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Thema: Warum überschätzen sich manche Kampfkünstler?

  1. #1
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    Standard Warum überschätzen sich manche Kampfkünstler?

    Mal ein wenig OT...

    Habe gerade das hier gesehen:

    https://www.kampfkunst-board.info/fo...68#post3713968

    Der Typ kann so rein gar nichts, lässt sich aber auf ein härteres Sparring ein. Und das macht er wohl auch nicht aus Spaß - was ich ja noch verstehen könnte -, sondern anscheinend um seine Überlegenheit zu demonstrieren.

    Offensichtlich hat er noch nie vernünftig trainiert, denkt aber, er wäre ein krasser Kämpfer. Wie geht sowas?

    Ganz ehrlich, wenn ich mir VK-Kämpfe ansehe, sehe ich sofort, dass ich damit vollkommen überfordert wäre. Selbst wenn meine Gelenke in Ordnung wären, wäre alles andere als sehr lockeres Sparring mein Untergang.

    Ich finde es sehr befremdlich, wenn andere nicht zu dieser Selbsterkenntnis fähig sind. Da muss doch im Kopf etwas falsch verdrahtet sein?!

    Was ich mal ausklammern möchte, ist dieses „sich für Geld verprügeln lassen“, wie es in China ja Mode zu sein scheint. Wenn meine Familie danach ausgesorgt hätte, würde ich auch in den Ring steigen.

    Was ist da los? Ist es nicht moralisch verwerflich als Trainer seinen Schülern einen Bären aufzubinden? Wissen es die Trainer auch nicht besser? Sollte man nicht ab und zu überdenken, ob man noch auf dem richtigen Weg ist? Wie kann man letztlich so den Bezug zur Realität verlieren?

    Fragen über Fragen...

    Meine Meinung über solche Figuren ist nicht hoch, das möchte ich nicht verhehlen. Ich hoffe aber, dass das hier über reines gehate hinausgeht.

  2. #2
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    Zitat Zitat von Pflöte Beitrag anzeigen
    Offensichtlich hat er noch nie vernünftig trainiert, denkt aber, er wäre ein krasser Kämpfer. Wie geht sowas?
    Du trainierst irgendwas 20 Jahre, die ganze Zeit erzählen dir alle die mitmachen, was für ne geile Wurst du bist. Zudem testest du es nie in der Realität, weil es zu krass und tödlich ist / weil sowas nur asoziale Schläger machen.
    Kannix, 24.06.2010, 14:17 Uhr: "Also ich hab noch oben ein Luftgewehr, ganz normal. Bei Katzen jedenfalls gibts keine sichtbaren Verletzungen"

  3. #3
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    Wer keinen Kontakt zu realer Gewalt hat, der steigt immer weiter ins Wolkenkuckucksheim auf. Einige leben da ganz glücklich, andere wollen dann das Leben in der Realität kennenlernen und wundern sich dann wie das aussieht...

    Ob man sich jetzt „reale Gewalt“ in einem Wettkampf holt oder durch sein berufliches oder privates Umfeld ist dabei erst einmal völlig egal.
    Ohne die Erfahrung von Gewalt betrachtet man die KK durch eine rosarote Brille.

  4. #4
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    Kennt ihr den YouTube Kanal "Martail Arts Journey"? Rokas hat eine ähnliche Geschichte. Er ist Aikido Schwarzgurt und hatte sogar ein eigenes Aikido Dojo in Slovenien. Bis her dann irgendwann mal ausprobiert hat, wie sich Aikido eigentlich im Vollkontak-Sparring so einsetzen lässt. Nämlich nicht. Heute ist er professioneller MMA Kämpfer (allerdings noch ziemlich am Anfang, ich glaube, er hatte einen professionellen Kampf bisher, den er verloren hat). Seine Videos über das Aufeinanderprallen dieser beiden Welten sind ganz nett und er gibt sich Mühe, zu erklären, warum Aikido nicht funktioniert, warum man das aber, solange man in dem System selber gefangen ist, nicht wriklich merkt.

    https://www.youtube.com/user/AikidoSiauliai

  5. #5
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    Dabei sind Informationen doch leicht zugänglich. Der Typ oben kannte ja z.B. BJJ und bezog sich darauf. Trotzdem denkt er, dass es ausgerechnet ihm anders/besser ergeht als den anderen vor ihm. Erstaunlich...

    Wenn das vor Jahrzehnten so passiert wäre ...

    ...außerdem halte ich es für respektlos irgendwo aufzuschlagen und „kämpfen“ zu wollen, dabei vllt. noch was von der eigenen Überlegenheit brabbeln. Gibt ja auch Möglichkeiten, da erstmal softer heranzugehen. In dem oben verlinkten Thread sieht man ja in dem Video darüber, dass das auch anders geht. Da ist offensichtlich keiner der beiden im „Kampfmodus“.

    Edit: Aus dem von capella verlinkten Kanal habe ich dieses „MMA vs. Aikido Sparring“ Video gesehen. Auch das lief respektvoll ab.
    Geändert von Pflöte (15-11-2019 um 09:52 Uhr)

  6. #6
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    Die Leute haben kein Bock Probleme zu lösen:-) Deshalb machen sie sich eine Welt ohne Probleme:-) Und was rauskommt sieht man ja.

    Irgendwo verständlich, ist einfacher und weniger frustrierend, als zum Beispiel BJJ, wo du jede Woche neue Probleme hast und sie lösen musst und sobald du sie gelöst hast ist es nur eine Frage der Zeit bis dein Gegner es dir wieder versaut;-)

    Sowas macht gut, aber ist halt nicht für Jeden.

    Eine Kampfkunst ohne Sparring bietet da mehr Erfolgserlebnisse und weniger Probleme und ich denke das ist der Grund.

    Ich meine wie viele Menschen folgen schwachsinnigen Fitness-Trends die nicht funktionieren, aber eben kein Feedback geben und einem immer gut aussehen lassen? Die Leute könnten einfach Gewichte heben, aber dann würden sie merken das die Fortschritte mühsam und langsam sind und da haben die wenigsten Lust drauf.

  7. #7
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    Ich glaube, es gibt bei Kampfkünstlern grundsätzlich vier verschiedene Einstellungen zum Kämpfen als Test der eigenen Fähigkeiten.

    1) ich hab kein Interesse daran, mich zu schlagen und sehe die Kampfkunst ausschließlich als Weg zu mehr Fitness, innerer Ausgeglichenheit o.ä.
    2) ich könnte jeden Gegner besiegen, aber meine Kampfkunst ist so tödlich, dass ich das natürlich nicht ausprobieren kann
    3) meine Kampfkunst ist die beste, ich mach dich platt ... autsch, das tut weh, du kannst doch nicht wirklich zuschlagen ... (auch gekannt als "böses Erwachen")
    4) ich will wissen, wie ich mich in einem fairen Vergleich mit xy schlage, lass es uns ausprobieren

    1 und 4 finde ich beide gleichermaßen legitim. Der Kandidat aus dem Video fällt in Kategorie 3. Aber ist immer noch um Klassen besser als Kategorie 2. Also, will sagen, natürlich ist es leicht, zu sagen: "Ätschibätsch, der kann nix". Aber immerhin hat er sich dem Kampf gestellt und zugelassen, dass das ganze im Internet erscheint.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Björn Friedrich Beitrag anzeigen
    ... Die Leute könnten einfach Gewichte heben, aber dann würden sie merken das die Fortschritte mühsam und langsam sind und da haben die wenigsten Lust drauf.
    "Gewichte heben" lässt sich auch durch ziemlich alles andere in der KS-Welt ersetzen - und man würde zum gleichen Resultat kommen.
    HG Silverback * Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere. (Groucho Marx)

  9. #9
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    Bequemlichkeit und Selbstbetrug gehören zum Menschsein ... oder vllt. zum Menschsein in unserer Gesellschaft. Da ist wohl niemand vor gefeit. Mir geht es z.B. so, dass ich anstatt intellektuell oder körperlich zu investieren (was anstrengender wäre) lieber Geld ausgebe ... also mal, so generell auf alle Lebensbereiche bezogen. (Ich versuche nicht besser zu werden, sondern meine Umwelt bequemer zu gestalten, was oft einfach bekloppt ist, da es nicht funktioniert.)

    Im Kampfkunstbereich kann man seine Bequemlichkeit ja verschleiern, indem man nicht seine wahren Ziele preisgibt. Man tut so, als würde es einem gar nicht darauf ankommen, Leute vermoppen zu können. Auf einige mag das ja sogar zutreffen.

    Von da an ist es aber noch ein ziemlicher Schritt zu denken, irgendein Luschentraining würde einen zur Unbesiegbarkeit führen. Also etwas zu machen und nach einiger Zeit festzustellen, dass man nicht krass wird, aber für anderes, härteres Training dann doch zu faul ist - oookay. Aber nicht zu realisieren, dass es nichts bringt und sich sogar noch für jemanden zu halten ist einfach eine andere Stufe.

    Kann man so in einem geschlossenen Kreis feststecken? Rhetorische Frage, da es ja offensichtlich so ist...
    Geändert von Pflöte (15-11-2019 um 12:16 Uhr)

  10. #10
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    War vielleicht zu verschwurbelt ausgedrückt...

    Bequemlichkeit und Faulheit sind eine Sache ... Selbstüberschätzung bis hin zur Eigengefährdung nochmal eine andere.

  11. #11
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    ich verschiebe es mal ins Offene Forum, da passt es besser, es ist ganz sicher kein OT.
    Frank Burczynski

    HILTI BJJ Berlin
    https://www.hiltibjj.de


    http://www.jkdberlin.de

  12. #12
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    Fehlender Realitätsbezug, kein Blick über den Tellerrand und nur in der eigenen Suppe kochen.
    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  13. #13
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    Zitat Zitat von Pflöte Beitrag anzeigen
    Was ist da los? Ist es nicht moralisch verwerflich als Trainer seinen Schülern einen Bären aufzubinden? Wissen es die Trainer auch nicht besser? Sollte man nicht ab und zu überdenken, ob man noch auf dem richtigen Weg ist? Wie kann man letztlich so den Bezug zur Realität verlieren?
    Mir scheint, dass der Typ schon ein besonders krasser Fall ist. Er hat einen eigenen YouTube-Kanal "TMA Revisited". Wegen dem Video "traditional iriminage WITH Atemi Waza" vermute ich, dass er sich Aikido, bzw. das was er dafür hält, aus Büchern wie "Aikido and the Dynamic Sphere" und vielleicht aus YT-Videos selber beigebracht und mit seiner Partnerin einstudiert hat.

    Ich halte es für extrem unwahrscheinlich, das er diese und andere Darbietungen auf seinem Kanal von einem professionellen oder ehrenamtlichen, erfahrenen Trainer oder Lehrer gelernt hat


  14. #14
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    Ohne was von Aikido zu verstehen: Alter, bewegt der Typ sich schlecht. Der hat ja überhaupt kein Körpergefühl.
    Kannix, 24.06.2010, 14:17 Uhr: "Also ich hab noch oben ein Luftgewehr, ganz normal. Bei Katzen jedenfalls gibts keine sichtbaren Verletzungen"

  15. #15
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    Der Typ war für mich nur der Aufhänger, weil ich das Video zufällig heute morgen gesehen hatte. Das war hier gar nicht gegen Aikido an sich gerichtet.

    Der scheint schon wirklich ein ganz spezieller Fall zu sein, da er nicht mal fit ist. Gibt ja auch Kampfkünstler, die dermaßen durchtrainiert sind, dass der Durchschnittsmensch gegen die keine Sonne sehen würde.

    Hatte ich schonmal an anderer Stelle erwähnt, dass ich als Jugendlicher mal ein SV-System trainiert hatte. Der Trainer da war einfach massig, kräftig und beweglich. Der brauchte sich nicht die großen Sorgen machen. Das System war trotzdem Müll ... so müllig, dass ich nach einem halben Jahr oder so keine Lust mehr verspürt habe. Die anderen da haben es aber mit Begeisterung weitertrainiert. An was ich mich z.B. erinnere: „Jetzt muss man noch aufpassen ... ein Kickboxer würde jetzt einen Lowkick ansetzen, lernt ihr dann für den Grüngurt, was man da macht ... gibt da ne Technik gegen“. Alles klar... Ich glaube, die hielten sich da für ne gute „Fightertruppe“.

    Das ist eben etwas, was ich nicht verstehe ... ich brauche doch bloß mal ehrlich zu mir selbst sein, mir nur mal vorstellen, es gäbe Stress und mir dann die Frage stellen, ob mein Training mir einen Vorteil bringen würde.

    Läuft dann bei solchen Typen, wie diesem „Aikidoka“ hier, innerlich ein Siegerfilm ab? Sorry, ich muss mich wiederholen, aber das finde ich absolut verblüffend.
    Geändert von Pflöte (15-11-2019 um 20:53 Uhr)

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