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Thema: Katana versiegeln ( unziehbar machen)

  1. #46
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    Sind nicht gerade wieder Ferien? Das würde ja vielleicht mal wieder den einen oder anderen Post erklären.


    Es ist schon Weihnachtszeit und Silvester ist wieder Bleigießen angesagt, da sollte man Anfang Januar eigentlich sehr gut an billiges Füllmaterial kommen.


    Gold geht übrigens gar nicht, da viel zu gefährlich, wenn man es aus versehen auf den Helfer statt in die Saya gießt (Der Königin der drachen Bruder lässt grüßen).

  2. #47
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    Zitat Zitat von Toshi Uzze Beitrag anzeigen
    Sers, eben darum geht es nicht. Was bringt es einem Kind mit 1,5 Jahren wenn etwas auf dem dachboden liegt. Ich denke, dass sie einen Halt braucht, nicht jetzt im Moment, da sie zu jung ist. Aber mit drei Jahren wird sie verstehen was Tod bedeutet und dann tud es gut einen Halt zu haben. Evtl. fängt se ja mit einem non aggro Sport,in Richtung kampfsport, an.
    Gegenfragen:
    - Was bringt es einem 1,5 Jährigen, nen Deko-Schwert an der Wand zu haben (anstatt es aufm Dachboden aufzubewahren)?
    - In wie weit kann ein Deko-Schwert an der Wand einem 3-Jährigen "Halt" geben?
    - Wieso liest du deine Posts nicht Korrektur, bevor du auf "Antworten" drückst?
    - Was hat ein non-Aggro-Sport mit versiegelten Schwertern zu tun?
    - Warum nicht einfach ne Tube Pattex in die Scheide drücken? Wenn das Teil nicht mehr ziehbar sein soll, ist es ja absolut egal, mit welchem Material man dafür sorgt. Hätten die alten Japaner damals schon Universalkleber gehabt, hätten die da sicher auch benutzt.
    - Warum glaubst du, dass ein Kind irgendwann in der Lage sein wird, die gleichen emotionalen Zusammenhänge zwischen Tod, Familie und einem Schwert herzustellen, die DU genau heute herstellst. Wenn es das Alter erreicht, in dem es in der Lage dazu ist, ist der Anlass schon viel zu weit zurück, das Kind kann sich daran nicht erinnern und wird bis dahin deinem Schwert keinen besonderen Status mehr zuschreiben (weil es ein allgegenwärtiger Deko-Artikel ist)
    - Warum antwortest du auf Posts anderer Leute und sprichst sie darin direkt an, ohne ein Zitat oder den Usernamen derjenigen Person zu benutzen?
    Geändert von Inumeg (06-12-2018 um 08:24 Uhr)

  3. #48
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    Zitat Zitat von Toshi Uzze Beitrag anzeigen
    Aber mit drei Jahren wird sie verstehen was Tod bedeutet
    Du hast herzlich wenig Erfahrung / Umgang mit kleinen Kindern oder?
    "It's not the size of the dog in the fight, it's the size of the fight in the dog." M. Twain

  4. #49
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    @Toshi Uzze
    also irgendwie kapiere ich noch nicht, welchen Zusammenhang das kleine Mädel da eigentlich verstehen soll.
    Das Schwert, um das es hier geht, gehörte ja nicht ihrem Vater, der Dich damit 'beschützt' hat, sondern umgekehrt, es gehörte Dir,
    und Du hast ihren Vater vor vielem beschützt, aber vor dem Tod konntest Du ihn nicht beschützen.
    Welchen Wert soll ein solches Ding für Deine Nichte einmal haben?
    Was sagt eigentlich Deine Schwägerin zu Deinem Anliegen?
    Alles, was lediglich wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch. (Descartes)
    Life is complex. It has real and imaginary components. (Rich Rosen)

  5. #50
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    Welche Menschen im 21. Jahrhundert haben irgendwen mit dem Schwert beschützt ? Als dauerhafte Tätigkeit ? Die Antwort auf diese Frage hilft weiter bei der Einschätzung der Motivation.
    "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes)

  6. #51
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    Zitat Zitat von Klaus Beitrag anzeigen
    Welche Menschen im 21. Jahrhundert haben irgendwen mit dem Schwert beschützt ? Als dauerhafte Tätigkeit ? Die Antwort auf diese Frage hilft weiter bei der Einschätzung der Motivation.
    ... nö, hilft nicht, hier geht es um ideelle Vorstellungen, die Frage lautet:
    Welche Bedeutung hat das Schwert für den Threadersteller, und welche Bedeutung soll es seiner Meinung nach für seine Nichte bekommen?
    Wenn die Schwägerin sich angesichts dieser Frage besorgt zeigt, kann ich das gut nachvollziehen.
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  7. #52
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    Spaß beiseite: vergiss den Prügel! Der hilft dem Kind nicht ein bisschen. Das ist romantisierter Sch##ß.
    Wenn Du dem Kind was wirklich gutes tun willst, werde ein toller Pate. Sei eine Hilfe und Unterstützung in allen seinen Lebensabschnitten. Habe immer ein offenes Ohr für die kommenden Sorgen und Nöte wenn es aufwächst. Verbringe Zeit mit ihr/ihm, unternehme viel und bringe ihm/ihr was bei. Da habt übrigens ihr beide was davon.

    Ich habe eine Tochter die nun 20 Jahre alt ist. Vor etwa 30 Jahren begann ich mit Kendo und auch gleichzeitig mich mit der Materie Nihonto zu beschäftigen. Ich war lange Jahre Mitglied der NBTHK und habe diese mit dem Tod des ehemaligen Präsis Herr Hagenbusch verlassen, den ich sehr verehrt habe. Herr Dr. Kremers, leider kein "Klingenmensch" aber eine Koryphäe auf dem Gebiet des Kodogu ist eine exzellente Nachfolge.
    Zurück zum Thema: meine Tochter ist also mit meinen Hobbys aufgewachsen. Um nicht allein zu Hause zu sein, ist sie oft mit zum Training gekommen und während dessen tobte sie auf einem Matratzenstapel. Sie hatte -zig antike Klingen in den Händen und kennt die Regeln und Etikette, was den Umgang mit ihnen betrifft.
    Dennoch hat sie nie die Leidenschaft entwickelt oder übernommen. Weder für Kampfsport, noch für Schwerter, noch für Japan im Allgemeinen. Ich hatte mir damals auch vorgestellt, ihr zur Volljährigkeit ein antikes, gutes Waki zu schenken. Aber auch wenn es mein Interessensfeld ist, es ist weder mein Ursprung noch meine Kultur. Es ist nur mein Hobby. Sie bekam statt dessen ein gutes Outdoor-Messer in Form eines kurzen traditionellen Sax geschenkt. Handgeschmiedet von einem Messermacher. Und sie hat sich ehrlich gefreut. Sie ist "outdoortechnisch" ohnehin sehr interessiert.
    Ironie der Geschichte: meine Tochter lebt und arbeitet seit einen halben Jahr auf einer Farm in Kyushu, um ihr Horizont zu erweitern und ihre Vita zu pflegen. Der Vorfahre ihres Farmer ist übrigens tatsächlich ein Kampfgefährte Saigo Takamoris, der nach dem Satsuma-Aufstand das Unternehmen gründete. Sie kommt ausgesprochen gut dort vor Ort klar und wurde bestens aufgenommen, weil sie wahrscheinlich ist wie sie ist und kein Otaku mit idealisierten Vorstellungen.
    Lange Rede kurzer Sinn, Kinder müssen nicht zwangsweise eigene ideale übernehmen. Sie müssen ihre eigenen Wertevorstellungen entwickeln können, die auf einer "gesunden" Erziehung basieren soll. Ich selbst bin in einer sehr christlich-protestantischen Familie aufgewachsen und dennoch wurde ich nicht automatisch "getauft" und der Konfirmationsunterricht verordnet. Man überließ es mir zu entscheiden wenn ich alt genug bin, ob diese Religion Teil meines Lebens werden soll. Sie ist es nicht geworden. Dennoch bin ich kein Atheist. Toleranz ist etwas sehr wertvolles, dass aber nur auf Wissen aufbauen kann. Mann muss also immer bereit sein zu lernen, vor allem Dinge auch aus anderen Blickwinkeln zu sehen.

    Zu deinem "versiegeln": auf die Quelle Deines Japanologen bin ich echt gespannt. Ich beschäftige mich seit fast 30 Jahren mit der Materie und erlaube mir eine Arroganz zu behaupten, das Feld auch wirklich studiert zu haben. Dennoch bin ich offen genug um aus eigener Erfahrung zu wissen "es gibt nichts was es nicht gibt" (bezogen auf´s Nihonto). Will sagen, ich lerne ständig dazu. Aber von derartigen Versiegelungen habe ich weder etwas gesehen, gelesen oder gehört. Deswegen harre ich genauso gespannt wie Ryoma der Quelle.
    Es gibt Tsuba, die besitzen sogenannte Udenuki-Ana. Das sind zwei Löcher, eins etwas größer als das andere (ganz ähnlich wie bei Netsuke), durch die man eine Schnur ziehen und das Schwert so sichern konnte, dass es nicht unbeabsichtigt aus der Scheiden gleiten konnte. Dieser Sicherung wird auch nachgesagt, das sie das Ziehen der Klinge im emotionalen Überschwang verhindern sollte. Letzteres trifft aber eher bei Satsuma-Koshirae zu. Hier besitzen manche Stichblätter zwei, gegenüber klassischen Udenuki-Ana, eher winzige und gleichgroße Löcher. Auch hier wurde eine Sicherung durchgebunden, die in dem Fall tatsächlich durch den Widerstand den impulsiven Samurai vor unüberlegten Aktionen bewahren sollte. Besaß man keine dieser Löcher im Stichblatt, wurde der Griff auch einfach an der Basis an der Fuchi durch eins der Kogai oder Kozuka-Hitsu gesichert, ganz ähnlich der modernen Variante bei den Gunto im WK II. Auch hier diente die Sicherung lediglich dazu, das man das Schwert bei körperlicher Aktion nicht aus der Scheide verlor.
    Es gibt noch eine andere interessante Sache. Klingen, die einen Tempel oder Schrein geweiht werden sollten, wurden manchmal, wenn auch sehr selten, vom Schmied ohne Mekugi-Ana ausgestattet. Diese Klingen sollten also nie montiert und damit als Waffe benutzt werden. Anders herum geht das auch. Es ist ganz normal, das bei Suriage und O-Suriage Klingen alte Dübellöcher geschlossen wurden. Ich habe bisher einmal eine Klinge erlebt, bei der alle Dübellöcher verschlossen wurden. Man kann nur vermuten, das auch diese Klinge mal einen Tempel oder Schrein gegeben wurde und es sollte sichergestellt werden, dass diese Klinge nicht montiert werden sollte. Das ist aber nur eine These, denn für gewöhnlich ging man eh davon aus, das Schwerter, die an einem Tempel gegeben wurden, da auch sicher verblieben.

    Sollte Dein Schwert also ein wertvolles Gendai eines bekannten Schmiedes, oder eventuell eine gute antike Klinge sein und Du willst es definitiv nicht mehr zum Training nutzen, warum verkaufst Du es nicht einfach und legst den Erlös als Grundstock in etwas an, was zum 18. Geburtstag des Kindes ausgezahlt wird? Siehst Du, hier schließt sich der Kreis. Bei der Geburt meiner Tochter habe ich eine kleine Versicherung abgeschlossen, deren Erlös zum 18. Geburtstag ausgezahlt wurde. Als Back-up für ein mögliches Studium, für ihre erste Wohnung, oder falls sie ein Auto braucht...nö, sie wollte raus in die Welt. Nun ist Sie in Japan.
    @Ryoma, danke auch noch mal für Dein Zuspruch im Vorfeld. Die Entscheidung war goldrichtig. Tochter hat bisher kein Fatz Heimweh und fühlt sich trotz harter Arbeit (6 Tage Woche) pudelwohl.

    Du siehst also, es gibt coolere Sachen als ein verklebten Wallhänger. Man muss auch mal loslassen können. ;-)

  8. #53
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    Zitat Zitat von Hafis Beitrag anzeigen
    ... nö, hilft nicht, hier geht es um ideelle Vorstellungen, die Frage lautet:
    Quark. Lies mal bitte seinen 2. Beitrag, und komm dann wieder mit "ernsthaften Ratschlägen".
    "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes)

  9. #54
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    Zitat Zitat von Klaus Beitrag anzeigen
    Quark. Lies mal bitte seinen 2. Beitrag, und komm dann wieder mit "ernsthaften Ratschlägen".
    oh, ich habe das gelesen, ich habe auch gelesen, dass er diesen Beitrag geschrieben hat, als er nicht mehr ganz nüchtern war,
    aber ich erteile keine 'ernsthaften Ratschläge', bevor ich nicht das Problem ganz erfasst habe,
    deshalb meine Fragen an den Threadersteller ...
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  10. #55
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    Zitat Zitat von sabiji Beitrag anzeigen
    Spaß beiseite: vergiss den Prügel! Der hilft dem Kind nicht ein bisschen. Das ist romantisierter Sch##ß.
    Wenn Du dem Kind was wirklich gutes tun willst, werde ein toller Pate. Sei eine Hilfe und Unterstützung in allen seinen Lebensabschnitten. Habe immer ein offenes Ohr für die kommenden Sorgen und Nöte wenn es aufwächst. Verbringe Zeit mit ihr/ihm, unternehme viel und bringe ihm/ihr was bei. Da habt übrigens ihr beide was davon.

    Ich habe eine Tochter die nun 20 Jahre alt ist. Vor etwa 30 Jahren begann ich mit Kendo und auch gleichzeitig mich mit der Materie Nihonto zu beschäftigen. Ich war lange Jahre Mitglied der NBTHK und habe diese mit dem Tod des ehemaligen Präsis Herr Hagenbusch verlassen, den ich sehr verehrt habe. Herr Dr. Kremers, leider kein "Klingenmensch" aber eine Koryphäe auf dem Gebiet des Kodogu ist eine exzellente Nachfolge.
    Zurück zum Thema: meine Tochter ist also mit meinen Hobbys aufgewachsen. Um nicht allein zu Hause zu sein, ist sie oft mit zum Training gekommen und während dessen tobte sie auf einem Matratzenstapel. Sie hatte -zig antike Klingen in den Händen und kennt die Regeln und Etikette, was den Umgang mit ihnen betrifft.
    Dennoch hat sie nie die Leidenschaft entwickelt oder übernommen. Weder für Kampfsport, noch für Schwerter, noch für Japan im Allgemeinen. Ich hatte mir damals auch vorgestellt, ihr zur Volljährigkeit ein antikes, gutes Waki zu schenken. Aber auch wenn es mein Interessensfeld ist, es ist weder mein Ursprung noch meine Kultur. Es ist nur mein Hobby. Sie bekam statt dessen ein gutes Outdoor-Messer in Form eines kurzen traditionellen Sax geschenkt. Handgeschmiedet von einem Messermacher. Und sie hat sich ehrlich gefreut. Sie ist "outdoortechnisch" ohnehin sehr interessiert.
    Ironie der Geschichte: meine Tochter lebt und arbeitet seit einen halben Jahr auf einer Farm in Kyushu, um ihr Horizont zu erweitern und ihre Vita zu pflegen. Der Vorfahre ihres Farmer ist übrigens tatsächlich ein Kampfgefährte Saigo Takamoris, der nach dem Satsuma-Aufstand das Unternehmen gründete. Sie kommt ausgesprochen gut dort vor Ort klar und wurde bestens aufgenommen, weil sie wahrscheinlich ist wie sie ist und kein Otaku mit idealisierten Vorstellungen.
    Lange Rede kurzer Sinn, Kinder müssen nicht zwangsweise eigene ideale übernehmen. Sie müssen ihre eigenen Wertevorstellungen entwickeln können, die auf einer "gesunden" Erziehung basieren soll. Ich selbst bin in einer sehr christlich-protestantischen Familie aufgewachsen und dennoch wurde ich nicht automatisch "getauft" und der Konfirmationsunterricht verordnet. Man überließ es mir zu entscheiden wenn ich alt genug bin, ob diese Religion Teil meines Lebens werden soll. Sie ist es nicht geworden. Dennoch bin ich kein Atheist. Toleranz ist etwas sehr wertvolles, dass aber nur auf Wissen aufbauen kann. Mann muss also immer bereit sein zu lernen, vor allem Dinge auch aus anderen Blickwinkeln zu sehen.

    Zu deinem "versiegeln": auf die Quelle Deines Japanologen bin ich echt gespannt. Ich beschäftige mich seit fast 30 Jahren mit der Materie und erlaube mir eine Arroganz zu behaupten, das Feld auch wirklich studiert zu haben. Dennoch bin ich offen genug um aus eigener Erfahrung zu wissen "es gibt nichts was es nicht gibt" (bezogen auf´s Nihonto). Will sagen, ich lerne ständig dazu. Aber von derartigen Versiegelungen habe ich weder etwas gesehen, gelesen oder gehört. Deswegen harre ich genauso gespannt wie Ryoma der Quelle.
    Es gibt Tsuba, die besitzen sogenannte Udenuki-Ana. Das sind zwei Löcher, eins etwas größer als das andere (ganz ähnlich wie bei Netsuke), durch die man eine Schnur ziehen und das Schwert so sichern konnte, dass es nicht unbeabsichtigt aus der Scheiden gleiten konnte. Dieser Sicherung wird auch nachgesagt, das sie das Ziehen der Klinge im emotionalen Überschwang verhindern sollte. Letzteres trifft aber eher bei Satsuma-Koshirae zu. Hier besitzen manche Stichblätter zwei, gegenüber klassischen Udenuki-Ana, eher winzige und gleichgroße Löcher. Auch hier wurde eine Sicherung durchgebunden, die in dem Fall tatsächlich durch den Widerstand den impulsiven Samurai vor unüberlegten Aktionen bewahren sollte. Besaß man keine dieser Löcher im Stichblatt, wurde der Griff auch einfach an der Basis an der Fuchi durch eins der Kogai oder Kozuka-Hitsu gesichert, ganz ähnlich der modernen Variante bei den Gunto im WK II. Auch hier diente die Sicherung lediglich dazu, das man das Schwert bei körperlicher Aktion nicht aus der Scheide verlor.
    Es gibt noch eine andere interessante Sache. Klingen, die einen Tempel oder Schrein geweiht werden sollten, wurden manchmal, wenn auch sehr selten, vom Schmied ohne Mekugi-Ana ausgestattet. Diese Klingen sollten also nie montiert und damit als Waffe benutzt werden. Anders herum geht das auch. Es ist ganz normal, das bei Suriage und O-Suriage Klingen alte Dübellöcher geschlossen wurden. Ich habe bisher einmal eine Klinge erlebt, bei der alle Dübellöcher verschlossen wurden. Man kann nur vermuten, das auch diese Klinge mal einen Tempel oder Schrein gegeben wurde und es sollte sichergestellt werden, dass diese Klinge nicht montiert werden sollte. Das ist aber nur eine These, denn für gewöhnlich ging man eh davon aus, das Schwerter, die an einem Tempel gegeben wurden, da auch sicher verblieben.

    Sollte Dein Schwert also ein wertvolles Gendai eines bekannten Schmiedes, oder eventuell eine gute antike Klinge sein und Du willst es definitiv nicht mehr zum Training nutzen, warum verkaufst Du es nicht einfach und legst den Erlös als Grundstock in etwas an, was zum 18. Geburtstag des Kindes ausgezahlt wird? Siehst Du, hier schließt sich der Kreis. Bei der Geburt meiner Tochter habe ich eine kleine Versicherung abgeschlossen, deren Erlös zum 18. Geburtstag ausgezahlt wurde. Als Back-up für ein mögliches Studium, für ihre erste Wohnung, oder falls sie ein Auto braucht...nö, sie wollte raus in die Welt. Nun ist Sie in Japan.
    @Ryoma, danke auch noch mal für Dein Zuspruch im Vorfeld. Die Entscheidung war goldrichtig. Tochter hat bisher kein Fatz Heimweh und fühlt sich trotz harter Arbeit (6 Tage Woche) pudelwohl.

    Du siehst also, es gibt coolere Sachen als ein verklebten Wallhänger. Man muss auch mal loslassen können. ;-)
    Lieber Sabiji
    Es freut mich ungemein, wie sich alles ergeben hat für deine Tochter! Wir können das Thema ja gerne wieder "offline" aufnehmen.

    Ich kann alles unterschreiben was Sabiji geschrieben hat. Man sollte nie so vermessen sein und die eigenen Interessen dem Spross aufzwingen. Falls er/sie das Interesse selbst ENTWICKELT ist das natürlich super. Aber in den meisten Fällen ist es eben nicht so. Und das ist auch völlig OK.

    Bei mir ist ist die Situation durchaus vergleichbar mit der von Sabiji:
    Mein Sohn (obwohl Halbjapaner) hat nie ein Interesse für Japan entwickelt, welches über die Familienbesuche und tolles Shopping in Japan hinausgeht. Auch die sieben Jahre Karate-Training haben daran nicht geändert. Er bewegt sich gerne, egal ob das nun Karate oder Skateboarding ist.

    Auch die acht Jahre, welche er zusätzlich zur üblichen Schule noch in die japanische Schule ging (gehen musste ), haben sogar eher eine gewisse Ablehnung hervorgerufen (zusätzlich Hausarbeiten etc.). Natürlich versteht ein Kind ja auch noch nicht, was ihm eine zusätzliche Sprache später mal bringen wird.

    Von Koryû oder Nihontô muss ich ihm schon gar nicht kommen! Stört mich das? Nein, kein bisschen!
    Denn die Interessen, welche er für sich entdeckt hat (Trommeln in einer traditionellen Basler Fasnachtsclique und Fotographie), betreibt er mit derselben Freude, Hartnäckigkeit und gewissen Versessenheit wie ich die meinen! Sprich, wir haben ihm nicht irgendwelche Interessen eingepflanzt, sondern wie er seine Interessen verfolgen soll.

    Und als wir dieses Jahr im Sommer wieder in Japan waren, hat er plötzlich von sich aus erwähnt, dass es doch ganz cool wäre, nach seiner Erstausbildung vielleicht für ein, zwei Jahre in Japan zu arbeiten! Schliesslich spricht er fliessend Japanisch und besitzt neben der Schweizer auch die jap. Staatsangehörigkeit. Ich habe mich natürlich extrem gefreut, dass er nun so langsam die Möglichkeiten und Vorteile erkennt, welche wir ihm z.B. durch den langjährigen Japanisch-Unterricht eröffnet haben.

    Das wichtigste was wir ihm wohl vermittelt haben war, ein gewisses Gefühl und Auge für Qualität zu entwickeln. Dabei spielt es keinerlei Rolle, ob er diese Fähigkeit nun für das Bestimmen von Nihontô, das Erkennen der Kampffertigkeiten von Koryû oder aber für die künstlerischen Aspekte der Fotographie oder das notwendige Taktgefühl beim Trommeln verwendet.

  11. #56
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    Nein, John Lee praktical imori der ersten Genaration. Gutes, günstiges Teil zum trainieren. Nur etwas schwer, Aber Kriegskatana sind eben anders aufgebaut.

  12. #57
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    Hej Inumeg, weil jeder Mensch irgendwann die Fragen über seine vergangenenen Genarationen stellt. Neumodisch kann ich ein praktical John Lee versiegeln so dass nie etwas passiert. Für manche sachen sollten Zeremonien her, die sich seit langer zeit bewärt haben. Ich werd mir ein neues Katana im März , unter Anleitung, neu schmieden und als basis den Armierungsstahl auf dem wir die Motorradteile und Kleidung meines Bruders verbrannt haben. Und Als Pate eines Kindes hat man eine Verantwortung. Ich sehe meine in Aufklärung und Schutz.

  13. #58
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    Gabs ja eins Zeiten wo das Schwert weitervererbt wurde , und dies auch mit entsprechender Wahrnehmung in Empfang genommen wurde ... nur doch nicht um das Stück Eisens willens , sondern mit deren Unterbau sprich der Geschichte dahinter, wie man halt auch ne Bäckerstube oder ne Handleskanzlei weitervererbt.

    Die Pflege eines Stammbaums halte ich für ne gute Sache um künftige Generationen , nicht stets das Rad neu erfinden zu lassen .

  14. #59
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    =
    Geändert von Pansapiens (08-12-2018 um 17:13 Uhr)

  15. #60
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    ... na ja, ich wünsche Toshi Uzzes junger Schwägerin jedenfalls, dass sie und ihre kleine Tochter nach ihrer Trauer in ihr eigenes neues Leben finden können ...
    Alles, was lediglich wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch. (Descartes)
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