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Thema: Literatur über die Geschichte der Lei Tai Kämpfe

  1. #1
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    Standard Literatur über die Geschichte der Lei Tai Kämpfe

    Hi, bräuchte wieder mal ein paar Literatur Tipps.


    Gibt es in Englisch auf dem Gebiet ernstzunehmende Literatur die versucht dieses Thema zu erforschen.

    Der Wiki Artikel ist ja ein netter Einstieg sehr nett, wäre aber noch mehr Informationen nicht abgeneigt, sofern es dazu was geben sollte.

  2. #2
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    Hey Karate-Fan,

    kenn mich da nicht so aus, aber das ist mir mal über den Weg gelaufen:

    https://wulinmingshi.wordpress.com/2...ai-tournament/

    Gruß

    Martin

  3. #3
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    Vielen Dank für den Link Martin, werde mir den Artikel sofort durchlesen.

  4. #4
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    Vielleicht noch ein paar interessante Ergänzungen zu dem verlinkten Artikel, der bestimmt ein sehr guter Überblick ist.

    Neben vielen kleineren Wettkämpfen auf die man bei Recherche stösst, gibt es wohl 4 große Wettkämpfe von denen sich recht interessante Rückschlüsse ziehen lassen:

    1. Nanjing, 1928 November:
    Die erste öffentliche Großveranstaltung um Studenten für die Nationalen Kampfkunstschulen/Akademien zu rekrutieren.
    Die Veranstaltung war in zwei Teile unterteilt. Formenwettkampf (Hand und Waffen), sowie freier Kampf (Hand und Waffen). Nur wer im Formenwettkampf als für tauglich befunden wurde, durfte dann am Freikampf teilnehmen.
    Im Freikampf wurde nicht nach Gewichtsklassen eingeteilt, es gab keine Zeitbegrenzung und was Kleidung anging keine einheitlichen Schutzmassnahmen.
    Ursprünglich sollte es eine klare Gewinnerreihenfolge geben, aber um Zwist vorzubeugen, hatte man sich kurzfristig entschieden die ersten 15 alle gleichsam als "Allerbeste" auszuzeichnen; die weiteren 37 als "Beste" und weitere 82 als "Mittelmäßig".
    Interessant ist, dass Wu Tunan an den Formenwettkämpfen teilnahm, aber darauf verzichtete beim freien Kampf anzutreten
    (Quelle: Zhongguo Wushushi; Kampfkunstgeschichte Chinas)

    2. Hangzhou, 1929 November:
    Wohl die berühmteste, da lange im Vorfeld geplant und Werbung dafür gemacht wurde.
    An den freien Wettkämpfen nahmen von 125 angemeldeten 109 teil.
    Die Regeln wurde von Tag zu Tag den Umständen und Problemen angepasst.
    Zu Beginn ging es nur nach Punkten; Schläge zum Kopf und Genitalien waren verboten. Es wurden 3 Runden a 3' gekämpft. Wer 2 Runden gewann war der Gewinner.
    Am 2. Tag, da es zu keinem richtigen Kampf kam und jeder nur versuchte Punkte durch touchieren zu gewinnen, änderte man die Regeln ab. Es wurde nicht mehr nach Punkten gekämpft, sondern bis einer zu Boden ging oder Kampfunfähig war oder aufgab. Gab es nach 4' keinen Gewinner, gab es eine Pause von 2' und dann in die zweite Runde. Konnte immer noch kein Gewinner festgestellt werden kamen beide in die nächste Runde weiter.
    Am 4. Tag, da es kaum zu Entscheidungen kam, änderte man die Regeln dahingehend, dass eine Runde 10' dauerte. Kommt es zu keiner Entscheidung scheiden beide aus. Schläge zum Kopf waren verboten. Man durfte während das Kampfes seinen Gegner nicht auslachen oder belächeln (die fand ich echt lustig die Regel)
    Am 6. und letzten Tag, wurden alle Regeln aufgehoben.
    Letztendlich gab es dann keine Gewinner, sondern die ersten 10 wurden als "Allerbeste" ausgezeichnet, 11-20 als "Beste" und 21-30 als "Mittelmäßig"

    Zhao Daoxin (entgegen der Kurzbiographie hier
    wurde namentlich an 13. Stelle gelistet, also nur in der Gruppe der "Besten".

    Wu Tunan und Wan Laisheng nahmen auch teil, konnten aber nur in den Vorrunden jeweils einen Sieg einfahren und schieden dann aus.

    Ma Yueliang nahm auch teil, schied aber gleich im ersten Kampf aus.

    Interessant ist vielleicht hier noch anzumerken, dass dieser Wettkampf ziemlich stellvertretend war für Kampfkünstler in China (auch wenn viele Namhafte Meister nicht teilnahmen, so doch deren Schüler).
    Viele damals bekannte Größen schieden schon in den Vorrunden aus. Es ging ziemlich ruppig zu und von den sonst so tollen Vorführungen wo Menschen nur so durch die Luft fliegen war nichts mehr zu sehen.

    Einer unter den ersten 10 trainierte neben seinem trad. Hintergrund auch Boxen (Zhu Guolu).
    Schon damals wurde aufgrund des Bildes das sich bei den Wettkämpfen in Hangzhou bot starke Kritik an den Formen und traditionellen Trainingsweisen laut.
    Dazu kann man vergleichen, Wang's Interviews waren 1940, also fast 11 Jahre später.

    Übrigens bestimmten die Regeln, dass Ausländer zum Wettkampf zugelassen waren, bei Antritt aber unter gesonderten Regeln teilnehmen sollten die dann konkret zu bestimmen wären. Es trat aber keiner an.

    (Quelle: hauptsächlich aus der chin. "Wiki" Baidu baike
    und andere Berichte aus dem Netz, wo ich möglichst versucht habe das einigermassen objektiv Sinnvolle rauszufiltern. Der Wettkampf muss aber sehr gut in den Zeitungen damals dokumentiert gewesen, inklusive der Teilnehmerlisten, wer weiterkam und ausschied und auch die Regelproblematik)


    3. Shanghai, nur einen Monat später:
    Wieder von Li Jinglin veranstaltet.
    Diesmal gab es keine Formenwettkämpfe; die Teilnehmerzahl war noch größer als in Hangzhou (141); die meisten die in Hangzhou teinahmen gingen direkt nach Shanghai und nahmen wieder teil.
    Von Anfang an waren auch Schläge zum Kopf erlaubt. Es wurde in 3 Runden a 3' gekämpft. Wenn jemand länger als 2' nicht angreift führt es direkt zum ausscheiden.
    Gewinner war Cao Yanhai, einer der unter den ersten 10 in Hangzhou war.

    Zhao Daoxin nahm nicht teil.

    4. Nanjing, 1933 Oktober:
    Zweite und letzte öffentliche Großveranstaltung dieser Art um Studenten für die Nationalen Kampfkunstschulen/Akademien zu rekrutieren.
    Es gab 438 Teilnehmer. Der Freikampf wurde diesmal mit einheitlicher Schutzkleidung ausgeführt. Zum ersten mal gab es einen Frauenwettkampf mit 9 Teilnehmerinnen.

    Bilder vom Wettkampf in Hangzhou
    (Leider waren die Bilder über die Verknüpfung eines Linkes geschützt, so dass ich sie runterladen musst und als Anhang angehängt habe. In der Reihenfolge wie folgt)

    Han Qingtang bei der Vorführung einer Speerform

    Die Tochter von Li Jinglin bei der Vorführung einer Schwertform (wohl mit der Mutter, da es zwei sind. Es gibt noch ein anderes Bild wo die zwei eine Schwertform vorführen) (Das Bild ist leider an Letzte Stelle in der Reihenfolge unten gerückt)

    Tochter und Frau von Li Jinglin bei Schwertvorführung

    Zhang Yingzhen und Gao Zhendong bei der Vorführung

    Gao Shouwu und Yuan Wei (Nr. 8 in Shanghai) beim Wettkampf

    zwei Bilder mit englischer Beschreibung

    und ein Bild von den Zuschauermassen nach am Ende eines Wettkampftages.


    Bilder Wettkampf Shanghai:

    Nr 8 Yuan Wei mit Nr 5 Li Shutong


    Der Gewinner Cao Yanhai mit Nr 14 Du ....


    Nr 2 Ma Chengzhi mit Nr 9 Hang Qichang


    Der "Ring"


    Bild mit einigen der Kampfrichter (glaube eher, dass das von Hangzhou stammt)

    Erste Reihe von Links: Yang Chengfu, Sun Lutang, Liu Baichuan, Li Jinglin, Zheng Zuoping, Tian Zhaolin.
    Zweite Reihe von Links:Su Jingqu, Qian Xiqiao; Gao Zhendong, Chu Guiting, Huang Yuanxiu, Shen Erqiao.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  5. #5
    WulongCha Gast

    Standard

    Hi Beni,
    & Vielen Dank, sehr spannend!!
    @karate Fan: The Creation of Wing Chun erscheint die Tage als erschwingliches Paperback. Das Hardcover lag bei 90€! Die Hälfte, um 200 S. geht auf mehrere südchin. Linien wie Pak Mei, White Crane & Co. ein (Historisch), die anderen 200 S. auf die Geschichte des WC bis in die Neuzeit. Bin sicher, dass da auf Lei Tai Geschichten in Macao & HK auch eingegangen wird. Das Werk steht aber nicht nur deswegen auf meiner Wunschliste!

  6. #6
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    Standard

    @beniwitt Danke für die ausführlichen Ergänzungen war wirklich sehr interessant zu lesen.

    @WulongCha Danke für den Buchtipp. Ist wohl auch für mich ein spannendes Buch das ich mir sicher holen werde sobald es erscheint.

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