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Thema: Was macht das Messer in der Tasche ?

  1. #376
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    Zitat Zitat von Kannix Beitrag anzeigen
    Soll das heißen, wir Deutschen sind Lappen, die nicht bereit sind unsere Ähre mit dem Messer zu verteidigen?
    Man sagt heutzutage "Samen".
    Aber schönes Beispiel, dass man bei einer Messergesetzgebung nicht alle über einen Kamm scheren muss:

    Das Puukko war und ist auch eine gefährliche Waffe - mit dem ungefähr ein Drittel aller Tötungsdelikte in Finnland begangen werden. Das Tragen außerhalb der Arbeit wurde bereits 1850 verboten, 1977 wurde das Gesetz verschärft.[1] Im 19. Jahrhundert sorgten Messerkämpfer, die Puukkojunkkari, vor allem in der Provinz Südösterbotten für einen gewalttätigen Zeitabschnitt.[3] Zeitweise war der Umgang mit Messern im russischen Einflussbereich verboten. Für Samen gab es eine Ausnahmeregelung, die am 10. Mai 1935 in Russland bekanntgemacht wurde.[4]

    https://de.wikipedia.org/wiki/Puukko
    "Verlockend ist der äußere Schein. Der Weise dringet tiefer ein.“
    -Wilhelm Busch-

  2. #377
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    Zitat Zitat von Kannix Beitrag anzeigen
    Soll das heißen, wir Deutschen sind Lappen, die nicht bereit sind unsere Ähre mit dem Messer zu verteidigen? Mitnichten.

    Oder ist mit Messer hier speziell dieser Dosenöffner gemeint?
    Ich frag gerne mal für Dich nach, so als Italiener (womit wir wieder beim nächsten Klischee wären), der wissen möchte, was der Schweizer so vom Deutschen denkt... wird sicher lustig. Man hat mir seinerzeit tatsächlich im gleichen Atemzug erklärt, es sei Teil dieser Messerkultur, dass man als kleiner Pimpf lernt, man dürfe immer nur ein Werkzeug am Sackmesser offen haben, sonst gäbs das grosse Aua. Also wären wir doch wieder beim Dosenöffner.

    Period.
    Link zu meinem Gratis-Ebook "Sei Stark!" über Krafttraining für Kampfsportler: https://archive.org/details/FlaisSeiStark1_1

  3. #378
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    Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen
    Man sagt heutzutage "Samen".
    Hihi, SAMEN!
    Die hatten wohl dicke Eier.
    Jetzt versteh ich das auch bei den Schweizern, "Sackmesser"
    Aller höherer Humor fängt damit an, dass man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt -WT-Herb
    http://www.thaiboxen-bingen.de Facebook

  4. #379
    oxox Gast

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    Gab es nicht so ein Gerücht, dass die Samen-Frauen Rentieren in die Hoden beißen um sie zu sterilisieren?

    Von wegen Messerkultur. Vielleicht liegt es daran, dass ich eher ländlich groß geworden bin, aber damals in meiner Grundschulzeit hat mir mein Opa ein kleines Messer geschenkt und meinte man bräuchte sowas. Das ging ungefähr in Richtung Opinel war aber nicht feststellbar. Passiert ist auch nichts damit.

  5. #380
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    Mein Fehler, wenn jemand von Messer spricht, dann denke ich nicht an Schweizer Taschenmesser, sondern an richtige Messer.
    Ok, dann haben wir aneinander vorbei geredet.

  6. #381
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    Das Messer als Werkzeug sehe ich persönlich auch als überflüssig an. Es ist in meinem Alltag nicht von Bedeutung.

    Aber natürlich ist das subjektiv. Mein Dad nutzt seit Ewigkeiten sein Klappmesser für alle möglichen Dinge. War eigentlich mal ein Geburtstagsgeschenk für´s Angeln, mittlerweile kommt das überall zum Einsatz. Ist eben ein typischer Fall von Sensibilisierung: eigentlich braucht man kein Messer, wenn man aber eins als Werkzeug nutzt, kommt es auch vielfältig zum Einsatz. Nachdem ich mir letztes Jahr nochmal ein neues Moped geholt habe, ist mir auch aufgefallen, wie viele vom gleichen Fabrikat, mit gleicher Farbe unterwegs sind. Achtet man normalerweise nie drauf. Ist mit Werkzeugen ganz ähnlich. Andere Beispiele kennt wahrscheinlich jeder.

    Ich finde es daher auch sehr schwierig, diese "Freiheit" durch Verbote zu beschneiden. Mein Dad besitzt z.B. kein feststellbares Einhandmesser und hat sich nie überlegt, das Ding zur SV mitzuführen.
    Leider gibt es (fast) immer ähnliche Diskussionspunkte. Das existierende Führverbot von Einhandmessern z.B.: ich denke, ein "Werkzeug" muss nicht in 1 Sek von der Hosentasche aus einsatzbereit sein. Gibt aber genügend Menschen, die sehr nachvollziehbar begründen, warum sie auch beim Ziehen des Messers die andere Hand gerne frei haben, völlig losgelöst von SV. Das kann ich dann genauso verstehen.
    Von daher ist es bei Gesetzen eben immer die Frage, wann Grenzen überschritten werden. Und wie man das ganze denn angehen möchte.

    Zur SV:
    Für das Gros der Mitmenschen spielt das Waffengesetz eine sehr untergeordnete Rolle. Hier lese ich immer wieder, dass es quasi grob fahrlässig sei, in gewissen Gegenden oder ab einem gewissen Alter ohne einen Equalizer das Haus zu verlassen. Sicherlich auch eine Frage der Sensibilisierung, s.o.. Es gibt -ganz ehrlich- Zeitgenossen, die behaupten, dass ein verstecktes Messer selbst im Schwimmbad sinnvoll ist...

    Irgendwann wird eine Sichtweise einfach "ungesund", vielleicht paranoid. Die Leute leben irgendwann in ihrer Welt, andere Ansichten werden nicht akzeptiert, im Zweifel hat man "keine Ahnung". Das sind Dinge, auf die ich mich z.B. ganz konkret beziehe. Hier wird doch gerne von den Befürwortern angegeben, dass Messerangriffe eben keine Einzeltfälle mehr sind, obwohl es imho natürlich immer noch der Fall ist. Aber lassen wir das außen vor: Man kann sich darauf einigen, dass Messerangriffe eine sehr seltene Erscheinung sind, oder? Wenn man sich auf diesen Nenner einigt, kann man das ganze auch dahingehend weiterspinnen, dass ein Missbrauch von Messern (Notwehrexzess etc.) durch Menschen, die sich ja nur verteidigen wollen, äußerst selten geschieht. Diese Überlegung ist völlig legitim. Kannix hat vor einigen Seiten ein Beispiel verlinkt, wo genau dies passiert ist. Natürlich gibt es solche Fälle. Die Behauptung, das wäre nicht der Fall, stimmt einfach nicht. Aber Einzelfall oder nicht, es wäre gut, auch vor solchen Gefahren bestmöglich geschützt zu sein.
    Die Allermeisten, der ein Messer zur SV tragen, werden behaupten, sie seien sich aller Gefahren sehr genau bewusst und hätten die Kontrolle über einen möglichen Einsatz. Die wirklich ehrlichen Worte habe ich hier bisher nur von Klaus gelesen, der für mich absolut nachvollziehbar begründet hat, warum eine Bewaffnung Sinn ergibt. Waffen wurden nicht "erfunden", damit man diese versteckt in der Hosentasche führt und dann doch nicht nutzt. Sie existieren, weil man durch sie ganz konkret einen Kampf für sich entscheidet. Insbesondere in dem Moment, indem man ohne diese Waffe mutmaßlich den Kürzeren zieht, weil man älter, schwächer etc. pp. ist. Wer eine Waffe mit sich führt, wird diese im Zweifel auch benutzen, ganz klar. Die Behauptung, man könne zuverlässig einschätzen, wann und wo die Grenze für einen Einsatz überschritten wird, halte ich für eine gefährliche Form von sich selbst etwas vormachen. In einer Stresssituation kann man eben nicht immer kontrolliert und rational agieren. Noch nicht einmal überwiegend. Ist das Level hoch genug, wehrt man sich mit allem, was zur Verfügung steht, um heil nach Hause zu kommen. Das ist völlig normal und menschlich.

    Natürlich bin ich ein Freund davon, dass jeder, der sich seiner Verantwortung bewusst ist und sein Verhalten sehr genau überlegt hat auch so entscheidungsfrei wie möglich agieren kann. Das ist leider aber oftmals nicht der Fall. Viele Personen, die aus SV ein Messer führen, haben kein Interesse an einem "Werkzeug". Das ist vorgeschoben. Und wenn man mit denen spricht, machen sie genau diesen "problematischen" Eindruck: nämlich zu den Posern zu zählen, die das Feinbild auf der Straße genau kennen. Die das Versagen unseres Rechtsstaates ausgemacht haben und ihre persönlichen Schlüsse ziehen. John Rambo 2019: von der Regierung im Stich gelassen...
    Noch vor ein paar Wochen kam auf einem größeren Treffen ein Trainerkollege auf uns zu, der stolz sein verbotenes Messer demonstrierte und genau die Gründe angab, die ich gerade hier genannt habe. Abgeschlossen mit dem Satz "Na und, dann begehe ich eben eine Ordnungswidrigkeit". Soviel zu unseren Gesetzen (möchte das jetzt nicht wieder diskutieren).

    Dass man bei einem Messereinsatz immer "all in" geht und damit Menschenleben auf dem Spiel stehen, merkt man in solchen Gesprächen nicht. Und das ist ein Problem.
    Warum ein Messer, warum keine Alternativen? Ja, ein Messer hat auch unter verschiedenen Waffen noch einmal Vorteile, ich weiß. Aber ganz ehrlich: wie weit will man denn in seiner Abwägung gehen? Wenn ich in einer so oder so unwahrscheinlichen Situation zu einer Waffe mit lebensgefährlichen Konsequenzen greife, nur weil diese in dieser unwahrscheinlichen Situation den Eigenschutz vielleicht noch einmal ein bisschen erhöht, sollte ich immer beachten, dass auf der Gegenseite ein Menschenleben steht. Gibt genug Alternativen, die eben nicht per se dieses Risiko bedeuten. Selbst wenn diese nicht verdeckt zu tragen sind oder unbequem oder oder - wer sich zwecks SV bewaffnet, sollte solche Dinge vielleicht hinter das Leben des Gegenübers stellen

    Ich finde solche Überlegungen elementar. Losgelöst von Verboten. Wer sich diesen Gedanken gestellt hat und immer noch das Messer als die beste Lösung sieht, soll es tragen. Verhindern kann man das wie schon angemerkt sowieso nicht.
    It 's not who I'm underneath but what I do that defines me. Bruce Wayne
    Dabei würdest Du sogar beim Schattenboxen verlieren. Kannix

  7. #382
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    Standard

    ich kann es mir dank meiner Lebensumstände zum Glück leisten, dass SV für mich kein relevantes Thema ist und ich nicht so viel darüber nachdenke, aber der Wunsch für die SV ein Messer zu tragen war doch schon immer etwas befremdlich.

    Da ich mir als Laie doch denke, dass das Tragen einer Waffe nur etwas bringt, wenn man selbst bereit ist sie einzusetzen. Und ist man bereit sie einzusetzen dann muss doch zwingend in Kauf nehmen jemanden zu töten??

    Bin kein Arzt und könnte daher auch falsch liegen, aber ist nicht jede potentiell Kampfstoppende Verletzung auch nicht potentiell tödlich? Das Konzept das man jemanden nur verwunden kann dieser dann die Kampfhandlung einstellt und dann nach kurzem Aufenthalt im Krankenhaus wieder voll gesund entlassen wird, nicht nur was für das Kino? Und das die echte Welt da wesentlich brutaler ist?

    Mir ist schon klar, dass da Variablen zu bedenken gibt, und das manche Leute bereits nach einer oberflächlichen Verletzung aufgeben während andere noch nach einer potentiell tödlichen Verletzung nach kurz weiter eingreifen bevor sie den Verletzungen erliegen... Gibt da selbst beim Schußwaffengebrauch viele Berichte wie in den Stopping Power Büchern von Evan Marshall z.B.


    Mir persönlich wäre der Messereinsatz zur riskant als Zivilist. Mann kann dabei nur verlieren, selbst wenn man heil aus der Sache herauskommt, sind noch die rechtlichen Folgen schwer einzuschätzen..

  8. #383
    oxox Gast

    Standard

    Ich habe früher beim Fahrradfahren und Wandern ein Swisstool getragen und da auch gebraucht. Das Argument von wegen wofür und wieso kann ich verstehen, andererseits ist selbst ein normales Messer nützlicher als einige hier tun. Klar, ich brauch das nicht jeden Tag, andererseits gibt es halt doch Situationen in denen ich es gerne hätte. Und wenn es nur so ein extrem hypothetischer Sonderfall ist wo ich einen Autogurt durchschneiden muss oder ein Kind auf dem Spielplatz mit dem Jackenbömmel irgendwo unglücklich hängen bleibt. In dem Sinne hat es für mich tatsächlich einen Werkzeugcharakter und ist keine Entschuldigung irgendwie Rambo zu spielen (auch wenn ich Verständis für libertär angehauchte Ideen habe). Andererseits kann ich den Klaus auch gut verstehen, wenn der es zur Verteidigung trägt.

    In Amiland glauben manche übrigens, dass man Freiheiten bewusst wahrnehmen muss oder sie ansonsten irgendwann verliert. Ich reagiere in der Hinsicht empfindlich auf übereilige Verbote, weil ich mich als erwachsener, einigermaßen rechtschaffender Bürger nicht in der Bringschuld fühle und es irgendwie nicht einsehe mich für jede mögliche Eventualität erklären zu müssen. Also im dem Sinne, dass ich die richtige Erklärung abliefern muss um dann gnädigst einen Sündenerlass zu bekommen, so als müsse ich dafür dankbar sein. Das gesagt, ich halte mich an die Gesetze, aber empfinde die im Moment als ziemlichen Bullshit bzw. blinden Aktionismus.

    Zitat Zitat von karate_Fan Beitrag anzeigen
    Mir persönlich wäre der Messereinsatz zur riskant als Zivilist. Mann kann dabei nur verlieren, selbst wenn man heil aus der Sache herauskommt, sind noch die rechtlichen Folgen schwer einzuschätzen..
    Ich glaube die Idee bei manchen ist halt die gegenseitige Abschreckung. Ich behaupte mal viele erlebnisorientierte Jugendliche wollen in erster Linie Angst machen und nur die Wenigsten haben echte Verletzungsabsichten. Es ist halt ein Druckmittel.
    Geändert von oxox (04-11-2019 um 09:45 Uhr)

  9. #384
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    Zitat Zitat von oxox Beitrag anzeigen
    Ich glaube die Idee bei manchen ist halt die gegenseitige Abschreckung. Ich behaupte mal viele erlebnisorientierte Jugendliche wollen in erster Linie Angst machen und nur die Wenigsten haben echte Verletzungsabsichten. Es ist halt ein Druckmittel.
    und genau da beginnen die schwierigkeiten, von denen die "messer-trage-skeptiker" ja auch oft reden: du ziehst das messer noch bevor du in akuter lebensgefahr bist - präventiv sozusagen, als abschreckungswaffe. Bis dahin hätte es gut mit ein paar provokationen, nem blöden spurch, nen schiefen blick, "ready to fight" körpersprache usw... bleiben können bei der bande, die dir bedrohlich vorkommt (die es ja vielleicht auch ist). wie können die jetzt reagieren?

    wenn sie eigentlich harmlos sind, dann wirkt die drohgebärde vielleicht (aber ein passant hat die bullen gerufen und falls die mal zufällig fast sofort da sind, dann heißt es: der da hat ein messer und den und den aus der gruppe bedroht, ohne von denen angegriffen worden zu sein). ok. ist keine sooo große sache. löst sich auf nach ner weile, aber ist halt überflüssiger ärger.

    was aber, wenn sie genau die bedrohung sind, die sie gerne affektiv durch eine körpersprache auf basis unrefelktierter hip-hop-gangster subkultur identität ausstrahlen? wenn das "gehabe" nun doch mal mit dem "tun" dieser leute übereinstimmt?
    dann wirst du mit dem messer kämpfen müssen, denn dann will da keiner das gesicht verlieren und vor dir weglaufen. wenn man denen bei provokation aus dem weg geht, klappt das oft (die paar beleidigende, "entehrende" sprüche, die man dann kassiert, zählen nicht), angesichts einer "bedrohungslage", die für sie entsteht, weil durch den "equalizer" nun sie selbst (offensichtlich) bedroht sind, werden dann ebenfalls waffen gezogen, falls vorhanden. und dann viel spaß.
    präventives bedrohen ist auf der berüchtigten "straße" blödsinn. das ist ja wie, "pass auf, ich hab den schwarzen gürtel!" oder "ich mach krav maga.", nur mit waffe.
    prävention? WENN denn wirklich klar ist, dass ein ANGRIFF kommt (und nicht nur eine bedrohliche situation), gilt doch eher: hit first, hit hard.
    Geändert von amasbaal (04-11-2019 um 15:47 Uhr)
    "I prefer them to be awake when I severe their arms and beat them to death with it." Maul Mornie und sein Verhältnis zu k.o.s

  10. #385
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    @amasbaal

    Aus genau diesem Grund zeigt man ein Messer auch nie wenn man damit kämpfen will. Die Natur der Waffe ist Heimtücke!
    Ein heimtückischer Angriff ggf. mit Todesfolge? Viel Spaß vor Gericht.

    Zur Notwehr die Waffe heimtückisch einsetzen? Geht wenn mehrere einen gleichzeitig angreifen. Dann muss man aber das Ding auch einsatzbereit machen können unter Druck und vor allem muss für den Richter auch hinterher nachvollziehbar sein das es Notwehr war.
    Wenn sechs Leute sagen der Messermann hätte angefangen und ein siebter tot ist und man selber keine Zeugen hat und keine Videokamera, tja...
    Aber klar man liest immer wieder von marodierenden Horden in deutschen Städten die reihenweise unschuldige Menschen zu Tode prügeln.

  11. #386
    oxox Gast

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    Ihr habt schon Recht. Persönlich trage ich im Moment überhaupt kein Messer mehr, auch kein Multitool. Wollte nicht sagen, dass ich irgendwie herum drohe oder sowas, mir ging es darum das manche es afaik mit der Absicht tun, auch wenn es blöd ist. Wenn man eine Neigung entwickelt leere Drohungen zu machen kann das sicherlich ganz böse schief gehen. In der Schule kannte ich einen der hat sich bei dem Anflug von Streit sofort das Hemd herunter gegrissen und fing an zu brüllen wie ein Verrückter und das hat halt oft genug geklappt um Gewohnheit zu werden. Irgendwann klappt es halt nicht mehr.

    Bei jemanden der tatsächlich bereit ist ein Messer zu benutzen weiß ich nicht ob derjenige im Zweifelsfall auf die Polizei wartet und es nicht eher vermeidet sich vor einem Richter erklären zu müssen, aber davon habe ich keine Ahnung.

  12. #387
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    Zitat Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
    Ich glaube die Idee bei manchen ist halt die gegenseitige Abschreckung. Ich behaupte mal viele erlebnisorientierte Jugendliche wollen in erster Linie Angst machen und nur die Wenigsten haben echte Verletzungsabsichten. Es ist halt ein Druckmittel.
    und genau da beginnen die schwierigkeiten, von denen die "messer-trage-skeptiker" ja auch oft reden: du ziehst das messer noch bevor du in akuter lebensgefahr bist - präventiv sozusagen, als abschreckungswaffe.
    leute, die ein gewisses leben leben, sind gewohnt, auf bestimmte dinge zu achten. eine gewisse ausstrahlung gepaart mit einem aus der hosentasche hervorlugenden folder-clip kann daher durchaus geeignet sein, einen erfolgreich als opfer auszusondern, einfach, weil im regelfall diverse weichere ziele unterwegs sein werden. auch dies fällt unter abschreckung und hierfür muss man nichts ziehen oder mit etwas herumwedeln oder so was in der art...
    "Self defense, martial arts and fighting are as similar\different to each other as tennis, badminton and ping pong are." Rich Dimitri

  13. #388
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    Früher waren es genau diese Leute die man sich ausgeguckt hat. Man will ja den Kick

  14. #389
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    ja, genau so wie tyson mal nen zoowärter bestechen wollte, damit ihm dieser den gorillakäfig aufmacht, weil tyson dem dort residierenden silberrücken eine reinhauen wollte...
    "Self defense, martial arts and fighting are as similar\different to each other as tennis, badminton and ping pong are." Rich Dimitri

  15. #390
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    ich kann und will mich bei dem thema nicht wirklich festlegen.
    außer, und wie ich bereits sagte: ich halte es für bedenklich, mit der "idee", mit messer sv zu betreiben zu hausieren und spezielle "messer als sv tool"-kurse oder entsprechend ausgerichtetes marketing zu betreiben. (und mir ist klar und wurde von mir auch so trainiert, dass ein messer, auch wenn es gewisse dinge zu beachten gilt, wie etwa die physische stoppwirkung, durchaus ein sehr guter gleichmacher aber leider eben auch manchmal ein ungewollt totbringdes tool sein kann).
    ich kann mich (hoffentlich) selbst einigermäßen einschätzen. einen neuen schüler müsste ich aber schon eine ganze weile ziemlich gut kennen gelernt und im training im auge gehabt haben, um auch nur ansatzweise sagen zu können: bei dem? ja. kein problem, zumindest kann ich es für mich rechtfertigen. (in "privaten" 1:1 trainings ist das entsprechend schneller klar).
    dann könnte er an so etwas, wie einer geschlossenen, wöchentlichen extra-einheit teilnehmen oder an lehrgängen, die für bekannte von mir oder den mitveranstaltern bekannten personen aus "seriösen" trainingsgruppen offen sind. hab ich auch mal gemacht (messer eher aus "tactical" sicht, wenn auch nur 2 oder 3 leute militär-kargohosen anhatten). fand ich sehr interessant und angenehm - auch, was das miteinander mit den teilnehmern anging.
    ein paar jahre hab ich auch messer, inklusive vieler experimente mit ansätzen außerhalb von fma und silat und übungsformen, die im standard fma training keinen (zeit)raum haben, weil zu sehr sv orientiert, an einem tag der woche für interessierte aus der kali sikaran köln gruppe angeboten, die ich alle kannte. vorteil: jedes "paar" (zusammensetzung der "paare" wechselte öfters) konnte eigene aufgaben bekommen, zugeschnitten auf können und bedarf. DAS hatte ne menge an fortschritten gebracht. sv (bezogen auf taktik und technik) war da ein wichtiger aspekt. ansonsten: sparring, meist mit spezifischer aufgabenverteilung und drills. und, ja, auch klassiche fma fma-drills gehörten dazu, nicht nur drills, die man als "stress-drills" oder gar "kill-drills" bezeichnen könnte (wie da die aufgabenaufteilung aussieht, ist ja logisch. wer gut verteidigen will, sollte ein partner für andere übende sein, der auch "kill-mäßig" agiert im training).
    messer vs. messer; waffenlos vs messer; "gegenstände" gegen messer.
    relativ gut klappte bei leuten, die schon einige zeit im normalen fma training waren, die verteidigung mit einem gepolsterten 50-60cm knüppel und mma handschuhen mit guten griffeigenschaften im seit- kurven- und rückwärtsgang (übende mit den längeren standard fma stöcken waren mit dem problem "enger raum" oft überfordert. die behandschuhte freie hand war fast immer sehr wichtig bei dieser sache) - "winkeln", ständige bewegung die der druckrichtung ihren druck nimmt, nutzen von hindernissen im raum und immer wieder mal auch stoppende zwischenschläge - wenn denn die distanz gerade verloren zu gehen droht, weil die beinarbeit nicht funktioniert hat, ein mindestmaß an "check" der messerhand des angreifers und stopper durch schläge mit but oder freier hand, falls die distanz kurzzeitig unterschritten wird; oder auch - in jeder distanz - kurze, harte "stiche" - eigentlich eher "stöße" - zum gesicht und in den körperschwerpunkt.
    mit "gut" ist gemeint: mehrere harte (!) treffer auf kopf und hände, während man selbst nur leicht touchiert, gar nicht getroffen - sehr selten - oder vermutlich nicht tödliche und das harte schlagen nicht signifikant behindernde treffer, waren möglich. allerdings: nur ein paar mal. bei jedem war der messermann natürlich früher oder später "durch", weil alle schutzhelme trugen. der erste treffer oder der zweite, wenn als erstes die hand voll erwischt wurde, sollte die wesentliche arbeit geleistet haben. wenn nicht, hab ich das dann als "beide verletzt und kampfunfähig" oder gar angreifer hat "gewonnen" betrachtet. am schwierigsten war es übrigens, wenn die waffenseite des gegners "hinten" gelassen wurde und er ohne zögern geradeaus "amok lief" (also weak side forward mit schützendem arm/hand beim reinstürmen und dann packen oder checken und "pumpen" in der "ringerdistanz").
    fast immer daneben gingen angriffe, die überraschend aus der mittel- und nahdistanz gestartet wurden bei der verteilung messer vs. waffenlos.
    wer da wohl am häufigsten treffer abbekommen hat? von entwaffnungsversuchen, ohne vorherige treffer, die gut saßen, will ich gar nicht erst reden.
    fast alle übenden ohne waffen, hatten im stress übrigens sehr oft "vergessen", dass der messermann noch ne zweite hand hat, in der er die waffe wechseln kann und mit der er schlagen, halten, pushen, checken/blockieren kann usw.
    messer vs. messer endete übrigens meist in einem üblen, undurchsichtigen nahdistanz gemetzel oder aber, wenn das beide erschrocken schnell genug wahrnahmen mit "rückschritten" beiderseits und einer fortführung als "duell" aus größerer distanz. da hat es ganz schön gedauert, damit einer von beiden mit "wenn einer nachgibt, muss der andere konsquent weiter vorstoßen" klarkam - oder eben: ganz weg laufen, wenn die größere distanz und der eigene zustand das dann zulässt. das ist wohl ein "psychofaktor", der ins spiel kommt. IM TRAINING jedenfalls, wo man bei aller möglichst realen inszenierung ja immer noch weiß, dass es ernstes spiel ist und nicht das "reale". Interessant.
    wie die psychologie hier greift: man könnte ja theoretisch sagen: ich weiß ja, dass es spiel ist, also lasse ich diese reaktion weg, aber selbst bei hartholzmessern mit schaumstoffummantelung und schutzhelmen oder zumindest -brillen greift da das unterbewußte und sagt "weg da, SO nicht!". das galt auch für leute, die schon lange trainierten und technisch sehr gut waren.
    alles eben eine frage der trainingsmethoden und langwierigen psychischen prozessen.
    will ich aber eben nicht für "jedermann" und erst recht nicht für leute, die ich als potentielle "problemfälle" betrachte.
    jetzt kann ich es gesundheitlich nicht mehr (und ziemlich plötzlich innerhalb eines jahres...), und ich überlege wieder, inzwischen chronisch untertrainiert, mir ein messerchen mit zu nehmen, wenn ich doch mal wo bin, wo es "gefährlich" werden könnte. feststehend, eher kurze klinge, super scharf, in kydex-scheide und schnell zugänglich - völlig legal.
    ein equalizer, der schwächen ausgleicht.

    messersysteme sind altersstile?????
    Geändert von amasbaal (04-11-2019 um 20:03 Uhr)
    "I prefer them to be awake when I severe their arms and beat them to death with it." Maul Mornie und sein Verhältnis zu k.o.s

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