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Thema: Wie viel Philosophie steckt in eurer Kunst?

  1. #61
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    Zitat Zitat von okami 04 Beitrag anzeigen
    @postmoderne Diskussion: man sollte sich schon entscheiden ob man 1. direkt die Namensgebenden Vertreter kritisiert wie dies die Verlinkung eines Wikipedia Artikels suggeriert, oder 2. das Gelabber im "sozialen Bereich"
    Der Kontakt mit den Postmoderne, ich geb's zu, hat mich traumatisiert. Sei das damals in der Uni, als ich mal das Unglück hatte, während kurzer Zeit ein phil-eins-Fach zu studieren, wo einem diese Leute vorgesetzt wurden. (und die Übung dann auch bald abbrach), sei das in der Anwendung.



    Lyotard dürfte locker einer der am meisten misverstandenen (und am wenigsten gelesenen) Denker der Nachkriegszeit sein.
    So unverständlich, wie die meisten Leute im Umfeld dieser Ideen schreiben, wundert es mich nicht, dass keiner den versteht.


    @Thema: ich habe das Gefühl am meisten Philosophie dort vermittelt zu bekommen wo man sie sich (und den Schülern) erspart.
    Das hat was.


    Im Grunde sinds dann nur Standartweisheiten a la "be like water" und "der weg ist das Ziel" die übrigbleiben.
    nichts gegen Standardweisheiten, es gibt Gründe, warum ausgerechnet die Standardweisheiten zu Standardweisheiten geworden sind... Weil sie eben tatsächlich wichtige und richtige Dinge zum Ausdruck bringen.

    gruss, barbara

  2. #62
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    Ja es gibt Gründe... aber eine Weisheit die nur wiederholt wird ist keine. Vieles im Leben lässt sich vermutlich auf Formeln runterbrechen die wohlbekannt sind, die Anwendung macht den Unterschied. Und das merkt man auch wenn die Formeln ausgesprochen werden: sind es blosse Wiederholungen oder spricht da jemand aus der Erfahrung - lezteres ist selten der Fall (und ja, auch ich glaube das der Weg das Ziel ist :-P )
    Ist ein bisschen wie der Unterschied zwischen einem gekonnten Schlag und wildem herumgeprügel - auf den ersten Blick schauts gar nicht mal sssoooo anders aus, wenn man dann aber mal wirklich damit zu tun hat stellt man fest das Welten dazwischen liegen...

    Lyotard schreibt absolut NICHT in einem Jargon der z.B. Deleuze oder Derrida (zumindest teilweise) so schwierig macht. Das Problem ist das man alles in einen Topf wirft - es gibt zu stark die Erwartungshaltung alles müsse sich sofort erschließen. Im Grunde ein passives Konzept: alles soll mundgerecht serviert werden. Tatsache ist das viele französische Autoren die das Klischee des schwerverdaulichen Jargons geprägt haben AUCH sehr direkt auf den Punkt formulierte Texte rausgehauen haben: Deleuze Nietzsche Buch ist nun wirklich nicht mit dem anti-ödipus zu verlgeichen, die schrift und die Differenz ist sicherlich leichter zu verstehen als vieles was die Voreiter der ach so klaren Sprache formulierten (Dunstkreis Carnap und co.) Man hat da halt ein klar umrissenes Feindbild, zumal in Deutschland, das sich zugegebenermaßen durch ärgerliche Fanboys die nur nachquasseln auch noch hier und da bestätigt.(Die Konstruktivisten die ärgerlicher Weise auch oft in einen Topf geworfen werden mit oben genannten Autoren schreiben praktisch allesamt sehr simpel und dürften gerade auch darum den einen oder anderen Bestseller gelandet haben...) Zurück zu lyotard: kauf dir einfach "das postmoderne Wissen": es ist in zwei Tagen gelesen: du wirst überrascht sein wie wenig das irgendwelche Klischees bedient...

  3. #63
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    Zitat Zitat von okami 04 Beitrag anzeigen
    Ja es gibt Gründe... aber eine Weisheit die nur wiederholt wird ist keine. Vieles im Leben lässt sich vermutlich auf Formeln runterbrechen die wohlbekannt sind, die Anwendung macht den Unterschied. Und das merkt man auch wenn die Formeln ausgesprochen werden: sind es blosse Wiederholungen oder spricht da jemand aus der Erfahrung - lezteres ist selten der Fall (und ja, auch ich glaube das der Weg das Ziel ist :-P )
    Bei den Weisheiten sehe ich sogar gewisse Parallelen zu den Formen in den KK:
    Man versucht mit Worten eine Gedankenform zu schaffen, die allgemeingültig und unverfälscht bleiben soll. Das versucht man u.a. durch Reduktion der Worte und Verdichtung des Inhalts zu erreichen, damit am Ende was knackiges rauskommt. Das klappt dann zwar, ist allerdings nur schwer ohne Kontext, bzw. weiterführende Informationen nachzuvollziehen - man sieht es nur oberflächlich und denkt sich "passt schon so", aber das richtige Verstehen kommt erst Jahre später, nachdem man seine Erfahrungen gesammelt und das in der Weisheit Beschriebenes durchlebt hat - dann kommt der Aha-Effekt.
    Ist bei den Katas irgendwie ähnlich.
    Sind beides nützliche Tools, deren Anwendung man verstehen sollte. Wobei der eigentliche Nutzen nicht vom Kennen der Weisheiten/Katas/Formen kommt, sondern vom Arbeiten mit denen.

  4. #64
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    Zitat Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
    Wobei der eigentliche Nutzen nicht vom Kennen der Weisheiten/Katas/Formen kommt, sondern vom Arbeiten mit denen.
    Schön gesagt! Danke!

  5. #65
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    Zitat Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
    Bei den Weisheiten sehe ich sogar gewisse Parallelen zu den Formen in den KK:
    Man versucht mit Worten eine Gedankenform zu schaffen, die allgemeingültig und unverfälscht bleiben soll. Das versucht man u.a. durch Reduktion der Worte und Verdichtung des Inhalts zu erreichen, damit am Ende was knackiges rauskommt. Das klappt dann zwar, ist allerdings nur schwer ohne Kontext, bzw. weiterführende Informationen nachzuvollziehen - man sieht es nur oberflächlich und denkt sich "passt schon so", aber das richtige Verstehen kommt erst Jahre später, nachdem man seine Erfahrungen gesammelt und das in der Weisheit Beschriebenes durchlebt hat - dann kommt der Aha-Effekt.
    Ist bei den Katas irgendwie ähnlich.
    Sind beides nützliche Tools, deren Anwendung man verstehen sollte. Wobei der eigentliche Nutzen nicht vom Kennen der Weisheiten/Katas/Formen kommt, sondern vom Arbeiten mit denen.
    Ich muss wenn ich das less an all das hätte-könnte-würde welches dem grappling immer noch entgegengehalten wird denken ;-) oder wie leicht ein Boxkampf aussieht - wenn man noch nie einen hatte etc, schon sehr wahr!!!

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