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Thema: Wissenschaftliche Bücher zur Psychologie des Kampfes?

  1. #1
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    Standard Wissenschaftliche Bücher zur Psychologie des Kampfes?

    Hallo an alle. Ich interessiere mich nicht nur für die Praxis, sondern auch für die Psychologie der Selbstverteidigung. Ich suche daher seit einiger Zeit nach geeigneten Büchern, in denen Erkenntnisse aus der Psychologie, der Soziologie, Medizin usw. niedergeschrieben sind. Bin aber bislang nicht fündig geworden. Ich suche vor Allem nach Büchern, in denen sich Wissenschaftler mit folgenden Fragen beschäftigen:

    1. Woran lässt sich das Aggressionspotential eines Menschen bereits vor einem Kampf einschätzen?
    2. Wie kann man am Besten de-eskalieren?
    3. Wie ticken "Schlägertypen"?
    4. Wie sollte der Verteidiger mental mit solchen Situationen umgehen, insbesondere mit Angst?


    Danke schonmal im voraus.

  2. #2
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    kannst du englisch lesen?

    Rory Miller ist der Mann für sowas! alles von ihm.
    unorthodox

  3. #3
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    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    kannst du englisch lesen?

    Rory Miller ist der Mann für sowas! alles von ihm.
    Vielen Dank.

  4. #4
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    "Das Ruge Prinzip" von Michael Ruge soll gut sein, habe ich aber selber noch nicht gelesen, daher ohne Gewähr.
    Kannix, 24.06.2010, 14:17 Uhr: "Also ich hab noch oben ein Luftgewehr, ganz normal. Bei Katzen jedenfalls gibts keine sichtbaren Verletzungen"

  5. #5
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    Die bis jetzt vorgeschlagenen Bücher sind alle super, aber ob sie als "wissenschaftlich" durchgehen wage ich zu bezweifeln.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Eskrima-Düsseldorf Beitrag anzeigen
    Die bis jetzt vorgeschlagenen Bücher sind alle super, aber ob sie als "wissenschaftlich" durchgehen wage ich zu bezweifeln.
    Ja, das ist auch mein Bedenken. Die Autoren sind nunmal ... äh ... Praktiker, keine Wissenschaftler. Aber da ich die Werke ja auch nicht gelesen habe, weiß ich nicht, ob und was darin an tatsächlichen wissenschaftlichen Werken/Studien zitiert ist.

    Ich glaube, es wird sich dazu an genuin Wissenschaftlichem, also psychologischen, soziologischen ... Studien auch nicht allzu viel finden lassen: Das liegt in der Natur der Sache: Im Dienste der Wissenschaft werden sich die wenigsten für ihre Masterarbeit die Fre**e polieren lassen, um anschließend Videaufnahmen vom Gesichtsausdruck des Gegners auszuwerten.

    Genausogut könnte man ja als Herzgesunder Digitalis futtern und dann nach dem Exitus Nebenwirkungen notieren (kleiner Seitenhieb nach Nebenan).

    Was mir noch einfällt, das aber nur EIN Teilgebiet abdeckt: Werke, die sich mit Körpersprache allgemein beschäftigen konsultieren und darin konkret nach Aggressionssignalen suchen: https://scholar.google.de/scholar?q=...=1&oi=scholart
    Den Argyle habe ich in einer älteren Ausgabe selbst hier. Fand ich damals glaube ich ganz gut. Ist aber auch eher populärwissenschaftlich gehalten, wenn ich richtig erinnere.
    Geändert von Ripley (30-09-2019 um 13:56 Uhr)

  7. #7
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  8. #8
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  9. #9
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    Ich würde mal den Mario Staller empfehlen. Ich denke unter seinen Publikationen sollte etwas zu den jeweiligen Punkten zu finden sein.

    https://www.fhoev.nrw.de/organisatio...mario-staller/
    "To me ultimately martial arts means honestly expressing yourself"
    -Bruce Lee-

  10. #10
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    Zitat Zitat von palmax Beitrag anzeigen
    Hallo an alle. Ich interessiere mich nicht nur für die Praxis, sondern auch für die Psychologie der Selbstverteidigung. Ich suche daher seit einiger Zeit nach geeigneten Büchern, in denen Erkenntnisse aus der Psychologie, der Soziologie, Medizin usw. niedergeschrieben sind. Bin aber bislang nicht fündig geworden. Ich suche vor Allem nach Büchern, in denen sich Wissenschaftler mit folgenden Fragen beschäftigen:
    Was ist denn Dein Anspruch / Ziel bzw. weshalb genau suchst Du wiss. Literatur zum den Themen?
    So wie die Fragen gestellt sind, ist es kein wissenschaftlicher Angang zu dem Thema, da jede Fachdisziplin eine andere Antwort darauf finden wird und diese hat wahrscheinlich innerhalb der Disziplin keinen Konsens.
    Ein paar Bemerkungen meinerseits zu den gestellten Fragen.

    Zitat Zitat von palmax Beitrag anzeigen
    Woran lässt sich das Aggressionspotential eines Menschen bereits vor einem Kampf einschätzen?
    Hier stellst Du im Grunde zwei Fragekomplexe auf: 1. Wie kann man das Aggressionspotenzial eines Menschen einschätzen? 2. Wie kann man dieses Potenzial vor einem Kampf einschätzen?
    Zu 1: Der moderne Pädagoge wird Dir diese Frage ganz anders beantworten als der Neurowissenschaftler und der Soziologe nochmals anders.
    Zu 2: Standardantwort "Kommt drauf an..."

    Zitat Zitat von palmax Beitrag anzeigen
    Wie kann man am Besten de-eskalieren?
    Erneut "Kommt drauf an..." - vielleicht hilft Dir da ein Blick in die pädagogische / psychologische Richtung (Anti-Gewalt-Trainings, Körpersprache, persuasive Kommunikation, Kulturtheorien etc.)

    Zitat Zitat von palmax Beitrag anzeigen
    Wie ticken "Schlägertypen"?
    Müsste spezifiziert bzw. konkret definiert werden, was damit gemeint ist. Ich schätze, dass ich weiß worauf Du hinaus willst. Hier ein Blick Richtung Gewaltforschung / "Gewaltbiografien" werfen. Wenn Du aber im Sinne eines 'Profiling' ein konkretes Profil herausarbeiten willst - und je nachdem wie dezidiert Du es willst - behaupte ich, dass Du zu keinem eindeutigen Schema gelangen wirst.


    Zitat Zitat von palmax Beitrag anzeigen
    Wie sollte der Verteidiger mental mit solchen Situationen umgehen, insbesondere mit Angst?
    Da empfehle ich einen ähnlichen Zugang wie kanken ihn empfiehlt. Blick Richtung Angst-Psychologie / Traumatologie etc. Gibt es Unmengen Lit. zu.



    Zitat Zitat von Donnerfuß Beitrag anzeigen
    Ich würde mal den Mario Staller empfehlen. Ich denke unter seinen Publikationen sollte etwas zu den jeweiligen Punkten zu finden sein.
    Die Arbeiten sind wissenschaftlich oftmals doch recht fragwürdig bzw. kann man deutlich kritisieren an einigen wesentlichen Stellen - zumal wenn man 'hinter die Kulissen' blickt (zu Details äußere ich mich an dieser Stelle nicht tiefergehend, das soll M. S. mal sportlich und als Ansporn nehmen ).
    Aber vielleicht reicht es ja für das Anliegen des TEs.
    Geändert von Nagare (01-10-2019 um 19:55 Uhr)
    Man kann Energie investieren, darum zu kämpfen, dass alles so bleibt wie es ist oder um sich Neuem zuzuwenden. Ich jedenfalls werde keine Energie investieren, um dem Pferd von Buddha zu erzählen.

  11. #11
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    Vielleicht ist das hier interessant:

    Cornelia Musolff, J. Hoffmann (Hrsg.):
    TÄTERPROFILE BEI GEWALTVERBRECHEN
    Mythos, Theorie, Praxis und forensische Anwendung des Profilings
    Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2006. 374 S.,
    ISBN 3-540-33345-2

  12. #12
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    Das Thema "Gewalt" wird von Wissenschaftlern jeglicher Coleur - Soziologen, Psychologen, Historiker, Biologen usw. - recht gut beackert. Da findet man einiges an Fachliteratur.

    Ansonsten würde ich den Miller auch empfehlen, wenngleich wie schon geschrieben eher populärwissenschaftlich gearbeitet wird. Er stützt sich halt nicht auf Studien, sondern auf seine Erfahrungen als Strafvollzugsbeamter in den USA, hält aber soweit ich weiß auch einen Bachelor in Psychologie oder Neurobiologie oder sowas in der Art, zitiert in Teilen aus wissenschaftlichen Arbeiten und hat auf jedenfall Ahnung von wissenschaftlicher Arbeits- und Argumentationsweise. Gerade "Meditations on Violence" ist mMn einen Blick wert.

  13. #13
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    Als ich mit dem Thema SV näher beschäftigt habe, bin ich auf Rory Miller gestoßen. Hab ziemlich viel von ihm gelesen. Sehr interessante Bücher, die alle möglichen - auch psychologischen - Aspekte behandeln. Er kommt aus der Praxis und die Bücher zitieren nicht unbedingt die Quellen, aus denen er sein Wissen bezieht. Dennoch habe ich bisher nichts gefunden, das irgendwie mir bisher bekanntem widerspricht. Ich kann seine Bücher uneingeschränkt empfehlen.

  14. #14
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    Zitat Zitat von Nagare Beitrag anzeigen

    Die Arbeiten sind wissenschaftlich oftmals doch recht fragwürdig bzw. kann man deutlich kritisieren an einigen wesentlichen Stellen - zumal wenn man 'hinter die Kulissen' blickt (zu Details äußere ich mich an dieser Stelle nicht tiefergehend, das soll M. S. mal sportlich und als Ansporn nehmen ).
    Aber vielleicht reicht es ja für das Anliegen des TEs.
    Nagare, danke für deine Einschätzung, aber ich finde deine Behauptung hier etwas sehr direkt, gerade weil du mit der Begründung recht vage bleibst. Ich habe Mario Staller schon auf mehreren Konferenzen getroffen und kann bisher nichts negatives über seine Methoden sagen. Auf mich wirken seine wissenschaftlichen Methoden im Ganzen sauber, sofern ich das als Kulturwissenschaftler beurteilen kann
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