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Thema: Mehrere Stile gleichzeitig trainieren

  1. #1
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    Standard Mehrere Stile gleichzeitig trainieren

    Mich würde einmal interessieren wie es all die an Board sich einteilen, die mehrere Stile gleichzeitig trainieren. Hier insbesondere all die, die mehr als zwei Stile (scheinbar) aktiv ausüben.
    Wie managt ihr das zeitlich - hier interessiert mich die Perspektive auf ein mehrjähriges Training, also nicht nur ein paar Wochen mal dem Enthusiasmus freien Lauf lassen? Sind beide "gleichberechtigt" - oder einer nur ein "Zubehör" in dem ihr z.B. die Techniken eures Hauptstils vertiefen könnt - und wie ist das dann bei dreien, oder sogar mehr?
    Wie seht ihr die Gefahr des verzettelns? Es dürfte wohl kaum viel bringen viermal die Woche in vier vollkommen verschiedene Geschichten zu gehen.



    Ich selber habe für mich herausgefunden das bei 2 Stilen die Obergrenze erreicht ist, insbesondere wenn ich wirklich auch mehrfach die Woche in beiden Stilen trainieren möchte.
    Darüberhinaus erscheint es mir leichter wenn das Angebot in derselben Schule stattfindet. Ich kann mir nur schwer vorstellen mehrmals die Woche diverse Schulen abzuklappern - zumindest über Jahre hinaus. Ganz abgesehen von möglichen Konflikten was die Traningszeit, Wettkämpfe usw. angeht.

    Wie sind eure Erfahrungen?

  2. #2
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    Es kommt darauf an. Ich habe z.B. Karate trainiert als ich jung war und beim gleichem Lehrer SV. Zur gleichen Zeit Judo und Ringen im Schulsport. Zwischendurch verschiedenes was auch mit dem Wohnortwechsel zu tun hatte. Von Shaolin kungfu bis krav maga und mma training, und sprech ich nur von Sachen die man mehr als 2 Jahre trainiert hat. Über Seminare, Sparring und austausch etc. Würde mich niemals als Schwarzgurt im Shorin ryu(kyudokan karate (patrick rault)) bezeichnen, obwohl ich im Seminar bei den Schwarzgurt träger trainieren "musste". Und die Sachen die man übt kann man auch als KK/KS angeben. Und ich z.B. gebe nicht mal yi quan als "kampfkunst" an obwohl ich es genauso trainiere wie mma und was dazu gehört wie auch Boxen Grappling, K1, BJJ, Muay Thai u.s.w.... Kann im Stock sparring auch bei Arnis Zürich mithalten. Könnt ihm ja auch fragen. Schüler von Frank Sobrino. Deswegen geb ich ja trotzdem nicht als KK Arnis/Escrima/Kali an. Es geht ja darum was man in seinem training macht. Und ja es gibt Mebschen die so vieles investieren und sich in verschiedenen Sachen behaupten können.

  3. #3
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    Damals habe ich Jiu Jitsu, Karate, ATK und Kickboxen gleichzeitig betrieben. Alles in einer Schule und somit war ich 5 Tage die Woche da.
    Es war nichts dabei, was komplett gegen das andere gewirkt hat, sprich es hat sich ergänzt.
    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  4. #4
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    So sehe ich das auch wenn mann richtig trainiert ergänzt sich das.

  5. #5
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    Ja, aber was ist richtig trainieren? Und wie genau sah die Einteilung aus wenn sie nicht vom Schulangebot vorgegeben war, sondern wenn ihr individuell euren Trainingsplan gestaltet habt? Mich interessiert hier dezidiert die mehrjährige Erfahrung, darum habe ich auch keinen faden zu ähnlichen Themen aus dem Anfängerforum aufgegriffen.

  6. #6
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    Bei mir war es jede Disziplin 2x die Woche a 90 min.
    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  7. #7
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    Ich selber trainiere z.B. nie beide Stile in der gleichen Intensität. Es gibt immer einen "Liebling" - bzw einen wo ich das gefühl habe mehr machen zu müssen. Zu mehr als zwei Stilen: wie oft habt ihr die dann genau trainiert? Ich stelle mir das doch recht knifflig vor. Ich meine wenigstens zweimal sollte es ja doch sein, damit sind wir aber auch schon bei Mimimum vier Einheiten pro Woche - so fängt aber kaum einer an (darum eben auch: keine Anknüpfung an die Anfängerfäden zu scheinbare ähnlichen Themen).

  8. #8
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    Angefangen habe ich mit Jiu Jitsu und das war auch immer mein Hauptstil. Den Rest habe ich immer nur als Ergänzung angesehen.
    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  9. #9
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    Bei mir ist es ähnlich wie bei schnueffler.
    Mein Standbein ist ebenfalls JJ, ich trainiere aber ebenfalls noch (leider nur jeweils einmal die Woche, weil ich in drei Vereinen bin und sich entsprechend die Zeiten beißen. Da habe ich nach persönlichen Prioritäten entschieden) Judo, Karate, ATK und Kickboxen.
    Nichts steht sich davon im Wege, alles komplementiert sich ganz gut.

  10. #10
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    Ich habe ursprünglich JJ intensiv trainiert und bin so über Hanbo zum Kobudo gekommen. JJ und Hanbo habe ich gleichzeitig trainiert. Schwerpunkte habe ich nur vor irgendwelchen Events wie Prüfungen ect. gesetzt. Über Hanbo bin ich zum moderenen Kobudo gekommen und bin jetzt im Okinawa Kobudo zu Hause, sowie Shorin Ryu Karate. Beide Stile übe ich für mich intensiv, da es gesundheitlich auch nicht mehr anders geht. Bin daher froh, daß es so viel Vielfältigkeit in den KK gibt und ich die trotz Einschränkungen noch machen kann. Wettkampf oder knallharte Zweikämpfe kommen für mich eh nicht mehr in Frage.
    Zwei und mehr Sachen zu trainieren finde ich schwierig. Es ist zeitlich kaum machbar. Wenn man natürlich einen Verein oder Gruppe hat, wo mehr Sachen angeboten werden, machts das zumindest leichter und man muß nicht noch in andere Dojos fahren.

    Im Moment bin ich noch freischaffend und trainiere für mich. Ab September habe ich vermutlich dreimal die Woche eine Übungsstunde, wo ich als ÜL tätig bin. So weit es möglich ist, werde ich mein Training da mit einbauen. Werde Karate und Hanbo anbieten und versuchen, dass, soweit es möglich ist, auch zu verknüpfen.

  11. #11
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    Letztes Jahr: Wu Taiji, Chen Taiji, ZiRanMen und Ving Tsun.

    Viel Solo-Training, Wochentrainings je Stil max. 1 - 2 Termine. Vier komplexe, anspruchsvolle Stile sind
    (mir) dann definitiv zu viel geworden, weshalb ich schweren Herzens mit Chen aufgehört habe.

    Das ging aber auch nur gut weil ich (sehr) viel Zeit hatte. Jetzt versuche ich zu erhalten so gut es eben geht...

    Wenn man die Trainingszeit aufbringen kann ist das jedoch eine feine Sache. Vieles ergänzt sich sehr gut; auch wenn man manchmal schon sehr deutlich
    umschalten und sich andersartig bewegen muss. Es geht (mir) im Kern ums "sich bewegen" lernen, um Skills und um Attribute. Und da jeder Stil da eigene
    Schwerpunkte, Herangehensweisen und Methoden hat ist die Vielfalt ein Gewinn.

    Viele Lehrer sind da leider nicht so offen für und viele wundern sich auch wie man das "unter einen Hut" bringt. Aber wenn man die Kampfkunst mal etwas entmystifiziert betrachtet und einen hinkenden Vergleich zu Hilfe nimmt: es gibt ja auch Menschen die Laufen, schwimmen und Radfahren unter einen Hut bringen (nennt sich Triathlon oder so), die verschiedene Tänze beherrschen, mehrere Sprachen sprechen, mehrere Instrumente spielen usw.

    Manche kommen beim Versuch völlig durcheinander, andere kommen (gut) klar. Ich sehe es primär als Frage der Zeit und Arbeit die man
    hineinstecken kann und will. Es ist wie so vieles (und das ist eine klare Gemeinsamkeit zu den genannten Beispielen) Übungssache.
    Kämpfe nicht gegen jemanden oder etwas -
    kämpfe für jemanden oder etwas.

  12. #12
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    Primär trainiere ich Kickboxen, parallel eine ganze Zeit lang Aikido, aktuell gerade zusätzlich mit BJJ angefangen (da aber noch keine "Langzeiterfahrung").
    Aikido habe ich jetzt aber erstmal aufgegeben, Zeit ist das große Problem zur Zeit sinds 2-3 (je nachdem wie es zeitlich hinhaut) Einheiten Kampfsport die Woche (2x KB, 1x BJJ). Mehr ist nicht drin (neben etwas joggen und Krafttraining), da beruflich sehr eingespannt aktuell, dazu kommt Familie die auch ein wenig Zeit beansprucht, Freunde und andere Hobbies. Alles unter eine Hut zu bringen ist da schwer ...

    Geklappt hat das mit Aikido parallel ganz gut, ist schon eine "andere Welt" als Kickboxen
    Denke auch BJJ ist hier auf lange Sicht problemlos als Ergänzung möglich, macht jedenfalls viel Spass

  13. #13
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    Ich trainiere Standkampf mit Schlagen und Treten, Clinch mit Werfen und den Bodenkampf und auch wenn alles verschiedene Techniken beinhaltet, sehe ich das Ganze aus der Perspektive von Bewegung. Für mich ist alles das Gleiche, es basiert auf den selben Bewegungsprinzipien und von daher ist das Training von 3 Distanzen (Oder Stilen), mehr oder weniger das selbe für mich.............

  14. #14
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    Zitat Zitat von okami 04 Beitrag anzeigen
    Wie managt ihr das zeitlich [...]? Sind beide "gleichberechtigt" [...] und wie ist das dann bei dreien, oder sogar mehr?
    Wie seht ihr die Gefahr des verzettelns?
    [...]
    Ich spreche im Folgenden nur für mich, halte es ziemlich oberflächlich und skizziere es nur kurz als möglichen Einstieg .

    Die Grundlagen müssen stimmen und ich muss eine gefestigte Basis haben.

    „Kurze“ intensive Phasen oder periodisiertes Training funktionieren relativ gut, von einigen Monaten bis hin zu wenigen Jahren, bei denen der Schwerpunkt wechselt und man lediglich am Erhalt arbeitet.
    Dauerhaft funktioniert es, wenn man sich Schwerpunkte setzt - oder akzeptiert, dass man Potential verschenkt - und sich im Klaren ist, dass irgendeine (oder alle) Disziplin vermutlich darunter leiden wird. Je mehr trainiert wird, desto mehr nimmt man natürlich auch mit. (Ich kann bei 4x MT und 2x Boxen pro Woche mehr mitnehmen als bei 1x MT und 1x Boxen)

    Die zentrale Frage wäre, was ich damit erreichen will (Ziel). Habe ich einen Hauptstil und ergänze ihn - oder trainiere (z. B. zum Spaß) nebenher noch anderes - oder möchte ich beide Stile gleich gewichten und bin dementsprechend in beiden Stilen schlechter und mache langsamere Fortschritte, als ich machen würde, wenn ich klar priorisieren würde; dafür bin ich dann in meinem „zweiten Stil“ natürlich besser. Einfacher wird es, wenn beide Stile Hand in Hand gehen.

    Die nächste Frage wäre, weshalb man es macht und ob es einen Übertrag gibt oder die Stile sich sogar gegenseitig behindern können. MT und Boxen bieten sich z. B. an und da nimmt man auch bereits bei 1x Training pro Woche etwas Gewinnbringendes mit. Beim Boxen und BJJ sieht es da schon ganz anders aus und es sollte einem klar sein, dass man bspw. im BJJ mit 1x Training pro Woche (viel) länger brauchen wird, um Fortschritte zu machen. Dann gibt es natürlich auch noch den Grund, dass man einfach Zeit hat und z. B. bereits die Einheit davor mitgenommen hat und noch etwas auf der Matte bleiben will .

    Dahingehend gäbe es noch die Frage, ob man die Stile persönlich soweit trennen kann (oder sie sich schlicht nicht nennenswert beißen). Während MT und BJJ oder Boxen sich ziemlich gut ergänzen und man Großteils nicht differenzieren muss (oder sogar im Training analog zu seinem „Hauptstil“ agieren kann), da es sich nicht oder nicht im problematischen Sinne überschneidet, sieht es bei MT und TKD z. B. ganz anders aus. Komme ich also damit klar, einen Schalter umlegen zu müssen und Techniken (teilweise im Detail) anders auszuführen und dadurch einen Übertrag in den Hauptstil zu generieren. (Das war im BJJ z. B. deutlich leichter, da es sich primär um die Clincharbeit und Würfe gehandelt hat und im Boxen steht es den „unflexiblen“ Personen sogar frei, komplett wie im MT zu boxen und sich selbst die boxtypischen Punkte, die im MT Probleme machen, nicht anzueignen. Im TKD hat es bei mir funktioniert, andere hatten (sehr) große Probleme und haben sich teilweise sogar in ihrem Hauptstil bzw. beiden Stilen verschlechtert.)

    Dann natürlich der zeitliche Aspekt. Wenn Stil A nur 2x pro Woche Training angeboten wird, kann ich ohne nachzudenken noch 2x pro Woche Stil B dazu nehmen. Wird jedoch täglich Stil A angeboten oder habe ich die Möglichkeit (und Erlaubnis) Stil A nebenher noch in einem anderen Team zu trainieren, spielt es erst da mMn eine Rolle, sich Gedanken zu machen und zu gewichten, ob es mir mehr bringt, 5x pro Woche A zu trainieren oder ob ich mit 4x A und 1x B genauso weit komme oder sogar doppelte Einheiten (mit individueller Intensität) in Betracht ziehe und somit neben den 5x A noch 1-2x B trainiere und dort die Intensität so anpasse, dass A nicht darunter leidet. Habe ich überhaupt genug Zeit, so viel zu trainieren? Falls nein, ist man wieder beim Punkt der Prioritäten. Mit 2-3x pro Woche MT werde ich viel weiter kommen als mit 1x MT, 1x BJJ und 1x HEMA. Bei genug Zeit oder Übertrag kann man auch >2 Stile trainieren oder muss weitere Abstriche machen. Gleichzeitig auch hier wieder die Frage nach dem Ziel - was macht z. B. mehr Spaß und wie groß sind die Abstriche, wenn man eine Laufeinheit mit koordinativen Elementen durch Stil X ersetzt oder sogar eine Regenerationseinheit durch entspanntes Training im Breitensportverein voller Familien.

    Entscheidend ist auch die Regeneration. Bin ich überhaupt in der Lage, so viel zu trainieren oder behindere ich mich und wenn ich es nicht bin, wie möchte ich meine Kapazitäten nutzen.

    Was auch nicht vernachlässigt werden sollte, ist die Psyche. Ich habe immer wieder mitbekommen, wie Leute nicht damit klarkamen, dass sie neben ihrem Sport 1-2x pro Woche einen anderen trainiert haben und dort von jedem, der nach ihnen angefangen hat, überholt wurden oder sich nur sehr langsam verbessert haben. Auch war für manche der Sportler ein Problem, dass sie in ihrem Hauptstil gut und weit fortgeschritten waren, während sie in den anderen Stilen (lange) zu den Anfängern gehört haben. Das unterscheidet sich auch je nach Stil.

    Gibt noch viele weitere Punkte, doch das sollte erst einmal reichen.

    _____

    Man kann es natürlich auch „nur“ wegen dem Spaß usw. machen, dann dürfte das nicht so ins Gewicht fallen und dann spielt es mMn auch keine Rolle, wie es geplant ist. Die Frage für mich wäre schlicht: Möchte ich etwas richtig können und nebenher ein paar weitere Fähigkeiten erwerben (oder einen Ausgleich schaffen), ggf. sogar im Bereich der Fähigkeiten vom (Haupt-)Können profitieren (vice versa) oder möchte ich alles ein Bisschen können und nichts richtig gut.

    Man kann es auch machen, ohne sich Gedanken zu machen und es einfach ausprobieren.

    (Wovon ich überhaupt nichts halte, ist es, als absoluter Anfänger mehrere Stile gleichzeitig zu trainieren, die nur marginale Schnittmengen aufweisen. Das sieht man dann ganz gerne im MMA, wenn die Leute 3 Jahre 2-3x pro Woche alles irgendwie trainieren und nichts davon auch nur irgendwie können. Das funktioniert meiner Erfahrung nach nicht ohne entsprechenden/-des Trainingsaufwand und -pensum.)

    Was ich auch gänzlich anders sehe als Björn ist die „simple“ Aufteilung in Distanzen bzw. dass sogar alles eigentlich das Gleiche ist. Dafür unterscheidet es sich viel zu sehr. Der Clinch ist anders im MT als im MMA oder im Ringen. Die (runden) Kicks im TKD werden komplett anders ausgeführt als meine gezogenen Kicks im MT - und im TKD galt da nicht der Grundsatz, dass es passt, solange die Wirkung stimmt oder man sich sogar Input von außen holt, der lt. Regelwerk zulässig ist. Man wird sich immer dem jeweiligen Regelwerk oder der Situation, für die man trainiert, unterwerfen. Auch im MMA ist es etwas anderes und schlussendlich habe ich es auch anders kennengelernt, ob es (ganz trivial) bewaffnetes oder unbewaffnetes clinchen ist. (Im Lethwei wurde ich erstmals darauf aufmerksam, was bereits „Kleinigkeiten“, wie Kopfstöße, im sonst identischen Clinch ausmachen können...)

    Auch die Bewegungsprinzipien dahinter sind (teilweise vollkommen) anders. Ähnlich wie der Vergleich zwischen Radfahren und Autofahren. Gleichzeitig trainiere ich einen Stil, um auch die stileigenen Dinge zu berücksichtigen und zu können. Nur weil ich hart treten kann, heißt das nicht, dass ich TKD trainiere. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob ich TKD, Boxen oder MT trainiere, auch wenn alle schlagen. Die Prinzipien hinter dem Hüfteinsatz sind bspw. häufig andere. Die Schläge sind anders und auch die damit verbundenen Bewegungsprinzipien. Auch das ist manchmal der Anpassung an bestimmte Situationen oder Regelwerke (oder schlicht dem Stil) geschuldet, wenn man es ganz pragmatisch nur auf die Anwendung (fernab vom Stil) reduzieren will. Man kann alles bis zur Unkenntlichkeit vereinfachen, pauschalisieren oder verwässern, doch sind mMn genau die Details ausschlaggebend und ich trainiere unter anderem die Stile, damit ich diese Details lerne und davon profitieren oder sie übertragen kann. Viel von den ganzen „inneren“ Dingen, die man angeblich nur spüren und nicht erklären könne, wurden dadurch erklärt, da andere es doch konnten und es auf einmal in keinster Weise magisch oder geheim war. Dabei macht es dann allerdings bereits einen großen Unterschied, ob die Bewegungsprinzipien sich nur minimal unterscheiden und aus genau diesem Unterschied die „Magie“ resultiert. Gleichzeitig hat diese Reduktion häufig Diskussionen bereits im Ansatz unterbunden, war ja alles dasselbe.

    Deshalb halte ich es auch für wichtig, klar zu differenzieren, zu reflektieren und sich über jedes Training Gedanken zu machen. Man muss es nicht zu kompliziert machen, doch wenn man daraus einen Einheitsbrei konstruiert, würde ich mir direkt zwei simple Fragen stellen; wobei die zweite Frage gewinnbringender sein dürfte: Warum trainiere ich dann überhaupt unterschiedliche Stile oder hole mir unterschiedlichen Input?
    Wenn es keinen Unterschied gibt, warum erkennt man ihn dann teilweise bereits auf den ersten Blick und wenn es immer dieselben Prinzipien sind, warum werden die Techniken dann so unterschiedlich ausgeführt?

    Wettkämpfe in unterschiedlichen Sportarten fand ich immer angenehm und waren selten ein Problem - insbesondere wenn man klare Prioritäten hatte. Problematischer war es, wenn man in unterschiedlichen Teams Stil A trainiert hat und da kam es nicht immer gut an, wenn man klar kommuniziert hat, dass man zwar auch Team B unterstützen wird, man jedoch immer zu Team A gehören wird - wobei die Offenheit eigentlich immer dafür gesorgt hat, dass man als "Freund des Teams" mit trainieren durfte usw. Ob jemand nur 1x die Woche kommt, weil er nicht häufiger kann oder weil er keine Lust hat oder weil er wo anders trainiert, hat eigentlich nie jemanden (lange oder nennenswert) interessiert. Man wird halt nie zum "Kern" dazugehören . Je besser sich die Teams untereinander verstehen, desto besser läuft es.
    Ob es unterschiedliche Schulen waren oder nicht, hat für mich nie einen Unterschied gemacht. Es war leichter, in derselben Schule einfach die darauffolgende Einheit mitzunehmen oder alleine zu trainieren; ob ich an Tag A allerdings nach A oder B fahre, war wenig relevant.

    Schlussendlich bleib ich aber dabei: Jeder so wie es ihm Spaß macht, er Zeit hat und seine Ziele erreichen will. Sonst kann man das auch mit dem Trainer absprechen.

    (/e: Mehrjährig MT; Boxen, TKD, BJJ, MMA. Aktiv MT; BJJ und MMA, gelegentlich Boxen.)

    LG

    Vom Tablet gesendet.
    Geändert von Narexis (25-04-2018 um 19:18 Uhr)

  15. #15
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    @Narexis: vielen Dank für deine ausführliche Antwort. In der Tat habe ich gerade das psychologische Problem in einem Stil Anfänger und im anderen Fortgeschrittener zu sein bei einigen Leuten miterlebt. Das Ende vom Lied war das der Anfänger-stil wieder verlassen wurde.
    Ebenfalls sind mir einige Kerle bekannt die von Anfang an Vollgas gaben, teils ihre drei Stile 5/6 Mal die Woche trainierten und dann nach relativ kurzer Zeit wieder verschwanden. Dazu zähle ich auch noch die Zeitdauer von 2 Jahre... Ich denke man "muss" sich langsam hochsteigern.
    Der schlimmste Fall den ich kenne ist ein schon etwas älterer Herr der seine vier (!!!) Stile nebeneinander her trainiert. Er hat schon einigermaßen hohe Schülergrade (jeweils blaugutr im Karate und Krav Maga, Judo weiß ich nicht mehr genau....ins Kickboxen geht er auch) aber ehrlich gesagt "nichts" kann (siehe Sparring).
    Ich für mich habe / hatte immer einen klaren Hauptstil. Bis zum jahresbeginn war es Krav Maga, nun ist es BJJ, geblieben ist mir mein "add-on" KB. Ich empfinde BJJ als viel zu anspruchsvoll um es "ein bisschen" nebenher zu machen - und es begeistert mich zu sehr. Im krav war es dagegen gegen Ende eher so, das ich öfter zum Kickboxen gegangen bin, weil mir dort das arbeiten an den Techniken schlüssiger erschien (also denen die identisch waren mit den Geschichten die wir im Krav gemacht haben).

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