harmonisch einfügt. Dies klappt aber IMO nur, wenn ich den regen Austausch auf der Matte nicht scheue und mich nicht den Sektionen hingebe.


    Zitat Zitat von BUJUN Beitrag anzeigen
    Es gab ( gibt ? ) von Leung Ting ein Chi-Sao-loses WT, das ich sehr interessant fand und aus dem zu meiner Anfangszeit
    in jeder Unterrichtseinheit geübt wurde. Natürlich überwiegend
    als "Luftnummer" aber es gab genug Interesierte, die dann
    in eigener Regie das ausserhalb des regulären Trainigs mit
    realistischen Angriffen geübt haben.
    Passend zum obigen Boxerclip: Das (ich nenne es mal) "brachial WT" (ohne Chi-Sao und Zeugs) hätte hier durchaus Ausichten auf Erfolg gehabt, wenn es konsequent verfolgt werden würde. Das Problem ist aber, dass ich mit dem "brachial WT" keine endlos Graduierungen "motivieren" und schon gar keinen Großverband züchten kann. Dazu ist das Konzept es auf der einen Seite zu brachial-rabiat und auf der anderen zu "simple".

    @Bujun:
    Gucke mal hier:
    Dynamisches Wing Tsun: Amazon.de: Leung Ting: Bücher
    Ich meine, dort ist das Konzept beschrieben? Man beachte auch die Preise...



    Wer erfolgreich WT im Privatleben angewendet hat, kommt natürlich
    recht schnell in polizeiliche Ermittlungen und wenn das ein paar mal
    zu oft passiert, gibts auch keine Bewährung mehr.
    Eine Problematik, die nur allzugerne in den gängigen Verbänden vernachlässigt wird - nicht nur im WT. Wenn ich nach deren Werbung (im Sinn der Verbände) gehe, dann werde ich dort zum "zivilen Killer" ausgebildet. Was aber keiner mal richtig und neutral durchspricht: Wie geht es eigentlich DANACH weiter, wenn ein Mitbürger durch meine Wirkung auf dem Boden liegt und zum Beispiel bleidende Schäden mitnimmt? Der abgelutschte Notwehrparagraph muss erst einmal aktiviert werden und das ist nicht einfach, weil es eben meist nicht so klar ist - insbesondere dann, wenn es um die Verhältnismäßigkeit der Mittel geht. Und das Rollenspiel zu Beginn "ich will keinen Ärger" ist ein Pseudo-Ritualkampf, der IMO kaum stattfinden wird. Aber dies ist ein weites Feld...

    Ich kann aus Erfahrung (nicht im Sinne der Notwehr) sagen, dass die Mühlen der deutschen Justiz ein sehr sturer und blinder Bock sind, insbesondere dann, wenn wir nicht vor einem Zivilgericht stehen. Es geht am Ende gar nicht mehr um die Sache, sondern um Formalien und Präzedenzfälle. WER dann letztenendes den Schaden hat, dass juckt den Staatsanwalt nicht. Ich persönlich kann mir da als Landesbeamter zum Beispiel gar nix erlauben!


    Eine Kamfkunst-Persönlichkeit zeichnet sich gerade dadurch aus,
    dass eine höhere geistige Reife entwickelt wird und auch das
    "normale" Auftreten der Person bekommt eine Ausstrahlung, die
    weitgehend vor Anpöbelungen schützt.
    Schön formuliert und ich möchte ergänzen: Dieser Mensch lebt dazu präventiv und sucht nicht die Konflikte bzw. versucht dies zu de-eskalieren.

    LG

    Günther

  13. #58
    WingChun77 Gast

    Standard

    Hi!

    Zitat Zitat von Antikörper Beitrag anzeigen
    (...) Oftmals sind für so komplexe Systeme Jahre an Training notwendig bis man damit auch nur das Geringste reißt.
    ...und dann läuft der/die Anwender/in Gefahr, dass er/sie sich in dieser "seiner/ihrer" KK verläuft und nicht mehr das Wesentliche vor Augen hat - hier als Basis gesetzt, sich wehren zu können.




    LG

    Günther

  14. #59
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    Standard

    Zitat Zitat von PH_B Beitrag anzeigen
    Haarspalterei was ich bis jetzt gelesen habe...


    Erstmal: Das angeborene (natürliche) "Verteidigungsverhalten" ist völlig ausreichend... erst mit einer Sportart, wie WT beispielsweise, erlernt man Bewegungen und Haltungen, die das das natürliche Verhalten überdecken sollen.
    ....
    Nun, da wäre WSL-PhB-VT in gleicher Weise „unnatürlich“. Nur ist diese Ausführung doch sehr oberflächlich. Hier wird zum Beispiel völlig übersehen, daß es überhaupt kein „natürliches“ Kampfverhalten (im Sinne eines Kampfstils) gibt, sondern (abgesehen von einer Hammerschlagbewegung) jedes Kampfverhalten sozialisiert ist. Auch wird in diesem Kommentar völlig unsachkundig über angeborenes Verhalten geschrieben. Das angeborende Verhalten bei Gefahr ist die Flucht. Nur dann, wenn Flucht nicht möglich ist, wird sich verteidigt und dabei gibt es kein „natürliches“ Verhalten, sondern wird alles eingesetzt, was bis zu diesem Zeitpunkt kultiviert wurde. Die Hammerfaust ist hierbei bei Kleinkindern als erste „Technik“ zu beobachten und stellt (wahrscheinlich) die einzige angeborene Reflexbewegung zum Kampf dar. Jede weitere Bewegung, sei es das Ziehen an den Haaren, das Beißen oder „höhere“ Techniken, sind kognitiv gesetzt und keinesfalls angeboren. Der Mensch kultiviert ein bestimmtes Verhalten, sei es im Tanz oder im Kampf durch Beobachtung und Nachahmung.

    JEDE KK SETZT VERHALTEN AUF.

    Das scheinbar natürliche Raufen von Kindern ist nichts Anderes, als eine soziale Interaktion, in welcher im Einsatz körperlicher Kraft sich gemessen wird. Die Bewegungen dabei sind zufällig, aber bewußt gesteuert und unterliegen dem sozialen Kodex, sich nicht ernsthaft verletzen zu wollen. Das Schlagen des Anderen stellt schon die Überschreitung dieses Kodex dar und wird ebenfalls nicht genetisch bedingt gesteuert, sondern bewußt. Die Bewegung selbst steht im Kontext körperlicher Gewohnheit, Kraft einzusetzten, wie sie in gewohnten Tätigkeiten eingesetzt wird. Dies entspricht dann dem gewohnten Körper-/Kraftgefühl.

    Das Trainieren einer KK stellt damit die Aufgabe dar, die Bewegungen der KK zur Gewohnheit zu machen, sie als Körpergefühl zu normalisieren. So konditioniert ergibt das Sichbewegen in der Aktion der KK (des Kampfes) eine, als natürlich empfundene Bewegung.

    Vergleichbar sind solche Lernprozesse mit dem Erlernen von Fahrradfahren oder Schwimmen. Die Gewohnheit kann dabei so stark „aufgesetzt“ und derart verinnerlicht werden, daß sie ein Leben lang wirkt. Wer einmal Fahrradfahren gelernt hat, kann das - auch ohne es zu tun - 30 Jahre später auch noch. Wer in seiner Kampfkunst sich derart intensiv konditioniert hat, wird sich auch nach einer längeren Pause noch spontan im Sinne des Systems verhalten. Dies ist übrigens ein Grund dafür, warum es nicht unbedingt gut ist, gegensätzliche System zeitgleich zu lernen, oder warum man eingepflanzte Fehler nur schwer wieder los wird. Eben auch ein Grund dafür, warum man Sparring nicht ohne schon vorhandenes Können im Systemverhalten derart intensiv trainieren soll, daß bei Überforderung in alte (gewohntere) Verhaltensweisen rückfällig wird.




    Gruß, WT-Herb
    Kommunikation ist die Kunst des Zuhörens.

  15. #60
    Registrierungsdatum
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    Standard

    Zitat Zitat von WingChun77 Beitrag anzeigen
    ...und dann läuft der/die Anwender/in Gefahr, dass er/sie sich in dieser "seiner/ihrer" KK verläuft und nicht mehr das Wesentliche vor Augen hat - hier als Basis gesetzt, sich wehren zu können.
    Hi,

    der Schlüssel zum Erfolg heißt hier, so denke ich, Selbstreflektion! Unter ständiger Überprüfung der eigenen Fähigkeiten. Aber gerade das ist als Anfänger sehr schwierig. Dafür ist der Trainer da... doch wenn der Trainer nur finanzielle oder kommerzielle Interessen hat, entstehen bei dem Schüler ein gefährliches und trügerisches Selbstbild. Der Mensch belügt sich gerne selbst. Was ist ein effektives System und was nicht? Die Antwort ist da meistens "Kommt immer auf die Person an!", was natürlich stimmt. Aber, Person und System müssen zusammen passen. Ehrlich ist es den Leuten auch mal zu sagen, du Ute.. XYZ ist vlt. nichts für dich, komm blos nicht auf die Idee dich damit gegen 4 Randalieren hin zu stellen.

    Gruß

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