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Thema: Trainingsmethoden für sicherere Deckung?

  1. #1
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    Standard Trainingsmethoden für sicherere Deckung?

    Gibt es Methoden wie ich auch alleine an meiner Deckung und Defensive allgemein arbeiten kann? Oder bleibt hier nur die Arbeit mit Partner?

    Ich war letzte Woche mal wieder im lockeren Sparring und habe festgestellt: Ich komme für meinen Stand ganz gut zurecht solange ich meinen Partner auf Abstand halten kann (bin 1,94 groß mit entsprechender Reichweite sowohl bei Armen als auch Beinen) durch Teeps, Jabs, Long Guard, mal ein Roundhouse Kick oder ein langes Knie usw. Wenn ich beim Distanz überbrücken jemanden "überrumpeln" kann ist auch noch alles gut aber ansonsten wirds sehr schnell recht traurig.

    Insbesondere scheinen die meisten die etwas Erfahrung haben wesentlich bessere Boxer zu sein als ich. Habe auch zuvor so gut wie keine Übung im Boxen genossen.

    Dementsprechend schlecht ist auch meine Deckung und das scheint mir momentan mein gewichtigstes Problem zu sein.
    Ich habe noch kein Vertrauen in meine Deckung, sie ist noch nicht sicher und sie fällt zu leicht in sich zusammen.
    Daher würde ich gerne effektiv daran arbeiten und frage mich was ich vielleicht auch alleine da am besten tun kann.
    Welche Möglichkeiten kennt ihr da? Was hat sich als effektiv erwiesen? Bleibt tatsächlich nur das Training mit Partner der eben auch tatsächliche Angriffe bringen kann?

    Bevor jemand drauf hinweisen muss: Meine Trainer werde ich natürlich auch noch fragen aber mich würde auch interessieren was andere da noch an Input haben.

  2. #2
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    Ich komm vielleicht bis Weihnachten dazu, Dir eine ausführlichere PN zu schicken - kann’s aktuell leider nicht genau sagen und hoffe, dass ich die Zeit finde; vielleicht mach ich’s auch hier im Faden, mal sehen. (Also sollte das zeitlich reichen . So lange kannst Du ja mal berichten, was Dein Trainer empfiehlt .)

    Bis dahin: Such Dir nach jeder Trainingseinheit einen Partner, der Dich ganz locker und sanft abfragt. Er spielt die Ballmaschine und er schlägt so schwach - allerdings nicht langsam, also such einen Fortgeschrittenen -, dass Du auch keinerlei Bedenken hast, wenn Du getroffen wirst. Zwischendurch ruhig mal die Deckung fallen lassen und Dich treffen lassen. Sonst ganz simpel die Schläge auf die Deckung nehmen. Fang mit ganz einfachen Sachen an (Doppeldeckung und nur gerade Schläge, dabei Augen offen halten, bewegen und den Treffer entsprechend auf die Deckung nehmen (inkl. Atmung, Spannung, Distanzarbeit etc.; einfach wie Du gelernt hast, einen Treffer zu nehmen, um noch Wirkung rauszunehmen) und das danach auch mit allen weiteren Angriffen). Du musst lernen, Deiner Deckung zu vertrauen und wenn das (und auch durcheinander) spielerisch funktioniert, zieht ihr langsam das Tempo an (und die Härte nur minimal). Das und das normale Training sollte bereits reichen. Deine Deckung wird zu selten gefordert bei Deiner Größe - also sorg auch im Training dafür, dass Du zwischendurch aktiv Deine Deckung trainierst (bau es ins normale Training ein, wenn es sich gerade ergibt und nicht mit der Aufgabe beißt).

    Daneben - das ist ein Zusammenspiel der Übungen! - ganz viel Spiegelarbeit zuhause, Bewegen lernen oder verbessern und Deine Technik überprüfen. Bau in Dein Schattenboxen (mehr) Deckungsarbeit aktiv ein. Lass Deine Deckungsarbeit oft kontrollieren und nach jedem Training abfragen - Du musst lernen zu erkennen, wann Deine Deckung passt und man nicht durch kommt. Pass auch ruhig Deinen Stand an und arbeite mehr aus einer geschlosseneren Deckung, bis Du ein Gefühl dafür entwickelst, wann Du sicher bist - achte beim Angreifen viel mehr auf das Zurückziehen und die saubere Ausführung (insbesondere hinsichtlich der Deckung während Du angreifst). Ach und es ist vollkommen normal, getroffen zu werden .

    Das Vertrauen in die Deckung ist sehr wichtig und das musst Du Dir langsam und spielerisch erarbeiten. Dazu kommt noch die entsprechende Reaktion und dass die so trainiert ist, dass sie auch wirklich technisch sitzt. Was Du auch mal probieren kannst, ist es, willkürliche Piepser einzubauen und während Du (aktiv und viel arbeitend) mit der Schattenarbeit beschäftigt bist, reagierst Du auf jeden Piepser, indem Du oben dicht machst oder Dich im Moment des Angriffs so weit absicherst, dass Du mit Oberkörperbewegungen arbeitest und den Kopf aus der Schusslinie bringst.

    Bin momentan zu müde, um noch mehr zu schreiben und hoffe, es ist einigermaßen verständlich. Das sind so die einfachen 0815-Übungen, die bei Dir bereits für große Fortschritte sorgen sollten.

    Kurz: Such Dir einen Partner, der ganz locker die Ballmaschine spielt und Dir die Lücken in der Deckung aufzeigt bzw. Dich entsprechend abfragt und in Dir das Vertrauen in die Deckung aufbaut und arbeite nebenher sehr viel am Spiegel, mit Schattenarbeit und achte auf die Technik. Versuch auch die nächsten Monate immer in den freien Übungen oder wenn Du gerade der „passive“ Partner beim Üben bist darauf zu achten, Deckungsarbeit einzubauen. Hältst Du Pratzen oder Handschuhe, kannst Du Dich boxerisch in der Deckung bewegen und daraus die Pratzen geben; bei schwächeren Partnern oder wenn ihr generell nur locker und technisch arbeitet, kann der Partner auch direkt auf Deine Deckung schlagen usw.

    Dein Trainer kann Dir da vermutlich vor Ort noch viel besser helfen; beim Großteil der Übungen, die ich empfehle, muss ich es zeigen und traue mir nicht zu, sie so (schriftlich) in Worte zu fassen, dass Du sie nicht doch falsch ausführst oder wirklich verstehst.

    LG

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  3. #3
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    Meiner Meinung nach muss man die Deckung automatisieren. d.h. die Hände kleben am Kopf. Wenn eine Hand schlägt, dann muss die andere am Kopf sein, während der Kombination und vor allem nach der Kombination. Die Deckung ist normalerweise kein Problem während ich über meine Deckung nachdenke, sondern wenn ich schlage. Die meisten Anfänger erleben Frustration, weil wenn sie schlagen, dann werden die getroffen und wenn sie nicht schlagen stecken sie nur ein, auch wenn es auf die Deckung geht.
    Ein guter Kämpfer setzt die Treffer während der Gegner schlägt, diese sind viel effektiver weil der Gegner mit seiner eigenen Handlung beschäftigt ist. Dementsprechend muss ich dafür sorgen, dass ich mich während meinem Schlag soweit es geht absichere.
    Dafür muss ich mich konditionieren. Dass mache ich beim Schattenboxen und später beim Pratzentraining. Dann kann ich das vielleicht beim Sparring umsetzen. Selbstdisziplin und Selbstbeobachtung. wenn man glaubt man könne das im Sparring(Stress) trainieren, dann läuft man in eine Sackgasse.
    Aller höherer Humor fängt damit an, dass man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt -WT-Herb
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  4. #4
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    Zitat Zitat von Kannix Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach muss man die Deckung automatisieren. d.h. die Hände kleben am Kopf. Wenn eine Hand schlägt, dann muss die andere am Kopf sein, während der Kombination und vor allem nach der Kombination. Die Deckung ist normalerweise kein Problem während ich über meine Deckung nachdenke, sondern wenn ich schlage. Die meisten Anfänger erleben Frustration, weil wenn sie schlagen, dann werden die getroffen und wenn sie nicht schlagen stecken sie nur ein, auch wenn es auf die Deckung geht.
    Ein guter Kämpfer setzt die Treffer während der Gegner schlägt, diese sind viel effektiver weil der Gegner mit seiner eigenen Handlung beschäftigt ist. Dementsprechend muss ich dafür sorgen, dass ich mich während meinem Schlag soweit es geht absichere.
    Dafür muss ich mich konditionieren. Dass mache ich beim Schattenboxen und später beim Pratzentraining. Dann kann ich das vielleicht beim Sparring umsetzen. Selbstdisziplin und Selbstbeobachtung. wenn man glaubt man könne das im Sparring(Stress) trainieren, dann läuft man in eine Sackgasse.

    @TE:
    Sehe ich auch so und bringt es vermutlich besser auf den Punkt als diese Teile meiner Ausführungen - und zur Verdeutlichung für den TE: das war, was ich mit technisch sauber arbeiten meinte (etc.) und evtl. in meinem Post weniger wichtig durchklingt, als es gemeint ist/war.

    Wenn o. g. Spielchen klappen, wird dann von beiden Seiten aus ganz locker, ohne jeden Druck und sehr spielerisch (am Anfang auch sehr eingeschränkt und zunehmend frei) gearbeitet. Zwischendurch ruhig auch dahingehend, dass nur Du angreifst und Dein Partner (erst einmal mit abgesprochenen Aktionen und später freier) kontern/einsteigen soll. Du achtest dann darauf, Dich möglichst abzusichern und Deine Kombination trotzdem konsequent durchzuziehen - in dieser Übung nie abzubrechen und Dich nicht hinter der Deckung zu verstecken. (Immer so spielerisch arbeiten, dass es überhaupt kein Problem ist, wenn Du doch mal getroffen wirst!) Das wäre dann allerdings der nächste Schritt, der dazukommt, sobald Du Deiner Deckung vertraust und bei der Spiegel- und Schattenarbeit technisch sauber arbeitest - natürlich viel Spiegel- und Schattenarbeit weiterhin. Du trainierst die Teile für Dich alleine und nach jeder Einheit spielst Du mit dem Partner und lässt Dich dahingehend abfragen und überprüfen. Kurz zur Klarstellung, falls es so rüberkommen sollte: Wenn Du es als Sparring wahrnimmst oder Druck spürst, ist es falsch bzw. zu viel. Auch heißt der Teil mit dem "nicht langsam" Schlagen des Partners nicht, dass er die Geschwindigkeit nicht an Dich anpassen soll, sondern lediglich, dass Du keine von den Schlafmützen brauchst, die ihre Schläge in Zeitlupe schlagen oder keine Kontrolle über die Geschwindigkeit haben. Der Partner muss im besten Fall erkennen, ob die Geschwindigkeit so in Ordnung ist oder er sie verändern muss. Bei Fortgeschrittenen hast Du gleichzeitig noch den Vorteil, dass sie die Angriffe auch technisch so sauber ausführen, dass Du Dich nicht aufs Telegraphieren (bewusst wie unbewusst) verlässt.


    Es klingt/klang für mich so, als wärst Du noch an dem Punkt, an dem Du Deiner Deckung generell nicht vertraust und würdest auch (zumindest Deinem Gefühl und Eindruck nach) noch nicht damit zurechtkommen, wenn Du Dich nur darauf konzentrierst? Wenn das nicht der Fall ist, steig direkt freier und aktiver ein; wenn das der Fall ist, muss erst einmal das Grundvertrauen in die eigene Deckung aufgebaut werden - wenn Du nur deckst, darfst Du Dir nicht unsicher sein, ob das reicht (etc.) oder sogar aktiv über die bloße Deckungsarbeit nachdenken; das muss sich automatisieren und bevor Du dem nicht vertraust, wird auch alles darauf Aufbauende nicht funktionieren bzw. die Zweifel nicht beseitigen.

    Hoffentlich helfen Dir die ergänzenden Informationen zu meinem obigen Post etwas bzw. räumen Unklarheiten aus - erst der Post von Kannix hat mir gezeigt, dass man manche Teile auch tatsächlich falsch (bzw. mit zu hoher Intensität) auslegen kann; das ist das Problem, wenn ich weiß, worauf ich raus will und die andere Seite ggf. nicht .
    (/e: Du könntest Dich auch zuhause bzw. neben der Matte beim Schattenarbeiten filmen, wenn Dir die Spiegelarbeit nicht reicht - mache ich persönlich zwar nicht, kenne allerdings genug, die damit erfolgreich sind und so besser ihre Lücken erkennen und daran arbeiten.)

    LG

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    Geändert von Narexis (08-11-2018 um 05:28 Uhr)

  5. #5
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    Vielen Dank schonmal für eure Ausführungen und Tips!
    Mein nächster Schritt wird sein mal meinen Trainer drauf anzusprechen und auch ansonsten mal gezielt Arbeit in diesen Bereich zu stecken. Das habe ich bisher noch nicht wirklich getan.

    Ich vermute ein Teil des Problems ist auch, dass ich nach Jahren der Abstinenz einfach nicht mehr daran gewöhnt bin auch immer wieder mal getroffen zu werden. Dementsprechend gehen meine Fäuste gerne mal reflexartig runter wenn ich einen tiefer gesetzten Angriff erwarte/kommen sehe und das lässt dann sehr schnell den Kopf offen. Dieses "es ist ganz normal/nicht falsch getroffen zu werden" habe ich zwar schon des öfteren gelesen und gehört aber noch nicht verinnerlicht.

    Vielleicht hat das auch mit dem Kali-Training zu tun wo es eher Ziel war sich möglichst gar nicht treffen zu lassen weil ein Angreifer ja theoretisch auch eine Waffe führen könnte die ich noch nicht erkannt habe. Leider sind aber auch meine Reflexe von dort bei weitem nicht mehr aktuell so dass auch das nicht funktioniert (zumal ein MT-Sparring nunmal auch was anderes ist).

  6. #6
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    Wenn Du technisch findest, dass Deine Deckung ok ist - Du also die Bewegungen drauf hast und anwenden kannst - dann hilft nur mit Partner üben, üben üben.
    Wenn Du allerdings noch grundsätzlich Probleme hast überhaupt zu decken, dann solltest Du das erstmal trainieren bevor sich zu viele falsche Bewegungsabläufe festigen.

  7. #7
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    Habe gestern vor dem regulären Training (leider war damit natürlich wenig Zeit für individuelles) mal einen meiner Trainer drauf angesprochen (wir haben 2) der mir im Prinzip fürs erste die gleichen Dinge mit auf den Weg gegeben hat wie ihr hier auch schon. Zusammengefasst war das:
    Gezielte Arbeit vor dem Spiegel. Dabei speziell genau drauf achten, dass die Hände nach Aktionen auch wirklich wieder an den Kopf zurück kommen.
    Außerdem Arbeiten mit "einem vernünftigen Partner" der mich entsprechend meinem Level mit Angriffen füttern kann um das gezielt zu trainieren.

    Mein Plan ist möglichst wieder etwas öfter die Zeit zu finden zu "open gym" Zeiten ins Training zu kommen wo mehr Zeit für individuelles ist und ich vielleicht auch gleich auf ihn als Partner zurückgreifen kann.

    Ich denke btw dass eine bessere Deckung auch meiner Offensive helfen sollte. Wenn ich mich beim Angreifen sicherer fühle dass ich nicht sofort einen Konter fresse kann ich meine Aktionen denke ich auch überzeugter durchziehen. Mal abgesehen davon natürlich, dass auch die noch sicherer und technisch besser werden müssen!

  8. #8
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    [QUOTE=Hexer;3669558]Gibt es Methoden wie ich auch alleine an meiner Deckung und Defensive allgemein arbeiten kann? Oder bleibt hier nur die Arbeit mit Partner?

    Hi,

    ich finde die Antworten, die bisher auf Deine Frage angekommen sind, wirklich gut.
    Jeder User geht auf Deine Frage ein, gibt Dir freundliche Hinweise.
    Das erwarte ich auch - unter Kampfsportler -

    Lese mit und bin auch für die Ratschläge dankbar, wer denkt er kann alles, der liegt meistens falsch.

    Was ich Dir vorschlagen könnte
    Das Buch von Ferdinand Mack, Ein Leben für den Sport - Kickboxen -
    sollte es bei amazon unter gebrauchte Bücher geben.

    Ich lese gerne nach, was mir mein Ausbilder beibringt.

  9. #9
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    Hatte gestern nun mal Gelegenheit mit Partner und mit Korrekturen durch Trainer gezielt daran zu arbeiten.
    Sicher gibt es noch viel zu tun aber ich habe das Gefühl, dass es zumindest schon etwas besser wird. Ein Hauptfehler scheint bei mir gewesen zu sein, dass ich in der Deckung bisher zu aufrecht stand und dann mehr Probleme als nötig hatte alles zu decken was Deckung braucht.

    Habe auch gemerkt wie gut es funktionieren und sich anfühlen kann gedeckt noch vorwärts zu gehen und kann langsam durchaus nachvollziehen wie manche Kämpfer das mit solchem Enthusiasmus betreiben.

    Eins gibt mir aktuell noch zu denken allerdings. Bitte im Hinterkopf behalten, dass ich Anfänger bin und möglicherweise etwas grundlegendes dabei übersehe:
    Gerade im Muay Thai, sieht man sehr oft sehr hoch angesetzte Formen von Deckung. Ich habe das mehr oder weniger nachgeahmt und damit experimentiert. Gestern wurde ich von meinem Trainer erstmal zu einer kompakten Doppeldeckung korrigiert um gleichzeitig Kopf und Körper schützen zu können.
    Nun hab ich durchaus gemerkt dass viele dieser Formen (siehe zB klassische Kämpfer wie Dieselnoi, Samson Isaan usw usw) zwar durchaus sehr gut den Kopf schützen können aber ich verstehe noch nicht wie solche Leute es effektiv verhindern sich dabei heftige Körpertreffer einzufangen.

    Mir ist schon klar, dass für viele Thais klassischerweise das Hauptgewicht eher auf Kicks als auf Punches liegt und man natürlich auch den Kopf vor Ellenbogen schützen will, allerdings haben da ja auch damals schon Leute mitgekämpft die nebenbei auch ziemlich gute Boxer waren. Wenn ich jetzt in irgendeiner high guard Variante vorwärts Druck mache wird doch irgendwann mal jemand einen kräftigen Körperhaken oder ähnliches einsetzen würde ich mir vorstellen. Evtl könnt ihr mich in dieser Hinsicht etwas erleuchten?
    Muss man bei solchen Varianten einfach "aktiver" agieren, den Gegner mehr stören, durch Druck aus der Balance bringen und ähnliches? Oder versucht man einfach den Körper im Training soweit abzuhärten dass die Treffer die da durch kommen möglichst wenig Effekt haben? (Nachdem ich letztens meinen ersten, zum Glück leichten, Leberhaken einstecken musste frage ich mich aber in wie weit das funktionieren kann)
    Oder gibt es da andere "Geheimnisse"?

  10. #10
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    Zitat Zitat von Hexer Beitrag anzeigen
    Mir ist schon klar, dass für viele Thais klassischerweise das Hauptgewicht eher auf Kicks als auf Punches liegt und man natürlich auch den Kopf vor Ellenbogen schützen will, allerdings haben da ja auch damals schon Leute mitgekämpft die nebenbei auch ziemlich gute Boxer waren. Wenn ich jetzt in irgendeiner high guard Variante vorwärts Druck mache wird doch irgendwann mal jemand einen kräftigen Körperhaken oder ähnliches einsetzen würde ich mir vorstellen. Evtl könnt ihr mich in dieser Hinsicht etwas erleuchten?
    Muss man bei solchen Varianten einfach "aktiver" agieren, den Gegner mehr stören, durch Druck aus der Balance bringen und ähnliches? Oder versucht man einfach den Körper im Training soweit abzuhärten dass die Treffer die da durch kommen möglichst wenig Effekt haben? (Nachdem ich letztens meinen ersten, zum Glück leichten, Leberhaken einstecken musste frage ich mich aber in wie weit das funktionieren kann)
    Oder gibt es da andere "Geheimnisse"?
    Moin,
    der Peekaboo-Stil (Boxen) hat die Fäuste relativ weit oben. Cus D'Amato hat es dem jungen Mike Tyson beigebracht und der hat es bekannt gemacht. Ist natürlich eine Frage des Körpertyps und ich kann leider auch nicht sagen, ob man das auf MT übertragen kann.
    Bei uns im Boxen gab es eine Übung, die die Anfänger relativ schnell verbessert hat - man stellt sich mit dem Hintern an die Wand (so kann man nicht weg) und lässt sich mit lockeren Schlägen eindecken, die immer schneller werden. Der der an der Wand steht, arbeitet sowohl mit der Deckung, als auch mit Meidbewegungen. Wenn man einen guten Partner hat, bringt er einen immer knapp an die Grenze und kann die Übung auch mit bestimmten Aufgaben (Nur Körperdeckung, nur Meiden, Meiden mit leichten Kontern etc.) gestalten.

  11. #11
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    Die von Lugasch beschriebene Trainingsmethode kenne ich auch. Wobei wir das öfters auch etwas weiter treiben. Das Problem ist nämlich, das viele bei dem Trommelfeuer auf Kopf und Oberkörper gerne mal die Augen schließen, oder die Deckung so dicht machen, das die ohnehin nix mehr sehen, oder nach unten schauen. Deswegen kann man dann noch sporadisch Tritte einfließen lassen (frontal, seitlich, low kick, high kick, ...). Die kann man natürlich nur blocken wenn man zum Partner schaut. Man ist also gezwingen auf ihn zu achten.

    JanX

  12. #12
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    Zitat Zitat von JanX Beitrag anzeigen
    Die von Lugasch beschriebene Trainingsmethode kenne ich auch. Wobei wir das öfters auch etwas weiter treiben. Das Problem ist nämlich, das viele bei dem Trommelfeuer auf Kopf und Oberkörper gerne mal die Augen schließen, oder die Deckung so dicht machen, das die ohnehin nix mehr sehen, oder nach unten schauen. ...
    JanX
    Dann stimmt vermutlich die Intensität nicht. Ähnlich, wie wenn die Leute sich bei hartem Sparring aus Angst vor Kopftreffern angewöhnen die Deckung zu hoch zu nehmen (das kriegt man sauschwer wieder raus).
    Ich mach bei der Übung immer die Ansage, dass die Schläge ärgern sollen aber nicht weh tun. Und weise darauf hin dass als Nächstes ja der andere mit Schlagen dran ist ...
    Volenti non fit iniuria

  13. #13
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    Zitat Zitat von Hexer Beitrag anzeigen
    Hatte gestern nun mal Gelegenheit mit Partner und mit Korrekturen durch Trainer gezielt daran zu arbeiten.
    Sicher gibt es noch viel zu tun aber ich habe das Gefühl, dass es zumindest schon etwas besser wird. Ein Hauptfehler scheint bei mir gewesen zu sein, dass ich in der Deckung bisher zu aufrecht stand und dann mehr Probleme als nötig hatte alles zu decken was Deckung braucht.

    Habe auch gemerkt wie gut es funktionieren und sich anfühlen kann gedeckt noch vorwärts zu gehen und kann langsam durchaus nachvollziehen wie manche Kämpfer das mit solchem Enthusiasmus betreiben.

    Eins gibt mir aktuell noch zu denken allerdings. Bitte im Hinterkopf behalten, dass ich Anfänger bin und möglicherweise etwas grundlegendes dabei übersehe:
    Gerade im Muay Thai, sieht man sehr oft sehr hoch angesetzte Formen von Deckung. Ich habe das mehr oder weniger nachgeahmt und damit experimentiert. Gestern wurde ich von meinem Trainer erstmal zu einer kompakten Doppeldeckung korrigiert um gleichzeitig Kopf und Körper schützen zu können.
    Nun hab ich durchaus gemerkt dass viele dieser Formen (siehe zB klassische Kämpfer wie Dieselnoi, Samson Isaan usw usw) zwar durchaus sehr gut den Kopf schützen können aber ich verstehe noch nicht wie solche Leute es effektiv verhindern sich dabei heftige Körpertreffer einzufangen.

    Mir ist schon klar, dass für viele Thais klassischerweise das Hauptgewicht eher auf Kicks als auf Punches liegt und man natürlich auch den Kopf vor Ellenbogen schützen will, allerdings haben da ja auch damals schon Leute mitgekämpft die nebenbei auch ziemlich gute Boxer waren. Wenn ich jetzt in irgendeiner high guard Variante vorwärts Druck mache wird doch irgendwann mal jemand einen kräftigen Körperhaken oder ähnliches einsetzen würde ich mir vorstellen. Evtl könnt ihr mich in dieser Hinsicht etwas erleuchten?
    Muss man bei solchen Varianten einfach "aktiver" agieren, den Gegner mehr stören, durch Druck aus der Balance bringen und ähnliches? Oder versucht man einfach den Körper im Training soweit abzuhärten dass die Treffer die da durch kommen möglichst wenig Effekt haben? (Nachdem ich letztens meinen ersten, zum Glück leichten, Leberhaken einstecken musste frage ich mich aber in wie weit das funktionieren kann)
    Oder gibt es da andere "Geheimnisse"?
    Ich habe die Frage inzwischen auch noch an anderer Stelle gestellt und lag mit meinen Ansätzen wohl schon gar nicht so falsch. Die Antwort lautete im Groben:

    Alles kann man natürlich nicht decken. Kämpfer mit solchen hohen Deckungen tendieren oft dazu Druck auf ihre Gegner auszuüben und deren mögliche Angriffe berechenbarer zu machen.
    Der bei solchen Deckungen offene Bereich (Körper, Rippen, Leber, ...) kann oft durch die eigenen Knie, Pushkicks oder auch einfach Schieben/Stören des Gegners geschützt werden was dessen Angriffen auch Kraft nimmt. All das erfordert logischerweise (wie alles andere ja auch) eine Menge Training um Form, Reaktionen und das Gefühl dafür zu entwickeln.

    Wollte ich hier der Informations- und Hilfestellungs-Sammlung noch hinzufügen

    Vielen Dank auch noch für die neuen Tipps die seit meinem letzten Post noch dazu kamen!

  14. #14
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    Öhm, einfache Lösung? Üben üben üben im Sparring. War bei mir nicht anders. nachdem ich x mal Schellen bekommen habe, fing ich an mich konsequenter zu decken und die Schläge abzuwehren und standhafter zu sein.
    Dein Unterbewusstsein will ja nicht auf die Schnauze bekommen^^. Eben Erfahrung sammeln. Auf die Mütze zu bekommen schadet ja auch nicht. Härtet dich über die Zeit ab, und die lernst anders damit umzugehen.

  15. #15
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    Zitat Zitat von Narexis Beitrag anzeigen

    Bis dahin: Such Dir nach jeder Trainingseinheit einen Partner, der Dich ganz locker und sanft abfragt. Er spielt die Ballmaschine und er schlägt so schwach - allerdings nicht langsam, also such einen Fortgeschrittenen -, dass Du auch keinerlei Bedenken hast, wenn Du getroffen wirst.
    .
    Also ich habe bei mir im Verein einige Monate mit einem Partner trainiert, der schon Box Vorerfahrung hat, und sich im Sparring sehr oft gehen lassen hat, und mit voller Härte zu gehauen hat.
    Habe oft nach dem Training Kopfschmerzen gehabt, und nicht verstanden warum er nicht locker ließ. Also genau das Gegenteil wie du oben beschrieben hattest.
    Heutzutage bin ich Ihm dankbar, da er sehr viel zu meiner Abhärtung und der Verteidigung beigetragen hat. Und ich glaube am Anfang ist es auch nur menschlich, das es einem unangenehm ist auf den Sack zu bekommen^^. Muss man irgendwie durch ^^.

    Fazit: wenn dir jemand Locker zuarbeitet und extra darauf achtet dich nur Leicht zu berühren, lernst du zwar, aber nicht so wie du lernen könntest wenn er einfach seine normale Kraft benutzt ^^.

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