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Thema: Tiefpunkt erreicht? 3-Tages KM Ausbildung in der breiten Masse angekommen?

  1. #1
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    Standard Tiefpunkt erreicht? 3-Tages KM Ausbildung in der breiten Masse angekommen?

    Hallo Leute. Es gab schon lange keinen Beitrag mehr in der Krav Maga Ecke des Forums, daher dachte ich mir, ich erlaube mir einen ganz kleinen und kurzen Artikel zu posten, bei dem ich mir etwas Frust von der Seele schrieb.

    Anlass war eine weitere Werbung, die ich gesehen habe. Krav Maga Instructorausbildungen ist ein intensiv bearbeitetes Geschäft geworden. (ACHTUNG: ich biete auch eine an. Bin nicht neutral!).
    Bisher waren die Organisationen, die mit extrem kurzen Ausbildungen in 2,3, 4 Tagen usw. ihre Ausbildung angeboten haben, im Forum hier zB nicht unbedingt so gut gelitten. Da hat man noch gesagt: na ja, sollen die machen. Das hat sich aber geändert: nun ist auch einer der größten Firmen in D auf dem Zug unterwegs.

    Wie wird sich DAS auf den ohnehin so angeschlagenen Ruf des KM auswirken? Wird KM zum *ing*ung der 20er Jahre? Wer denkt, das ist schon passiert?

    Warum werden Combatives oder MMA nahe oder sonstwie kämpferischere KM Anbieter weniger gesehen/sind weniger beliebt?

    Und vor allem: was kann man dagegen tun? Sollte man etwas dagegen tun? Finden es alle gut???

    Das würde ich gerne diskutieren.

    Hier der kleine Artikel:

    !DISCLAIMER! Ich bin total parteiisch und involviert und überhaupt nicht neutral!!!


    Was für einen Ruf wird Krav Maga noch bekommen? Der Ausverkauf...

    Ein Gedankenexperiment: Stell Dir vor, Deine Schwester (Tochter, Freundin, Schwägerin, Bruder, Freund, Schwager, Sohn usw.) fragt Dich zum Thema Selbstverteidigung. Er will in einem halben Jahr eine große und lange Auslandsreise machen, hatte in letzter Zeit mit Müh und Not gerade so eine potentielle Auseinandersetzung vermeiden können und hat sich dabei sehr unwohl gefühlt und hat auch jetzt öfter ein ungutes Gefühl, gerade wenn er nachts unterwegs ist.

    Kurz: er will sein schon lange gehegtes Vorhaben umsetzen, mal Selbstverteidigung zu lernen. Dazu fragt er Dich um Rat.

    Und mal ehrlich: würdest Du ihn IRGENDWO hinschicken, wo Du wüsstest, der Trainer wurde 'ganze' 3 (DREI) Tage "ausgebildet"?

    Bei einem komplexen Thema wie Selbstverteidigung? Technik, Taktik, Methodik, Didaktik, Deeskalation, Notwehrrecht, Thema Waffen, Mehrere, Stand, Boden, Aufwärmen, Abwärmen, Drills durchführen, Sparrings durchführen, an Sparrings heranführen, Pratzentraining für die SV angestimmt machen...

    Auch in einem minimalistischen und kompakt gehaltenen System braucht man dafür Zeit!


    Und das wissen wir beide. Und wir wissen, dass Du jemanden, der Dir am Herzen liegt nicht zu einem Trainer schickst, der ein Training 'Krav Maga' nennt, aber nur DREI Tage und ein paar Youtube Videos an Ausbildung auf dem Buckel hat.

    Ja, er hat Vorerfahrung. Aber seien wir ehrlich: das kann alles mögliche sein und es muss nicht mit dem, was er im Krav Maga vermitteln SOLLTE übereinstimmen. Und weiterhin ehrlich:

    die kommerziellen Anbieter wollen PROFIT machen. Mit allen Mitteln. Sie haben enorme Ausgaben für Werbung und Personal. Sie machen das Geschäft der Trainer"Ausbildung" hauptberuflich und sind auf das Einkommen angewiesen. Da gilt vor allem eines: Kasse machen.



    Jeder kommt durch! Aufnahmekriterien oder Mindeststandards werden mehr und mehr aufgeweicht oder existieren überhaupt nicht merh. Du hast irgendeine Form von Schule oder Verein? Dann kannst Du mit 3 Tagen Ausbildung Krav Maga Instructor werden. Nicht irgendwo, sondnern bei einem der größten Franchise-Unternehmen in Deutschland.


    Die McDonald-isierung des Krav Maga. Der Artikel ist keineswegs diplomatisch, aber das Thema liegt mir am Herz.

    Ich bin im Herzen überzeugt, dass McDonalds kein hochwertiges, gutes, gesundes Essen bietet. Ich würde jemandem, dessen Gesundheit mir sehr am Herzen liegt NICHT empfehlen, sich hauptsächlich dort und davon zu ernähren.


    Und ICH würde jemandem, dessen Sicherheit und gesunde Fitness mit am Herzen liegt nicht empfehlen, bei einem Franchise Krav Maga Anbieter nach DREI(!) Tagen Trainer"Ausbildung" hauptsächlich zu trainieren.

    Würdest Du?


    kravmaga-trainerausbildung - der ausverkauf
    Geändert von Alfons Heck (09-12-2019 um 14:14 Uhr) Grund: link gerichtet

  2. #2
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    Standard

    ich hab schon vor jahren erlebt, dass jemand eine "instructor"-ausbildung im KM absolviert hat (EIN wochenende hat da gereicht, um für viel geld zum instructor zu werden), und dieser mensch hat dann eine woche später eine eigene "internationale" organisation gegründet und seinerseits sofort "instructor"-ausbildungen angeboten, die sage und schreibe ein ganzes wochenende umfassten.
    kostenpunkt: ca. 1k euro.

    insofern ist es also nun wirklich nichts neues ...
    und macht mir das KM auch nicht eben sympathischer.

    in einem anderen gym habe ich vor jahren erlebt, dass eine (pardon, aber es ist nun einmal so gewesen!) eher unbeholfene, dickliche junge frau, deren SV-fähigkeiten nach einem jahr KM exakt bei NULL lagen, zur "co-instructorin" erhoben wurde.
    nun konnte sie das, was sie selbst nicht verstanden hatte, an andere weitergeben ... und war ein halbes jahr später "full instructor".
    tja ... scheint nicht eben selten zu sein.

    wie gesagt, ich glaub, in der KM-szene ist schon ziemlich lange "der wurm drin".
    just my 2 cents
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  3. #3
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    Das kommt mir bekannt vor.
    Oder dann auch das: Komm zu mir in den "selbstgegründeten" Verband und werde Masterinstructor.
    Auch wenn man aus ner vollkommen anderen KK kommt.
    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  4. #4
    Gast Gast

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    Zitat Zitat von Pyriander Beitrag anzeigen
    Warum werden Combatives oder MMA nahe oder sonstwie kämpferischere KM Anbieter weniger gesehen/sind weniger beliebt
    Weil sie Illusionen zerstören, und die breite Masse es lieber bequem haben möchte. Aber das ist doch nichts Neues.

  5. #5
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    wie viele verbänge mit ausbildungen und andere kommerzielle anbieter für ausbildungen gibt es denn mittlerweile ich D?
    und wieviel mitglieder haben sie jeweils?


    eine ernsthaft antwort würde mich freuen.....

  6. #6
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    @marq Dazu hat Ununoctium mal eine. Sehr ausführlichen Thread gestartet, der müsste hier im KM Forum noch gut zu finden sein.

    VG

  7. #7
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    Wenn ich der Meinung wäre, dass man für die SV MMA braucht, würde ich Interessierte zum MMA schicken und nicht zum Krav Maga
    Was gibt es denn für einen Grund, MMA-nahes KM zu machen, wenn man auch gleich MMA machen kann? Da kann ja nichts bei rauskommen.

    KM und Konsorten sollten was für Leute sein, die die Möglichkeiten und Anlagen, erstmal eine athletische Basis auf Profiniveau aufzubauen, eben nicht haben. Und dann muss man halt anders arbeiten als in einem Sport wie MMA (Zumal der Standard für MMA in Deutschland lachhaft ist).
    Leute zusammenschlagen ist keine Raketenwissenschaft, dafür muss man nicht jahrelang trainieren. Aber ob so ein 3 Tage-Kurs was ist? Keine Ahnung, müsste ich mir vorher anschauen.

  8. #8
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    Ich gebe ja selber Seminare und Seminarserien und ich muss mal was ganz böses sagen: Diese Angebote wird es weiter geben und sie werden auch zunehmen, WEIL der Verbraucher sie will und fordert.

    Ich kenne das ja aus meinem Blaugurtprogramm. Was 12 Tage, 6 Wochenenden, 48 Stunden für die Basics? Das ist zuviel gibt es nicht was kompakteres?:-)
    Solche Fragen habe ich öfters bekommen und auch die Drop Out Rate bei so einem langfristigen Seminar war groß.

    Die Masse will "Fast Food" Selbstverteidigung, schnell, mit Zertifikat und einem guten Gefühl dabei. Das ist zwar verdammt traurig, aber leider die Realität.

    Qualitativ hochwertige Angebote, die viel Zeit in Anspruch nehmen, passen einfach nicht mehr in den Zeitgeist, man braucht doch nur mal die Fitness Branche anzuschauen, da sind 99% der Ausbilderschulungen in 1-2 Tagen erledigt und JEDER bekommt nur durch die Teilnahme die Lizenz.

    Es ist ein Geschäft, die Masse will es, auch wenn es für mich, bzw. alle Leute die gerne hochwertigen Unterricht anbieten schon sehr komisch anmutet.

    Aber so ist es halt......

  9. #9
    oxox Gast

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    Ich will das nicht verteidigen, aber man kann schon in ein paar Tagen etwas lernen. Klar, kämpfen lernt da keiner, ich meine damit eher generelle Sachen für die SV. Aufmerksamkeit, Vorsicht, vielleicht eine Auffrischung der ersten Hilfe, Körpersprache, etc. Wenn gut gemacht, warum nicht. Schätze mal es geht aber in erster Linie nur ums Kloppen.

    Wie schaut so ein Seminar denn in der Regel aus, so eins wo jeder nach ein paar Tagen Instructor werden kann?
    Geändert von oxox (09-12-2019 um 14:14 Uhr)

  10. #10
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    Zitat Zitat von Pyriander Beitrag anzeigen

    Wird KM zum *ing*ung der 20er Jahre? Wer denkt, das ist schon passiert?
    sorry, aber die entwicklungen im km sind mit denen im wt nicht mal annähernd vergleichbar:

    die leute, die sich "damals" von der ewto losgesagt haben um ihr eigenes ding zu machen waren regelmäßig langjährige mitglieder mit entsprechenden graduierungen, eigenen schulen etc.
    die bekanntesten unter ihnen hatten auch einen entsprechenden ruf als "hauer".

    im km lief es von anfang an so: schulung beim marktführer machen, eigene schule unter flagge des marktführers aufmachen, wenn schule groß genug auf ca. grüngurt-level vom bisherigen marktführerveband lossagen, eigenen verband aufmachen und für'n tausi instruktorenseminare anbieten. im laufe der zeit eigene graduierung nach gutdünken anpassen. sollte die qualität für schulung beim marktführer nicht gereicht haben, ersetze marktführer durch mitbewerber.

    oder anders gesagt: die alten wt-ler haben ihr zeug wenigstens ein paar jährchen länger trainieren müssen, bevor der eigene verband kam...
    "Self defense, martial arts and fighting are as similar\different to each other as tennis, badminton and ping pong are." Rich Dimitri

  11. #11
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    Zitat Zitat von oxox Beitrag anzeigen
    Ich will das nicht verteidigen, aber man kann schon in ein paar Tagen etwas lernen. Klar, kämpfen lernt da keiner...
    Es geht nicht um "Kämpfen" was ja eh der kleinste Teil der SV ist, sondern darum, andere unterrichten zu können.

    Der Vergleich mit dem Erste Hilfe Kurs ist sehr gut. Ich bin Ersthelfer in der Firma, habe einen sehr guten Erste Hilfe Kurs gemacht und bekomme regelmäßige Auffrischungen und "durfte" schon mal bei dem ein oder anderen Unfall helfen. Trotzdem würde ich nicht auf die Idee kommen, morgen Erste Hilfe zu unterrichten.

    Wenn ich, was selten vorkommt, mal einen SV-Kurs anbiete, können die Teilnehmer in etwa soviel wie ich nach meinem ersten Erste Hilfe Kurs. Ich erkenne einen Verbandskasten, kann ein Pflaster aufkleben, zur Not einen Verband anlegend und mit ein bisschen Glück die stabile Seitenlage. Mehr sollte man nach einem Wochenend SV-Kurs nicht erwarten - allerdings auch nicht weniger.

  12. #12
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    Zitat Zitat von Pyriander Beitrag anzeigen
    Ein Gedankenexperiment: Stell Dir vor, Deine Schwester (Tochter, Freundin, Schwägerin, Bruder, Freund, Schwager, Sohn usw.) fragt Dich zum Thema Selbstverteidigung. Er will in einem halben Jahr eine große und lange Auslandsreise machen, hatte in letzter Zeit mit Müh und Not gerade so eine potentielle Auseinandersetzung vermeiden können und hat sich dabei sehr unwohl gefühlt und hat auch jetzt öfter ein ungutes Gefühl, gerade wenn er nachts unterwegs ist.

    Kurz: er will sein schon lange gehegtes Vorhaben umsetzen, mal Selbstverteidigung zu lernen. Dazu fragt er Dich um Rat.

    Und mal ehrlich: würdest Du ihn IRGENDWO hinschicken, wo Du wüsstest, der Trainer wurde 'ganze' 3 (DREI) Tage "ausgebildet"?

    Ich würde die Person dahin schicken wo ich ich wüsste, dass die Trainer eine gute boxerische und grapplerische Grundlage haben. Wo ich wüsste, dass die Trainer auch in der Lage sind, die Techniken die sie unterrichten gegen Widerstand selbst anzuwenden. Denn wenn ein Trainer die Techniken schon nicht gut kann, dann werden die Schüler sie noch weniger können. Und wo ich wüsste, dass die Trainer nicht nur alles aus der Theorie kennen.
    Und ja, die theoretischen und taktischen Anteile in der SV werden wohl häufiger gebraucht. Aber wenn die physischen Aspekte gebraucht werden, dann ist die Kacke am Dampfen und sie müssen sitzen. Deshalb sind Technikdrills mit Widerstand und Vollkontaktsparring bzw Szenariodrills mit aktivem Widerstand der Rollenspieler zwingend notwendig.
    Von daher muss für mich ein SV Trainer das können. Und nicht nur ein bißchen. Kann ein Trainer die Techniken nicht sauber ausführen und sie nicht gegen Widerstand anwenden, dann bringt den Schülern auch das größte Theoriewissen nichts. Jemand der selbst kein Sparring kann, kann auch kein Sparring unterrichten. Und ohne Sparring kannst du die Techniken nicht ordentlich lernen. Klar, es stimmt dass viele SV Situationen durch ein selbstbewussteres Auftreten vermieden werden können. Aber wenn die Techniken nur in einer kooperativen Trainingsatmospähre, im schlimmsten Fall nur gegen unterstützende Partner klappen, dann vermittelst du den Schülern in deinem Training kein Selbstbewusstsein, sondern nur eine Selbstillusion. Also im Prinzip eine homöopathische SV. Die Schüler denken sie können was, dadurch passiert erstmal weniger aufgrund des erhöhten "Selbstbewusstseins/ Selbstillusion und wenn es dann hart auf hart kommt, dann bricht das Kartenhaus zusammen.
    und was für die Techniken gilt, das gilt auch auch für das Auf- und Abwärmen. Ein Trainer der die Übungen nicht sauber ausführen kann sollte sie auch nicht unterrichten. Denn wie soll er beim Schüler die Fehler erkennen und viel wichtiger abstellen können, wenn er es selbst nicht kann?

    Ja, drei Tage Ausbildung dürften für die allermeisten zu wenig sein und ich würde von so einem Trainer auch erstmal abraten. Es gibt aber auch "Trainer" die nach x Monaten Vollzeitausbildung keine guten Trainer sind. Und es gibt welche, die nie eine Trainerausbildung genossen haben und trotzdem gute Trainer sind. Im Endeffekt würde ich jemanden eher zu einem Trainer schicken der 20 Jahre MMA und Türsteher Erfahrung hat, als zu jemanden der zwar Jahre in eine Trainerausbildung investiert hat aber nur ein paar mal leichters Vollkontaktsparring gemacht hat und alles nur aus der Theorie kennt.
    Ich würde aber auch von Trainern abraten, die nach zwei, drei Jahren Kampfkunst"Erfahrung", dazu zähle ich auch KM oder ähnliches, einen längeren Trainerschein machen. In der Zeit kann man, wenn man nicht ein Ausnahme Talent ist oder mehrmals am Tag trainiert, einfach nicht die Grundlagen so lernen, dass man sie unterrichten kann. Schon gar nicht wenn man wie beim KM verschiedene Distanzen hat.

    Also wenn eine Option, ein 3 Tage ausgebildeter KM Trainer wäre, dann würde ich zu einer MMA fähigen Kampfkunst(am besten mit Grappling) und zusätzlichen Seminaren für die SV Theorie raten. Denn für Eskalation und Deeskalation, so wie Taktik und Co brauche ich nicht viel Geld für einen SV Trainer ausgeben, wenn dieser das selbst nur theoretisch kann. Das kann man dann genauso gut aus Büchern und auf Seminaren lernen. Und was Methodik und Didaktik angeht, so denke ich dass sie bei den meisten Trainerausbildungen vernachlässigbar sein dürfte. Es gibt Leute die können ohne so eine Ausbildung unterrichten und welche die können es trotz einer nicht. Und im Endeffekt dürfte die Ausbildungszeit zu kurz sein um wirklich viel theoretisches Wissen zu vermitteln, denn das braucht mehr als ein Wochenendblock. Selbst eine Vollzeitwochen dürfte zu kurz sein, wenn die angehenden Trainer noch praktische Übungen machen sollen. Zumal die Praxis eh wichtiger ist, als die Theorie. Ein Ausbilder von mir meinte mal, dass man Lehren nur durchs Lehren lernt. Also ja, man sollte das alles mal gehört haben, aber in einer SV Trainerausbildung sehe ich viel wichtigere Aspekte.
    “Das ist zwar peinlich, aber man darf ja wohl noch rumprobieren.”
    - Evolution

  13. #13
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    Ich sehe das eher pragmatisch ... Märkte sind sehr effizient darin, uneffizientes auszusortieren. Wenn die Nachfrage da ist, wird auch das Angebot bedient - eigentlich ganz einfach. Die Leute bekommen das was sie haben wollen.

    Ich bin der festen Überzeugung, daß sich diese Anbieter mit Kurzzeitausbildung nicht am Markt halten werden. Warum ? Ihr Angebot ist nicht dazu geeignet, die Kunden länger zu binden. In den Combatives - und ich bin froh über unser Nischendasein - ist man nach 6 - 12 Monaten durch mit dem Programm ... dann kommt nicht mehr wirklich was neues. Das läßt sich nicht verkaufen. Und diese Instruktoren mit einer Kurzausbildung werden dann vom Markt ausgesiebt, weil die Kunden weiterziehen. Aus welchen Gründen auch immer.

    Die MAA-I hat ein FMA-Programm im Angebot ... " Kali Concepts " ... gibt es meines Wissens nach nur in zwei ( ! ) Schulen in Deutschland. Entweder ein echter Geheimtipp, oder ... Das Urteil überlaße ich euch.

    Zu Mcdonalds ( ):

    1.) Nein ... ich esse dort auch nicht.
    2.) Bitte geht weiterhin dort essen ! ( Häh ? )
    3.) Ich bin nämlich Aktionär ... außerdem habe ich Aktien von Unternehmen die Medikamente zur Bekämpfung von Cholesterin, Bluthochdruch u.ä. herstellen.
    4.) Was gelernt aus meinem Beispiel ?

  14. #14
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    Zitat Zitat von Willi von der Heide Beitrag anzeigen
    Ich sehe das eher pragmatisch ... Märkte sind sehr effizient darin, uneffizientes auszusortieren. Wenn die Nachfrage da ist, wird auch das Angebot bedient - eigentlich ganz einfach. Die Leute bekommen das was sie haben wollen.

    Ich bin der festen Überzeugung, daß sich diese Anbieter mit Kurzzeitausbildung nicht am Markt halten werden. Warum ? Ihr Angebot ist nicht dazu geeignet, die Kunden länger zu binden. In den Combatives - und ich bin froh über unser Nischendasein - ist man nach 6 - 12 Monaten durch mit dem Programm ... dann kommt nicht mehr wirklich was neues. Das läßt sich nicht verkaufen. Und diese Instruktoren mit einer Kurzausbildung werden dann vom Markt ausgesiebt, weil die Kunden weiterziehen. Aus welchen Gründen auch immer.

    Die MAA-I hat ein FMA-Programm im Angebot ... " Kali Concepts " ... gibt es meines Wissens nach nur in zwei ( ! ) Schulen in Deutschland. Entweder ein echter Geheimtipp, oder ... Das Urteil überlaße ich euch.

    Zu Mcdonalds ( ):

    1.) Nein ... ich esse dort auch nicht.
    2.) Bitte geht weiterhin dort essen ! ( Häh ? )
    3.) Ich bin nämlich Aktionär ... außerdem habe ich Aktien von Unternehmen die Medikamente zur Bekämpfung von Cholesterin, Bluthochdruch u.ä. herstellen.
    4.) Was gelernt aus meinem Beispiel ?
    Sind drei Schulen:
    https://www.kali-concepts.de/standorte/
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  15. #15
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    @willi vdh:

    Ich bin der festen Überzeugung, daß sich diese Anbieter mit Kurzzeitausbildung nicht am Markt halten werden. Warum ? Ihr Angebot ist nicht dazu geeignet, die Kunden länger zu binden.
    das sehe ich anders.

    du schreibst doch selbst:
    Wenn die Nachfrage da ist, wird auch das Angebot bedient - eigentlich ganz einfach. Die Leute bekommen das was sie haben wollen.
    richtig.

    und hier treffen sich nachfrage und angebot.
    die kunden WOLLEN einen (maximal) 6-12wöchigen "kurs". sie WOLLEN NICHT in die materie eintauchen, sie wollen sich nicht jahrelang mit den grundlagen der wehrhaftigkeit befassen. sie wollen "SV" konsumieren.
    wie ein fertiggericht.

    und der anbieter KANN aufgrund seiner eigenen sehr beschränkten fähigkeiten (ich beziehe mich auf die von mir genannten beispiele) auch nichts anderes verkaufen.
    da trifft unwille (kunde) auf unfähigkeit (anbieter).

    und das wird sich auch nicht ändern. denn in jeder großstadt gibt es solche "kurse", und das läuft seit jahren ganz gut. eine menge kunden wollen genau das, und es scheinen unaufhörlich genau solche kunden "nachzuwachsen".
    entspricht dem zeitgeist, denke ich ...

    klar müsste sich der dickliche, unbeholfene bürohengst selbst sagen, dass er mit einem solchen "kurs" nichts an seiner (fehlenden) wehrhaftigkeit ändert.
    und die unbeholfene hausfrau / studentin / "ich-töpfere-mir-die-seele-frei"-künstlerin wird sich im falle eines falles eben gerade NICHT eines ernsthaften angriffs erwehren können.
    aber wenn diese leute, die sich ihre pummeligen, weichen fingerchen ja schon fast brechen, sobald sie eine gerade gegen eine pratze hauen, sich selbst belügen und sich belügen lassen WOLLEN ...
    tja.

    und hin und wieder rekrutieren sich dann "instructoren" aus den reihen solcher leute.
    mich wundert das nicht.
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