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Thema: Blinder Schüler

  1. #1
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    Standard Blinder Schüler

    Würde gerne hier den ein oder anderen Tip hören, wie man einen blinden Schüler unterrichten kann.

    Bisher handhaben wir als Trainerteam es so, dass wir versuchen die Angriffe und Abwehren sehr bildlich zu erklären. Als erstes greift er dann an, wobei er von einem Trainer geführt wird. Danach greift jemand den blinden Schüler an und einer der Trainer führt die Arme und Beine des Schülers und erklärt dabei erneut. Danach kriegt er es alleine sehr gut hin. Bei Kontaktangriffen ist es alles kein Problem.
    Bei einfachen Schlag- und Trittangriffen braucht er ein akkustisches Signal auf das er reagieren kann.

    Wie kann man es weiter ausbauen?
    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  2. #2
    gast Gast

    Standard

    Darf ich fragen welchen Stil ihr mit ihm trainiert?
    Finde es toll wenn gehandicappte Leute unterstützt werden und ihr euch offensichtlich auch in der freizeit gedanken macht

  3. #3
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    Zitat Zitat von Rentner Beitrag anzeigen
    Darf ich fragen welchen Stil ihr mit ihm trainiert?
    Finde es toll wenn gehandicappte Leute unterstützt werden und ihr euch offensichtlich auch in der freizeit gedanken macht
    "Stinknormales Jiu Jitsu".
    Jetzt wo ich derzeit nicht aktiv trainieren kann, kommen mir vermehrt solche Gedankenspiele.
    Sonst war es immer nur so, wenn ich meine Einheit geplant habe, wie integriere ich ihn am besten, welche Vergleiche kann ich bringen, um eine Bewegung klar zu machen.
    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  4. #4
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    Zitat Zitat von Schnueffler Beitrag anzeigen
    Würde gerne hier den ein oder anderen Tip hören, wie man einen blinden Schüler unterrichten kann.
    Vorab: Keine Ahnung, ob es Ausnahmen waren oder grundsätzlich funktioniert und auch meine Erfahrung mit dem Thema ist nicht „weltbewegend“, andererseits war ich der einzige Trainer im Umkreis, der sich dem überhaupt angenommen und sie betreut hat. (Ach und ich hab keine Ahnung, ob man das aus dem Boxen und MT überhaupt übertragen kann.)

    Angriffe und Verteidigungen konnten immer gut (und sehr bildlich illustriert) erklärt und verstanden werden, Griffe wurden oft geführt - hatte die Person noch die Möglichkeit Schemen oder Hell und Dunkel zu erkennen, wurde mit intensiver Beleuchtung und ähnlich eines Schattenspiels gearbeitet. (In diesem Fall war es meist auch leichter beim Sparring, man brauchte nur (sehr) helle Lichter am Helm und den Handschuhen, da das Training meist abends stattfand.) Sonst ähnlich wie Du es beschreibst: Von hinten an die Person herantreten und die Person wie eine Puppe führen.

    Funktioniert hat es gut durch eine sehr clinchlastige Kampfweise. (Notfalls wurde die Deckung hochgenommen und der Clinch aufgezwungen.) Auch das Boxen funktioniert nach einer Weile ganz gut - man benötigt lediglich einen etwas ruhigeren Platz (ohne Musik reichen ein paar Meter abseits der Gruppe), Glöckchen, die bereits bei der kleinsten Bewegung bimmeln (oder Manschetten, die einen konstanten Ton von sich geben - doch die gingen mir irgendwann gewaltig auf die Nerven... - und bevorzugt mit unterschiedlichen Tönen, geht allerdings auch so). Je eine Manschette mit Glocken pro Handschuh, eine um den Hals oder an den Helm, eine am Hosenbund und eine pro Schienbeinschoner. Knie und Ellenbogen wurden im Laufe der Zeit durch Erfahrung herausgefunden und beispielsweise dadurch, dass bei einem Knie zwar das Glöckchen am Schienbeinschoner bimmelt, jedoch nicht näher auf einen zukommt und dementsprechend nicht lauter wird, während es sich bei Ellenbogen sogar von einem entfernt. (Am Rande: Ich bewundere es immer noch, dass das tatsächlich funktioniert hat und nein, hartes und explosives Sparring war so auch nicht möglich... Trotzdem aufpassen, dass die Manschetten an Stellen angebracht werden, die man eigentlich nicht trifft und dementsprechend gut sollte der Trainingspartner sein, dass er notfalls den Treffer noch anders nehmen kann. Am Helm beispielsweise auf der Oberseite, an den Handschuhen am Klettverschluss (Boxen: Innenseite; MT: Außenseite), an den Schienbeinschonern die untere Schlaufe.)

    Pratzenarbeit mit sehr klaren Ansagen und einem konstant piependen Sender unten an den Thai-Pads befestigt - Ansage: „Schlag/Tritt höher als Du das Signal wahrnimmst“. Mit Thai-Pads funktioniert es, solange man wirklich konstant redet/erklärt und das Signal laut und dauerhaft hörbar ist - keine Schläge nach Gefühl bzw. ohne Ansage! Für Boxpratzen habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, der Sender in den Handschuhen geht kaputt, am Handgelenk verwirrt der Ton und daran lief es häufig darauf raus, dass ich die Schläge regelrecht abfangen und herausfischen musste, damit sie nicht verfehlen. Die beste Erfahrung habe ich mit (Vollvisier-) Helmen gemacht. Die ganze Zeit reden und er Schlägt und tritt direkt auf den Mann ein.

    Im Clinch gab es nie Probleme, auch die Korrekturen wurden aufgrund eines guten Körpergefühls schnell umgesetzt, sonst packt man halt kurz zu und bringt ihn in die gewünschte Position, die sich dann schnell und gut gemerkt wurde.
    Grundsätzlich hat es immer aus einem Grund funktioniert - oder halt auch nicht - und das war die Kommunikation gepaart mit einem Trainingspartner, der ein gutes Gefühl hat, um nicht zu über- und nicht zu unterfordern. Viele haben deutlich zu viel Rücksicht genommen, Ausnahmen haben jedoch auch gekämpft, als stünde ein Wettkämpfer vor ihnen.
    (Joggen im Freien funktioniert, ist jedoch sehr anstrengend .)

    Ging ein Bisschen in diese Richtung:


    LG

    Vom Tablet gesendet.

  5. #5
    Gast Gast

    Standard

    Interessante Frage, vorab ich habe keine praktischen Erfahrungen damit, aber gebe trotzdem meinen Senf dazu.

    Ich denke man muss hier einen angepassten Stil lehren. Klassisches Pratzentraining würde ich z.B. nicht oder kaum machen, da die Person vermutlich niemals einfach "in die Luft" schlägt. Wie Narexis schreibt, würde ich sehr Clinch-/Grifflastig vorgehen. Gute Deckung mit konstantem fühlen nach aussen/vorne, Würfe, Ellenbogen etc... Statt Pratzentraining Schlagkrafttraining am Sandsack.

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