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Thema: Prävention Sandbagging (wg. Submissao 2020)

  1. #1
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    Standard Prävention Sandbagging (wg. Submissao 2020)

    Hallo allerseits,

    die Submissao 2020 in Karlsruhe war wie gewohnt ein sehr gut organisiertes Turnier.
    Danke an alle Organisatoren, Helfer und Beteiligten, es hat wieder Spaß gemacht.

    Auf Facebook habe ich gestern einiges an Beschwerden gelesen, dass bei Sandbagging nicht direkt eingeschritten (also disqualifiziert) wurde.
    Es ging wohl darum, dass einige erfahrene Ringer bei den Anfängern gekämpft haben, als die (meist unterlegenen Teams) darauf hingewiesen haben, wurde wohl nichts unternommen, und das wurde kritisiert.

    In den Regeln steht es eindeutig drin, dass das nicht zulässig ist, somit verlässt man sich auf die Fairness (und Lesefähigkeit?) der Teams und Teilnehmer.
    Aber das reicht ja leider nicht.

    Deswegen die Hauptfrage dieses Threads, damit hier nicht nur gemeckert wird, sondern vielleicht was kontruktives bei rauskommt:
    Was kann man effektiver im Vorfeld tun, um das zu verhindern?

    Meine einzige Idee, damit sich der Veranstalter nicht dumm und dämlich googeln muss:
    Gleich ins Anmeldeformular:
    a) Angabe für Trainingszeit anderer Grappling-Stile.
    b) Paragraph rein, der besagt, dass man verstanden hat, dass man auch während des Turniers disqualifiziert werden kann, falls man auffliegt.

    Wäre die Frage, ob dass nicht zu übertriebener Petzerei / Denunziantentum führt...
    "Eternity my friend is a long f'ing time!"

  2. #2
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    Standard

    Im Nachgang noch meine (unerhebliche) Meinung dazu:

    Die "Haupttäter" (etwas untertrieben und zu freundlich formuliert):
    Sehr schade bis erbärmlich, dass die Teams solche erfahrenen Grappler bei den Anfängern starten lassen. Warum bitte? Gerade dieses Punktesystem bevorzugt die Könner im Stand und Top Control. Ich wage mal die Behauptung, dass ein erfahrener Ringer nach einem halben Jahr Training mit Submissions locker durch jede Anfänger-Klasse marschiert. Selbiges gilt für Judoka und Sambo-Leute (im Gi).
    Es steht außerdem ganz deutlich in den Regeln, dass sich solche Kämpfer eben nicht in der Anfänger-Klasse anmelden dürfen.

    Die "Mittäter" (etwas übertrieben):
    Es gibt immer wieder Disqualifikationen bei Turnieren. Wenn die Turnierleitung so etwas mitbekommt, sollte sie sofort einschreiten und disqualifizieren.
    Es gibt bei einem so großen Turnier doch viele Leute, die nicht antreten, da wär's wahrscheinlich nicht so schlimm, wenn man noch 10 weitere rausschmeißt. Gibt für die dann noch die Open Class.

    Die "Weinerlichen" (etwas zu gemein):
    Wenn man feststellt, dass der Gegner des Teammitglieds ein erfahrener Grappler ist, nun ja, dumm gelaufen.
    Kann man auch nutzen, um den eigenen Leuten zu zeigen, wie wichtig Ringen / Judo / Stand für's Grappling ist.
    "Win or learn", heißt es nicht so? Man kann auch Pech haben und den besten BJJ'ler des Turniers in der 1. Runde erwischen, und fliegt dann trotzdem schon raus, auch wenn man vielleicht der Zweitbeste war...
    Wäre interessant, mit wieviel Diplomatie die "Beschwerde" vorgetragen wurde, das macht auch immer einen Unterschied...
    "Eternity my friend is a long f'ing time!"

  3. #3
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    Tja, kann ich schlecht was dazu sagen, ich war nicht da und kenne die Gründe, warum nicht disqualifiziert wurde, nur von der einen Seite aus dem Facebook-Post. Tatsächlich wäre ich, wenn möglich, immer für ein DQ bei einem Verstoss gegen so eine Regelung, zumal sie ja bekannt und ausgeschrieben ist. Schlimmstenfalls auch nachträglich, falls man da irgendwas organisatorisches nicht bewältigen kann. Aber die Hauptschuld liegt da aus meiner Sicht doch eher beim Wettkämpfer und dessem Team. Macht man einfach nicht. Ist unsportlich.
    Frank Burczynski

    HILTI BJJ Berlin
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  4. #4
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    Nee Frank, die Turnierveranstalter geben sich Regeln. Wenn sie die selbst nicht einhalten dann ist das Shit. Warum sollten es dann die Teilnehmer tun?
    Wer mit Sandbagging gewinnt kann auch dopen oder sonst wie durch Betrug gewinnen. Mit Respekt und ehrlicher Leistung hat das nix zu tun.
    Grapple&Strike
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  5. #5
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    Wie ist "erfahren" denn beim Grappling definiert? Ich kann das jetzt nur mit Kyokushin vergleichen, da ist es so, dass bestrittene Wettkämpfe in den Ausweis eingetragen werden und man in der Anfängerklasse (bei uns heißt das "Nachwuchs") in der Regel nur antreten darf, wenn man weniger als zwei Wettkämpfe bestritten hat. Manchmal gibt es auch noch eine Einschränkung über die Gürtel-Graduierung (also, nicht höher als 3. Kyu oder so). Aber wie viel Trainingszeit jemand hatte, oder ob der z.B. vorher schon in anderen verwandten Kampfsportarten aktiv war, zählt da nicht. Wir hatten letztes Mal bei der DM einen früheren Bundesliga Kickboxer dabei, der ist auch im Nachwuchs angetreten ... und übrigens in der ersten Runde ausgeschieden.

    Wenn man also verschiedene Erfahrungsklassen in einem Wettkampf anbietet (was ich für sinnvoll halte), dann braucht es eine feste, überprüfbare Vorgabe, wie die Klasse definiert ist. Trainingserfahrung ist normalerweise keine überprüfbare Vorgabe. Graduierungen oder Wettkampferfahrung (so die denn im entsprechenden System/Verband protokolliert wird) schon.

  6. #6
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    Graduierungen gibt's im Ringen nicht. Es gibt Trainingszeit (nirgends nachprüfbar, für das Leistungsniveau auch nur sehr bedingt aussagekräftig) und Wettkampferfahrung (Liga X, regional, national, international... nur über Umwege überprüfbar, wenn z.B. in Russland erfolgt praktisch unmöglich). Was die Graduierung angeht - ich glaube, dass gute Ringer etc. bei allem Hype in der Praxis immer noch UNTERschätzt werden, sowohl was die Athletik, das Technikspektrum und im Zweifelsfall auch die Bereitschaft, in regeltechnischen, ähm, Grauzonen zu agieren angeht.

    Zur Prävention: Vielleicht sollte man nicht von "Kategorien" sondern von "Leistungsklassen" sprechen und das überall klar anschreiben. Niemand mit ein paar hundert Kämpfen am Konto will einen Pokal mit "Leistungsklasse Anfänger" auf seinen Schrank stellen

    Beste Grüsse
    Period.
    Geändert von period (02-03-2020 um 10:33 Uhr)
    Link zu meinem Gratis-Ebook "Sei Stark!" über Krafttraining für Kampfsportler: https://archive.org/details/FlaisSeiStark1_1

  7. #7
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    Man kann als Kompromiss ja auch NACH dem ersten Turnier auf einem offiziellen BJJ-Turnier eine Leistungsklassenhochstufung vornehmen, wenn jemand warum auch immer in der Anfängerklasse alles niedermacht. Dann kann das jemand genau einmal machen, hat nen schönen Pokal "1. Sieger Anfänger Buxtehude", und muss beim nächsten Mal eine Klasse höher starten. Das muss natürlich offiziell zentral in einer Datenbank erfasst und per Brief an die jeweilige Organisation übermittelt werden, und nicht auf irgendwelchen Zettelchen dem Trainer mitgegeben.

    Zusätzlich noch bei den Anfängern der Senioren keine Pokale vergeben, sondern Urkunden, mit dick fett "ANFÄNGER" in 76Pt-Font.
    "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes)

  8. #8
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    Ich weiss nicht, wie es offiziell bei der CBJJ/CBJJE/FPJJ geregelt ist(bin kein Wettkämpfer und beschäftige mich dementsprechend auch nicht tiefgründiger mit den Regeln)- sehe das Problem aber regelmäßig im Training- hab da Leute die irgendwann(Blue/Purple) aufgehört haben im GI zu trainieren und sich nur noch dem NoGi widmen; die trainieren jeden Tag(auch mehrmals)und sind dementsprechend technisch weit über ihren Graduierungen(auf den Turnieren maschieren die normalerweise durch ihre und der OpenClass und räumen alles ab was geht)
    Da aber im BJJ nur im GI graduiert wird, wird sich an der Situation nie was ändern und mir wäre auch nicht bekannt, das diejenigen schonmal irgendwelche Probleme(von offizieller Seite) gehabt hätten!?
    Wie man moralisch darüber denkt ist wieder eine andere Sache, nur kommt es mir nicht so vor als ob diejenigen oder irgendwer Gedanken darüber verschwendet

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