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Thema: Was macht das Messer in der Tasche ?

  1. #571
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    Interessant, dann war ich dort und habe kurz vor dem Ausgang lecker asiatisch gegessen. Hat sich wohl dort sehr gewandelt.

    Achja, war im August, nicht wie oben geschrieben Anfang des Jahres.

    Zu meinen (möchtegern) Punk Zeiten (in den späten 80ern) haben wir oft genug zusammen mit Obdachlosen ein Bierchen (oder 2) getrunken. Daher empfinde ich die eh nicht als sonderlich störend - viele sind einfach arme S... mit oft sehr traurigen Geschichten.

  2. #572
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    Zitat Zitat von ThomasL Beitrag anzeigen

    Nicht nur bei Dir, wobei die Gewehre mit Diabolos bestückt waren. 😉
    Oder mit Wattestäbchen:-)

  3. #573
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    da sich hier ja einige für die gegebenheiten in bonn innenstadt zu interessieren scheinen:

    das bonner loch klientel hat sich aufgrund (bewussten) behördlichen vorgehens im zuge der renovierungsarbeiten des bahnhofs(vor)bereichs (i.w.s.) ein stückchen richtung kaiserplatz/hofgarten verlagert.

    der bereich zwischen kaiserplatz und alter zoll/rheinufer mit schwerpunkt hofgarten wird gerne mal als kriminalitätshotspot oder angstraum bezeichnet. viel davon ist drogenkriminialität inklusive verteilungskämpfen aber auch ettliches anderes an eigentums- und rohheitsdelikten ist dabei. wer spass hat geht auf die seite von general anzeiger oder express und sucht mal nach hofgarten...

    hier ein paar highlights

    https://www.express.de/bonn/politik-...rten--31488154

    https://www.express.de/bonn/im-visie...erden-32213716

    https://www.express.de/bonn/bonner-k...lizei-32034836

    https://www.express.de/bonn/bonner-h...ochen-31487808

    https://www.express.de/bonn/brennpun...h-ein-31392862

    https://www.express.de/bonn/polizei-...nelle-31381292

    https://www.express.de/bonn/immer-me...atort-31343070

    https://www.express.de/bonn/bonner-h...efahr-31334970


    witzig ist anders, insbesondere wenn man in der ecke wohnt und in der dunklen jahreszeit gefühlt eine solche meldung pro woche in der zeitung lesen kann...
    "Self defense, martial arts and fighting are as similar\different to each other as tennis, badminton and ping pong are." Rich Dimitri

  4. #574
    Gast Gast

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    Zitat Zitat von MCFly Beitrag anzeigen
    Wann spricht man vom "letzten Mittel"? Das könnte theoretisch auch gegen eine Person der Fall sein
    Definitiv ja.

    Die Rechtsprechung geht in der Regel davon aus, dass tödliche Gewalt gegen "überlegene" Personen angewendet werden darf. Das können Angreifer sein, die durch körperliche Voraussetzungen, Überzahl oder Bewaffnung so aufgestellt sind, dass dem Verteidiger ein normaler Fauststoß absehbar nicht zur Abwehr des Angriffs ausreicht.

    - oder zwei Frauen -
    Auch das, wenn die Frauen z.B. durch ihre Bewaffnung nicht waffenlos ohne weiteres abgewehrt werden können und somit als überlegen eingeordnet werden können.

    oder eine Gruppe Halbwüchsiger.
    Dünnes Eis, weil Minderjährige besonderen Schutz durch die Rechtsprechung genießen und man ihnen auch nicht das volle Ermessen der Tragweite ihrer Handlungen abverlangt; siehe Jugendstrafrecht.

    Im konkreten Fall entscheiden dann Anzahl, Bewaffnung und Vorstrafen über einen Eindruck, den die Sache auf den Richter hinterlässt. Es kann auch niemand von mir verlangen, einen 16jährigen von einem 18jährigen zu differenzieren... bei einem 13jährigen könnte das schon ganz anders aussehen und der Richter eine besondere Verantwortung zur Milde im Anwenden von tödlicher Gewalt gegen einen Jugendlichen herleiten.

    Wo ist die Grenze? Denn im Kampf selber kann man diese nicht zuverlässig ziehen, da ist schlicht keine Zeit für solche Überlegungen. Das muss man sich also rechtzeitig bewusst machen.
    Ich habe für mich ganz persönlich entschieden, dass ich nur nach der Gefährlichkeit der Bedrohung einen Messereinsatz erwäge und nicht danach wer die Bedrohung verantwortet. Konkret heisst das, ich würde auch Minderjährige oder Frauen mit einem Messer abwehren, wenn diese mein Leben bedrohen. Dass das hinterher eher zu Diskussionen vor Gericht führen wird, nehme ich dann in Kauf.

    Es wird sich immer sofort auf Notwehr bezogen. So einfach ist das nicht.
    Wenn ich tatsächlich mein Leben verteidigen musste, ist das juristische Nachspiel doch ein Fliegenschiss dagegen.

    Wir hatten aber schon den Aspekt, dass es nicht so einfach ist, solche Schnitte anzubringen.
    Auch nicht schwieriger, als mit der Faust die Kinnspitze zu treffen.

    Spazierstock.
    Wie lange willst Du denn mit deinem Stock einen oder mehrere Messerangreifer aufhalten? Genauso könntest Du dich auch auf den Boden fallen lassen... Zeitgewinn ohne die Möglichkeit auf eine letale Waffe aufzurüsten, macht aber keinen Sinn gegen ein Messer.

    Stockdegen sind ja leider verboten.

    Diesen hätte man immer zur Hand.
    Ich als Motorradfahrer wüsste sowieso nicht, wie ich den unterwegs mitführen könnte.

    Pfefferspray - ist für Tiere gedacht, aber dennoch im Einsatz für die SV effektiv und überschaubar.
    Wirkt nicht gegen Junkies; wirkt schlecht bei Alkoholisierten und Asiaten. Gegen mehrere Angreifer ist dein Spray schneller leer, als dir lieb ist und dann gibt's von den Angreifern doppelt hart auf die Zwölf.

    Richtig ist, dass ein Messer gefährlicher ist als diese Waffen. Und halt irgendwie cooler
    Eben.

    Auch als Stockkämpfer ist es sehr schwierig, einen gewillten Messerangreifer vom Infight und damit der sicheren Niederlage abzuhalten.
    Eben.

    da sehe ich gegen ein Messer mit einem Stock o.ä. keine schlechteren Chancen, als mit eigenem Messer.
    Das ist eine lebensgefährliche Fehleinschätzung.

    Gegen ein Messer ist beste Überlebenschance die, innerhalb von einer, höchstens zwei Sekunden, den Aggressor final auszuschalten. Je länger der agieren kann, desto sicherer gehst Du deinem baldigen Ende entgegen.

    Das was man auf so vielen Messerseminaren sieht..., dieses doofe Gestocher der Marke "Einmal ich und einmal Du - beide tot im Nu" ist leider genauso glatter Selbstmord, wie die Messertechniken im Ju-Jutsu.

    Was spricht gegen alternative Bewaffnung?
    Der fehlende Waffenschein für eine .357 Magnum.
    Geändert von Gast (19-11-2019 um 07:11 Uhr) Grund: Tippfehler korrigiert.

  5. #575
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    Zitat Zitat von Damiano R. Beitrag anzeigen
    Wirkt nicht gegen Junkies; wirkt schlecht bei Alkoholisierten und Asiaten.
    Es geht um die physikalische Wirkung der Schleimhautreizung und die funktioniert auch gegen die von dir genannten Personengruppen. Sehe ich jede Woche. Hat noch nicht einmal nicht diesen Effekt gehabt.
    Liegen halt nicht auf dem Boden, können nur nicht mehr gescheit gucken. Das ist aber der Vorteil den man sich dann zu Nutze machen kann.

  6. #576
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    Also was meinen Puls arg beschleunigt, sind diese keinen Widerspruch duldenden Aussagen: wie "Fehleinschätzung", "Geht nur mit Messer" usw.
    Damiano, du hast vorhin geschrieben, dass du in dem Waffenladen den Frauen immer zum Messer geraten hast und keine von denen hätte jemanden niedergemetzelt. Hast du denn eine Statistik, wie viele von denen es mal zur SV benutzt haben?
    Wenn man weiß, worauf man sich mit der MesserSV einlässt, es regelmäßig und ordentlich trainiert und die Cohones hat es tatsächlich und ohne Zögern einzusetzen, wenn es darauf ankommt, dann ja, dann ist ein Messer ein geeignetes SV Tool. Wenn die vielen Abers nicht ausgeräumt werden, dann hat man den Leuten entweder ein falsche Sicherheit, einen Eskalator oder eben einen Hemmer verkauft, der sie am Ende wertvolle Zeit und Gesundheit kosten kann.
    Ein Spazierstock übrigens - mit Wucht zum Gesicht des Angreifers gestoßen kann einen Angriff beenden. Die Vorteile sind: der Angreifer lebt danach noch, man hat eine bessere (physikalische) Abstandskontrolle und am wichtigsten: selbst die Tante Erna (65) dürfte ganz ohne Training kaum Hemmungen haben diesen anzuwenden - ganz ohne Verzögerung.
    Mal davon abgesehen - SV beginnt weit vor dem Angriff, endet weit nach dem Angriff und ist während dessen nicht auf die eigentliche Kampfhandlung beschränkt, daher sollte man aufhören Messer mit SV gleichzusetzen.
    Zu den Tools:
    Das richtige Tool zur SV ist das was ich bereit bin anzuwenden und was in meiner Reichweite ist.
    Im Falle des Messertyps aus Hamburg haben die Passanten erfolgreich Stühle benutzt.

  7. #577
    oxox Gast

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    Bei Frau kann so eine psychologische Stütze in der Handtasche vielleicht schon helfen. Irgendwo geht es ja auch darum gar nicht erst wie ein Opfer zu wirken, wobei das Unterbewusstsein bzw. Selbstwertgefühl dabei doch eine große Rolle spielt. Generell kann man finde ich durchaus Vergleiche zum Tierreich ziehen, von wegen Signalfarben und so weiter.

    Was passiert wenn es tatsächlich zum Fall der Fälle kommen solle ist ein anderes Thema. Aber bis dahin scheint Mimikry ein bewährte Taktik, auch wenn die nach hinten losgehen kann. Auf jeden Fall würde ich eine gemein guckende Frau mit Laseraugen eher nicht ansprechen, wenn die so ausschaut als würde die darüber nachdenken mir im Zweifelsfall den ******* abschneiden und in den Mund zu stopfen. Andererseits wenn da eine Frau so ausschaut als würde sie einfach aufgeben...

  8. #578
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    Auch wenn darauf ein Shitstorm losbricht und manche es nicht glauben werden (passt zu gut zum Thema), die Anekdote zum EDC muss ich trotzdem los werden. ��
    Gestern kam meine Tochter viel zu spät von der Schule nach Hause.
    Sie wollte ganz normal an der letzten Bushaltestelle im Ort aussteigen, aber ein Bändel ihrer Jacke hatte sich im Sitz verfangen und ließ sich nicht lösen. Erst bei der Weiterfahrt ins Nachbarort (Gott sein Dank, gerade noch vor der Grenze ins feindliche Hessen) konnte das Problem gelöst werden, da ein Mitfahrer ihr half und den Bändel kurzerhand abschnitt.
    Soll ich jetzt froh sein, dass es hilfsbereite Menschen gibt oder Angst haben weil da offensichtlich jemand mit Messer in ihrem Schulbus mitfährt?
    Fragen über Fragen.

    Zu Bonn: Danke für die Infos. Ich war durch die Medien auf eine nicht ganz unkritische Stadt eingestellt und fand stattdessen eine sehr lebenswerte (Kleinj-)stadt zum einkaufen und abends ausgehen.

  9. #579
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    Zitat Zitat von oxox Beitrag anzeigen
    Bei Frau kann so eine psychologische Stütze in der Handtasche vielleicht schon helfen. Irgendwo geht es ja auch darum gar nicht erst wie ein Opfer zu wirken, wobei das Unterbewusstsein bzw. Selbstwertgefühl dabei doch eine große Rolle spielt. Generell kann man finde ich durchaus Vergleiche zum Tierreich ziehen, von wegen Signalfarben und so weiter.

    Was passiert wenn es tatsächlich zum Fall der Fälle kommen solle ist ein anderes Thema. Aber bis dahin scheint Mimikry ein bewährte Taktik, auch wenn die nach hinten losgehen kann.
    Zu ersterem (das Ding in der Handtasche): Ich sagte es schon, ich war in jungen Jahren eine Zeitlang mit einem Abwehrspray unterwegs. Fühlte mich aber mit dem Zeug im Säckel keineswegs sicherer, sondern im Gegenteil viel *unsicherer*. Schlicht, weil mir die Gegenwart des Sprays und die Hin- und Herpackerei dauernd eine Gefahr suggeriert hat, die es de facto gar nicht gab. Spray weggeworfen, dann ging es mir besser.

    Zu letzterem: Ja, Einstellung und resultierende Ausstrahlung helfen wohl durchaus dabei, erst gar nicht als Opfer ausgewählt zu werden.
    Das nun wissenschaftlich abzuklären, diesen Effekt zu quantifizieren, ist sicher schwierig bis unmöglich, aber ich selbst (physisch an sich eher schmal) hab schon mehrfach, auch von Männern mit Gewalterfahrung, die Rückmeldung bekommen, ich hätte bei Bedarf die Ausstrahlung einer ganzen Schrankwand. Oder, wie mein charmanter Herr Gemahl es ausdrückte: "An dich geht keiner dran. Du wirkst viel zu aggressiv." ;-) Möge er Recht behalten!

    Tatsächlich überprüfen konnte ich diese These bislang nur bei einer Frau als potenzieller Gegnerin. Da hat's ganz gut geklappt. ^^

  10. #580
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    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    Es geht um die physikalische Wirkung der Schleimhautreizung und die funktioniert auch gegen die von dir genannten Personengruppen. Sehe ich jede Woche. Hat noch nicht einmal nicht diesen Effekt gehabt.
    Liegen halt nicht auf dem Boden, können nur nicht mehr gescheit gucken. Das ist aber der Vorteil den man sich dann zu Nutze machen kann.
    mir scheint, dieser Vorteil reicht nicht immer aus, dass die Polizei auf letale Methoden verzichten kann:


    Ich verweise auf die tragischen Todesfälle, die wir leider in Berlin hatten, wo Personen unter
    Drogen- bzw. Psychopharmakaeinfluss trotz des Einsatzes von Pfefferspray nicht gestoppt
    werden konnten.
    Das ist genau der Punkt, den die Kolleginnen und Kollegen, die auf der
    Straße tagtäglich arbeiten und nicht in irgendwelchen Parlamentsgebäuden sitzen, mir ganz
    deutlich genannt haben, nämlich dass Pfefferspray als Mittel in seiner Wirksamkeit leider
    immer weiter nach unten gehen wird. Das hat verschiedene Gründe. Wir wissen aus der
    Hooliganszene, dass die Leute sich systematisch auf den Einsatz von Pfefferspray vorbereiten. Man kann sozusagen trainieren, dagegen eine gewisse Immunität zu entwickeln. Und wir
    wissen, dass es bestimmte Migrationskreise gibt, die deutlich weniger sensibel auf Pfefferspray reagieren als andere Gruppen.

    https://www.parlament-berlin.de/ados...s17-035-wp.pdf
    Geändert von Pansapiens (19-11-2019 um 10:26 Uhr) Grund: Link angepasst
    "Verlockend ist der äußere Schein. Der Weise dringet tiefer ein.“
    -Wilhelm Busch-

  11. #581
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    Zitat Zitat von Damiano R. Beitrag anzeigen
    Die Rechtsprechung geht in der Regel davon aus...
    ...dass die Notwehrlage objektiv beleuchtet wird. Und das aus Sicht "unbeteiligter" Dritter, in diesem Fall dem Richter. Den Notwehrparagraphen und dessen Voraussetzungen zu kennen (was erschreckend wenige zustande bringen) ist eine Sache. Aber die Rechtsprechung eine andere, wie ich durch ein -zugegeben steriles und verkürztes- Beispiel versucht habe zu erläutern. Deswegen ja auch die vielen Diskussionen.
    Dünnes Eis, weil Minderjährige besonderen Schutz durch die Rechtsprechung genießen und man ihnen auch nicht das volle Ermessen der Tragweite ihrer Handlungen abverlangt; siehe Jugendstrafrecht.
    auch für Dich, nochmals: das war ein Beispiel von Personen, bei denen man gerne zu einer falschen Einschätzung einer Situation kommt und ggf. sehr schnell "umschalten" muss. Ging mir gar nicht mal um ein konkretes Alter...

    Wie lange willst Du denn mit deinem Stock einen oder mehrere Messerangreifer aufhalten? Genauso könntest Du dich auch auf den Boden fallen lassen... Zeitgewinn ohne die Möglichkeit auf eine letale Waffe aufzurüsten, macht aber keinen Sinn gegen ein Messer.

    und

    Das ist eine lebensgefährliche Fehleinschätzung.

    Gegen ein Messer ist beste Überlebenschance die, innerhalb von einer, höchstens zwei Sekunden, den Aggressor final auszuschalten. Je länger der agieren kann, desto sicherer gehst Du deinem baldigen Ende entgegen.
    Das was man auf so vielen Messerseminaren sieht..., dieses doofe Gestocher der Marke "Einmal ich und einmal Du - beide tot im Nu" ist leider genauso glatter Selbstmord, wie die Messertechniken im Ju-Jutsu.
    Ich weiß wirklich nicht, was Du immer mit Messertechniken im Ju-Jutsu hast. Vielleicht solltest Du einfach mal neutral antworten...

    Wenn ein Messer rechtzeitig (aus Verteidigersicht) ins Spiel kommt, man also noch ein gewisses Zeitfenster vor einem Angriff besitzt, ist Distanz das oberste Gebot. Das hat mit Ju-Jutsu nichts zu tun, frag Vertreter anderer Stile. Ein Beispiel, was Du auf Youtube findest und was ich nur empfehlen kann, sind die Jungs vom UCC. Hör Dir einfach mal an, was Axel und Heiko so über Messer erzählen. Praxisnaher geht es kaum. Aber das nur am Rande.
    Noch einmal: zwischen Flucht und Infight gilt - wenn man einen Gegenstand zwischen sich und den Angreifer bringen kann, ist das in aller Regel von Vorteil: das kann ein Stuhl sein, eine Tasche, eine Jacke oder auch ein längerer Stock, ganz klar.
    Wenn der Angriff direkt in der Messerdistanz beginnt, sieht die Sache natürlich anders aus, aber mit einem Stock gibt es zumindest die Chance, zunächst aus einer größeren Distanz zu agieren. Das kann man trainieren, es ist ja der einzige Vorteil mit diesem Gegenstand.
    Du hast schon recht, dass ein Messerkämpfer, sofern er es schafft, diese Distanz zu unterlaufen, den Stock weitestgehend wirkungslos macht und man sich daher auf andere Handlungsalternativen verlassen muss. Das weiß aber jeder und deswegen sind Messerattacken ja auch so verheerend.

    Messer gegen Messer: der Vorteil der größeren Distanz fällt damit in aller Regel weg. Dafür hast Du Vorteile im Infight. Aber auch mit Messer kannst Du die eigenen Verletzungen, die Du erleiden wirst, eben nicht verhindern. Es ist also immer die Frage, was für Dich Priorität besitzt. Rechne ich per se mit einem Infight, dann sehe auch ich wenig Alternativen zum Messer. Dann ist aber auch die gesamte Situation äußerst bescheiden und heil raus zu kommen wird zum Großteil Glückssache. Von zuverlässiger Messerabwehr auszugehen, wenn der Angreifer schon am Mann arbeiten kann, halte ich für sehr fragwürdig.

    Die Tatsache, dass eine Klinge im Idealfall heimtückisch eingesetzt wird, habe ich bisher nicht erwähnt. Dann ist die Verteidigung sowieso essig und alles ist reine Glückssache.

    Offen bleibt ganz allgemein für mich immer noch die Frage, ob der Angreifer zwingend in den Infight möchte, wenn ich denn eine Waffe mit Reichweitenvorteil habe und vielleicht schon einen Treffer anbringen konnte. Es ist ja nicht jeder ein abgebrühter Killer, der genau weiß, wie die Dinge stehen. Wenn wir von diesen Situationen sprechen wollen, erübrigt sich die ganze Diskussion hier (s. Heimtücke).

    Ich weiß nicht, was Du immer von anderen -vorzugsweise mir- denkst. In zusammengefasst fast 25 Jahren beschäftigt man sich in aller Regel alleine aus Interesse auch mit Dingen wie Waffenkampf und Selbstverteidigung.
    Es gibt nicht nur schwarz und weiß, ich erwarte eigentlich von Dir, der Du Dich doch ausschließlich mit solchen Dingen befasst, dass Du das erkennst, ohne, dass ich es ständig erwähnen muss. In dieser Diskussion genauso wie auf dem "Papier". Du weißt von mir nur "Ju-Jutsu-Trainer" und der Drops ist gelutscht. Ganz ehrlich, wenn Du in jeder Situation ähnliche Kriterien aufbaust, bewundere ich hinsichtlich SV Deinen Optimismus (diplomatisch formuliert ).

    Nochmal zusammengefasst: Klar sollte der brandgefährliche Infight, auf den Du Dich sehr vorschnell beziehst, in Sekunden beendet werden. Es gibt aber auch im Messerkampf noch einige andere Bereiche, nicht nur im Messerkampf. Wenn Du immer nur von dem direkten Einsatz am Mann ausgehst, sind Deine Chancen mit einem Messer natürlich höher als mit anderen Alternativen, klar. Aber wenn es so weit kommt (ich kann es nur wiederholen) reden wir immer zu großen Teilen von Glück.

    Wenn wir aber von Messerabwehr sprechen, macht es Sinn, so etwas vernünftig aufzubauen. Und das bedeutet nicht, dass wir in Kuscheldistanz starten. Meine ganz bescheidene Meinung
    It 's not who I'm underneath but what I do that defines me. Bruce Wayne
    Dabei würdest Du sogar beim Schattenboxen verlieren. Kannix

  12. #582
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    Zitat Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
    Das richtige Tool zur SV ist das was ich bereit bin anzuwenden und was in meiner Reichweite ist.
    Im Falle des Messertyps aus Hamburg haben die Passanten erfolgreich Stühle benutzt.
    die passten nicht in sein Beuteschema
    "Verlockend ist der äußere Schein. Der Weise dringet tiefer ein.“
    -Wilhelm Busch-

  13. #583
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    Es kommt auf die Art des Pfeffers an. Das RSG der Polizei hat teilweise weniger Capsaicin Gehalt (bzw. synthetisches Capsaicin PAVA) als andere Sprays, wobei ich meine die hätten da irgendwann auch was umgestellt.

    Wie gesagt, ich erlebe den Einsatz des Pfeffers hier regelmäßig und regelmäßig kommt es zu der physikalischen Wirkung auf die Schleimhäute, dass man dann natürlich den Delinquenten noch nicht eingepackt hat ist klar. Nicht sehen können ist natürlich nicht gleich kampfunfähig.

    Ich gehe bei Pfeffereinsatz nie davon aus dass er den Gegenüber kampfunfähig macht und erkläre auch jedem dass er damit nicht rechnen soll.

    Wenn ich natürlich denke „einmal sprühen und der geht zu Boden“ und der Typ wird erst richtig wild (weil er ja nix mehr sieht) bin ich geschockt, weil ich etwas anderes erwartet habe und ggf. nicht mehr richtig handlungsfähig.
    Wenn ich aber denke „sprühen, der sieht nix mehr, mein Vorteil, weitermachen“ dann ist es etwas anderes.

    Sprühen, drei Sekunden warten, drauf, einpacken, fertig. Passte bisher immer. Je nachdem wie gefährlich die Situation ist nimmt man halt noch nen Meinungsverstärker in die Hand. Der hat ne extrem gute Manstopwirkung (OK, den darf man jetzt draußen auch nicht führen )
    Geändert von kanken (19-11-2019 um 08:50 Uhr)

  14. #584
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    Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen
    Was ist das denn für eine Quelle?

    Da mir keine exakte Beschreibung der aktiven Inhaltsstoffe vorliegt beziehen sich meine Ausführungen auf die beiden wahrscheinlichsten Reizstoffe, die in diesem Kontext zum Einsatz kommen.
    Sowohl bei Pfefferspray (aktiver Inhaltsstoff wahrscheinlich Capsaicin; 404-86-4)
    Er äußert sich über etwas, was er vermutet? PAVA ist synthetisches Capsaicin (2444-46-4) und teilweise sind da noch Haftstoffe mit drin. Da ist ein großer Unterschied zu “normalem“ Capsaicin. Das gibt es in unterschiedlichen Dosierungen, ich meine die deutsche Polizei hat 0,3%iges, es gibt aber z.B. auch 0,5%iges.

    Wie gesagt, was die heute genau benutzen weiß ich nicht, da ich nicht mehr auf dem NEF sitze und hier die Behandlung der Reizungen eh gleich ist, egal wie hochprozentig das Zeug ist.

  15. #585
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    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    Was ist das denn für eine Quelle?
    nicht die, die ich verlinken wollte..

    Die Quelle für das von mir Zitierte ist dieses Protokoll einer Anhörung im Berliner Abgenordetenhaus:

    https://www.parlament-berlin.de/ados...s17-035-wp.pdf

    Christoph van Thriel kommt da auch zu Wort, das Zitat stammt allerdings von Bernd Mützel (Leiter des polizeiärztlichen Dienstes)

    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    Er äußert sich über etwas, was er vermutet?
    er äußert sich über etwas, das er kennt...:

    Ohne dass ich genau die Inhaltsstoffe kenne, habe ich mich in meiner Stellungnahme auf zwei relativ gut untersuchte Toxine kapriziert und Ihnen ein paar Sachen dazu zusammengestellt. Beide Substanzen sind toxikologisch relativ gut geprüft in einer Vielzahl von
    tierexperimentellen Studien, aber durchaus auch in Humanstudien.

    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    PAVA ist synthetisches Capsaicin (2444-46-4) und teilweise sind da noch Haftstoffe mit drin. Da ist ein großer Unterschied zu “normalem“ Capsaicin. Das gibt es in unterschiedlichen Dosierungen, ich meine die deutsche Polizei hat 0,3%iges, es gibt aber z.B. auch 0,5%iges.
    Ist die Wirkweise und eventuelle Gewöhnungseffekte auch unterschiedlich?

    Bernd Mützel meinte, dass in frei verkäuflichen - um die geht es hier ja - der natürliche Wirkstoff drin sei und die drei- bis fünffache Konzentration.
    Ist ja auch nicht für den Einsatz gegen Menschen gedacht.

    Sie gehen einfach in einen Laden und kaufen sich ein freiverkäufliches Hundeabwehrspray. Wenn Sie die Zusammensetzung lesen, werden Sie auch Sprays
    finden, die genau die Substanzen beinhalten, die da verwendet werden. Wenn Sie reingucken,
    werden Sie feststellen, dass da nicht das synthetische PAVA, das wir verwenden, sondern das
    OC verwendet wird. OC ist die natürliche Form. Da haben Sie also, wenn Sie Glück haben,
    auch noch ein paar Pestizide mit dabei, wenn Sie es nehmen. Die Substanzen sind dadurch,
    dass sie natürlich vorkommen, in ihrer Wirkdosis nicht kontrollierbar. Wir gehen davon aus
    – das sagen die Zahlen –, dass Sie in einem freiverkäuflichen Hundeabwehrmittel ungefähr
    die drei- bis fünffache Menge dieses Reizstoffes bekommen als in dem, was die Polizei gezielt einsetzt.
    Geändert von Pansapiens (19-11-2019 um 10:25 Uhr)
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