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Thema: Sportschule Prass?

  1. #31
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    Du meine Güte, ich muss dringend Vokabeln lernen, ist ja peinlich. Ich meinte einen O-Uchi- Gari/Barai Himmel Herrje.

    Passiert mir im Training auch ständig, nicht zu ernst nehmen.

    Schätze es dauert noch eine Weile, bis das wieder richtig sitzt. Bevor ich deinen Blog kennen lernte und deine Beiträge hier gelesen habe, hat mich das nie sonderlich interessiert (oder großartig gewundert).

    Ich muss aber zugeben, dass ich beim BJJ sehr erstaunt bin, wie weit man mit "Ich bin Schüler von YX, der von YX und so weiter kommt" (oft absolut nachvollziehbar), auch ohne großartige Unterlagen.

    Auf der anderen Seite kann ich dir die Namen der Japaner, mit denen ich Kendo-Lehrgänge hatte, auch nicht mehr sagen, geschweige denn das auch noch belegen. Und das ist nur 20 Jahre her.

    Am Ende läuft es auf Vertrauen hinaus und ob einem der Stil nun gefällt, mit dem Judo war ich sehr glücklich, auch wieder im Vergleich zum aktuellen DJB-Verein.
    Geändert von Vollzeitvater (11-08-2018 um 23:38 Uhr)

  2. #32
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    Zitat Zitat von Vollzeitvater Beitrag anzeigen
    Du meine Güte, ich muss dringend Vokabeln lernen, ist ja peinlich. Ich meinte einen O-Uchi- Gari/Barai Himmel Herrje.

    Passiert mir im Training auch ständig, nicht zu ernst nehmen.

    Schätze es dauert noch eine Weile, bis das wieder richtig sitzt. Bevor ich deinen Blog kennen lernte und deine Beiträge hier gelesen habe, hat mich das nie sonderlich interessiert (oder großartig gewundert).

    Ich muss aber zugeben, dass ich beim BJJ sehr erstaunt bin, wie weit man mit "Ich bin Schüler von YX, der von YX und so weiter kommt" (oft absolut nachvollziehbar), auch ohne großartige Unterlagen.

    Auf der anderen Seite kann ich dir die Namen der Japaner, mit denen ich Kendo-Lehrgänge hatte, auch nicht mehr sagen, geschweige denn das auch noch belegen. Und das ist nur 20 Jahre her.

    Am Ende läuft es auf Vertrauen hinaus und ob einem der Stil nun gefällt, mit dem Judo war ich sehr glücklich, auch wieder im Vergleich zum aktuellen DJB-Verein.
    Ich denke das fasst es gut zusammen.

    Ich habe auch von etlichen Schülern von Herrn Prass sen. und jr. viel gutes von der Sportschule gehört.
    Auch von (Ex)Schülern die später in anderen (Wettkampf)Vereinen große internationale Erfolge feierten.

    Wer wirklich "fundiertes" Wissen haben möchte, sollte dort vor Ort nachfragen.
    Bilder, Urkunden, pp. alte Alben, Trainingsbücher, gibt es da ja.

    Gr.
    V.
    Geändert von Uruk (12-08-2018 um 08:24 Uhr)

  3. #33
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    @vollzeitvater:

    Ich muss aber zugeben, dass ich beim BJJ sehr erstaunt bin, wie weit man mit "Ich bin Schüler von YX, der von YX und so weiter kommt" (oft absolut nachvollziehbar), auch ohne großartige Unterlagen.
    soweit ich das überblicke, ist die szene zumindest in deutschland noch einigermaßen überschaubar.
    die blackbelts im deutschsprachigen raum bspw. sind hier im grappling-unterforum gelistet.

    fake blackbelts werden im bjj ziemlich schnell enttarnt und gnadenlos öffentlich blamiert.
    (was ich übrigens richtig finde).

    beim bjj kommt noch dazu, daß es zu großen teilen eine wettkampfkultur lebt, und dort kann man sich nun mal nicht hinter irgendwelchen phantasiegeschichten verstecken ...


    Auf der anderen Seite kann ich dir die Namen der Japaner, mit denen ich Kendo-Lehrgänge hatte, auch nicht mehr sagen, geschweige denn das auch noch belegen. Und das ist nur 20 Jahre her.
    ich gehe davon aus, daß du auch nicht behauptest, SCHÜLER dieser kendo-lehrer gewesen zu sein. du hast diese lehrer auf lehrgängen erlebt, aber - wenn ich nicht irre - du hast sie nicht in japan aufgesucht, um in japan zu leben und bei ihnen "kendo zu studieren", richtig?
    du hast auch nicht behauptet, in japan an "kendo-wettkämpfen teilgenommen" zu haben ...
    von daher ist es doch wurscht, ob du dich an die namen dieser lehrer erinnerst.



    wie gesagt - ich hab überhaupt nichts gegen prass sen. oder prass jun., ich kann das tatsächliche oder vermeintliche können dieser herren nicht beurteilen.
    ich finde jedoch märchen wie die von den "japanischen kriegsgefangenen", mit denen man "im lazarett trainiert" haben will, einfach bescheuert.
    und was die angebliche "teilnahme an wettkämpfen in japan" angeht, hab ich ja schon geschrieben, was ich davon halte.
    (meine güte, ich hab mal im urlaub auf der insel huahine in französisch-polynesien 2015 durch zufall ein paar jungs kennengelernt, die das dort einheimische ringen praktizierten, und ich hab mit denen ein bißchen freundschaftlich gerungen, am strand, aus spaß, nix ernstes, war sehr lustig, anschließend wurde gegrillt ... kann ich jetzt auch behaupten, ich hätte "in der südsee an whatoto- oder fangatooa-wettkämpfen teilgenommen" ...? )

    die ollen kamellen aus den 60er/70er jahren, die ich von diversen "großmeistern" gehört habe, sind allesamt peinlich.
    das reichte von "ich bin der erbe eines echten samurai" über "ich wurde von einem chinesischen japaner, der aus korea stammt, in die geheime kampfkunst des XY eingeweiht, darf dir dazu aber nichts zeigen, weil's ja geheim ist, und für's sparring wäre diese kampftechnik viel zu tödlich", bis hin zu "ich war in japan / indonesien / china / auf dem mount everest und habe dort in einem geheimen kloster die ultimative kampfkunst erlernt, und habe dort auch an extrem tödlichen wettkämpfen teilgenommen" ...

    irgendwie kann ich sogar beinahe verstehen, daß sich der eine oder andere vor 50 oder mehr jahren so 'ne story zurechgebastelt hat, um das eigene image aufzupolieren.
    heute jedoch wirken all diese geschichten so peinlich und lächerlich, daß man sie schnell entsorgen und möglichst nie wieder erwähnen sollte, wenn man sich nicht unsterblich blamieren und der lächerlichkeit presigeben will.


    ich glaube, damit ist zu diesem thema alles gesagt.



    nachsatz: ich hätte ja wirklich gern noch erfahren, wann und wo im II. weltkrieg deutsche und japanische kriegsgefangene im gleichen PoW-camp zusammen "jiu jitsu" trainiert und "kampfkünste ausgetauscht" haben sollen, aber darauf werde ich von dem user, der das hier behauptet hatte, wohl keine antwort mehr bekommen.
    wie schade ...

    Geändert von rambat (12-08-2018 um 10:17 Uhr)
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  4. #34
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    Jetzt habe ich mal eine Frage zum Kodokan.

    Es gab da einen Iren - Dermot " Pat " O`Neill, der 1938 den Godan ( 5. Dan ? ) bekommen hatte. Wie ist das zu bewerten ? Ein Aufschneider war das sicher nicht, es gibt genügend Berichte, daß der richtig gut war. Ich komme jetzt etwas ins Grübeln ... ein Jahr vor Beginn des 2. Weltkrieges ( in Europa, Asien kam später ), bekommt ein Ausländer eine so hohe Graduierung ... Kann da jemand Licht ins Dunkel bringen ?

    Hier ein Link: https://www.myselfdefensetraining.co...ot-pat-oneill/

    Ein gewisser Uchijama wird da als Lehrer genannt.
    Geändert von Willi von der Heide (12-08-2018 um 18:15 Uhr)

  5. #35
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    Zitat Zitat von Willi von der Heide Beitrag anzeigen
    Jetzt habe ich mal eine Frage zum Kodokan.

    Es gab da einen Iren - Dermot " Pat " O`Neill, der 1938 den Godan ( 5. Dan ? ) bekommen hatte. Wie ist das zu bewerten ? Ein Aufschneider war das sicher nicht, es gibt genügend Berichte, daß der richtig gut war. Ich komme jetzt etwas ins Grübeln ... ein Jahr vor Beginn des 2. Weltkrieges ( in Europa, Asien kam später ), bekommt ein Ausländer eine so hohe Graduierung ... Kann da jemand Licht ins Dunkel bringen ?

    Hier ein Link: https://www.myselfdefensetraining.co...ot-pat-oneill/

    Ein gewisser Uchijama wird da als Lehrer genannt.
    ich hab keine zuverlässigen quellen zu dermot o'neill.
    er SOLL bei ushijima trainiert haben - und der wiederum war der trainer von judolegenden wie tokio hirano und masahiko kimura.
    zeitlich würde das training, das dermot o'neill von ushijima erhalten haben soll, etwa übereinstimmen mit der zeit, in der kimura und hirano bei ushijima mit dem training begannen.

    wann genau (und ob überhaupt!) o'neill den 5. dan erhielt, kann ich zur zeit nicht herausfinden. im jahr 1938 war es wohl eher nicht, da fing er gerade mit dem training an, und in manchen texten heißt es dann lapidar:
    "... during this period O’Neill was awarded the Godan, fifth degree black belt, in judo by the kodokan."
    an anderer stelle heißt es:
    O'Neill's reputation also rose and in 1938 he accepted the job of Head of Security with the British Legation in Tokyo, where he earned his fourth dan black belt.
    scheint also nicht so ganz klar zu sein, ob o'neill nun den 4. oder den 5. dan erhielt.

    er scheint von haus aus ein ringer gewesen zu sein ...
    man findet hier einiges an informationen, ich denke allerdings, daß man vieles davon cum grano salis nehmen sollte:
    https://de.scribd.com/document/20473...n-C-Brown-2010

    für die graduierung durch den kodokan (?) geben die autoren, die über dermot o'neill schreiben, keinerlei quellen an.
    das macht die recherche nicht gerade einfacher ...
    Geändert von rambat (12-08-2018 um 18:31 Uhr)
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  6. #36
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    Danke für die Infos !

    Scheint mir so, als ob der - nachträglich - seinen Lebenslauf etwas " geschönt " hat. Vielleicht war er ja in einer der Trainingsgruppen, die von dem Uchijama u.a. trainiert wurde. Daraus wird dann " direkt dort gelernt ", ist ja nicht ganz falsch aber auch nicht ganz richtig .

    Sind die Aufzeichnungen des Kodokan eigentlich lückenlos überliefert ? Kann ja sein, daß bei einem Bombenangriff auf Tokio das Archiv getroffen wurde und ein Teil der Aufzeichnungen fehlt - und genau diese Infos betreffen ihn ...

    Ist wie beim " Fairbairn-Sykes System ", der Sykes war ja eigentlich die treibende Kraft hinter dem System. Fairbairn mußte nach dem Krieg noch etwas Geld verdienen und hat sich in den Vordergrund gedrängt um sich zu vermarkten.

  7. #37
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    Zitat Zitat von rambat Beitrag anzeigen
    @vollzeitvater:


    bitte wie, bitte was ...?

    in welcher "kriegsgefangenschaft" hatte denn ein deutscher soldat "gelegenheit gehabt, mit japanern zu trainieren"?
    in europa dürften "japanische kriegsgefangene" sehr selten gewesen sein.
    und deutsche soldaten wiederum dürften kaum in japan oder im pazifik in amerikanische kriegsgefangenschaft geraten sein ...
    und ich gehe davon aus, daß weder russen noch amerikaner noch franzosen deutsche und japanische kriegsgefangene so gut behandelt haben, daß diese noch die kraft gehabt hätten, in den entsprechenden lagern "zu trainieren".

    falls ich mich irre, würde mich das dann doch mal brennend interessieren - wenn möglich mit den entsprechenden belegen.

    mal ganz ehrlich - mir gehen solche legenden dermaßen auf den senkel ...
    Teils-teils :-) Mein Großvater wurde in Budapest 1945 von Russen gefangen genommen und war irgendwo in der Sowjetunion in Kriegsgefangenschaft. Dort war er mit japanischen Soldaten interniert. Er hat immer mit Erstaunen darüber berichtet, dass die Japaner bis zu Letzt nur den Weisungen der Russen folge geleistet haben, wenn ihr Vorgesetzter es gestattete. Daher weiß ich das heute noch. :-) Aber und jetzt kommt das große ABER, die hatten kaum was zu Essen und viele sind verhungert. Meiner Mutter hat er wohl erzählt, dass ein gefundener toter Vogel ein kulinarisches Highlight war und teilweise auch Kannibalismus im Lager vorkam. Daher glaube ich auch nicht, dass man hier mal eben ein bisschen Kampfkunst vermittelt hat. Man war eher damit beschäftig sich nicht zu Tode zu arbeiten oder zu verhungern. Aber Kontakt zu Japanern gab es - wenn auch nicht in Deutschland ;-)

  8. #38
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    Zitat Zitat von Mardl Beitrag anzeigen
    Teils-teils :-) Mein Großvater wurde in Budapest 1945 von Russen gefangen genommen und war irgendwo in der Sowjetunion in Kriegsgefangenschaft. Dort war er mit japanischen Soldaten interniert.
    Wie ich nun gelesen habe, hat die Sowjetunion zwei Tage nach dem Abwurf der ersten Nuklearwaffe auf Hiroshima Japan noch schnell den Krieg erklärt und dann mehr als eine halbe Million Kriegsgefangene "gemacht", die teilweise auch in Lagern in Europa (z.B. Ukraine) gelandet sind.


    Zitat Zitat von Mardl Beitrag anzeigen
    Aber und jetzt kommt das große ABER, die hatten kaum was zu Essen und viele sind verhungert. Meiner Mutter hat er wohl erzählt, dass ein gefundener toter Vogel ein kulinarisches Highlight war und teilweise auch Kannibalismus im Lager vorkam. Daher glaube ich auch nicht, dass man hier mal eben ein bisschen Kampfkunst vermittelt hat. Man war eher damit beschäftig sich nicht zu Tode zu arbeiten oder zu verhungern. Aber Kontakt zu Japanern gab es - wenn auch nicht in Deutschland ;-)
    in Kasachstan haben die nach dieser Quelle später durchaus Go, Baseball und ähnliches gespielt.


    Nach dem zweiten Jahr wurde ein Gehaltssystem innerhalb der Lager eingeführt. Die Gefangenen erhielten etwa 100 Rubel pro Monat und konnten mit diesem Geld in der Stadt auf Basaren einkaufen. Als die Japaner neben dem Gehalt auch Freizeit zugeteilt bekamen, stieg das Interesse an der Beschäftigung mit Kunst und Kultur. Beispielsweise wurden im Lager im damaligen Alma-Ata (heute Almaty) der Verein „Aratau Haiku-Gruppe“ (Haiku ist eine traditionelle japanische und gleichzeitig die kürzeste Gedichtform der Welt) und im Lager in Karaganda ein Baseball-Club gegründet. Überdies wurden aus Holz Spielsteine für Gō (ein japanisches Brettspiel) und Mah-Jongg (ein chinesisches Gesellschaftsspiel) hergestellt. Besonders beliebt war es, selbst Instrumente zu bauen und damit zu musizieren oder zu schauspielern.

    Es wurde auch ein Klavier repariert, das in der Nähe des Lagers gefunden worden war. Dadurch etablierte sich nach einiger Zeit die Tradition, in den Lagern Konzerte, Ballettstücke oder Schauspiele aufzuführen, was zu einer Verbundenheit zwischen den Soldaten unterschiedlicher Nationalitäten führte.

  9. #39
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    Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen
    Wie ich nun gelesen habe, hat die Sowjetunion zwei Tage nach dem Abwurf der ersten Nuklearwaffe auf Hiroshima Japan noch schnell den Krieg erklärt und dann mehr als eine halbe Million Kriegsgefangene "gemacht", die teilweise auch in Lagern in Europa (z.B. Ukraine) gelandet sind.




    in Kasachstan haben die nach dieser Quelle später durchaus Go, Baseball und ähnliches gespielt.

    Das ist wirklich interessant. Es kann tatsächlich Kasachstan gewesen sein, da er von bitterer Kälte berichtet hat.

  10. #40
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    es dürfte bei den russen dennoch nicht die regel gewesen sein, deutsche und japanische kriegsgefangene im gleichen lager unterzubringen ...
    der vater meines adoptivvaters war in russischer kriegsgefangenschaft bis 1949, er war in kasachstan, dann in sibirien.
    den worten meines adoptivvaters zufolge waren in den lagern, in denen sein vater interniert war, deutsche und franzosen und tschechen und rumänen und ukrainer und italiener, wohl auch einige wenige spanier und sogar einige türken.
    von angehörigen anderer nationen hat er wohl nichts berichtet ... japaner hat er nicht erwähnt.

    in anderen lagern kann das anders gewesen sein.

    ABER:
    völlig unabhängig davon, OB sich japanische und deutsche kriegsgefangene in russischen lagern begegnet sind, möchte ich nochmal darauf verweisen, daß herr prass senior NICHT von den russen gefangengenommen wurde, sondern, wenn ich das richtig in erinnerung habe, in westeuropa (oder auf reichsgebiet?) von engländern / amerikanern.
    damit schließe ich aus, daß er in ein russisches kriegsgefangenenlager kam.

    damit schließe ich weiterhin aus, daß er in einem in westeuropa oder in deutschland gelegenen PoW-camp "gelegenheit hatte, mit japanischen kriegesgefangenen im lazarett jiu-jitsu zu trainieren".

    und damit wird die behauptung, er habe "in kriegsgefangenschaft mit japanern jiu jitsu trainiert" einfach haltlos und kann als das bezeichnet werden, was sie ist: blödsinn.

    übrigens - auch in den PoW-camps der amerikaner und engländer wurden deutsche kriegsgefangene nicht gerade zartfühlend behandelt.
    hunger war dort an der tagesordnung (man denke an die berüchtigten "rheinwiesen"), und eben deshalb bezweifle ich einfach ganz stark, daß man unter solchen bedingungen noch in der lage wäre, ein regelmäßiges, sinnvolles, nutzbringendes "jiu-jitsu-training" durchzuführen.
    ganz abgesehen davon, daß die wachmannschaften sicher alles andere als begeistert wären, wenn kriegsgefangene ein solches training veranstalten ...

    ich gebe einen weiteren punkt zu bedenken: die idee "mit kriegsgefangenen japaner jiu-jitsu zu trainieren" setzt voraus, sich mit diesen japanern so weit verständigen zu können, daß man miteinander trainieren kann.
    UND es setzt voraus, daß sich unter diesen "japanischen kriegsgefangenen" auch entsprechend trainierte, kenntnisreiche praktizierende diverser japanischer kk befinden ... gut, letzteres ist nicht unmöglich, aber ich denke, solche japaner hätten (wenn es zu einem gemeinsamen training gekommen wäre) auch versucht, dem / den deutschen zu vermitteln, WAS da trainiert wurde.
    judo? tenshin shin'yo ryu jujutsu? sosuishi ryu jujutsu?

    ich gehe davon aus, daß solche japaner gewußt hätten, wie die von ihnen ausgeübte kk exakt bezeichnet wird.
    "jiu jitsu" (gesprochen: Yi U Yit Zu) hätte das wohl keiner von denen genannt.



    nachsatz: wer glauben MÖCHTE, daß es in den europäischen PoW-camps der westalliierten "japanische kriegsgefangene" gab, mit denen deutsche kriegsgefangene "jiu jitsu" trainieren konnten, dem sei dieser glaube unbenommen.
    hat dann eben nur den gleichen stellenwert wie die behauptung erich rahns, er habe "schon als kind in berlin von den kindern der japanischen geschäftsfreunde seines vaters jiu jitsu gelernt".
    ebenso glaubwürdig ist die behauptung des deutschen "jiu jitsu meisters" wolfram werner (dresden, 1934), er habe "als 15jähriger auf einer wanderung im gebirge einen einsiedler kennengelernt, der ihm die kunst des jiu jitsu vermittelte".

    das sind halt alles so kleine geschichtchen, die vor 50 oder mehr jahren nicht überprüfbar waren und angesichts der weitverbreiteten unkenntnis in bezug auf japan, japanische kk usw. einfach mal geglaubt wurden.
    heute wirkt sowas eher peinlich ...





    nachsatz II: ich nehme diese diskussion mal zum anlaß, mich aus diesem forum etwas zurückzuziehen. nachdem ich mir angeschaut habe, an welchen diskussionen ich mich in den vergangenen monaten beteiligt hatte, stellte ich mit erschrecken fest, daß es sich dabei nur selten um fachliche debatten handelte. stattdessen habe ich mich hinreißen lassen, mich an kindischem, sinnlosem gezänk übermäßig zu beteiligen ...
    meine eigene schuld, gewiß.
    aber es zeigt mir, daß ich meine zeit mit solchem kram verschwendet habe.
    das muß aufhören.

    wer fachliche fragen an mich hat, z.b. zu wurftechniken, kann mir diese fragen stellen. ich werde mich dann bemühen, sie zu beantworten, sobald ich zeit dafür erübrigen kann.
    an allem anderen habe ich kein interesse mehr.

    Geändert von rambat (13-08-2018 um 16:13 Uhr)
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  11. #41
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    Zitat Zitat von Mardl Beitrag anzeigen
    Das ist wirklich interessant. Es kann tatsächlich Kasachstan gewesen sein, da er von bitterer Kälte berichtet hat.
    Dann wars vermutlich nicht Kasachstan. Da wirds zwar im Winter auch mal recht kalt, aber nichts was den gemeinen Europäer (zumal wenn er zuvor ohne entsprechende Winterausrüstung viel weiter nördlich am Unternehmen Barbarossa beteiligt war) schrecken sollte. Insbesondere, da die Winter dort zwar temperaturmäßig mit den europäischen mithalten können, aber sich aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit weit weniger kalt anfühlen.

    Europäern dürften da eher die trockene Sommer auffallen....

  12. #42
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    Mein Opa war im Bergwerk und mit ungefähr 19 bis 20 Jahren zum Straßenbau.
    Wenn dort jemand in uniform typische Asiatische Augenformen hatte. Hat niemand nach deren Herkunft gefragt. ( im Osten)

    Umsiedler gab es schon immer. Wieso sollten Japaner nicht vor dem 2.WK Zum Europäischen Westen ausgewandert sein? Also Praktisch Französische Japaner.
    Geändert von Robb (24-09-2018 um 00:15 Uhr)

  13. #43
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    Ich habe noch einmal versucht ein paar Antworten zu bekommen, über das Jiu Jitsu bin ich nur zufällig über Umwege weiter gekommen, weil ich eigentlich wissen wollte, mit wem man im Judo bei Prass enger verbandelt war.

    Die DAN Prüfungen im JUDO wurden bei Prass von einem holländischen Judoka (Anton Geesink? Ich warte da noch auf eine Bestätigung) und einem spanischen Judoka zusammen mit "dem Alten" abgenommen. Der spanische Meister war zu meiner Zeit Joan Obrador (jetzt 8. DAN Judo, 7 Dan Jiu Jitsu), er ist Schüler von Rafael Ortega (9. DAN Judo), beide haben die hohen DAN-Grade vom spanischen Judoverband verliehen bekommen. (Vergleichbar DJB)

    Rafael Ortega hat auch die Sommerschulen bei Meister Obrador in Spanien geleitet (1999-2002), zu denen viele Schüler aus der Judoschule gefahren sind, ich hatte da leider keine Zeit für, er hat in Düsseldorf auch Seminare gegeben.

    Joan Obrador hat ab 1980 Jiu Jitsu bei Prass gelernt, da war er bereits DAN-Träger im Judo. Sein Sohn tritt heute erfolgreich bei KATA-Wettkämpfen mit der Goshin-Jutsu-No-Kata an und nimmt mittlerweile wohl die DAN-Prüfungen bei der Judoschule ab.

    Recht sicher ist, dass Herr Prass Sen. bereits in den 80ern mit Anton Geesink bekannt war und zu 100% Rafael Ortega, ich musste mit einem Übersetzungsprogramm arbeiten, da alle Quellen auf spanisch waren, daher habe ich leider nicht alles verstanden. Das bezieht sich natürlich auf das JUDO, zeigt aber zumindest das Niveau, auf dem grundsätzlich gearbeitet wurde, gut auf.
    Geändert von Vollzeitvater (21-01-2019 um 18:25 Uhr)

  14. #44
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    Zitat Zitat von Vollzeitvater Beitrag anzeigen
    Das bezieht sich natürlich auf das JUDO, zeigt aber zumindest das Niveau, auf dem grundsätzlich gearbeitet wurde, gut auf.
    Welches Niveau zeigt es auf, dass Herr Prass Senior mit einem Holländer bekannt war, und das Leute einen hohen Dan Grad von einem spanischen Verband hatten?

  15. #45
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    Soweit ich das beurteilen kann (ich kenne ja nur das Judo von Prass) war das Niveau sehr hoch.
    Es hat mir in meiner Jugend oft geholfen und rettet mir heute noch den ***** wenn ich mit dem Rad stürze.
    Mir geht es - wie gesagt - um reine Information.

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