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Thema: Das Allerschwierigste?

  1. #1
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    Standard Das Allerschwierigste?

    Auf meinem Blog versuche ich ja, Einblicke in die Welt des Koryû-bujutsu zu gewähren.

    Diese Gebilde mögen für Nichtmitglieder meist etwas ominös sein, da man eben nicht vollständig alles offenlegen kann.
    Trotzdem hoffe ich, dass Leser gewisse Erkenntnisse aus meinen Darstellungen ziehen können.

    Was ist denn nun das wirklich Schwierige an Koryû-bujutsu? https://schwertgedanken.com/2020/03/...rschwierigste/
    Hokushin Ittô-ryû Hyôhô - Shibu Schweiz
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  2. #2
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    Naja, ich denke mal, das "Allerschwierigste" hast Du bereits in einem anderen Beitrag behandelt: wie man ein Anachronismus am Leben hält.
    Ich denke auch, dass es eine individuelle, sehr persönliche Einstellung ist, etwas als "Sport" zu sehen, oder eher das Erlernen einer alten Krieg- und Kampfkunst im Fokus zu haben.
    Das man persönliche Belange der Schule unterordnen soll, steht in aller Regel schon der normale Alltag, Arbeit und Familie gegenüber.

  3. #3
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    Was mich ja an den Koryu in der Theorie so fasziniert ist, dass sie eben altes Wissen erhalten und versuchen es weiterzugeben.

    Denke aber das es sehr schwierig ist, dieses Wissen am Leben zu erhalten ohne es von der moderne Infizieren zu lassen.

    Viele moderne KK auf der ganzen Welt wurden ja vom Breitensport Gedanken infiziert, was diese Künste zwangsläufig verändert hat und nicht zum besseren.

    Leider ist der moderne Spaß und Wettkampfgedanke für viele Menschen überhaupt der Grund sich in die KK zu begeben.

    Es dürfte schwer sein, die Koryu nur mit Leuten, die das Überzeugung machen weil sie an der japanischen Geschichte und Kultur interessiert sind (so ich z.B)

    am Leben zu erhalten, sofern diese Leute mit Inselinteressen überhaupt einen Weg in die Koryu finden. In meinem Fall ist ja noch nicht dazu gekommen.

    Man wird daher nicht darum herum kommen auch die Leute aus der Spaß und Breitensport Fraktion für die Koryu zu rekrutieren. Dann hat man allerdings die Mamut Aufgabe vor sich, den Leuten den Spaß Gedanken auszutreiben, damit sie die Koryu mit der nötigen Ernsthaftigkeit betreiben.

    Wie gut oder schlecht das funktioniert können wohl nur die Gruppenleiter der Koryu Gruppen sagen. Wie z.B der liebe TE Ryoma.


    Disclaimer: ich möchte damit nicht sagen, dass das traditionelle Koryu Training keinen Spaß macht, oder das ihr Koryu Leute komplett spaßfbefreit seid.

    Meinte damit eher, dass Training einer traditionellen KK zumindest am Anfang nicht spektakulär ist und das Üben von Kata für die Spaßfraktion nicht aufregend genug ist um sich dafür auf den ersten Blick zu erwärmen. Die stehen oft mehr auf spektakuläre Sachen die mit echter KK aber nur wenig zu tun haben.

  4. #4
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    Zitat Zitat von sabiji Beitrag anzeigen
    ...Das man persönliche Belange der Schule unterordnen soll, steht in aller Regel schon der normale Alltag, Arbeit und Familie gegenüber.
    Vielleicht war das etwas missverständlich? Klar, haben die meisten Arbeit, Familie, Freunde. Und diese sollen auch keineswegs vernachlässigt werden.
    Hier ging es mir eher um persönliche Befindlichkeiten der einzelnen Personen (Schüler und Lehrer) in ihrer Beziehung zur Schule. Und da steht eben die Schule an erster Stelle.
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  5. #5
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    Zitat Zitat von karate_Fan Beitrag anzeigen
    ....
    Es dürfte schwer sein, die Koryu nur mit Leuten, die das Überzeugung machen weil sie an der japanischen Geschichte und Kultur interessiert sind (so ich z.B)
    am Leben zu erhalten, sofern diese Leute mit Inselinteressen überhaupt einen Weg in die Koryu finden. In meinem Fall ist ja noch nicht dazu gekommen.

    Man wird daher nicht darum herum kommen auch die Leute aus der Spaß und Breitensport Fraktion für die Koryu zu rekrutieren. Dann hat man allerdings die Mamut Aufgabe vor sich, den Leuten den Spaß Gedanken auszutreiben, damit sie die Koryu mit der nötigen Ernsthaftigkeit betreiben.

    Wie gut oder schlecht das funktioniert können wohl nur die Gruppenleiter der Koryu Gruppen sagen. Wie z.B der liebe TE Ryoma.

    Disclaimer: ich möchte damit nicht sagen, dass das traditionelle Koryu Training keinen Spaß macht, oder das ihr Koryu Leute komplett spaßfbefreit seid.

    Meinte damit eher, dass Training einer traditionellen KK zumindest am Anfang nicht spektakulär ist und das Üben von Kata für die Spaßfraktion nicht aufregend genug ist um sich dafür auf den ersten Blick zu erwärmen. Die stehen oft mehr auf spektakuläre Sachen die mit echter KK aber nur wenig zu tun haben.
    Danke für deine Gedanken!

    Zuerst einmal: Ich kann dir versichern, dass Leute in Koryû keineswegs spassbefreit sind (auch wenn ich hauptsächlich von meiner Ryûha sprechen kann)! Es ist die Balance, die es macht: Hartes, ernsthaftes Training, dass auch mal weh tut. Und dann feiern bis in alle Nacht (no more details!)!

    Nein, Koryû werden nicht überleben, wenn man da nur Leuten Zugang gewährt, welche schon ein Rieseninteresse an jap. Geschichte und Kultur mitbringen (oder andere seltsame Restriktionen). Da gibts leider etwas unrühmliche Beispiele. Aber das muss jede Schule selbst wissen, was gut für sie ist.

    Die Schulen und Lehrer müssen offen sein für ein grosses Spektrum an Interessierten. Ebenso klar muss aber auch sein, dass die Standards/Anforderungen nicht gesenkt werden, um es irgendjemandem leichter oder "spassiger" zu machen.

    Leute mit einem wachen Geist werden sehr schnell begeistert sein von Kata-geiko, sofern dieses richtig vermittelt wird. Die Aha-Effekte sind eindeutig da und so machen dann auch Kata "Spass".
    Leute, die nach drei Monaten Training noch immer Spektakuläres den Feinheiten des Kata-geiko vorziehen, sind meist eh nicht am richtigen Ort.
    Denn für wirklich Suchende, sind die Feinheiten das Spektakuläre. Und ohne die Feinheiten verinnerlicht zu haben (das beginnt beim richtigen Gehen!) kann man im Kampf eh nicht bestehen.
    Hokushin Ittô-ryû Hyôhô - Shibu Schweiz
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  6. #6
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    Zitat Zitat von karate_Fan Beitrag anzeigen
    Man wird daher nicht darum herum kommen auch die Leute aus der Spaß und Breitensport Fraktion für die Koryu zu rekrutieren. Dann hat man allerdings die Mamut Aufgabe vor sich, den Leuten den Spaß Gedanken auszutreiben, damit sie die Koryu mit der nötigen Ernsthaftigkeit betreiben.

    Wie gut oder schlecht das funktioniert können wohl nur die Gruppenleiter der Koryu Gruppen sagen. Wie z.B der liebe TE Ryoma.
    Eher bescheiden. Man kann die Menschen nur überzeugen, wenn sie mal selbst mittrainiert haben und erleben was dahintersteckt. Ansonsten verstehen sie nicht um was es geht. Man könnte natürlich auch ein Lifestyle verkaufen, das aber nicht mein Ding ist.

    Gruß
    Oli

  7. #7
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    Zitat Zitat von ryoma Beitrag anzeigen
    Zuerst einmal: Ich kann dir versichern, dass Leute in Koryû keineswegs spassbefreit sind (auch wenn ich hauptsächlich von meiner Ryûha sprechen kann)! Es ist die Balance, die es macht: Hartes, ernsthaftes Training, dass auch mal weh tut. Und dann feiern bis in alle Nacht (no more details!)!
    Jep und dann am nächsten Tag weitertrainieren! ;-)

    Gruß
    Oli

  8. #8
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    Ryoma und Kumbaja Ich verstehe. Danke für das Schildern eurer Eindrücke.

    Und gute Arbeit bei deinem Blog Betrag so wie immer Ryoma. habe doch oben tatsächlich vergessen deinen Blog lobend zu erwähnen. Ist immer wieder eine Freude darin zu lesen und sehr lehrreich ist es auch noch.

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