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Thema: Yiquan: Die zentrale Achse des Weges der Kampfkünste (Wang Xiangzhai) (Central Pivot)

  1. #61
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    Ja, an der Stelle tatsächlich. Wie gesagt kenne ich den Begriff nicht und mir würde spontan auch kein feststehender chin. Begriff einfallen, aber inhaltlich scheint es genau das wiederzugeben. Vor allem im Kontext eines Duelles/Kampfes wo keiner sich was schenkt und es auf Leben und Tod gehen kann.

    Mal andersherum gefragt, wäre das in solch einem Kontext nicht sowieso immer der Fall?
    Dabei muss ich spontan an die chin. Kungfu Romane und Filme denken. Dort ist es tatsächlich so, dass der Kampf immer über unzählige Runden geht..... Interessanterweise ganz anders in den alten jap. Filmen. Dort ist der Kampf immer in ein paar sek. vorbei. Meistens stehen sich die Duellierenden eine gefühlte Ewigkeit gegenüber, dann ist es meistens ein Angriff, und fertig.
    An dieser Gegenüberstellung find ich sieht man sehr schön, wie sich die jap. "Ästhetik" dann doch sehr an der Realität orientiert, während das chin. ganz im Fantasy ist.

  2. #62
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    Zitat Zitat von beniwitt Beitrag anzeigen
    Dabei muss ich spontan an die chin. Kungfu Romane und Filme denken. Dort ist es tatsächlich so, dass der Kampf immer über unzählige Runden geht..... Interessanterweise ganz anders in den alten jap. Filmen. Dort ist der Kampf immer in ein paar sek. vorbei. Meistens stehen sich die Duellierenden eine gefühlte Ewigkeit gegenüber, dann ist es meistens ein Angriff, und fertig.
    An dieser Gegenüberstellung find ich sieht man sehr schön, wie sich die jap. "Ästhetik" dann doch sehr an der Realität orientiert, während das chin. ganz im Fantasy ist.
    So in der Art?
    https://www.youtube.com/watch?v=GF5U83UIX1o

    Ist halt die Frage, inwieweit das so die Realität war.
    Das Leben ist groß.

  3. #63
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    Vielleicht hätte ich Realität in Anführungszeichen setzen sollen. Es war relativ zu den Kampfszenen in den chin. Kungfu Filmen gemeint. Und auch einfach im Kontext zu der Idee von Ikken hissatsu. Film bleibt natürlich Film. Aber die jap. sind da der "Realität" doch eher treu geblieben würde ich sagen.

  4. #64
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    Beni, ein herzliches Danke für die Arbeit und die Übersetzung!
    Wertvoll, solche Texte auch für nicht-muttersprachler lebendig zu halten!
    Man kann Energie investieren, darum zu kämpfen, dass alles so bleibt wie es ist oder um sich Neuem zuzuwenden. Ich jedenfalls werde keine Energie investieren, um dem Pferd von Buddha zu erzählen.

  5. #65
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    Zitat Zitat von Julian Braun Beitrag anzeigen
    Die Übertragung in die US-Kultur setzt noch einen drauf, in Sachen Coolness:

    https://www.youtube.com/watch?v=w3Um2WrTMyc

    (noch cooler wäre es gewesen, wenn er sein Messer mitgenommen hätte)

    bezieht sich Wang bei der in https://www.kampfkunst-board.info/fo...01#post3791801 zitierten Aussage auf einen bewaffneten Kampf, oder ist da ein unbewaffneter Kampf mit gemeint?
    Geändert von Pansapiens (02-04-2021 um 18:57 Uhr)
    Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört,
    Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.


  6. #66
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    Es ist eigentlich offen vom chin. Text her. Ich denke einmal beschreibt es vor allem die Einstellung, den Willen, wenn man jemandem in einem wirklichen Kampf gegenübersteht unabhängig davon ob bewaffnet oder unbewaffnet; dann wird das chin. Zeichen 擊 aber sowohl im unbewaffneten Kontext als auch im Kontext von mit einer Waffe stechen, zustechen, verwendet.

  7. #67
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    @beniwitt
    Danke fürs posten der Übersetzung der (Lehr)Verse.

    Auch wenn die Verse jetzt vielleicht nicht direkt oder direkt wörtlich vom Wang sind - welche davon findest Du denn für Dein Üben besonders wichtig?

    Gruss, Thomas
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  8. #68
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    Zitat Zitat von beniwitt Beitrag anzeigen
    Ja, an der Stelle tatsächlich. Wie gesagt kenne ich den Begriff nicht und mir würde spontan auch kein feststehender chin. Begriff einfallen, aber inhaltlich scheint es genau das wiederzugeben. Vor allem im Kontext eines Duelles/Kampfes wo keiner sich was schenkt und es auf Leben und Tod gehen kann.

    Mal andersherum gefragt, wäre das in solch einem Kontext nicht sowieso immer der Fall?
    Da fehlt heute wohl den meisten die Vorstellungskraft.
    Einerseits wird (aus eigener Erfahrung?) angenommen, dass man selber nicht in der Lage wäre einen Kampf, mit einer einzelnen Aktion zu beenden und andererseits das eigene Vermögen dahingehend überschätzt, dass man in einem längeren Zeitverlauf eines Kampfes durchaus überleben und sogar gewinnen könnte. Rückkopplung: ich kann nicht, er kann nicht? Das ist mit Sicherheit auch aufgrund von Sport- und Filmdarstellungen, aber auch durch andere unrealistische Setups, in den man mehr als eine Chance bekommt. Meist wird aber im Kopf nicht gegen den Tod und Verstümmelung, sondern gegen Kraft, Geschick, Kondition und Härte gekämpft.

    Zitat Zitat von beniwitt Beitrag anzeigen
    Dabei muss ich spontan an die chin. Kungfu Romane und Filme denken. Dort ist es tatsächlich so, dass der Kampf immer über unzählige Runden geht..... Interessanterweise ganz anders in den alten jap. Filmen. Dort ist der Kampf immer in ein paar sek. vorbei. Meistens stehen sich die Duellierenden eine gefühlte Ewigkeit gegenüber, dann ist es meistens ein Angriff, und fertig.
    An dieser Gegenüberstellung find ich sieht man sehr schön, wie sich die jap. "Ästhetik" dann doch sehr an der Realität orientiert, während das chin. ganz im Fantasy ist.
    Die japanischen Darstellungen sind da sicher näher dran, aber meist zu sauber dargestellt. Verstehe gar nicht, wieso das so schwer zu fantasieren ist - man stelle sich nur mal vor gegen ein wirklich reales Schwert anzutreten. Wieviel Selbstüberschätzung braucht man da eigentlich, um sich gute oder überhaupt eine Chance auszurechnen. Eine Faust, am rechten Arm kann ebenso das Leben beenden. Letzteres passiert noch ab und zu, geht aber irgendwie unter.

    Um damals freiwillig ein solches Duell einzugehen braucht es schon eine gehörige Menge an Testosteron oder Dummheit (also auch meist Testosteron) oder enormen gesellschaftlichen Druck.

    Heute muss man dazu nur einfach kurz die Augen schließen...

  9. #69
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    Zitat Zitat von T. Stoeppler Beitrag anzeigen
    @beniwitt
    Danke fürs posten der Übersetzung der (Lehr)Verse.

    Auch wenn die Verse jetzt vielleicht nicht direkt oder direkt wörtlich vom Wang sind - welche davon findest Du denn für Dein Üben besonders wichtig?

    Gruss, Thomas
    Ehrlich gesagt haben wir das Yiquan nicht mit solchen oder ähnlichen Versen gelernt, sondern die ganze Struktur baut sich anhand von Ideen auf, mit denen ein bestimmtes Gefühl im Körper, im Raum, gesucht wird. Meistens wird es im Gespräch, aufgrund von Problemen, in Frage und Antwort, über die Zeit hinweg erarbeitet. Aber beim Lesen der Verse taucht natürlich überall bekanntes, vertrautes auf. Letztendlich sind es aber ganz einfache Sachen, die sich mit wenigen Worten beschreiben lassen. Das Problem ist vielmehr die Bedeutung des wenigen Einfachen in seiner vollen Tiefe zu erfassen.
    Nachtrag:
    Das braucht aber Zeit, hat nichts mit Geheimnissen zu tun, sondern ist mit einer Entwicklung verbunden. Daher ist der Vers der vor meinem heutigen Verständnis am meisten bei mir resoniert der hier:
    Diese Kampfkunst wird im Herzen getragen,
    es gibt nichts was nicht in ihr enthalten wäre.

    KK hat sekundär natürlich auch was mit Technik, mit Handwerk zu tun, aber letztendlich ist es einfach eine Fähigkeit (ein Gongfu) die man bei sich trägt.
    Geändert von beniwitt (02-04-2021 um 20:42 Uhr)

  10. #70
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    Ich hatte es mir fast gedacht - ich frage mich, ob das für manche Yiquan Linien Lehrkanon ist oder eben nur ein "nett mal gelesen zu haben".

    Gruss, Thomas
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  11. #71
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    Doch da ich nun schon recht alt bin und von allen sehr darauf gedrängt werde, komme ich nicht darum etwas wie Spuren einer Wildgans im Schneematsch als Wegmarkierung zu hinterlassen.
    (aus dem Vorwort)

    Als Lehrkanon ist wohl etwas übertrieben. Da steht dann schon eher der Unterricht des Lehrers im Vordergrund, aber es gibt viele die sich steif und fest auf diese Texte berufen. Ich habe sogar jemand gekannt der sie auswendig gelernt hat. Von meiner Erfahrung her verfängt man sich leicht darin und sieht den Wald dann vor lauter Bäumen nicht mehr. Aber so im Nachhinein sich die Texte immer wieder zur Hand zu nehmen, vor allem beim Übersetzen, da kamen schon auch hier und da wirklich bereichernde Einsichten -- wie Spuren einer Wildgans im Schneematsch eben.

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