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Thema: Training Baguazhang

  1. #46
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    Ok, vielen Dank für die ausführlichen Antworten.

    @Julian Braun: ich habe nicht vor, irgendeine KK im Selbststudium zu erlernen. Baguazhang interessiert mich gerade, weil für mich der Stil nicht durchschaubar war, und der einzigartigen Trainingsmethote im Kreis laufen. Es geht mir um ein rudimentäres Verständnis. Ich glaube z. B. das ich als TKDler z. B. Praying Mantis Kung Fu erkennen und ein paar Techniken verstehen kann. Das wollte ich mit Baguazhang auch herstellen, geht mit den Inneren KKs vermutlich schwerer.

    By the way, vermutlich schon bekannt:
    THE BAGUA MANUAL OF YIN YUZHANG
    Beröffentlicht 1932, also ca. 50 Jahre nach dem Tod des Gründer. Dort gibt es noch ein paar Übersetzungen von chinesischen Texten.
    Grüße

  2. #47
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    Ok, insofern ist "Selbstunterricht" gefährlich, weil man sich eventuell Dinge irgendwie zusammenreimt die man nicht so macht, machen sollte, oder machen darf. An dem Punkt sollte man schon zumindest mehrere Kurse bei einem richtig guten Lehrer machen, bis man verstanden hat wie die Grundlagenübungen gehen. Dazwischen halt täglich üben, und jedes halbe Jahr wieder hin, so ca. 2 Jahre. Ab da ist es dann abhängig von der eigenen Intuition, Talent, und von verfügbaren ordentlichen Partnern. Aber auch nur für die zwischenmenschliche Komponente, nicht die Grundlagenfähigkeiten.

    Der grosse Entscheider ob man mehr oder weniger im sportlichen Modus auskommt, oder tatsächlich diverse Effekte innerer Kraft entwickelt, sind zwei Punkte. Erstens, der Punkt an dem man echte innere Kraft entwickelt, das kann man nicht planen. Das passiert irgendwann, erst graduell beim Aufbau von Ressourcen, und dann sprunghaft an einem Punkt wo der Körper das spontan anfängt zu nutzen. Man merkt es daran dass die Muskulatur plötzlich mit einem Nachbrenner arbeitet der einen unheimlichen Impuls dazubringt, und der wenn es im Niedrigmodus läuft zusätzliche, deutlich merkbare Stabilität bringt. Man hat sowas wie ein Korsett im Körper an dem sich äussere Kräfte und andere Menschen ordentlich abarbeiten. Ein Mensch gleichen Gewichts ist dann nicht mehr ein mehr oder weniger schwerer Sack, sondern wie ein leichtes Kind. Das ist aber keine Magie, sondern einfach ein zusätzlicher Mechanismus der physische Kraft mitgibt, das funktioniert auch bei toten Dingen wie schwere Tüten, Autoräder, Möbel oder Lederbälle. Und es verbraucht biochemische Ressourcen, was man daran merkt dass man erst wesentlich stärker - und bei niedriger Last auch wesentlich ausdauernder - wird, aber dann herbe Erschöpfungszustände erreichen kann wenn man das überfährt. Ich habe in dem Zustand 8cm starke Betonplatten mit der Hand zerdeppert (mehr als 2x am Stück ging nicht) die flach auf dem Boden lagen, das habe ich vorher und hinterher nie geschafft. Danach war der Körper leer. Da kann man sich jetzt einen reden das ist "nur" dieses oder jenes, aber Fakt ist dass ich wenige Leute auch im Leistungssport getroffen habe die diese Art Kraft hatten. Für die war ich der King, die dachten ich würde Gott weiss wieviel mit schweren Gewichten trainieren, was ich damals nie gemacht habe. Der Punkt an dem das signifikant eingesetzt hat war aber ausserhalb meiner Kontrolle, das ist mit 31 passiert als ich schon wieder 10 Jahre am Trainieren war mit langsamen Übungen, Arten von Meditation, und allerlei Grundlagenübungen.

    Der zweite Punkt ist auch etwas das "im Gehirn" passiert, wo eine intuitive Intelligenz anfängt mit diesem Modus zu spielen, und extreme Balancereaktionen zu entwickeln. Ich habe mich dann im Handball in der Luft wie eine Katze bewegt, egal was meine Gegner versucht haben, ich bin, teils mit Salto Mortale, immer auf den Beinen gelandet. Oder habe mit dem Bauch auf deren Händen in der Luft balanciert um noch einen Wurf loszuwerden. Das ist extrem hilfreich wenn man auf Eis sonst auf die Schnauze fällt. Sowas habe ich mir aber vorher auch nicht überlegt, das ist während diverser Meditationssessions auch einfach so gekommen. Dazu gehören aber auch bestimmte Arten von Im-Kreis-Laufen, und die improvisierenden Übungen die es in manchen Bagua-Kreisen gibt, wo man sich nicht vornimmt was man tut, sondern passieren lässt. Da hängt man intuitiv immer Bewegungen aneinander, und lässt sich gehen. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass ich früher Trampolinsport gemacht habe, das könnte geholfen haben.

    Man muss das nicht alles können oder bekommen, viel davon ist bei mir auch wieder weggegangen. Das ist aber wo man hinkommen kann, wenn man seine Birne und seinen Körper machen lässt, und sich intuitiv sein lässt. Neudeutsch nennt man das einen permanenten Wuji-Zustand, das nützt aber keinem was. Dass man da angekommen ist, merkt man daran dass in gefährlichen Situationen, oder solchen wo man direkt reagieren MUSS, von seinen Reflexen schon mal überrascht wird, und ohne dass man es kommen sieht perfekt reagiert und sich dabei als Passagier vorkommt. Die intelligenten Reflexe überholen einen rechts, und es ist einem auch schon mal peinlich. Das ist für die meisten Menschen im Alltag aber wesentlich nützlicher, als die halbe U-Bahn kaputt machen zu können. Einfach weil man häufiger auf der Strasse ausrutscht, als eine U-Bahn entvölkern zu müssen.

    Noch ein Wort der Warnung: diese Art Kraft zu entwickeln, macht Menschen mit meinem Umfang an negativer Gewalterfahrung süchtig. Da muss man dann mit umgehen lernen und üben. Ich kann auch nicht sagen, wieviel davon der Körper langfristig wirklich verträgt. Nach ca. 5 Jahren ist das bei mir abgeflaut, ich glaube aber aus emotionalen Gründen. Weil ich öfter ein bischen übertrieben habe, das wäre nicht lange gut gegangen. Kann aber sein, dass man das auch nicht lange aushält, wenn man das zu sehr nutzt, und zu viel Kraft entwickelt für die Gelenke.
    "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes)

  3. #48
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    Video "Ausländer nutzen die Eight Diagrams Palm, um das Spiel im Ring zu gewinnen."

    https://www.bilibili.com/video/av147...88.videocard.1


    Video "Baguazhang der Acht Diagramme: Viele Menschen üben jetzt keinen Kampfsport, sondern Kampfkunst." Ab 3:10 Training im TKD-Dojo?

    https://www.bilibili.com/video/av150...8.videocard.12

  4. #49
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    Zitat Zitat von MichaelII Beitrag anzeigen
    Hallo, wie sieht denn ein Training in Baguazhang aus?
    Nach Aufwärmen, Gymnastik gibt es wohl die Formen im Kreislaufen.
    Ist diese Form/Formen ähnlich einer Kata im Karate, also Techniken gegen bestimmte Angriffe? Wird das dann in Partnerübungen geübt?
    Oder soherum gefragt: Wie werden die Techniken aus den Formen gedrillt, als Reflex eingeübt für den ernsten Kampf?
    Oder bin ich auf dem falschen Weg?
    Grüße
    Was meinst Du denn wäre der richtige Weg für Dich?
    Es kommt halt immer drauf an was Du möchtest.

    Baguazhang wird hauptsächlich zur Verbesserung von Gesundheit und Koordinationsfähigkeiten geübt. Die ersten 3-5 Jahre übst Du erstmal richtig zu laufen und lernst ein paar Grundhaltungen.

    An der Fußarbeit erkennt man sofort, ob man einen Anfänger oder Profi vor sich hat. Die Anfänger laufen z.B. immer so, dass die Fusspitze beim laufen nach oben zeigt, so wie man halt überlicher Weise läuft. Beim Baguazhang muss man aber die Fußsohle parallel über den Boden gleiten lassen und darf die Fußspitze nicht nach oben heben. Ich seh oft irgendwelche China-Meister die sich toll bei YouTube als Baguazhang-Experte darstellen und die Schritttechnik gar nicht beherrschen. Die haben Bagua im Wochenendkurs gelernt aber nicht jahrelang beim Dao-Meister. So funktioniert das aber nicht. Ich mach mir dann immer einen Spaß und sage Ihnen sie sollen erstmal laufen lernen. Manche bedanken sich dann brav aber zornig.

    Für den Kampf ist Baguazhang schon geeignet aber nur wenn Du bei einem daoistischen Meister im Vollzeitunterricht (=Klosterschule) geschult wirst. Denn Bagua ist umfassend. Die Schulen in Europa die Bagua unterrichten sind was den Kampf angeht gewöhnlich lächerlich. Wirklich. Es gibt weltweit wenige Schulen wo Du es wirklich lernen kannst. Die meisten Schulen sind diesbezüglich Schrott.

    Was den Gesundheitsaspekt angeht sehe ich das anders, da kann man die meisten Schulen schon als Anlaufstelle empfehlen.

    Baguazhang ist so was wie das Oberlevel der Kampfkünste, so wie in der Uni der Doktorabschluss. Die Meisten verstehen gar nicht was Baguazhang bedeutet und wozu es gut ist. Das ist ein ganz anderes Level wie Karate oder so. Niemals würde ich mich mit einem ausgebildeten daoistischen Baguameister anlegen aber die Pappnasen in Europa kannst Du vergessen. Die boxt Du um als wären sie nie dagewesen.

    Schau mal hier nach, da gibt es viele Infovideos über Baguazhang:
    https://www.baguazhang.de/
    Geändert von Seveneleven (29-03-2019 um 19:20 Uhr)

  5. #50
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    Zitat Zitat von Seveneleven Beitrag anzeigen
    Baguazhang wird hauptsächlich zur Verbesserung von Gesundheit und Koordinationsfähigkeiten geübt. Die ersten 3-5 Jahre übst Du erstmal richtig zu laufen und lernst ein paar Grundhaltungen.

    Für den Kampf ist Baguazhang schon geeignet aber nur wenn Du bei einem daoistischen Meister im Vollzeitunterricht (=Klosterschule) geschult wirst. Denn Bagua ist umfassend. Die Schulen in Europa die Bagua unterrichten sind was den Kampf angeht gewöhnlich lächerlich. Wirklich. Es gibt weltweit wenige Schulen wo Du es wirklich lernen kannst. Die meisten Schulen sind diesbezüglich Schrott.

    Baguazhang ist so was wie das Oberlevel der Kampfkünste, so wie in der Uni der Doktorabschluss. Die Meisten verstehen gar nicht was Baguazhang bedeutet und wozu es gut ist. Das ist ein ganz anderes Level wie Karate oder so. Niemals würde ich mich mit einem ausgebildeten daoistischen Baguameister anlegen aber die Pappnasen in Europa kannst Du vergessen. Die boxt Du um als wären sie nie dagewesen.
    Wie kommst du auf den Stuss mit dem daoistischen Meister??

    Na ja, ich sag nur: Vorhang auf, Bühne frei.
    Das Leben ist groß.

  6. #51
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    Don't feed... ?
    Tai Chi Chuan in Neukölln, Berlin: taichi-reuterkiez.de

  7. #52
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    Zitat Zitat von Julian Braun Beitrag anzeigen
    Wie kommst du auf den Stuss mit dem daoistischen Meister??
    Ich habe mich sehr intensiv mit Baguazhang auseinandergesetzt und bin persönlich der Ansicht, dass die Daoisten die besten Vertreter dieser Kunst sind. Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Baguazhang aber das der Daoisten gefällt mir einfach am Besten und außerdem halte ich es für die effektivste Art. Ich weiß aber nicht wie die ihre Baguazhang-Art selbst nennen aber es unterscheidet sich deutlich vom Cheng Bagua, Yin Bagua, etc. Der Witz ist doch, dass der vermeintliche Gründer von Bagua, Dong Hai Chuan, bei einem Daoisten gelernt hat und sich dann hat als Entdecker bzw. Erschaffer hat feiern lassen. Wenn Du es wirklich lernen willst, dann lern es bei Daoisten oder lass es bleiben, weil Du es sonst nicht umfassend lernen kannst.
    Geändert von Seveneleven (30-03-2019 um 11:25 Uhr)

  8. #53
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    mal OT: Ist Seveneleven nicht eine Kette die nur in Ffm expandiert?

  9. #54
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    Zitat Zitat von Seveneleven Beitrag anzeigen
    Der Witz ist doch, dass der vermeintliche Gründer von Bagua, Dong Hai Chuan, bei einem Daoisten gelernt hat und sich dann hat als Entdecker bzw. Erschaffer hat feiern lassen. Wenn Du es wirklich lernen willst, dann lern es bei Daoisten oder lass es bleiben, weil Du es sonst nicht umfassend lernen kannst.
    Würde ich so nicht unterschreiben. Allgemein sagt man das Dong Hai der Gründer des Bagua ist. Aber wenn man eine Weile recherchiert viele Quellen anhört hört man leicht heraus,dass speziell es in den Älteren Generationen noch verbreiteter war das Dong Hai bei jemanden zumindest die Grundlagen für diese Kunst gelernt hat.Warum das mehr und mehr in den Hintergrund geraten ist,kann ich nur vermuten.Mögliche Gründe gäbe es ein paar.

    Und die meisten Daoisten lernen heute Jiang Style Bagua,was dann gerne als "Wudang Bagua" gelehrt wird.Es gibt zwar noch das sogenannte Chunyang Wudang Bagua, was aber eigentlich 8 Steps Pure Light Dragon Heart Hands heißt und so auch wenn es sehr interessant ist nicht so viel mit Dong Hais Bagua zu tun hat. Wenn man über nicht Dong Hai Bagua redet, fände ich das sogenannte Li Familiy Bagua das John Painter in den Staaten lehrt eher wesentlich interessanter.



    Liebe Grüße,
    Shin


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    Shin
    2019 NTD Martial Arts Competition in New York mit Europäischer Vorausscheidung in Dresden am 1.Juni
    https://competitions.ntdtv.com/martialarts(Seite

  10. #55
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    Einfach mal hier lesen:

    https://grounddragonma.com/2018/01/2...-zhang-part-1/

    alle 3 Teile.
    Professor Kang Ge Wu hat eigentlich alles wesentliche geschrieben.

    Keine mystischen Daoisten, anderes Bagua etc.
    Dong hat das Kreislaufen integriert in seine Compilation der nordchinesischen Kampfkünste. Das ist die Kampfkunst, die auch erst später Bagua genannt wurde. Vorher hieß sie „Turning Palms“.
    Kreislaufen ist eine daoistische Meditationsform, die aber nix mit den KK zu tun hatte.

  11. #56
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    Zitat Zitat von shin101 Beitrag anzeigen
    Und die meisten Daoisten lernen heute Jiang Style Bagua,was dann gerne als "Wudang Bagua" gelehrt wird.
    Aha, und Du kennst "die meißten"?

    Dong Hai war ein Hochstapler, es ist mir egal was Professor Kang Ge Wu dazu sagt. Wo der gräbt bin ich schon längst gewesen.
    Die Daoisten haben die Bagua-Techniken schon lange lange vor Dong Hai in ihre Künste integriert, nur sie haben es nicht wie Dong Hai an die große Glocke gehangen.
    Dong Hai hat sich auch nur Leute gesucht die schon Kampfkunstmeister waren und sie dann in Bagua unterrichtet - und plötzlich waren es Bagua-Kämpfer.
    Macht´s KLING ?

    Ich finde folgende Reportage sehr gut:
    https://www.baguazhang.de/viewtopic....8512fd5ff6e0b8

    Dort kann man ein wenig von den Übungsmethoden der Daoisten sehen.
    Welche Schule in Europa kann da mithalten?
    Ich kenne keine.
    Geändert von Seveneleven (30-03-2019 um 19:55 Uhr)

  12. #57
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    Zitat Zitat von Seveneleven Beitrag anzeigen

    Ich finde folgende Reportage sehr gut:
    https://www.baguazhang.de/viewtopic....8512fd5ff6e0b8
    Lies die von mir verlinkten Artikel. Es gibt kein „Wudang Bagua Zhang“.

    Hier mal ein kleines Zitat aus o.g. Quelle:

    Legends of Other Daoists

    Aside from the story of Ba Gua Zhang originating from the brothers Bi, there are numerous other fables floating around which claim that Dong learned from other mystical masters of the mountains. Many of these stories of Ba Guaʼs origins, and anecdotes of Dongʼs life, were the creations of a well-known storyteller in Tianjin, Zhang Jie San. Zhang practiced Ba Gua and loved to tell stories about Dong to anyone who would listen. Those who sat and listened to his tales knew that he was making them up because many times he would tell a piece of the story and then ask the listeners to come back another time to hear the rest of the story as he had not yet thought of a good ending. Because Zhang was so good at his storytelling craft, some listeners wrote his stories down and they were subsequently printed in the New Tianjin Newspaper. A collection of his stories about Dong were also published in a novel. Unfortunately, many have read Zhangʼs stories and taken them to be fact.
    One of Zhang Jie San stories had a hidden message to his listeners. On one occasion, when asked to speak about the origin of Ba Gua Zhang, Zhang told a story about how Dong Hai Chuan had learned Ba Gua from two men on Jiu Hua Mountain. One was a Daoist named Shang Dao Ming and the other was a Buddhist named He Dao Yuan. In this story, Zhang told of these two menʼs ability to walk on water. Their technique was to continuously whip the water which was out in front of them with a staff and use the force that was generated by the water splashing upwards to support them as they walked ( . . . it could happen!).
    The Buddhist and the Daoist had come together and devised a system of health building which relied on the principles of the Ba Gua. Dong Hai Chuan met these men and spent 18 years learning their system. When Dong had first started to study with these wise gentlemen, they had him practicing a unique method for developing gong fu of the palms. Before Dong sat down to prepare a meal he was required to remove the hulls from his rice by rubbing the rice between his palms. In the beginning he could barely get enough food to eat because his palms had not yet been developed. However, after practicing Ba Gua, he was able to easily remove the hulls from rice using this palm method. The story says that when Dong left his teachers, he used the name Ba Gua Zhang to describe what he had learned and he later modified the method he was taught.
    The message which was hidden in Zhangʼs stories about Shang Dao Ming and He Dao Yuan is revealed if you put the two names together and read the characters as a sentence. Shang Dao Ming means “if the way is clear” and He Dao Yuan means “why know the origin.” Zhangʼs message to his listeners was that if the way of practicing Ba Gua Zhang is clear, you donʼt have to be worried about where it came from.
    Zum 400 Jahre alten „geheimen“ Bagua der Tian Family aus o.g. Quelle:

    The first article to appear on Tian family Ba Gua said that the Ba Gua that Tian Hui practiced was over 400 years old and had been a closely guarded, closed door art, only taught within his family. In the second article Tian said that at the end of the Ming Dynasty his ancestors Tian Hao Jie and Tian Xuan left the family without notice. They became Taoists and separated themselves from the world. The two went to Emei Mountain and studied Ba Gua from two Daoists named Bi Yun and Jing Yun. After several decades Tian Xuan returned home and taught the head of the Tian family clan what he had learned. From this time on, Ba Gua was taught to each generation in their family. The tradition was passed down from the elders who were frequently involved with anti-Qing organizations.

    During the reigns of Kāngxī (1662-1722) and Yōngzhèng (1723- 1735), a second generation practitioner of Tian family Ba Gua, Tian Li Yu was in opposition with the Emperor. He secretly entered the Palace in Beijing on several occasions and killed people. During the Dàoguāng Emperorʼs reign (1821-1850), a third generation practitioner, Tian Fu You, had great battles in front of the Emperor regent palace and killed several scores of people. This news was said to have shaken Beijing at the time. This story was told 100 years later by Tian Hui, who at the time was 60 years old.
    When Professor Kang Ge Wu read these two stories, he was naturally very interested and so he went to visit Tian on three separate occasions. Each time Tian Hui refused to discuss the origins of his “closed-door” system of Ba Gua and refused to say where the Tian family had originally lived. He also would not present any evidence that the story he told to the magazines was true.
    Having hit a dead end with Tian Hui, Kang investigated the claims Tian made in his story. If it was true that members of Tianʼs family had killed people in the Forbidden City and outside the Prince regentʼs palace, there certainly would have been some record of it if, as Tian said, “the news shook Beijing.” The result of Kangʼs investigation into these stories was that this “earthshaking” news does not appear anywhere in the documentation of the time. Based on his experience with Tian Hui, Kang could not help but be very suspicious of his story.
    The next step Professor Kang took was to examine the article Tian had written about his Ba Gua and compare it to the Ba Gua of Dong Hai Chuan. Interestingly enough the Tian family Ba Gua Zhang footwork, special characteristics of the style, and the palm methods of the style were not only similar to the Ba Gua of Dong Hai Chuan, but the words Tian used to describe these aspects of his system were exactly the same words Jiang Rong Jiao had used in his book Ba Gua Zhang Lian Xi Fa. What a coincidence!
    Other aspects of Tian style were also similar to what is practiced by many practitioners in the Dong Hai Chuan lineage. He stated that his system utilizes the “crane” stepping technique throughout the practice. This technique is utilized by many practitioners in Tungʼs lineage. Practitioners in the Yin Fu lineage use this step when practicing the Phoenix Gua of their system. Based on the similarities between the two Ba Gua systems, Kang concluded that this was not an art that had been kept within the Tian family.
    In the summer of 1984, Kang sent members of the Beijing Martial Arts Association to the Tian familyʼs original home in Tianjin city, Tang Zhang district, Shan Chang Township. The investigators were Zhao Da Yuan and Shao Guo Yong. The Tang Zhang District Athletic Committee accompanied Zhao and Shao. The group interviewed people who lived near the Tian family homestead. They spoke with members of the Tian family, their friends, and elders of the community who had grown up with them.
    Zhao reported that it was clear that the names shown in the Tian family records of the past nine generations are different than the names Tian Hui used in his article. Also, the individuals who were interviewed went to great lengths to emphasize that no member of the Tian family had ever practiced martial arts. The people interviewed had grown up with Tianʼs father and three brothers and said that not one of them were martial artists. After reading Zhaoʼs report, Kang visited the Tian family homestead to follow-up and he found their investigation to be accurate.
    During the investigation, Kang also talked with Xie Pei Qi, a well- known Ba Gua Zhang stylist in the Yin Fu lineage who resides in Beijing. Hsieh was a student of Men Bao Zhen, one of Yin Fuʼs students. Xie said that Tian Hui was a Ba Gua Zhang student of his senior student Shi Qin Jie (1924-1984). In light of the information which was collected, Kang concluded that the Ba Gua which is practiced by Tian Hui is not separate from Dong ‘s Ba Gua and the story printed in the magazines was totally fabricated by Tian Hui. Another one bites the dust.
    Dong war Mitglied der Quanzhen Sekte des Daoismus und von dort stammt die Methode des Kreislaufens. Es war in dieser Sekte aber KEINE Kampfkunst, sondern eine Meditationsform bei der durch Harmonisierung des Körpers Ruhe in Bewegung gesucht wurde. Während des Gehens wurden verschiedene Mantras rezitiert.

    Dong kombinierte diese Meditationsform mit den nordchinesischen KK, die er gelernt hatte.

    Die Quanzhen Sekte kombinierte Daoismus und Buddhismus. In ihrem „Weiße Wolke Tempel“ in Beijing wurde 1886 die Abbildung des Neijing Tu auf einer Stele gefunden, auf die alle heutigen Abbildungen zurück gehen.
    Geändert von kanken (01-04-2019 um 11:36 Uhr)

  13. #58
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    "Die Daoisten" gab es nicht. Vor den grossen Säuberungsaktionen gab es buchstäblich hunderte Gruppen, wie auch immer man die nennen möchte (Sekten, Splittergruppen, Ideenschulen), mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Ausprägungen, Praktiken. Auch nach dem grossen Aufräumen dürften nicht wenige davon teils bis heute im Verborgenen weitergemacht haben, plus eine kleine Hand voll offizieller Sekten (Quanzhen, Zhengyi plus Untergruppen). Die hatten nur keine einförmige, normierte, von allen praktizierte Kampfkunst, auch nicht geheim. Jeder der in seinem Leben mal was mit Kampf zu tun hatte, hatte seine Methoden, teils so wie gelernt, und teils selbst verändert. Heute wird das niemand mehr auseinanderfummeln können, wer wann was wie gemacht hat, und von wem übernommen. Das ist 2000 Jahre her, die letzten Veränderungen immerhin fast 200.

    Luc Theler und ein paar andere haben in den späten 1980ern bis Anfang der 2000er versucht, zu rekonstruieren und zu finden was es noch so gibt. Da gab es keine "Bagua-Schule" in Wudang, oder irgendeinem anderen Areal an den Hotspots. Wohl aber diverse Praktiken mit eigenen Namen die mal mehr mal weniger Ähnlichkeiten hatten. Wenn heute jemand irgendeine bekannte Baguazhang-Variante dort trainiert, dann hat er die vor oder nach 2001 (der grosse Bagua-/Wudang-Run von Crouching Tiger Hidden Dragon) irgendwo gelernt und mitgebracht. Die sind ja vor nix fies was Geld bringt oder einem die Unterstützung und das Wohlwollen von Figuren rund um Regierungskreise sichern. Und ich finde das nicht sonderlich beeindruckend was ich da als Gruppenchoreo sehe.

    Eines der Kennzeichen einer bestimmten Schule von dort für die auch Bagua mal bekannt war, ist dass man eben KEINE feste Anordnung von "Formen" hat die man im Verbund nachturnt. Sondern spontane, intuitive Ausführung von komplexen Bewegungen die man teils on the fly völlig neu erfindet. Das kann man nur für sich allein, vielleicht mit einem Lehrer der dabei steht. Wenn man so möchte ist das eines der Kernpunkte daoistischer Übungen dieser Richtung, nicht irgendein Shaolin-artiger Mummenschanz mit möglichst vielen möglichst krass kostümierten Leuten die synchron toll was vorführen. Ich bin ein grosser Freund daoistischer Künste, aber nicht von sowas. Wenn man ernsthaft lernen möchte was die konnten, sollte man mit Light Body und Hard Strength anfangen. Und ja, eine Übung davon ist dieses Wippen auf einem langen ausreichend stabilen Ast, wenn man die entsprechenden Bäume vor Ort hat. Bitte nicht dabei den Ast abbrechen und 10m tief runterfallen. Alternativ macht man sich ein schmales Brett in 80cm Höhe für sowas.
    "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes)

  14. #59
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    Zitat Zitat von Seveneleven Beitrag anzeigen
    Aha, und Du kennst "die meißten"?

    Dong Hai war ein Hochstapler, es ist mir egal was Professor Kang Ge Wu dazu sagt. Wo der gräbt bin ich schon längst gewesen.
    Die Daoisten haben die Bagua-Techniken schon lange lange vor Dong Hai in ihre Künste integriert, nur sie haben es nicht wie Dong Hai an die große Glocke gehangen.
    Dong Hai hat sich auch nur Leute gesucht die schon Kampfkunstmeister waren und sie dann in Bagua unterrichtet - und plötzlich waren es Bagua-Kämpfer.
    Macht´s KLING ?

    Ich finde folgende Reportage sehr gut:
    https://www.baguazhang.de/viewtopic....8512fd5ff6e0b8

    Dort kann man ein wenig von den Übungsmethoden der Daoisten sehen.
    Welche Schule in Europa kann da mithalten?
    Ich kenne keine.

    Das ist das Chunyang Bagua. Hat so nicht viel mit Bagua und auch nicht mit Jiang Bagua, was so die gängigen Wudang Stilisten laufen zu tun. Warum man das auf Baimaishan Bagua nennt weiß ich nicht. Vermute weil der Begriff bekannter ist.


    Liebe Grüße,
    Shin
    2019 NTD Martial Arts Competition in New York mit Europäischer Vorausscheidung in Dresden am 1.Juni
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  15. #60
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    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    Einfach mal hier lesen:

    https://grounddragonma.com/2018/01/2...-zhang-part-1/

    alle 3 Teile.
    Professor Kang Ge Wu hat eigentlich alles wesentliche geschrieben.

    Keine mystischen Daoisten, anderes Bagua etc.
    Dong hat das Kreislaufen integriert in seine Compilation der nordchinesischen Kampfkünste. Das ist die Kampfkunst, die auch erst später Bagua genannt wurde. Vorher hieß sie „Turning Palms“.
    Kreislaufen ist eine daoistische Meditationsform, die aber nix mit den KK zu tun hatte.
    Jemand der empirische Methoden anwendet um zu einer Meinung zu kommen,die er auf Faktenlage stützt wird dem wahrscheinlich dem Vorzug geben. Nur baut sich diese Faktenlage darauf auf, was man meint mehr an Beweisen zu haben. Habe den ersten Teil jetzt nur überflogen und schon da wird angemerkt das der Autor gewisse Dinge einfach ignoriert. Ist wahrscheinlich der "Flaw" jeder wissenschaftlich angelegten Publikation.

    Wenn ich persönlich einen Yin und Cheng Bagua Meister(Chinese) aus Kanada frage der nicht öffentlich unterrichtet und er mir sagt das in den Kreisen in denen er verkehrt
    als wahrscheinlich gilt das Dong Hai nicht der Begründer seiner Kunst ist. Dann halte ich das ehrlich gesagt für wesentlich glaubhafter. Donghai wird trotzdem weiter als Ahnherr ihres Stils geehrt...

    Und auf die Gefahr hin da noch ein aber aber aber zu bekommen, es ist ein WAHRSCHEINLICH. Was so viel heißt,wir gehen davon aus.Konkret beweisen können wir es nicht.Also kein es ist von Wudang,von irgendwelchen Brüdern und und was da noch an komischen Geschichten aufgezählt wird.



    Liebe Grüße,
    Shin
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