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Thema: Blog von Tom Herold (Rambat) und mir online

  1. #271
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    @Kanken

    Am ehesten kann man es evtl. so erklären:
    Unser Verstand nimmt unsere Umwelt durch Reize war, speichert sie und gleicht sie permanent ab. Er erzeugt quasi eine „äußere Landkarte“, benennt Objekte, analysiert Objekte, interagiert mit Objekten.
    Ganz, ganz, ganz grob gesagt alles was in deiner Großhirnrinde passiert. Das, was uns „vom Tier“ unterscheidet.
    Wo siehst du anhand deiner Ausführung , einen Unterschied zwischem dem Menschen und dem Tier ? ...

    Mal davon ab , das ein Tier nicht die Fähigkeiten besitzt , zur Sprache wie der Mensch ... ist es trotzdem in der Lage anhand von Gerüchen, Geräuche und Gesehenem eine Kausalität herzustellen ... Und das daraus einer Inetraktion mit der Umwelt stattfindet ist auch nicht von der Hand zu weisen ... Wozu sollte sonst der Wahrnehmungsapperat da sein , wenn es nicht auf die Umwelt bezogen ist ... das ist es doch erstmal egal ob Tier oder Mensch .

    Auf der anderen Seite werden unserem Verstand aber auch permanent „Zustandsmeldungen“ aus seinem Körper zugeleitet und von tieferen Hirnstrukturen „bewertet“. Das können zum einen Muskelspannungen, Hunger, Schmerzen etc. sein, aber auch Angst, Hunger, Liebe, Freude etc..

    Mal ab von der Muskelspannung ... aber alles andere wurde dem Tier auch schon nachgewiesen ... Soziale Strukturen bedingt durch Emotionen .

    Sehe demnach nicht wirklich das sich der Wahrnehmungsapperat in seiner Funktion , wesentlich zwischen Tier und Mensch unetrscheidet ... einzig der Umstand , das ein Adler oder ein Tiger aufgrund seiner physichen Intitution , wohl kaum in der Lage sein wird , seine Umwelt der Maßen zu gestalten wie es der Mensch kann(Welches Tier ist denn anhand seiner Physis in der Lage , vernünftig eine Mauer hochzuziehen ?)... aber dies ist nicht in der Wahnehmung begründet sondern in seiner Physis .

    Man hat z.b festgestellt , das Tiere die sich in unmittelabarer Nähe des Menschens aufhalten , eine größere Fähigkeit besitzen ihre Umwelt zu gestalten als jene die es nicht sind ... Daher ... Tiere sind sehr wohl in der Lage , ihre Umwelt soweit Einfluß zu nehmen , wie es ihre Physis erlaubt .




    @Pansapiens

    Ein kleiner Junge sieht einen Vogel und fragt die Erwachsenen:
    "Was ist das?"
    "das ist ein Vogel"
    Dies bekommt ein weiser Mann mit und sagt zu seinem Begleiter:
    "Jetzt, wo er weiß, dass das ein Vogel ist, wird er nie mehr einen Vogel sehen"
    Ich weiß jetzt nicht in welcher Richtung du das deutest ...

    Aber ich würde mal bei solchen Geschichten , folgenden Ansatz anlegen .... Nämlich die Frage , warum der Mann da weise sein sollte ... Nur weil ein Mann zum anderen sagt , das der Bengel nie n Plan von Vögel haben wird , nur weil er jetzt weiß das das ein Vogel ist .... erschließt sich mir nicht .... genau so gut könnte man sagen , jetzt wo er Mama sagen kann , wird er nie mehr seine Mutter sehen .

    Man würde eher dazu geneigt sein , das zu hinterfragen , was da geäussert wird ... Wenn es hieße ... Ein Mann hat das mitbekommen und sprach zu dem anderen Mann ... aber weil es ja weiser Mann ist , wird es schon stimmen , was der da raus haut .
    Geändert von Schattengewächs (31-01-2019 um 04:23 Uhr)

  2. #272
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    Zitat Zitat von Schattengewächs Beitrag anzeigen
    @Kanken
    Wo siehst du anhand deiner Ausführung , einen Unterschied zwischem dem Menschen und dem Tier ? ...
    Sorry, bin nicht Kanken aber deine Frage habe ich mir selbst auch schon oft gestellt.

    Mittlerweile sehe ich da eigentlich keinen "echten" Unterschied mehr. Für mich ist also der Mensch das Tier Mensch.
    Die Unterschiede liegen aus meiner Sicht nicht in den Grundfähigkeiten sondern in der gesteigerten Ausprägung der solchen.

    Beim Menschen ist aus meiner Sicht der kognitive Anteil sehr viel stärker.
    Speziell: Zukunftsprojektion, Virtualisierung, Abstraktion, Reflektionsfähigkeit, Weitergabe und teilen von Wissen und Erfahrung durch Sprache (ist noch früh, habe sicher was vergessen).

    Früher hätte ich sicher auch Phantasie dazu gestellt. Seitdem ich jedoch festgestellt habe, dass der gleiche Ball von einer meiner Katzen, als Ball (wird um Tischbeine gedribbelt), als Beute, oder zum Kuscheln genutzt wird, lass ich das lieber. Das lässt sich nicht so einfach durch konkretes Lernen (im Ggs. zu abstraktem Lernen) erklären.

    So, jetzt möchte ich den Thread nicht weiter "vollmüllen" und bin jetzt mal gespannt auf die Antwort von Kanken.

    Liebe Grüße
    DatOlli

  3. #273
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    Zitat Zitat von Schattengewächs Beitrag anzeigen
    @Kanken
    Wo siehst du anhand deiner Ausführung , einen Unterschied zwischem dem Menschen und dem Tier ? ...

    Mal davon ab , das ein Tier nicht die Fähigkeiten besitzt , zur Sprache wie der Mensch ... ist es trotzdem in der Lage anhand von Gerüchen, Geräuche und Gesehenem eine Kausalität herzustellen ... Und das daraus einer Inetraktion mit der Umwelt stattfindet ist auch nicht von der Hand zu weisen ... Wozu sollte sonst der Wahrnehmungsapperat da sein , wenn es nicht auf die Umwelt bezogen ist ... das ist es doch erstmal egal ob Tier oder Mensch .
    In der Ausbaustufe des Großhirns

    Homo Sapiens ist da nun einmal absolute Spitze, deswegen können wir ja hier über das Internet schreiben und die anderen Säugetiere nicht.

    Wir haben die Fähigkeit zur Selbstreflexion und zum abstrakten Denken auf die Spitze getrieben. Andere Tiere haben das, zum Teil auch, da bin ich ganz bei dir, aber halt nicht in diesem Umfang.

    Delphine, Orcas, Menschenaffen, Elefanten alles sehr intelligente Tiere.

    Hier mal ein Bild eines Orcagehirns:

    AA08A8F8-FBD5-4D74-83D4-61566BA4559F.jpeg

    Quelle: Wright, Alexandra & Scadeng, Miriam & Stec, Dominik & Dubowitz, Rebecca & Ridgway, Sam & St. Leger, Judy. (2016). Neuroanatomy of the killer whale (Orcinus orca): a magnetic resonance imaging investigation of structure with insights on function and evolution. Brain structure & function. 222. 10.1007/s00429-016-1225-x.

    und hier mal ein Bild eines menschlichen Gehirns:



    Menschen machen oft den Fehler zu denken wir seien die einzigen, die denken könnten

    Klar, wir sind die dominierende Spezies auf dem Planeten, aber das heißt nicht das andere Spezies nicht auch Fähigkeiten haben, die wir einfach nicht abschätzen können. Wale unterhalten sich über Ozeane hinweg, lange bevor wir Menschen das mit Satellitenkommunikation konnten...

    Der Mensch hat mit seiner Sprache und seinem abstrakten, selbstreflektierten, Denken unsere „moderne“ Welt geschaffen. Schau dir an wie sich ein Mensch ab der Geburt entwickelt, was sich wann wo und wie in seinem Kopf abspielt. Die Furchung des Großhirns und die Anzahl der Neurone dort ist bei uns einzigartig. Jetzt schau dir an wie und womit die Neurone des Großhirns verbunden sind und wo die „Schaltzentrale“ liegt. Dann fängst du an einen anatomischen Einblick in „den Verstand“ zu bekommen. In meinen Augen haben Tiere, die ja auch ein Großhirn besitzen, ganz sicher auch eine Art Verstand, der funktioniert halt eben nur anders als unser. Er hat auch Zugriff auf eine andere Art der Wahrnehmung der Welt, da die Sinnerorgane der Tiere teils halt andere Dinge wahrnehmen, übersetzen, können.
    Geändert von kanken (31-01-2019 um 08:33 Uhr)

  4. #274
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    @Kanken

    Homo Sapiens ist da nun einmal absolute Spitze, deswegen können wir ja hier über das Internet schreiben und die anderen Säugetiere nicht.
    Natürlich sind die Fähigkeiten , sprich das Hirn gewachsen aber nur weil die Physis des Menschens die Vorausetzung dafür ist/war ... Es gibt doch Lebewesen mit weitaus mehr Gehirnmasse , nur schreiben diese nicht im Internet , weil ihnen einfach die körperliche Vorrausetzung dafür fehlen ...

    Ich kann jetzt schlecht das Beispiel anführen ... wenn ein Huhn die selben Vorausetzungen hätte wie der Mensch , dann würde es sich genauso entwickelt haben ... In dem Sinne schlecht , wenn es die selben Vorausetzung hätte , währe es dann logischerweise ein Mensch .... Verstehst du worauf ich hinaus will ... das Gehirn als solches , egal wie es sich entwickelt hat ... liegt nicht am Gehirn selbst , sondern im Menschsein .

    Daher hinkt jeder Vergleich zu Tieren ... Ich glaube das Putnam das auch so argumentiert hat , warum es kein Hirn im Tank geben kann .
    Geändert von Schattengewächs (31-01-2019 um 08:54 Uhr)

  5. #275
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    Ich weiß nicht ob wir jetzt aneinander vorbeischreiben.

    Den Orca habe ich nicht ohne Grund genannt und die MRI-Studie nicht ohne Grund verlinkt.
    Orcas sind hochintelligente Lebewesen. Mit einer Sprache, Sozialverhalten, planerischem Denken, Gedächtnis etc.
    Sie nehmen die Welt vornehmlich über Echolot war, d.h. sie werden ein komplett anderes Bild ihrer Umwelt haben als wir.
    Wir wissen schlicht und ergreifend nicht was sie „denken“, da wir keinen Zugang zu ihrer Sprache haben, bzw. sie nicht verstehen. Sie scheinen sich mit ihrem Namen zu rufen, sie organisieren sich etc.
    Ihr Gehirn erfüllt alle Voraussetzungen für einen „Verstand“.
    Delphine und Wale schützen den Menschen bewußt vor Gefahren (z.B. Haien). Es gibt eine schönes Video wo ein Buckelwal eine Walforscherin, die ihn seit einigen Tagen beobachtet (was er zuließ), auf einmal aus dem Wasser hebt und erst Ruhe gibt, nachdem die Frau in ihrem Boot saß. Dann tauchte ein großer weißer Hai auf. Klar, kann Zufall sein. Am nächsten Tag war der Buckelwal wieder völlig normal und tauchte mit der Forscherin fröhlich umher.
    Berichte bei denen Delphine Schwimmer bewußt umkreisen und plötzlich Haie auftauchen gibt es zu Hauf. Sogar Berichte bei denen Delphine dann die Haie attackierten.

    Was ich sagen will: „Intelligenz“ ist ein sehr subjektives Merkmal und der Mensch ist ziemlich arrogant wenn er meint er sei die „Krone der Schöpfung“.

    Du schreibst „körperliche Voraussetzung“, das ist doch genau das, was ich in meinem Artikel klar machen will. Wir nehmen die Welt anders als die Orcas war. Deswegen haben wir uns anders entwickelt. Ich würde da nicht in Kategorien wie „besser“ und „schlechter“ denken, bzw. „schlauer“ und „dümmer“.

  6. #276
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    Zitat Zitat von Schattengewächs Beitrag anzeigen
    @Pansapiens

    Ich weiß jetzt nicht in welcher Richtung du das deutest ...

    Aber ich würde mal bei solchen Geschichten , folgenden Ansatz anlegen .... Nämlich die Frage , warum der Mann da weise sein sollte ... Nur weil ein Mann zum anderen sagt , das der Bengel nie n Plan von Vögel haben wird , nur weil er jetzt weiß das das ein Vogel ist .... erschließt sich mir nicht .... genau so gut könnte man sagen , jetzt wo er Mama sagen kann , wird er nie mehr seine Mutter sehen .

    Man würde eher dazu geneigt sein , das zu hinterfragen , was da geäussert wird ... Wenn es hieße ... Ein Mann hat das mitbekommen und sprach zu dem anderen Mann ... aber weil es ja weiser Mann ist , wird es schon stimmen , was der da raus haut .
    ich hab das - wie erwähnt - aus der Erinnerung erzählt.
    Im Original, so es eines gibt, spricht da eventuell Lolek zu Bolek, Frederick zu Piggeldy, Pinky zu Brain, oder wie diese Leute in solchen Lehr-Geschichten auch immer heißen.
    Diese Geschichten sollen etwas verdeutlichen und zum Nachdenken oder Verstehen anregen.
    Ich hab mir eher Gedanken darüber gemacht, ob ich "einen Vogel" oder "den Vogel" schreiben soll, weil es mir um den Inhalt geht, der transportiert werden soll und nicht die Verpackung. Ich hoffe grundsätzlich bei meinen Gegenübern auf die Fähigkeit, zum eigenständigen Denken.
    Es geht in dieser Geschichte IMO darum, dass unser Gehirn Muster erkennt. "Vogel" ist ein Muster. Ist dieses Muster mal bekannt, können wir den visuellen Eindruck ruckzuck dort einordnen und uns nicht mehr um die Details des individuellen Vogels zu kümmern.
    "Kenn ich schon..."
    Wir sortieren Dinge in Schubladen ein und versehen die mit Etiketten.
    Das ist sinnvoll und spart Zeit, dabei kann aber individuelle Wahrnehmung des Schubladenbewohners oder Etikettierten auf der Strecke bleiben.

  7. #277
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    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    Zu der Betrachtungsweise:
    Ich denke man muss zwischen intellektuellem Verstehen und emotionalen Verstehen unterscheiden, wobei gerade letzteres sehr komplex zu erklären ist, da es kein emotionales „Verstehen“ geben kann.

    Am ehesten kann man es evtl. so erklären:
    Unser Verstand nimmt unsere Umwelt durch Reize war, speichert sie und gleicht sie permanent ab. Er erzeugt quasi eine „äußere Landkarte“, benennt Objekte, analysiert Objekte, interagiert mit Objekten.
    Ganz, ganz, ganz grob gesagt alles was in deiner Großhirnrinde passiert. Das, was uns „vom Tier“ unterscheidet.

    Auf der anderen Seite werden unserem Verstand aber auch permanent „Zustandsmeldungen“ aus seinem Körper zugeleitet und von tieferen Hirnstrukturen „bewertet“. Das können zum einen Muskelspannungen, Hunger, Schmerzen etc. sein, aber auch Angst, Hunger, Liebe, Freude etc..

    Gefühle sind sehr viel Älter als unser Vestand. Tiere reagieren durch Gefühle/Triebe. Man könnte sagen die sind die ersten Mechanismen gewesen mit denen unser Gehirn unseren Körper gesteuert hat. Wenig Energie sorgt für „Hunger“, der sorgt für Aggressivität, die für erhöhte Aufmerksamkeit, die für das Finden von Nahrung und das Töten, Essen führt zu Energie, Energie zu Belohnung und Belohnung macht glücklich. Da ist wenig mit „Denken“, eher mit fühlen.
    Unser Körper hat mit dem Gehirn eine Schaltzentrale und diese musste halt den Körper irgendwie „Steuern“, quasi „wie sage ich es meinem Körper“. Emotionen sind da ein wichtiger Schritt gewesen.
    da sehe ich nun einen kategorischen Unterschied zwischen Gefühlen und Verstand.
    Durch den Verstand kann ich meine Umwelt analysieren und Lösungswege finden oder zwischen zwei Optionen unterscheiden.
    Die Emotion ist, wie Du IMO auch sagst, nur der Mittler zwischen Körper und uns.
    Die Emotion ist das, was uns bewegt, etwas zu tun. Die Analyse ist vorher schon unbewusst geschehen.
    Man schaue sich nur den recht komplexen Regelkreis an, der hinter dem Hungergefühl (ist das eine Emotion?) steckt.
    Da wird der Magenfüllstand gemessen, der Blutzuckerspiegel, Ausschüttung von Hormonen wie Insulin, Ghrelin, Leptin.. entsprechende Empfindlichkeiten der Rezeptoren gegenüber diesen Hormonen spielen eine Rolle...
    Aber in das Bewusstsein dringt - neben einem eventuellen Schwächegefühl bei niedrigem Blutzucker - nur der Drang, Nahrung zu sich zu nehmen.
    Da kommen dann die dünnen Schlaumeier und sagen den Dicken, sie hätten zu wenig Willenskraft, was wohl andeuten soll, dass doch der Verstand oder die Vernunft über die Emotionen Herrschen sollte.

    Emotionales Verstehen würde ich daher dahingehend interpretieren, einerseits in Kontakt mit seinen Gefühlen zu sein und andererseits zu wissen, was der Körper einem damit sagen will.
    Aus rein rationalem Verstehen ohne Emotion würde IMO keine Handlung entstehen oder der Alltag erschwert, da durch Emotionen auch die Wichtigkeit von Zielen (Werte) markiert wird.
    Wenn mir der Wert "Selbsterhaltung" nicht emotional vermittelt würde, dann könnte ich mit dem Verstand zwar erkennen, dass es bezüglich meines Überlebens ungünstig ist, wenn ich auf dem Gleis stehe, wenn der ICE kommt, aber wieso sollte ich das Überleben dem Sterben vorziehen?
    Gibt ja Leute, denen die Angst abhanden gekommen ist, die bringen sich nicht selten in gefährliche Situationen:



    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    Jetzt ist es natürlich sinnvoll gewesen die Emotionen, bzw. die daraus entstehen Handlungsimpulse, zu unterdrücken. Das Weibchen zu begatten wenn der Rudelchef gerade neben mir steht ist nicht gerade sinnvoll, das gibt Ärger. Jetzt kommt der „Verstand“ ins Spiel. Ursprünglich eine Kontrollinstanz der Emotionen hat er sich über die Zeit und Spezies hinlegt immer weiter entwickelt und „ein Eigenleben“ bekommen. Je mehr er in unsere „Programme“ eingreifen konnte, desto effektiver konnte er für die Erhaltung unserer Art sorgen. Ein effektiver Verstand ist ganz offensichtlich ein nicht zu unterschätzender Evolutionsvorteil gewesen.
    interessanterweise sind die anderen Hominiden ja samt und sonders ausgestorben, auch die anderen Menschenaffen sind eher vom Aussterben bedroht und einige Walarten wären ohne Edison eventuell auch schon ausgerottet.

    Intelligenzdefizite kann man ja, evolutionär gesehen, durch eine höhere Reproduktionsrate ausgleichen:


    Und auf der anderen Seite hat die Intelligenz der Menschen und die mittels derer entwickelte Technologie diese auch in die Lage versetzt, Dummheiten mit weitaus gravierenderen Folgen zu machen.

    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    Bleibt das Problem der Emotionen. Die können nämlich den Verstand „übersteuern“, oder ihm permanent dazwischen reden. Der Verstand reagiert also nicht nur auf Reize auf seiner Großhirnrinde, sondern kriegt auch ständig Gebrabbel aus seinen emotionalen Zentren.
    Diese emotionalen Zentren wiederum reagieren auch auf äußere Reize und zwar durch die „unbewußte“ Verschaltung der Nervenimpulse bevor sie die Großhirnrinde erreichen. Diese unbewußte Verschaltung sorgt also für Reaktionen des Körpers (Muskelspannungen, Reflexe etc.) und erzeugt Emotionen, bevor (oder während) dieser Reiz die Großhirnrinde erreicht.

    Wir,haben also immer eine DOPPELINTERPRETATION der äußeren Reize vorliegen. Die Bewußtmachung durch den Verstand und die „unbewußte“ durch die emotionalen Zentren. Unbewußt ist diese Verarbeitung nicht ganz, da sie dem Verstand ja in Form von Emotionen/Trieben gemeldet wird.

    Der Verstand wird also mit zwei „Interpretationen“ der Außenwelt gefüttert. Dem, was auf der Großhirnrinde ankommt und dem was aus der unbewußte Verarbeitung in Form von Emotionen bei Ihm ankommt. Mal ist das eine lauter, mal das Andere. Er versucht quasi permanent die Lautstärke zu regeln, nur manchmal überbrüllen die Emotionen halt alles.
    Die Emotionen können IMO auch unterflüstern, d.h. Einfluss nehmen, ohne dass man es mitbekommt.
    Der "Verstand" im Sinne von "Bewusstsein" oder "bewusstem Verstehen" rationalisiert ja auch unsere Handlungen.
    Hirschhausen hat mal gesagt (auch aus der Erinnerung): "Früher hat man gedacht, die Großhirnrinde sei die Regierung des Körpers. Heute weiß man, die ist eher der Regierungssprecher: Erfährt als Letztes, was beschlossen wurde, muss es aber nach außen hin vertreten".
    Das verdeutlicht er dann am Beispiel Rauchen ("weil's mir schmeckt"), natürlich im Comedy-Kontext.
    Es gibt diesbezüglich (der Neigung, für eine Handlung eine Erklärung zu nennen, die zwar plausibel aber frei erfunden ist) auch Untersuchungen an Split-Brain Patienten, also Menschen, bei denen die Verbindung der beiden Gehirnhälften durchtrennt wurde.
    Bei den meisten Menschen kann ja nur eine Gehirnhälfte, die linke, sprechen.
    Was macht die linke Gehirnhälfte, wenn man die danach fragt, warum die rechte Gehirnhälfte eine Handlung durchführt, von der sie nicht wissen kann, warum die die rechte diese Handlung durchführt?
    Ehrlich zugeben, dass sie keine Ahnung hat?
    Nein, die denkt sich was aus...

    Wir wollten wissen, wie die linke Hirnhälfte auf Verhaltensäußerungen der stummen rechten reagiert. Dazu zeigten wir jeder Hemisphäre auf dem Projektionsschirm kurz ein großes Bild und dazu jeweils vier kleine, die auf dem Tisch lagen. Jede Hälfte für sich sollte wählen, welches der kleinen Objekte zum großen gehört. Die linke Hand – als Werkzeug der rechten Hemisphäre – wies dabei auf das vom rechten Hirn gewählte Objekt, die rechte Hand darauf, wofür das sie befehligende linke Hirn sich entschieden hatte. Beide machten ihre Sache ohne weiteres korrekt
    Hinterhältigerweise fragten wir dann die linke Hemisphäre – denn nur sie vermag ja zu antworten –, warum die linke Hand wohl auf jenes Bild zeige. Natürlich konnte sie das gar nicht wissen. Schließlich war die Entscheidung allein Sache der Gegenseite gewesen. Doch sie hatte auf der Stelle eine frisch erfundene, plausible Erklärung parat. Dieses Talent kreativen Erzählens nannten wir Interpretier-Mechanismus.


    https://www.spektrum.de/magazin/rech...sstsein/824991

    es scheint, als hätte die rechte Gehirnhälfte nicht nur die die Fähigkeit, sich sprachlich zu äußern, sondern auch die Tendenz, eine erfundene Erklärung keiner Erklärung vorzuziehen:

    Diese Erkenntnisse deuten sämtlich darauf hin, daß der Interpretier-Mechanismus des linken Gehirns unausgesetzt hart arbeitet, um die Bedeutung von Ereignissen herauszufinden. Er sucht unablässig nach einer Ordnung und einem Sinn, auch wenn dergleichen nicht vorhanden ist – und macht dabei so manchen Fehler. Er neigt dazu, übermäßig zu generalisieren, und schafft so häufig eine Vergangenheit, die zwar hätte sein können, aber so nicht war.

    Erklärungen zu erfinden, die keine sind und Zusammenhänge zu sehen, wo keine sind, unterscheidet uns wohl vom Tier:

    Diese besondere Gabe, Geschichten um Tatsachen herum zu erfinden, erklärt sich am besten von der Evolution her. Im Tierreich sind die Fähigkeiten der Gehirne im allgemeinen nicht lateralisiert; vielmehr gibt es eine Tendenz zu einigermaßen gleich starker Repräsentation in beiden Hemisphären. Sofern bei Affen Anzeichen für eine gewisse Seitenspezialisierung vorliegen, sind sie doch selten und widersprüchlich.


    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    Wir können die Selt gar nicht „unvoreingenommen“ betrachten, wir sollten sie immer über beide uns zur Verfügung stehenden Kanäle betrachten. Dem Verstand und dem „Geist“ (verstanden als Instanz, die die Gefühle an den Verstand meldet).
    Das, was Du hier ansprichst: den Kontakt auch mit dem emotionalen Kanal, ist für mich persönlich gerade ein interessantes Thema zu dem ich allerdings nur schwierig Zugang finde.
    Geändert von Pansapiens (02-02-2019 um 10:36 Uhr)

  8. #278
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    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    Hier mal ein Bild eines Orcagehirns:

    AA08A8F8-FBD5-4D74-83D4-61566BA4559F.jpeg

    Quelle: Wright, Alexandra & Scadeng, Miriam & Stec, Dominik & Dubowitz, Rebecca & Ridgway, Sam & St. Leger, Judy. (2016). Neuroanatomy of the killer whale (Orcinus orca): a magnetic resonance imaging investigation of structure with insights on function and evolution. Brain structure & function. 222. 10.1007/s00429-016-1225-x.

    und hier mal ein Bild eines menschlichen Gehirns:



    Menschen machen oft den Fehler zu denken wir seien die einzigen, die denken könnten
    da könnte man nun auf die Idee kommen, dass das Orca-Gehirn etwas komplexer ist, als das vom Menschen.
    Auf der anderen Seite haben meines Wissens einige Rabenvögel teilweise eine für deren Gehirngröße erstaunliche Intelligenz.

    ich meine allerdings, Schattengewächs wollte auf weitere physiologische Begleitumstände hinaus:
    Wir haben sehr geschickte Hände, mit der Option Werkzeuge zu gebrauchen und einen Kehlkopf, der uns differenzierte Lautbildung und damit detaillierte verbale Kommunikation ermöglicht.
    Damit konnten wir eine Schrift entwickeln und ebenso Technologie.
    Einem Delphin wird es ohne Hände schwerfallen einen Computer zu entwickeln, daher haben die auch kein Internet.
    Intelligenz ohne entsprechende Errungenschaften nur aufgrund einer Verhaltensbeobachtung zu erkennen, kann zu Fehlinterpretationen führen..


  9. #279
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    Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen
    Das, was Du hier ansprichst: den Kontakt auch mit dem emotionalen Kanal, ist für mich persönlich gerade ein interessantes Thema zu dem ich allerdings nur schwierig Zugang finde.
    Genau da kommen ja die traditionellen Kampfkünste ins Spiel. Sie schulen beide Kanäle wahrzunehmen und dann damit zu arbeiten. „Yi“ ist da das Zauberwort.

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