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Thema: Jesses Schwarzgurtprüfung vorbildlich?

  1. #76
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    Um dieses Age/Jodan-Soto-Shuto-undwasauchimmerfuer-Ukes-Ding und dieses ständige bahnenlaufen habe ich mir auch über Jahre den Kopf zerbrochen; das sind nahezu ausnahmslos Techniken, die man -zumindest im echten Leben und in wettkampforientierten Schulen- später nie sehen wird (ausser in der Prüfungsvorbereitung); und dennoch machen sie vor allem in den ersten 2 Jahren einen recht großen Teil des Trainings aus.
    Realistisch gesehen hat man das damals wohl nur eingeführt, um dem Karateka ein muskuläres Training zu bieten (also in Zeiten, wo an Fitnessstudios noch lange nicht zu denken war). So, wie es auch bei den Kata(s) ist: es ermöglicht einem allein zu trainieren und gibt einem auch irgendwo ein "Ziel" (besser zu werden) - man kann sich in seiner Fitness-Übung direkt mit anderen vergleichen (der/die sind besser/schlechter) und es hat immer etwas wie eine Geschichte. Wahrscheinlich ist all das nur erdacht worden, weil die meisten Menschen einfach trainingsfaul sind: es ist leichter, sich für eine Kata zu begeistern als für 10xButterfly, 10xwasauchimmer.

    Ich z.B. war nie für Fitness zu begeistern, aber hab Kata trainiert wie ein Irrer

    Was es tatsächlich bringt: relevante Muskulatur wird gebildet/gestärkt (ganz sicher nicht so effektiv, wie das bei 21-Jahrhundert-Traingsmethodiken der Fall ist, aber er passiert)und man gewinnt eine gewisse Sicherheit in die Mechanismen des Körpers und irgendwie trennt es auch die Spreu vom Weizen, denn Karate ist die ersten 2 Jahre wirklich scheisse-langweilig bzw hat aus der Sicht der Teilnehmers irgendwo gar keinen Bezug zu dem was einem Filme und Turniere so vorleben (die, die nie den Willen aufbringen werden, sich durchbeissen, wirklich zu kämpfen, wenn es nicht so einfach ist...die hören auch schnell auf)

    Wenn man ganz ehrlich sein mag, muss man wohl eingestehen, dass die Kihon/Kata-Seite des Karate einer längst vergangenen und überholten Zeit angehört und (sicherlich mit Bedacht) ersetzt werden sollte durch moderne Trainingsmechanismen (die den Karateka aber auch eine Motivation mitgeben - ein großes Manko von Fitnessstudios).

    Aber zugleich sollte gesagt sein, dass es an der Sache vorbeigeht, wenn man Age-Uke, Soto-Uke anführt, um Karate zu diskreditieren: in einem normalen Verein, auf jeden Fall aber in guten Vereinen, hat Kihon nicht viel mit dem zu tun, was einem dann im Kumite beigebracht wird.

    Kurz: so richtig effektiv (muskulär betrachtet) ist Karate nicht, aber am Ende erfüllt es seinen Zweck (wenn auch nicht optimiert)
    Geändert von MRWongFU (15-07-2019 um 21:19 Uhr)

  2. #77
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    Wenns mal die ersten 2 Jahre sind. Es gibt doch zig Lehrgänge, wo Schwarzgurte nichts anderes machen. Genauso bei Partnerübungen, Block & Konter, man kann oft nix anderes.

  3. #78
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    Eben. Kata ist eine sehr effiziente Trainingsmethode, weit über das häufig vergleichsweise herangezogene Schattenboxen hinaus. Es darf nur nicht bei nur Kata und Kihon bis zum Schwarzgurt bleiben. Erlebt man leider recht oft, gerade in Shotokan Breitensport Gruppen

  4. #79
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    Zitat Zitat von Kensei Beitrag anzeigen
    Eben. Kata ist eine sehr effiziente Trainingsmethode, weit über das häufig vergleichsweise herangezogene Schattenboxen hinaus. Es darf nur nicht bei nur Kata und Kihon bis zum Schwarzgurt bleiben. Erlebt man leider recht oft, gerade in Shotokan Breitensport Gruppen
    Naja ist der Gag vl. auch nicht jede Bewegung als eine spezifisches Anwendung zu sehen sondern eben als eine Grundbewegung die je nach Situation anders angewendet wird?
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  5. #80
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    Zitat Zitat von Maddin.G Beitrag anzeigen
    Naja ist der Gag vl. auch nicht jede Bewegung als eine spezifisches Anwendung zu sehen sondern eben als eine Grundbewegung die je nach Situation anders angewendet wird?
    Viele Kata sind meines Erachtens schon sehr spezifisch zusammengestellt. Weil ich sie gerade verstärkt trainiere, beziehe ich mich mal auf die Sanseru, die ich vor knapp 20 Jahren bei der Nidanprüfung noch eher öde fand.
    Da gibt es so eine Ellenbogen+Gyaku Tsuki Stelle, die man 4 mal macht. Und da gibt es schon ein Sammelsurium an Kombis.
    Viel bezogen auf ankle picks und armdrags.
    Ashi dori lehren schon die Kihon Bunkai dazu.

    Und im goju ist es oft sehr konkret "verschlüsselt". Ellenbogen und nach unten gestreckter "Gyaku-Tsuki" sollen sehr eng zueinander stehen. Genau wie man vor einem ankle pick den Kopf des Gegners über seinen Fuß zu bringen sucht. Auch die Reihenfolge : Erst Ellenbogen ( =Nackengriff) dann Stoß (=ankle pick). Abgeschloßen wird die Kombi mit einem toe hold heel hook im Shiko, bei dem sogar der rechte Arm über den linken im "juji uke" kommt. Denn der ankle pick ist auch rechts.

    Klar kann ich damit auch noch vieles andere machen. Aber es ist immer wieder nett, die primär tendierten Dinger zu entdecken.


    P.S. : Shotokaner gucken einfach mal auf die Nijushio-Stelle, bei der man angeblich das Schienbein mit Yamatsuki angreift. Da stabilisiert man in der Kata den Fuß des geworfenen Gegners für den Griffwechsel sogar noch an der eigenen Hüfte... .
    Geändert von Gürteltier (Gestern um 14:50 Uhr)
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  6. #81
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    Zitat Zitat von MRWongFU Beitrag anzeigen
    Um dieses Age/Jodan-Soto-Shuto-undwasauchimmerfuer-Ukes-Ding und dieses ständige bahnenlaufen habe ich mir auch über Jahre den Kopf zerbrochen; das sind nahezu ausnahmslos Techniken, die man -zumindest im echten Leben und in wettkampforientierten Schulen- später nie sehen wird (ausser in der Prüfungsvorbereitung);...

    Aber zugleich sollte gesagt sein, dass es an der Sache vorbeigeht, wenn man Age-Uke, Soto-Uke anführt, um Karate zu diskreditieren: in einem normalen Verein, auf jeden Fall aber in guten Vereinen, hat Kihon nicht viel mit dem zu tun, was einem dann im Kumite beigebracht wird.

    Kurz: so richtig effektiv (muskulär betrachtet) ist Karate nicht, aber am Ende erfüllt es seinen Zweck (wenn auch nicht optimiert)
    Das meiste an Kata, das tatsächlich Schlag(abwehr)bereich ist, bezieht sich m.E. auf eine eher neutrale Ausgangstellung von 1m.
    Vor dem tragischen Rückschritt in ZK, steht man vor den ersten Kumite ja auch da... .

    Und abgewehrt wird mit einem Netz aus beiden Armen, weil die Entscheidung und Erkennung zu lange dauerte - da ist KRK zu recht drauf rumgeritten. Suigetsu und inazuma werden meist bedeckt gehalten. So das ich mich nur nach oben oder unten entscheiden muss. Oben sieht man in der Kanku, unten vor jeder Gojukata im Yoi ( im Shotokan auch - die Armbewegung beim Yoi - und es gilt immer für oben und unten) Getrennt werden die Arme erst bei Kontakt mit dem Gegner.

    Darum sind Karate-Angriffe auf 2 Höhen auch keine Fiktion in meinen Augen. Auch wenn Yama-Tsuki mehr bestimmte Würfe abbildet, unterlaufen die dieses recht sichere System.
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  7. #82
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    Wenn die Anwendung so klar ist ist es doch schön.
    Hab eher solche Sachen gemeint wie die Blocks. Ich bin jetzt Karateka, im Hapkido haben wir eher entfernt vergleichbares.
    Aber nur als Beispiel, wenn ich mit die Blocks so anschaue kommt mir viel weniger ein Block gegen Schläge z.B. in den Sinn als eher Unterarm Schläge oder Stöße. Zumindest in der Karate Ausführung die ich gesehen habe.
    Heißt ja nicht, dass das stimmt, aber so unterschiedlich kann man solche Bewegungen interpretieren. Man muss nur wissen was man selber übt.
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