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Thema: Rassistisches Video von Volkswagen

  1. #46
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    Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen
    Werbung vermittelt IMO im Idealfall Gefühle.
    Was darf es denn gefühlvolles sein?

    Etwas kryptisches in der Art:


    Oder doch direkt:


    Nicht so leicht und von der Konkurrenz muss es sich auch abheben. Ein wenig muss die Werbung schon wagen, das kann mit Klischees spielen, hintergründig erotisch sein, provokant...
    Was es meiner Ansicht nicht sein darf ist plump und verachtend, das überschreitet dann schnell die Schmerzschwelle.
    "Ich habe alle diese Degen selbst geschmiedet und übe täglich acht Stunden mit ihnen, um einen Piraten töten zu können." "Du brauchst dringend ein Mädchen mein Freund!" (Fluch der Karibik)

  2. #47
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    Mal im Umkehrschluss gedacht:

    Wie würde der identitätspolitisch perfekte Werbespot ausschauen? Nur mal so als Gedankenexperiment. Humor müsste man glaube ich streichen, weil der immer auf Kosten von jemanden geht. Auch ansonsten dürfte im Spot niemand verlieren oder gewinnen (was andere auch schlecht dastehen lassen würde). Dann müsste man die politische korrekte Distribution der gewünschten Hautfarben errechnen bzw. in Kontext gängiger Stereotypen setzen, um diese zu vermeiden. Gleichzeitig sollte man marginalisierte Gruppen inklusiv behandlen und sinnvoll in die Handlung einbinden. Auch müsste man darauf achten, dass es keinen Protagonisten gibt und wenn doch dürfte der keinesfalls aus einer privilegierten Identitätsgruppe angehören. Wobei die Implikation einer höheren Kaufkraft an sich schon eine Mikroaggression darstellen kann. Wenn der Protagonist weiß ist, bedeutet das Schwarze können sich der Meinung der Macher nach das Produkt nicht leisten? Oder wird vielleicht ein Repräsentant einer bestimmten Gruppe als hedonistischer Vollidiot dargestellt, der breit grinsend irgendwas kauft, dass er sich gar nicht leisten kann? Meinetwegen weil am Ende nochmal ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Ratenfinanzierung hingewiesen wird?

    Also. Kein Humor, keine Wertungen, kein Protagonist, die politisch korrekte Distribution von Hautfarben und die Einbindung aller anderen marginalisierten bzw. schlecht repräsentierter Gruppen wie Rollstuhlfahrer und so weiter. Niemand darf das Produkt mehr wollen als die Anderen, wobei niemand direkt als potentieller Käufer angesprochen werden soll.

  3. #48
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    Zitat Zitat von oxcart Beitrag anzeigen
    Mal im Umkehrschluss gedacht: ...
    Prinzipiell schon ein richtiger Gedankengang - den sich ganz bestimmt jede/r (!) Werbetreibende immer und immer wieder stellen muss!
    Dass nun aber gerade bei der Autowerbung immer wieder gute Beispiele rauskommen, die zum größten Teil das Auto in den Vordergrund stellen - und was man (/frau) so alles damit wertneutral anstellen kann - zeigt IMHO schon, dass Werbung das kann, wozu sie eigentlich gedacht ist: Dinge anzupreisen OHNE jemand schlecht dastehen zu lassen. Heisst ua. auch: Gute Werbung muss sich beileibe nicht immer des Humors bedienen, das geht auch ganz anders!

    P.S.: Und wie das auch inklusive Humor geht, nur als kleines Beispiel: Die uralte Toyota-Werbung mit den singenden Affen (Äffinen?): "Nichts ist unmöglich"; ist noch heute in vieler Munde.
    HG Silverback * Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere. (Groucho Marx)

  4. #49
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    Zitat Zitat von oxcart Beitrag anzeigen
    Mal im Umkehrschluss gedacht:

    Wie würde der identitätspolitisch perfekte Werbespot ausschauen? Nur mal so als Gedankenexperiment. Humor müsste man glaube ich streichen, weil der immer auf Kosten von jemanden geht. Auch ansonsten dürfte im Spot niemand verlieren oder gewinnen (was andere auch schlecht dastehen lassen würde). Dann müsste man die politische korrekte Distribution der gewünschten Hautfarben errechnen bzw. in Kontext gängiger Stereotypen setzen, um diese zu vermeiden. Gleichzeitig sollte man marginalisierte Gruppen inklusiv behandlen und sinnvoll in die Handlung einbinden. Auch müsste man darauf achten, dass es keinen Protagonisten gibt und wenn doch dürfte der keinesfalls aus einer privilegierten Identitätsgruppe angehören. Wobei die Implikation einer höheren Kaufkraft an sich schon eine Mikroaggression darstellen kann. Wenn der Protagonist weiß ist, bedeutet das Schwarze können sich der Meinung der Macher nach das Produkt nicht leisten? Oder wird vielleicht ein Repräsentant einer bestimmten Gruppe als hedonistischer Vollidiot dargestellt, der breit grinsend irgendwas kauft, dass er sich gar nicht leisten kann? Meinetwegen weil am Ende nochmal ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Ratenfinanzierung hingewiesen wird?

    Also. Kein Humor, keine Wertungen, kein Protagonist, die politisch korrekte Distribution von Hautfarben und die Einbindung aller anderen marginalisierten bzw. schlecht repräsentierter Gruppen wie Rollstuhlfahrer und so weiter. Niemand darf das Produkt mehr wollen als die Anderen, wobei niemand direkt als potentieller Käufer angesprochen werden soll.
    Ja, es wird wohl immer irgendwenn geben der sich irgendwie durch irgendwas angegriffen fühlt. Das liegt heutzutage bei einigen Leuten im Trend, am besten ignorieren und weiter machen. Was aber den Clip um den es hier ursprünglich geht betrifft, mal unabhängig von der Entstehungsgeschichte, der ist schon zu Recht kritisiert und entfernt worden. Im Gegensatz zu der Polo und der Benz-Werbung, ist da keine andere nachvollziehbare Aussage und der Rassismus nicht Interpretationssache. Da steht schlicht Neger auf dem Bildschirm und das ist ne rassistische Beleidigung und sollte auch entsprechend verurteilt werden.

  5. #50
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    Zitat Zitat von Dr.Jekyll Beitrag anzeigen
    Im Gegensatz zu der Polo und der Benz-Werbung, ist da keine andere nachvollziehbare Aussage und der Rassismus nicht Interpretationssache. Da steht schlicht Neger auf dem Bildschirm und das ist ne rassistische Beleidigung und sollte auch entsprechend verurteilt werden.
    Da hast du natürlich Recht.

  6. #51
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    Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen
    Werbung vermittelt IMO im Idealfall Gefühle.
    Positive Gefühle, die der Empfänger dann mit dem Produkt verknüpft.
    Positive Gefühle der gewohnten Kultur gegenüber gestehe ich jedem zu und damals hatte noch nicht jedes Auto Klimaanlage.
    Ich hab mich auch schon gefreut, nach einem längeren Aufenthalt in einem Land, dass etwas andere Standards hat, als Deutschland, wieder zu Hause zu sein.
    Das war aber ein wenig schlimmer, als das in dem Video gezeigte. Da sehe ich nun nix, was einem nicht auch in Deutschland begegnen könnte, ohne dass man sich wundert.
    Bis auf das Kamel vielleicht.
    Das sehe ich ein wenig anders. Man hätte es ja auch in NY stattfinden lassen können, wo es auch laut ist und ich mich freue, wenn ich zurück bin oder in Rio, da ist es auch heiss. Hat man aber nicht. Ich unterstelle nicht einmal böse Absicht aber man hat eben, genau wie du bemerkt hast, Gefühle angesprochen. Und zwar die seiner damals vorherrschenden Käuferschicht (wohlsituierte CDU/FDP-Wähler).
    Man muss es auch aus der Perspektive von damals betrachten. Da wurden fremde Kulturen nicht unbedingt immer als farbig, interessant, und eben einfach nur anders im neutralen Sinne mit Neugier betrachtet. Was die seinerzeit klassische Mercedes-Klientel betraf sogar ganz sicher nicht.

    Dieses Weltbild wird hier ganz klar portiert. Aber hey, alles richtig gemacht. Die linken Zecken und Grünen-Wähler, die sich seinerzeit darüber aufgeregt haben, haben sich so ne Karre eh nicht leisten können. Was juckt das also den Daimler. Alles richtig gemacht aus Sicht der Werbung.

    Scheisse finden darf ich sie und den zugrundeliegenden Geist zum Glück dennoch. Und ich fand den Spot bereits damals daneben, als PC noch für Personal Computer stand - wenn überhaupt.

  7. #52
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    In den 90igern gab es schon mal eine Welle, wenigstens in Amerika. Bekannt ist da z.B. ein Fall wo ein jüdischer Student in seinem Wohnheim vor dem Fenster saß und lernen wollte, sich aber durch den Krach anderer Studentinnen so gestört fühlte, dass der dann aus dem Fenster sowas rief wie "seid ruhig ihr blöden Wasserbüffel". Stellt sich raus die Studentinnen waren schwarz und interpretierten den Wasserbüffel-Kommentar als Hassverbrechen. Das ging dann vor Gericht wobei die Verteidigung dann argumentierte er hätte die Frauen gar nicht sehen können und darüber hinaus gibt es gar keine Wasserbüffel in Afrika, nur in Asien.


  8. #53
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    Zitat Zitat von oxcart Beitrag anzeigen
    In den 90igern gab es schon mal eine Welle, wenigstens in Amerika. Bekannt ist da z.B. ein Fall wo ein jüdischer Student in seinem Wohnheim vor dem Fenster saß und lernen wollte, sich aber durch den Krach anderer Studentinnen so gestört fühlte, dass der dann aus dem Fenster sowas rief wie "seid ruhig ihr blöden Wasserbüffel". Stellt sich raus die Studentinnen waren schwarz und interpretierten den Wasserbüffel-Kommentar als Hassverbrechen. Das ging dann vor Gericht wobei die Verteidigung dann argumentierte er hätte die Frauen gar nicht sehen können und darüber hinaus gibt es gar keine Wasserbüffel in Afrika, nur in Asien.
    Und..? Glaubst du die Geschichte...? Das die sich wirklich so zugetragen hat...?



    Ich bin s(k)eptisch....
    Suckers try it, but I don't buy it.

  9. #54
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    Zitat Zitat von Macabre Beitrag anzeigen
    Und..? Glaubst du die Geschichte...? Das die sich wirklich so zugetragen hat...?



    Ich bin s(k)eptisch....
    Bitteschön:
    https://www.latimes.com/archives/la-...609-story.html

    Die afrikanischen Büffel heissen übrigens -Triggerwarnung- Kaffernbüffel.

  10. #55
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    Zitat Zitat von Macabre Beitrag anzeigen
    Und..? Glaubst du die Geschichte...? Das die sich wirklich so zugetragen hat...?



    Ich bin s(k)eptisch....
    Weiß nicht. Ich denke da im Zweifel für den Angeklagten selbst wenn ich die Wut der Studentinnen verstehen kann. Wobei es auch da ein bisschen drauf ankommen wird was man hören möchte. Ist schwierig Sprache strafrechtlich zu verfolgen. In Kanada ist es teilweise schon ein Hassverbrechen nur zu sagen, dass es deiner Meinung nach nur zwei Geschlechter gibt.

  11. #56
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    Zitat Zitat von Klaus Beitrag anzeigen
    Da wollte wohl jemand "provozieren", das ist ja schon seit einiger Zeit "in". Nonnen die die Beine breit machen für ne ordentliche schwarze Latte erm Africola, T-Shirts mit Verbrechensopfern, "kontroverse" Slogans, und hier ein vorsätzliches Rassismusvideo mit "Neger" und nem Szene-Handzeichen "um auf dieses Problem aufmerksam zu machen". Ich denke schon dass der Autor genau diese Assoziation inszeniert hat, allerdings wohl eher ohne zu dieser Szene zu gehören. War vermutlich "nur" ein richtig übler Brainfart, vielleicht nach der einen oder anderen Tablette zuviel.
    Sehe ich auch so, besser schlechte Presse, als gar keine.
    VW greift durch, bleibt am Ende dann übrig, geplant vom Bösen ins positive gerückt.
    Beruht wahrscheinlich auf dem gleichen Grundsatz wie "Der beste Kunde ist der unzufrieden Kunde den man zufrieden gemacht hat!"

  12. #57
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    Zitat Zitat von maxderbruchpilot Beitrag anzeigen
    Sehe ich auch so, besser schlechte Presse, als gar keine....
    Ich erinnere mich in dem Zusammenhang ganz dunkel, es gab mal eine Werbekampagne von Benetton vor längerer Zeit, die hatten doch groß mit T-Shirts mit Bildern von Kriegsopfern u.Ä. geworben; sollte wohl bewusst schockieren und darüber interessieren (getreu dem Motto: Werbung transportiert Emotionen * und die sollen im Gedächtnis bleiben * und Schockeffekte bleiben nun mal lange im Gedächtnis).
    HG Silverback * Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere. (Groucho Marx)

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