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Thema: Was ist SV und wieviel SV braucht der Mensch?

  1. #1
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    Standard Was ist SV und wieviel SV braucht der Mensch?

    Auf den ersten Blick mag die Frage vielleicht banal klingen, aber vielleicht ist sie das nicht. In den letzten Wochen hier im Forum habe ich Statements von erfahrenen Kampfsportlern zu dem Thema gelesen, die mir absurd vorkommen, aber vielleicht kommt meine Sichtweise auch manch einem absurd vor. Deshalb würde mich mal interessieren:

    - Was versteht Ihr unter SV? Ist eine Schlägerei die aus einer Pöbelei entsteht für Euch schon SV?
    - Wer hat sich denn schon mal verteidigen müssen, und wie lief das ab? Was stand dabei auf dem Spiel?
    - Welche Szenarien sind in Deutschland denkbar, welche realistisch und wie sieht es auf Reisen aus? Welche Skills sind nützlich und welche sind sinnvoll im Rahmen einer echten SV Situation?
    - Hat es hier User die regelmässig (vielleicht Beruflich) mit Gewalt Erfahrung sammeln konnten (ich meine jetzt nicht Türsteher oder Schutzpolizei). Wenn ja, was ist deren Meinung zum Stellenwert der Kampfkunst in der SV, zum Waffenkampf, und welche trainierbaren Skills sind nach Eurer Meinung sinnvoll

    Das Thema ist ja öfters schon geschnitten, aber aus meiner Sicht nicht wirklich behandelt worden.

    Nette Grüsse
    Locke
    Des einen Geheimnis ist des anderen Fundament

  2. #2
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    Willst du einen gemeinsamen Konsenz erarbeiten oder das Thema für dich mehr vertiefen und neue Anregungen sammeln? In letzterem Fall empfehle ich dir die Bücher "Meditations on Violence" von Rory Miller sowie "Gift of Fear" von Gavin de Becker, die sollten eigentlich keine Fragen offen lassen.
    Noli turbare circulos meos

  3. #3
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    Zitat Zitat von Tantal Beitrag anzeigen
    Willst du einen gemeinsamen Konsenz erarbeiten oder das Thema für dich mehr vertiefen und neue Anregungen sammeln? In letzterem Fall empfehle ich dir die Bücher "Meditations on Violence" von Rory Miller sowie "Gift of Fear" von Gavin de Becker, die sollten eigentlich keine Fragen offen lassen.
    Danke Tantal,
    ein Konsens wäre natürlich super, aber der ist, denke ich, noch viel unwahrscheinlicher als in der Schweiz in einen "echten" Kampf zu geraten

    Vor allem würde ich gerne wissen, wie die anderen so ticken (mir kommt vieles irgendwie spanisch vor) und wenn ich dabei was lerne, um so besser. Ehrlich gesagt hatte ich Kampfkunst nie des SV Aspektes wegen betrieben; erst mit meiner Familie auf Mindanao vor wenigen Jahren kam dieser Aspekt dazu. Ich glaube die Bücher hattest Du schonmal in einem anderen Thread empfohlen; ich werd mir die mal anschauen.

    Schöne Grüsse nach Münster
    Des einen Geheimnis ist des anderen Fundament

  4. #4
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    Stellt sich die Frage, was Dir "spanisch vorkommt".
    SV bedeutet für mich Strafverteidiger, den braucht (entweder) er/sie und/oder ich/wir.
    Weiter interessiert mich das Thema nicht wirklich, weder juristisch, soziologisch, kulturell oder sonstwie.

  5. #5
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  6. #6
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    Zitat Zitat von Locke Beitrag anzeigen
    - Hat es hier User die regelmässig (vielleicht Beruflich) mit Gewalt Erfahrung sammeln konnten (ich meine jetzt nicht Türsteher oder Schutzpolizei). Wenn ja, was ist deren Meinung zum Stellenwert der Kampfkunst in der SV, zum Waffenkampf, und welche trainierbaren Skills sind nach Eurer Meinung sinnvoll
    Häh ?

    Privat weiß ich schon gar nicht mehr, wann ich die letzte Auseinandersetzung hatte ... Dienstlich erst am Sonntag wieder, aber wie so oft blieb es bei Transporttechniken.

  7. #7
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    Sieht bei mir nicht anders aus. Privat mehr als 20 Jahre her und dienstlich kurz vor meinem Urlaub.
    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  8. #8
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    Privat: Vor 10 Monaten in New York auf der Strasse (zum Glück unbewaffnet).

    Dienstlich: Letzte Woche.

  9. #9
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    Sorry Willi,

    hatte einen Denkfehler gemacht die Schutzpolizei auszuklammern. Ich wollte es halt auf Situationen beziehen die für das Opfer unvermeidbar sind, und bei denen wirklich etwas auf dem Spiel steht, da erschien mir ein Polizeieinsatz oder Zugriff unpassend. Aber natürlich kennt Ihr Euch auch bei Gewaltverbrechen aus. Können Du, Schnüffler und Kanken nicht mal ein bischen Eure Sicht erläutern
    Des einen Geheimnis ist des anderen Fundament

  10. #10
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    Zuerst sollte man die Art von Gewalt definieren, über die wir reden wollen. Ich gehe eigentlich nur von „predatory violence“ aus, so wie sie Miller beschreibt. Auf „Monkey Dance“ habe ich keine Lust und dafür sind meine Deeskalationsskills auch mittlerweile einfach zu gut und routiniert.

    Bei “predatory violence” gehören Waffenskills für mich mit Abstand an die erste Stelle, denn wenn es wirklich ernst wird dann hat man immer irgend etwas in der Hand, egal ob stumpf oder spitz/scharf, bzw. man versucht etwas in die Hand zu bekommen.

    An zweite Stelle gehört für mich die Gewöhnung an körperliche Gewalt.
    Das muss nicht zwingend im Kampfsport sein. Auch im Fußball oder Handball wird man daran gewöhnt wie es ist wenn man getroffen wird, wenn es weh tut oder wie es sich anfühlt wenn diverse Kräfte auf den Körper wirken.

    An dritte Stelle gehört die Desensibilisierung gegenüber der eigenen Ausübung von Gewalt.
    Man muss sich daran gewöhnen wie es ist andere Menschen zu verletzen. Auch da muss es nicht zwingend Kampfkunst sein. Jäger haben da auch ganz ordentliche Skills...

    All diese Dinge müssen über Jahre eingeschliffenes werden und einem in Fleisch und Blut übergehen.

    Kampfkunsttraining stellt diese Eigenschaften dann nur in den Kontext des Kampfes zwischen zwei Menschen und lehrt die spezifischen Dinge, die diese Art der Auseinandersetzung mit sich bringt.

    Also:

    1. Waffentraining
    2. Gewöhnung an körperliche Gewalt
    3. Desensibilisierung gegenüber der Ausübung von Gewalt
    4. Man muss Punkt 1-3 über mehrere Jahre ausgesetzt sein
    5. Eine Kampfkunst die die Punkte 1-3 systematisch lehrt und in den Kontext des bewaffneten Kampfes zwischen zwei Menschen stellt und zwar mit dem Ziel den Gegenüber zu töten.

    “5.” Muss nicht unbedingt eine Kampfkunst sein, dass kann auch ein behördliches oder kriminelles Milieu sein, dass diese Skills gezielt ausbildet.

  11. #11
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    Für mich bedeutet SV die Verteidigung meiner Rechtsgüter. Hier zählt eine banale Kneipenschlägerei genauso dazu, wie das Auflauern von irgendwelchen Verbrechern in dunklen Gassen.
    SV Situationen können in Lichtenstein genauso passieren wie in Sao Paulo.

  12. #12
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    Zwei Bilder, die klarmachen sollen was ich meine:

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    0E21B1EE-E255-403F-AB27-8FDCD8AD5D88.jpeg

    Alles, was Dir das beibringt, ist gut für die SV geeignet.

  13. #13
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    Zitat Zitat von BillyVanilly Beitrag anzeigen
    Für mich bedeutet SV die Verteidigung meiner Rechtsgüter. Hier zählt eine banale Kneipenschlägerei genauso dazu, wie das Auflauern von irgendwelchen Verbrechern in dunklen Gassen.
    SV Situationen können in Lichtenstein genauso passieren wie in Sao Paulo.
    BillyVanilly
    Interessant! Für mich fehlt bei der Kneipenschlägerei halt die Gefahr; da könnte ich aus "Spass" auf den Boden gehen, eine "sanfte" Technik ausprobieren oder so etwas; da ist einfach der Anspruch an die Skills und den Erfolg nicht absolut. Aber natürlich kann man das so betrachten wie Du

    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    Zuerst sollte man die Art von Gewalt definieren, über die wir reden wollen. Ich gehe eigentlich nur von „predatory violence“ aus, so wie sie Miller beschreibt. Auf „Monkey Dance“ habe ich keine Lust und dafür sind meine Deeskalationsskills auch mittlerweile einfach zu gut und routiniert.
    ...
    Dank Dir Kanken,

    Deine Sicht trifft bei mir auf grosse Resonanz und das Thema scheint schon recht systematisch aufgearbeitet. Ich werde Miller und Gavin de Becker lesen.

    Schöne Grüsse
    Locke
    Geändert von Locke (02-09-2020 um 19:29 Uhr)
    Des einen Geheimnis ist des anderen Fundament

  14. #14
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    Ich muss als erstes mal unterscheiden privat oder dienstlich.

    Zum Privaten:
    SV heißt für mich, gesund und munter nach Hause zu kommen, idealerweise ohne irgendwelchen Stress oder Anstrengungen gehabt zu haben. Dazu zählt für mich schon zu sagen: Leute, hier sagt mir mein Bauchgefühl, die Stimmung ist nicht so toll, lasst uns das Bierchen lieber woanders trinken. Genauso die Leute und die Umgebung zumindest einmal kurz zu scanen und mich zu positionieren. Klingt ggf. ein wenig paranoid, aber das geht in Sekundenbruchteilen und dann ist auch gut. Wirklichen Stress hatte ich mit unter 20 das letzte mal, danach ging es immer über Deeskalation, wenn ich angepöbelt wurde. Mir wurde mal nachgesagt, das ich die körperliche Präsenz habe, um den Leuten zu zeigen, das ich kein Opfer bin.

    Zum Dienstlichen:
    Hier muss ich unterscheiden ob es der unmittelbare Zwang ist, mit dem ich meine Maßnahme durchsetzen muss oder ob es eine Situation ist, die plötzlich entsteht, wo ich mich meiner Haut erwehren muss.
    Im unmittelbaren Zwang bin ich halt an die Vorgaben gebunden, die mein Dienstherr mir vorgibt, in der SV bin ich frei in der Wahl meiner Mittel.

    Warum ich trainiere:
    Weil mir das Training und das auspowern wie es da gegeben ist Spaß macht, mir das dienstliche Training persönlich nicht reicht und ich bei uns genügend Leute habe, an denen ich mich austoben kann oder auch meine dienstlichen Techniken in Drills wiederholen kann.
    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  15. #15
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    Zitat Zitat von BillyVanilly Beitrag anzeigen
    SV Situationen können in Lichtenstein genauso passieren wie in Sao Paulo.
    Richtig, nur ist das Gewaltpotenzial und die Bereitschaft an das äußere zu gehen, da man eh nichts zu verlieren hat, ein Unterschied wie hellichter Tag und tiefschwarze Nacht

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