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Thema: Warum standen die alten Boxer auf Fotos in immer in diesen lustigen Posen? [Video]

  1. #1
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    Standard Warum standen die alten Boxer auf Fotos in immer in diesen lustigen Posen? [Video]

    Hi,

    Hier eine gute Erklärung:

    https://www.youtube.com/watch?v=yFqpWGL_EQE

    Gruß

    Alef

    P.S. Das mit dem neuen einfügen von Videos hab ich noch nicht gerallt!

  2. #2
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    Wieder dieses Klischee von den kaputten Händen vom Kopfschlagen... in KEINEM Boxlehrbuch wird geraten, nicht zum Kopf zu schlagen, im Gegenteil: Schon im 18. Jahrhundert wurde Schlägen zum Kopf der Vorzug gegeben:

    "For one blow well told to the upper tier, (the head) tells better than three below, for here lays the best feat of work, and will undoubtedly serve your purpose; for a lug, a temple, a jaw, an eye, or mouth-piece, often gives the word Enough, when two dozen lower baits would have proven ineffectual to accomplish it."
    Quelle: The Complete Art of Boxing According to the Modern Method Wherein the Whole of That Manly Accomplishment is Rendered so Easy and Intelligent, That Any Person May Be an Entire Master of the Science In a Few Days, Without any Other Instruction than this Book. To Which is Added The General History of Boxing Containing An Account of the most eminent Professors of that noble Art, who have flourished from its Commencement to the present Time., London, 1788

    Das mit dem Grappling stimmt, zumal damals nicht auf Matten gekämpft wurde und das Ziel oft war, den Gegner auf den Kopf zu werfen. Chancery (Schwitzkasten, Guillotine) war auch erlaubt. Ringen wurde gleichzeitig als weniger technisch als Schlagen angesehen, und daher versuchte mal als technischer "Gentleman Boxer", den Gegner auf Abstand zu halten.

    Aber der grösste Grund war, dass Boxen damals schlicht ein vollkommen anderer Sport war: Schwinger und Haken gab es kaum, die wurden erst mit Handschuhen populär und waren verpönt, denn mit bare knuckle Haken kann man sich wirklich leicht die Hand brechen. Daher wurden im britischen technischen Boxen fast nur gerade Schläge genutzt, so dass das für heutige Massstäber aussehen würde wie Xingyi oder gar Wing Chun. Diesen sehr geradlinigen, fechterartigen Boxstil sieht man heute noch ansatzweise besonders in osteuropäischen Boxschulen, und bis zum Ende des 1. Weltkrieges war er noch weit genug verbreitet, dass die US Armee einen sehr "straighten" Boxstil für den Grabenkampf lernte:
    https://www.youtube.com/watch?v=X6pYh_RPiqY

    Erst ab den 20ern verschwand dieser Stil langsam (Jack Dempsey schreibt darüber in seinem Buch Championship Fighting) und wurde langsam durch einen "runderen" amerikanischen Stil ersetzt, der alleine für den Kampf im Ring gedacht war, im Gegensatz zum ursprünglichen Boxen, das immer auch Selbstverteidigung war.

    Auch beachten muss man, dass die moderne Doppeldeckung ohne Handschuhe sehr angreifbar ist (Auf die Handgelenke schlagen).

  3. #3
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    Zitat Zitat von Spud Bencer Beitrag anzeigen
    Aber der grösste Grund war, dass Boxen damals schlicht ein vollkommen anderer Sport war: Schwinger und Haken gab es kaum, die wurden erst mit Handschuhen populär und waren verpönt, denn mit bare knuckle Haken kann man sich wirklich leicht die Hand brechen. Daher wurden im britischen technischen Boxen fast nur gerade Schläge genutzt, so dass das für heutige Massstäber aussehen würde wie Xingyi oder gar Wing Chun. Diesen sehr geradlinigen, fechterartigen Boxstil sieht man heute noch ansatzweise besonders in osteuropäischen Boxschulen, und bis zum Ende des 1. Weltkrieges war er noch weit genug verbreitet, dass die US Armee einen sehr "straighten" Boxstil für den Grabenkampf lernte:
    https://www.youtube.com/watch?v=X6pYh_RPiqY

    Ich finde bei diesen "alten" Box-Videos immer interessant, wie sehr es doch Ähnlichkeit mit den Fausttechniken des Karate hat - damit ist nicht sportliches Kumite gemeint.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Spud Bencer Beitrag anzeigen
    Schon im 18. Jahrhundert wurde Schlägen zum Kopf der Vorzug gegeben:

    "For one blow well told to the upper tier, (the head) tells better than three below, for here lays the best feat of work, and will undoubtedly serve your purpose; for a lug, a temple, a jaw, an eye, or mouth-piece, often gives the word Enough, when two dozen lower baits would have proven ineffectual to accomplish it."
    Quelle: The Complete Art of Boxing According to the Modern Method Wherein the Whole of That Manly Accomplishment is Rendered so Easy and Intelligent, That Any Person May Be an Entire Master of the Science In a Few Days, Without any Other Instruction than this Book. To Which is Added The General History of Boxing Containing An Account of the most eminent Professors of that noble Art, who have flourished from its Commencement to the present Time., London, 1788
    .
    Lern Boxen in ein paar Tagen, brauchst auch keinen Lehrer sondern nur dieses Buch und dann wirst du ein richtiger Mann? ich weiss ja nicht, wie vertrauenswürdig Bücher mit solchen Titeln sind.

    ansonsten, sehr interessanter Thread!
    unorthodox

  5. #5
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    Zitat Zitat von Spud Bencer Beitrag anzeigen
    Wieder dieses Klischee von den kaputten Händen vom Kopfschlagen...
    Hier mal aus ärztlicher Perspektive


  6. #6
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    Diese Boxstellung dient allein dazu, die Reichweite zu verschleiern, die Schläge unter der Sichtlinie anzusetzen, und das Greifen/Bearbeiten der Arme zu verhindern. Vitali Klitschko stand ja auch so, und das ist noch keine 100 Jahre her auch wenn es sich so anfühlt. Erfordert aber, dass man sich mit gutem Timing aus den Schlägen herauslehnt, und nicht einfach stumpf da steht.

    https://youtu.be/j0RCsynXm0w?t=601
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