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Thema: Fokustraining "Messerkonfrontationen", Tobias Brodala (Euskirchen, 21.12.2013)

  1. #1
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    Standard Fokustraining "Messerkonfrontationen", Tobias Brodala (Euskirchen, 21.12.2013)

    Gestern hatte ich die Gelegenheit, ein Fokustraining zum Thema Messerkonfrontationen bei Tobias Brodala mitzumachen.

    Das Seminar begann für einen Kollegen und mich mit der recht angenehmen, vergleichsweise kurzen Anreise aus Trier. Ein paar nette Gespräche vor dem eigentlichen Trainingsbeginn lockerten die Atmosphäre (man kannte da ja keinen) schonmal gut auf. Tobias begann dann mit einem Video von Jim Carey. Das zeigte einerseits die Probleme, die häufig auftreten, wenn "Messertraining" gemacht wird (Stichwort "You attacked me wrong."), andererseits lockerte auch das natürlich die Atmosphäre etwas auf

    Der theoretische Abriss zum Thema, der dann folgte, traf jedenfalls meines Erachtens den Nagel auf den Kopf. Ich will nicht allzu sehr auf Inhalte eingehen, denn einerseits glaube ich nicht, dass ich sie komplett richtig wiedergeben könnte, andererseits muss man das von Tobias einfach selbst hören, er macht das anschaulicher als ich das hier mit ein bisschen Text könnte.
    Nur mal knapp ein paar Stichworte:
    - C-C-C - die drei großen C's: [Flinch] -> Clear -> Control -> Counter. Messerangriff klären (also bspw. umleiten, blocken etc.), Messer kontrollieren (grip from hell, wrist wrap etc.) und dann Konter - wobei wir gestern keine Konter oder Entwaffnungen trainiert haben. Das wollte Tobias uns und den uns eigenen System überlassen (immerhin waren Leute vom Krav Maga da wie auch Judoka oder Karateka). Die heute gelernten Drills sollten sich also einfügen uns unser System. Ein sehr begrüßenswerter Ansatz. Mr.Fister sagte mir vor Beginn noch, mir als Judoka würde das heutige Training sehr leicht fallen. Das wollte ich kaum glauben, aber ja! Die Grappling-Elemente waren an sich bekannt (Stichworte underhook, wrist wrap etc.) und einen üblen Griff sagt man uns Judoka sowieso nach. Dazu noch ein Zitat von Tobias/Tony Blauer: "Grapple if you must, hit when you can."
    - A-S-A-P: Awareness, Speed, Aggression, Proximity - also eigene Aufmerksamkeit (gepaart mit Bereitschaft und Fähigkeit) versus gegnerische Plötzlichkeit, Aggression und Nähe. Jemanden, der aus 20 Metern Entfernung aggressiv brüllend angerannt kommt, muss ich nicht fürchten. Jemanden, der neben mit steht, aggressiv ist, aber langsam ist wie meine Oma, muss ich nicht fürchten. Ausnahme: Der Profi (bspw. ein Ninja, laut Tobias^^), der neben mit steht, total ruhig ist, mir aber urplötzlich eine ballert. Andererseits ist Aufmerksamkeit ohne Fähigkeit genau eins, nämlich: Furcht.

    Das sind sowohl Dinge, die sich leicht einprägen, als auch Dinge, über die ich mir auch schonmal irgendwie Gedanken gemacht habe - die ich aber niemals so prägnant in Worte fassen könnte.

    Die Drills, die folgten, begannen mit einem Flinch-Drill. Man stellt sich also hin, schließt die Augen, zählt laut bis drei, vier, fünf - währenddessen hat der Gegner Zeit, sich und sein Messer (wir hatten so Gummiteile von Cold Steel) beliebig zu positionieren. Danach öffnet man für einen Sekundenbruchteil die Augen, muss erkennen, wo das Messer ist, schließt die Augen wieder, bringt sich selbst in eine entsprechende Position (Keine Kampfhaltung (!), eher so eine "Fuckfuckfuck, ich hab ein Messer an der Kehle!"-Position), öffnet die Augen wieder und das ist das Zeichen für Action. Der Gegner versucht in diesem Moment, seinen angesetzten Angriff durchzuführen (Schnitt durch die Kehle, Stich in den Bauch etc,), man selbst muss aus der eingenommenen "Fuckfuckfuck"-Position die Situation "clearen" -> erstes "C"

    Das ging dann weiter mit entsprechenden Control-Drills, wie schon erwähnt: grip from hell, two on one, wrist wrap etc. kombiniert mit dem "Elastizitätsprinzip", also dem Dranbleiben, dem Reingehen in den Gegner, dem Aufbauen physischer Dominanz. Es ging hier ausdrücklich nicht darum, den Gegner zu Boden zu bringen. Es ging hier ausdrücklich nicht um Entwaffungen. Es gab trotzdem einen Knallkopp, der genau das ständig gemacht hat. Das ist sehr schade, aber irgendwie hat man solche Leute auf jedem Seminar, egal wo man hingeht.

    Zwischendurch gab es mal noch ein paar kleine Theorieeinheiten, auch mit einigen durchaus interessanten Videos. Den üblichen Knallkopf-Skeptiker hatten wir aber auch noch dabei - der kostete nicht wenige von uns Nerven und jedenfalls uns alle eine Menge Zeit. Skeptiker sind wichtig. Aber man kanns auch übertreiben. Die Art, solche Dinge zu kommunizieren, ist essenziell. Tobias hat das drauf.

    Irgendwann wechselten wir von den Gummimessern zu ungefährlicheren abgeschnittenen Pool-Nudeln. Das war echt super, damit kann man auch mal ordentlich durchziehen, ohne dass man sich gleich über die Maßen weh tut. Es folgten weitere Drills, wie der Grand Canyon Drill oder ein Emotional Climate Training. Und man merkte deutlich, nicht erst bei Tobias' Frage dazu, dass das was bringt! Die Aufmerksamkeit stieg, die Reaktionen wurden kontrollierter, die Gangart teilweise entsprechend härter, schneller.

    Leider kamen wir nicht mehr dazu, mit der "richtigen" Gangart zu trainieren - nämlich in High Gear. Und ich glaube, dass wir aus Zeitmangel durchaus einige sehr effektive Drills verpasst haben. Vielleicht ein anderes Mal.

    Nein! Auf jeden Fall ein anderes Mal! Bei den nächsten "2 Sekunden" bin ich definitiv dabei. Vielen Dank jedenfalls an Tobias, Mr.Fister, die Ausrichter und alle anderen Teilnehmer. Toller letzter Trainingstag für dieses Jahr

  2. #2
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    Die Bilder vom Fokustraining "Messerkonfrontationen" in Euskirchen findet ihr auf Google Drive.
    Dahin kommt ihr, wenn ihr auf die Grafik klickt.



  3. #3
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    Bei dieser Gelegenheit auch von mir noch ein herzliches Dankeschön für das tolle Seminar bzw. Fokustraining, auch wenn mein Verhältnis zu Poolnudeln jetzt nachhaltig gestört sein dürfte.

    Bis nächstes Wochenende in Bonn!

  4. #4
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    Zitat Zitat von Daniel G. Beitrag anzeigen
    ...auch wenn mein Verhältnis zu Poolnudeln jetzt nachhaltig gestört sein dürfte.
    Es tut mir aufrichtig Leid. Mit der Zeit geht es uns leider allen so. Bis Samstag, Amigo.

  5. #5
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    Au ja, bis nächste Woche

  6. #6
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    Standard Fantastisch

    Und um den Kreis zu Werbezwecken zu schließen...
    Wir sprechen hiervon (Für mehr Infos klickt bitte auf die Grafik):


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