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Thema: This Is Your Brain On War

  1. #1
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    Standard This Is Your Brain On War


  2. #2
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    "In other words, on a physiological level, there’s no difference between preparing to free fall from the edge of space and preparing to kick down a door in an insurgent-held sector of Ramadi."

    Stimmt nachweislich nicht. Auch geübte Ringsportler frieren in realen Situationen oft ein. Gibt genügend Fäden hier auf'm KKB nach dem Motto "Ich mach seit 1000 Jahren Muay Thai aber in einer echten Selbstverteidigungssituation kann ich nichts!"
    Auch Leute wie Ricky Hatton oder Dirk van Tichelt (Judoka) haben in realen Situationen schon die Backen voll gekriegt.
    Andere Sportler haben damit gar keine Probleme - und das sind tatsächlich nicht unbedingt die, die dann im Ring oder Käfig alles plattmachen, s. Lenny McLean oder Lee Murray. Real und Ring sind halt zwei Paar Schuhe.
    Geändert von Spud Bencer (28-04-2018 um 19:59 Uhr)

  3. #3
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    Ich will jetzt nicht auf den sportlichen Aspekt eingehen, den halte ich für teilweise wahr, aber ganz davon abgesehen:
    Wow, was für ein mega interessanter Artikel

  4. #4
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    Zitat Zitat von Spud Bencer Beitrag anzeigen
    "In other words, on a physiological level, there’s no difference between preparing to free fall from the edge of space and preparing to kick down a door in an insurgent-held sector of Ramadi."

    Stimmt nachweislich nicht.
    Nachweislich?
    Hast Du Zugriff auf die physiologischen Daten von Baumgartner während der Vorbereitung auf seinen Sprung aus 34 km Höhe und die entsprechenden Daten eines Soldaten in der Vorbereitung, in feindlichem Gebiet eine Tür einzutreten?

    Zitat Zitat von Spud Bencer Beitrag anzeigen
    "
    Auch geübte Ringsportler frieren in realen Situationen oft ein.
    Welche der beiden beschriebenen Situationen ist denn Deiner Meinung nach nicht real?
    In dem verlinkten Artikel wird beschrieben, dass ein geübter Fallschirmspringer, Basejumper und VK-Kampfsportler den genannten Sprung aus Angst beinahe nicht angetreten hätte.

    Zitat Zitat von Spud Bencer Beitrag anzeigen
    Gibt genügend Fäden hier auf'm KKB nach dem Motto "Ich mach seit 1000 Jahren Muay Thai aber in einer echten Selbstverteidigungssituation kann ich nichts!"
    Haben die im Muay Thai-Training Angst und gelernt, trotz dieser Angst handlungsfähig zu bleiben?
    Denn darum geht es nach meinem Verständnis in dem Artikel: Dass Mentaltraining, das sich im Sport zur Vorbereitung auf angstbesetzte Situationen bewährt hat, auch erfolgreich bei der Vorbereitung von Soldaten auf angstbesetzte Situationen eingesetzt werden kann, weil Angst auf einem fundamentalen Level Angst ist und die gleichen physiologischen Mechanismen dahinterstecken.
    Es wird nach meinem Eindruck nicht behauptet, dass man durch Boxtraining auf einen Kriegseinsatz vorbereitet ist.
    Allerdings kann man m.E. vermuten, dass jemand, der aufgrund seines Sports des Öfteren in angstbesetzten Situationen war und gelernt hat, in diesen Situationen trotz Angst handlungsfähig zu bleiben, auch in anderen Situationen mit ähnlichem Angstlevel handlungsfähig bleiben kann.
    Wenn allerdings einer in 1000 Jahren Muay Thai noch nie auf einem Angstlevel wie in einer SV-Situation war, hatte er (in diesem Training) auch keine Gelegenheit zu lernen, mit einem entsprechenden Angstlevel umzugehen.

  5. #5
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    Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen
    Nachweislich?
    Hast Du Zugriff auf die physiologischen Daten von Baumgartner während der Vorbereitung auf seinen Sprung aus 34 km Höhe und die entsprechenden Daten eines Soldaten in der Vorbereitung, in feindlichem Gebiet eine Tür einzutreten?
    Wozu sollte ich die brauchen?

    Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen
    Denn darum geht es nach meinem Verständnis in dem Artikel: Dass Mentaltraining, das sich im Sport zur Vorbereitung auf angstbesetzte Situationen bewährt hat, auch erfolgreich bei der Vorbereitung von Soldaten auf angstbesetzte Situationen eingesetzt werden kann, weil Angst auf einem fundamentalen Level Angst ist und die gleichen physiologischen Mechanismen dahinterstecken.
    Es wird nach meinem Eindruck nicht behauptet, dass man durch Boxtraining auf einen Kriegseinsatz vorbereitet ist.
    Allerdings kann man m.E. vermuten, dass jemand, der aufgrund seines Sports des Öfteren in angstbesetzten Situationen war und gelernt hat, in diesen Situationen trotz Angst handlungsfähig zu bleiben, auch in anderen Situationen mit ähnlichem Angstlevel handlungsfähig bleiben kann.
    Wenn allerdings einer in 1000 Jahren Muay Thai noch nie auf einem Angstlevel wie in einer SV-Situation war, hatte er (in diesem Training) auch keine Gelegenheit zu lernen, mit einem entsprechenden Angstlevel umzugehen.
    Darum geht's doch. Der Artikel sagt "Extremsport = selbe Gehirnaktivität wie Krieg -> Man kann sich durch extreme sportliche Erfahrungen auf den Krieg vorbereiten." Denn es geht ja um Gewöhnung.
    Und das stimmt halt nicht - es sind zwei verschiedene Sachen, deswegen bereitet einen Sport nicht auf den Ernstfall vor. Der Artikel ist wohl eher der Sportverliebtheit der Amis geschuldet, und die Ergüsse vom Grossmann sind nun wirklich nicht unumstritten.

    Anderes Beispiel: Aldo Nadis Geschichten über Sportfechter, die mal mit echten Waffen ranmüssen.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Spud Bencer Beitrag anzeigen
    Wozu sollte ich die brauchen?
    Um wirklich nachzuweisen, dass die zitierte Aussage falsch ist.
    Denn wenn die nachweislich falsch ist, kann man das auch nachweisen.
    Und wie sollte man nachweisen, dass in zwei extremen Situationen unterschiedliche physiologische Reaktionen auftreten, wenn man keine Daten über diese physiologischen Rektionen hat?

    Zitat Zitat von Spud Bencer Beitrag anzeigen
    Darum geht's doch. Der Artikel sagt "Extremsport = selbe Gehirnaktivität wie Krieg
    Das erscheint mir grobe Vereinfachung.
    Der Artikel sagt, "physiologische Erregung ist physiologische Erregung" unabhängig davon, wie die nun konkret verursacht wurde.
    Aber da gibt es natürlich unterschiedliche Erregungsniveaus, die nicht unbedingt mit der realen Gefahr korrelieren.

    Zitat Zitat von Spud Bencer Beitrag anzeigen
    -> Man kann sich durch extreme sportliche Erfahrungen auf den Krieg vorbereiten." Denn es geht ja um Gewöhnung.
    Das ist nun Deine Schlussfolgerung.
    Laut Artikel haben ja Baumgartner seine 2000+ Fallschirmschprünge und 100+ Basejumps nicht gereicht, sich auf die Angst vor einem 34km-Sprung vorzubereiten:

    When Baumgartner tried to back out of the jump, Red Bull called in their secret weapon: a renowned performance psychologist named Dr. Michael Gervais, who quickly got the 43-year-old athlete’s anxiety under control.


    Tatsächlich las ich in dem Artikel nicht, dass man sich mit (Extrem)Sport auf den Krieg vorbereiten kann, sondern dass man mit den gleichen psychologischen Werkzeugen, die man nutzt, um die Performance von Sportlern zu erhöhen, auch die Performance von Soldaten erhöhen kann.
    Diese Werkzeuge müssen dann nach meinem Verständnis aber bezogen auf die konkrete Ziel-Situation oder nahe daran angewandt werden.

    Anything that we can use in the athletic world we can use in combat.
    That’s one of the greatest revolutions of our time in improving performance on the battlefield.”
    [...]
    Courage isn’t the absence of fear. It’s an ability to control it, or replace it with something else: anger, compassion, focus, loyalty to a cause greater than oneself. For a soldier, that ability can be enhanced by an understanding of how the brain and body function under extreme stress. Being able to identify these physiological processes, and knowing that they’re completely normal, can prevent crippling self-doubt, and thus more fear, from taking hold when they’re experienced in the heat of battle.

    Grossman behauptet, dass durch enstprechendes Training fast jeder in einer Gefahrensituation dazu gebracht werden kann, nicht einzufrieren, sondern in den Kampfmodus zu gehen:


    “As the blood drains from the face, blood drains from the forebrain, and there’s no rational thought,” Grossman explains. “I call that ‘condition black.’ And at condition black, the midbrain is in charge, and you’ll do what you’ve been trained to do — no more, no less. You will do what you’ve been programmed to do — no more, no less.”

    Thus, if a soldier reaches condition black and lacks adequate training, there’s a good chance he or she will freeze up. A well-trained soldier, on the other hand, will likely take action to neutralize the threat. “Given a clear and present danger, with today’s training almost everyone will shoot,” Grossman says.


    [kanken sieht das, wenn ich das richtig verstanden habe, etwas anders: er meint, dass durch entsprechendes Training die "condition black" vermieden werden könne und das Frontalhirn nicht durch ursprüngliche Zentren übersteuert wird und man auch mehr tun könne, als man durch Drill einprogrammiert hat.]

    Ich gehe mal davon aus, dass mit "Training" nicht Extremsport gemeint ist bzw. Extremsport höchstens dazu dient, den für Trainingssituation nötigen Erregungszustand herzustellen.
    Im Muay-Thai Training müsste man sich da von einem überlegenen Gegner nahe an den Freeze prügeln lassen, um zu lernen, weiterzumachen.
    In der SV gibt es für so was Stressdrills.
    Es geht also weniger um Gewöhnung, die im Falle von Sport IMO eher hieße, dass ich einerseits die Situation kenne und daher vieles an das Unterbewusstsein delegieren kann, so mehr Übersicht bewahre und andererseits die Erfahrung gemacht habe, dass es gar nicht so schlimm ist, wenn man mich schlägt, bzw. die Reaktionen geringer ausfallen.

    Zitat Zitat von Spud Bencer Beitrag anzeigen
    Und das stimmt halt nicht - es sind zwei verschiedene Sachen, deswegen bereitet einen Sport nicht auf den Ernstfall vor.
    .
    Zitier doch mal bitte, wo Du meinst, dass in dem Artikel steht, dass man durch Sport auf den Ernstfall vorbereitet wird.

    Zitat Zitat von Spud Bencer Beitrag anzeigen
    Anderes Beispiel: Aldo Nadis Geschichten über Sportfechter, die mal mit echten Waffen ranmüssen.
    Wieso sollte Sportfechten den Körper in Todesangst versetzen?
    Geändert von Pansapiens (29-04-2018 um 11:19 Uhr)

  7. #7
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    Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen

    Wieso sollte Sportfechten den Körper in Todesangst versetzen?
    Das sagt er doch gar nicht.

    Hast wieder Langeweile, was?

  8. #8
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    Zitat Zitat von Wong F. Beitrag anzeigen
    Das sagt er doch gar nicht.

    Hast wieder Langeweile, was?
    Wenn Du meiner Argumentation nicht folgen kannst, fragen oder Fresse halten.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen
    Wenn Du meiner Argumentation nicht folgen kannst, fragen oder Fresse halten.
    Ach. Schlechte Laune auch noch?
    Geändert von Wong F. (29-04-2018 um 13:26 Uhr) Grund: h

  10. #10
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    @Kanken: Wie siehst Du den Artikel?
    Geändert von ThomasL (30-04-2018 um 11:00 Uhr)

  11. #11
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    Kannte ich schon. Der Artikel ist absolut korrekt.
    Spezielle Einheiten haben spezielle Methoden um mit der Adrenalinwirkung umzugehen. Imagination spielt bei allen, die ich kenne, eine wichtige Rolle. Ebenso das sich „dem Adrenalin aussetzen“.
    Man kann lernen die „Condition Black“, wie der Zustand in dem Artikel genannt wird (ich nenne es Noradrenalin, das den OFC flutet) abzuwenden. Training halt. Wenn man so trainiert werden bestimmte Verknüpfungen zwischen verschiedenen Hirnarealen geschaffen, bzw. vertieft. Die Verbindung zu den Arealen im Mittelhirn und den Basalganglien ist das Interessante dabei, denn wenn die da sind bleibt man unter Noradrenalin handlungsfähig.
    Letztlich das was ich im letzten Artikel im Bereich Neurobiologie auf unserer HP geschrieben habe.

    Grüße

    Kanken

  12. #12
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    Standard Körpereigene Upper

    Halte ich für richtig, entspricht auch meiner eigenen Erfahrung mit extremen Situationen, auch die genannten Stages kommen abgeschwächt
    bei KV / gef. KV und etc. so vor.

    Die 2 % er (so Grossmann) ,die ich so kennengelernt habe, mochten extreme Sportarten und Hobbies, waren sehr cool und handlungsfähig bei
    geladenen Siuationen - die Sie schon oft erlebt hatten und wohl auch suchten (Beruf, stranges Hobby...)und Sie den ,,Trip" wohl genossen.

    Fazit -mit manchen ging ich dann nicht mehr Nachts aus weil das oft auf sowas hinauslief (so a' la : Geisterbahn / Horrorfilm nachspielen / ausagieren)
    und an unpassenden Stellen laut gelacht / gedisst wurde oder man forsch in Gruppen reinlief, die man besser umgeht.

    Die waren sehr gut in Form und mehrfach(!) formell ausgebildet ( Staat / Sport /Kunst) in realer Anwendung, aber es kann immer dumm laufen und dann
    wollte ich nicht mehr danebenstehen / mitreingezogen werden.

  13. #13
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    Hi,

    Grossman ist schon nicht verkehrt, aber die Frage ist immer: auf welchem persönlichen Level möchte man das Beurteilen (können wollen)? ;-)

    Spud Bencer:
    "In other words, on a physiological level, there’s no difference between preparing to free fall from the edge of space and preparing to kick down a door in an insurgent-held sector of Ramadi."

    Stimmt nachweislich nicht. Auch geübte Ringsportler frieren in realen Situationen oft ein. Gibt genügend Fäden hier auf'm KKB nach dem Motto "Ich mach seit 1000 Jahren Muay Thai aber in einer echten Selbstverteidigungssituation kann ich nichts!"
    Auch Leute wie Ricky Hatton oder Dirk van Tichelt (Judoka) haben in realen Situationen schon die Backen voll gekriegt.
    Andere Sportler haben damit gar keine Probleme - und das sind tatsächlich nicht unbedingt die, die dann im Ring oder Käfig alles plattmachen, s. Lenny McLean oder Lee Murray. Real und Ring sind halt zwei Paar Schuhe.
    Man kann nicht alles über einen Kamm scheren.
    Es gibt keine Konditionierung, die ansatzlos aus jedem Individuum eine "Maschine" machen - wohl hat aber jedes Individuum gewisse Talente, für die ein gewisses Training passt, um einen gewissen Stand zu erreichen. Was sagt das aus? Dass nicht jeder alles kann und können wird, die passende Konditionierung aber eine deutliche Verbesserung der Performance bringt.
    Und man darf eine Sache nicht verwechseln: Grossmann bezieht sich auf militärische Handlungsfähigkeit, das bedeutet hauptsächlich die Fähigkeit gezielt zu schießen und taktisch zu handeln. Da sind zwar spannende Ausführungen über Messer/Close Combat dabei, aber der Fokus liegt auf militärischem Handwerk und nicht auf raufende Kampfsportler.

    Der größte Trugschluss ist halt die Übertragung von Szenario auf Realkonfrontation.
    Das tut Grossmann explizit nicht, er beschreibt lediglich die Mechanismen, mit denen Hemmungen ausbildungstechnisch überwunden werden - diese Mechanismen sind im Leistungssport und in moderner Einsatzausbildung gleich. Aber das bezieht sich auf den Mechanismus, also der größere Zusammenhang von Ursache/Wirkung bestimmter Trainingsansätze. Das heißt nicht (und sagt Grossmann auch nicht!), dass ein auf Wettkampfbedingungen zugeschnittenes Training 100% einen einsatzfähigen Soldaten macht!! Es heißt aber, dass der Ausbilder des Soldaten gewisse Mechanismen in seine Ausbildung einbaut, die man mit etwas anderer Zielsetzung auch auf der Matte finden wird - weil es funktioniert.
    Das ist nun mal die Psychomotorik des Menschen.

    Dass "manche" Sportler draußen kompetent sind und andere nicht hat weniger mit deren Sportart zu tun, sondern eher mit deren Mindset.
    Die meisten Sportler lernen Selbstaktivierung nur in Kombination mit Sport und verfügen über exzellente Hemmechanismen... versuche mal mit Personen, die durch das Überleben von Realsituationen Abwehrstrategien entwickelt haben, ein "Training" durchzuführen.. da wirst du als Ausbilder zur Verzweiflung getrieben, weil du 1. Schwierigkeiten hast, überhaupt eine Reaktion abzurufen und 2. noch mehr Schwierigkeiten hast, diese Reaktion irgendwie zu beeinflussen (bzw beeinflussen zu lassen).
    Steckst du diese Person aber in eine Ausbildung, die mit Realsituationen arbeitet, wirst du diese Person auch trainingstechnisch erreichen können.
    Das nächste sind diverse "psychologische Filter" (das ist halt so eine niedliche Umschreibung von Grossman für psychologische Laien, weil das doch ein recht komplexes Feld ist... zumalen Grossmann Behaviorist ist, und in Fachkreisen verschiedene Blickwinkel auf Psychologische Zusammenhänge bestehen), die nur gewisse Verhaltensskripte zulassen oder sogar die Wahrnehmung so begrenzen, dass eine Gefahrensituation viel zu spät erkannt wird. Und dann ist auch die Mattenkampfsau im Nachteil. Das ist nun mal so, selbst wenn derjenige über eine Sport-unabhängige Selbstaktivierung verfügt.
    Und nicht zuletzt gibt es nur einen ganz ganz geringen Prozentsatz, der überhaupt "einfach so" im normalen Leben kompetent Gewalt anwenden kann. Grossmann hat da ein paar deftige Worte über Persönlichkeitsprofile verloren - das sollte man aber auch nicht so heiß essen, wie es gekocht wird. Denn diese Fähigkeit ist letztendlich eine Normabweichung, keine Störung - und die sagt auch noch nichts darüber aus, ob diese Person deswegen destruktive Gewalt einsetzt oder nicht. Nur, dass sie eben fähig wäre zu handeln. Und das immer noch effektiver, als eine "konditioniert enthemmte" Person, weil so tief kann man einen Menschen mit unpassendem Grundsetting nicht enthemmen... außer, man möchte den danach nicht mehr der Zivilisation zuführen.


    @Kanken

    Man kann lernen die „Condition Black“, wie der Zustand in dem Artikel genannt wird (ich nenne es Noradrenalin, das den OFC flutet) abzuwenden. Training halt. Wenn man so trainiert werden bestimmte Verknüpfungen zwischen verschiedenen Hirnarealen geschaffen, bzw. vertieft. Die Verbindung zu den Arealen im Mittelhirn und den Basalganglien ist das Interessante dabei, denn wenn die da sind bleibt man unter Noradrenalin handlungsfähig.
    Das ist aber nicht sehr präzise... denn Noradrenalin ist gleichzeitig auch der Neurotransmitter, der für das Lernverhalten unter extremen Stresssituationen zuständig ist. Und da Dopamin, der ja maßgeblich mit den Motorikkernen in Basalganglien/Mittelhirn in Verbindung steht, nur eine Vorstufe von Noradrenalin ist... deswegen ist das "sich dem Adrenalin aussetzen" auch so wichtig. Wir sprechen ja von einer Reizung des dopaminergen Systems, und der Ausstoß/Abbau der entsprechenden Transmitter muss ja vom Organismus geleistet werden können.
    Das Problem liegt eher darin (und da finden sich in der Neurobiologie viele Hinweise, die Grossmann eben Recht geben), dass das limbische System bei nicht ausreichendem Training zu wenig Lösungsstrategien herausziehen kann (unter anderem aus den motorischen Kernen, die ja über eigene Informations-Speicherkapazitäten verfügen), das bedeutet, die Rückkopplungsschlaufe übersteuert... und dann bewegt man sich zu stark in das seretonerge System, das zwar den Kreislauf "kampffertig" machen soll, aber dann zurückschalten müsste - und das tut es nicht, wenn die Verarbeitungszentren weiter los feuern: "zu wenig Bewältigungsmechanismen = Gefahr, Gefahr, Gefahr!"....

    Mit dem "Steuerverbindungen schaffen" ist halt auch so eine Geschichte.
    Motorische Kontrolle ist eine individuelle Verarbeitungskapazität (=Intelligenzform), wofür eine Anlage vorhanden sein muss. Damit diese Anlage vorhanden sein kann, braucht es neben der genetischen Disposition auch eine angemessene "Reizung" in bestimmten frühkindlichen Zeitfenstern, die Vernetzung muss sich also entwickeln "können dürfen", damit man später weiter ausbauen kann.
    Das ist auch ein Grund, warum es "Einstellungstests" gibt... diese Kapazitäten und Potentiale sind entscheidend für das, was wir "Trainierbarkeit" nennen.

    Und dann erst sind wir in dem Bereich, wo man versucht, "Condition Black" zu reduzieren.
    Was ist das überhaupt?
    Wir nutzen vielleicht 5% unserer Gehirnkapazitäten für bewusste Wahrnehmung.
    Schiebt sich in dieses "kleine Guckloch" ein Szenario, das wir psychisch nicht begreifen können (dazu gehört eben auch das motorische Feedback, denn das entscheidet maßgeblich darüber, wie unsere Gefahrenwahrnehmung die Situation und unser "Stand" darin einordnet), fluppt dieses Guckloch weg. Handeln (oder, wenn es dumm läuft, einfrieren) tun wir je nach Bewältigungsmöglichkeiten trotzdem. Aber eben nicht so, wie unser Bewusstsein sich vorstellt.
    Weil... findet unsere bewusste Wahrnehmung zu wenig Ankerpunkte in den einprasselnden Sinnesreizen, klinkt es sich weg. Das ist ein dissoziativer Schutzmechanismus..

    Da gibt es halt verschiedene Ansatzpunkte:
    - Die Bewegungsantwortprogrammierung "aufladen", indem ausreichend motorische Konzepte zur Verfügung stehen - dann kommt es nicht zu einer Rückkopplungsinterferenz.
    - Das limbische System "abhärten", damit es nicht mehr jedes schiefe Husten als "unbekanntes" Gefahrensignal einordnet, sondern unter "bekannt = habe ich eine Antwort drauf" speichert.
    - Das kognitive Mindset umpolen, damit wir nicht mehr "wegflutschen", weil "es darf nicht sein, was nicht sein kann"
    - Das kognitive Bewusstseinsfenster erweitern, in der wir intuitive Selbststeuerung erlernen, anstelle mit 5% Leistung zu versuchen, 95% Kapazität zu steuern
    - Kognitiv effektive Selbstaktivierung und Kreislaufsteuerung (zb Atemtechnik) erlernen, damit uns nicht die Kontrolle flöten geht..

    Move move move... das dopaminerge System hat den Vorteil, dass wir uns besonders über Bewegungsmuster in einen Zustand puschen können, der unserem Unterbewusstsein vorgaukelt, wir könnten einen anstehenden Kampf gewinnen... ohne diese ganz kleine Imagination geht man hilflos unter. Das weitere ist halt das Grundgefühl, nicht alleine zu sein. Teamspirit. Auch das ist eine wichtiges Mittel der Selbstaktivierung, weil es über die Imagination mithilft, die "Gefahr, Gefahr, Gefahr"-Rückkopplung zu dämpfen.

    Eigentlich alles ganz simpel ;-)

  14. #14
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    Standard

    Zitat Zitat von SentryDog Beitrag anzeigen
    @Kanken


    Das ist aber nicht sehr präzise...

    Eigentlich alles ganz simpel ;-)
    Stimmt, so wie deine Antwort auch, die an vielen Stellen übrigens nicht nur zu simpel, sondern an einigen auch falsch ist (aber das diskutiere ich nicht mehr hier im Forum, zu wenig Lust hier Zeit zu investieren).

    Es ist eben nicht simpel...

  15. #15
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    Standard

    @Kanken

    Ich wollte dir damit nicht auf die Füße treten oder deine Ausführung in Frage stellen, aber "richtig" und "falsch" in der Neurobiologie führt zum Absurdum, vor allem, wenn man versucht verschiedene Hypothesen unter dem Gesichtspunkt der "Allgemeingültigkeit" zu messen... wobei ich verstehen kann, dass du keine Lust auf Diskussionen hast. Hätte mich sehr interessiert, was du für "falsch" befindest - und warum. Und das meine ich ehrlich.


    Deswegen: Eigentlich simpel.

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