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Thema: Outdoor Werkzeug

  1. #1
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    Standard Outdoor Werkzeug

    Morsche,

    so, um den Ausgangsthread nicht weiter OT zu ziehen jetzt hier ein eigener Thread zum Thema Outdoorwerkzeug.
    Zum Einstieg das Thema „Spaten“, darf gerne aber auch zur Diskussion (Modelle, Vor- und Nachteile, Einsatzzwecke, etc...) von weiteren Werkzeugen (Sägen, Äxte) genutzt werden (wobei es schön wäre immer erst ein Werkzeug fertig zu diskutieren).
    Unter Outdoorwerkzeuge verstehe ich Werkzeuge für „draußen“ die gut transportable (Größe, Gewicht) und gleichzeitig zuverlässig, stabil und für robustere Arbeiten geeignet sind (draußen kann man nicht schnell mal Ersatz besorgen).

    Als Einstieg das Feedback von Period zum Spaten. Wenn er es erlaubt poste ich auch noch seine sehr informativen und ausführlichen PMs:

    Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
    Jetzt wirds off- topic Es gibt eine Titan-Version des MPL-50 (der alte russische Feldspaten, auf dem die Coldsteel-Variante beruht und der im russischen Heer erst kürzlich durch den Ratnik 6E5 abgelöst wurde), der knapp 500 Gramm wiegt. Findet man auf Ebay zu durchaus vertretbaren Preisen, in etwa gleich teuer wie der CS + Versand. Ich hab kürzlich einen bekommen, allerdings noch nicht getestet. Meiner ersten Einschätzung nach ist er tatsächlich stabiler als der MPL-50 mit seinem praktisch ungehärteten Blatt, aber weniger stabil als der CS oder der Ratnik - dafür aber auch nur etwa halb so schwer.
    Bezüglich Klappspaten hat Thomas inzwischen eine ausführliche Kaufberatung als PN von mir. Wen es interessieren sollte: ich habe bisher unter allen Klappspaten, die ich in die Finger gekriegt habe erst einen getestet, der mir wirklich zugesagt hat, das ist lustigerweise der seinerzeit recht stark gehypte chinesische WJQ-308, den ich seit 2008 oder 09 im Einsatz habe. Wenn ich damit rechne, den Feldspaten länger zum Graben zu brauchen, aber grosses Werkzeug zu schwer ist, ziehe ich den tatsächlich den nicht-klappbaren in der Regel vor. Der Verschluss hat nie Probleme gemacht, und es gibt tatsächlich nicht wenige Situationen, wo die Hackenfunktion viel Arbeit erspart. Klar kann der Stiel brechen wie überall, bei meinem war das aber trotz Missbrauch nie der Fall, obwohl das Ende hohl ist. Bei meinem ist irgendein sehr leichtes, langfaseriges Hartholz verbaut - könnte eine Birkenart sein, bin mir da aber nicht sicher.

    Beste Grüsse
    Period.
    Nachtrag: Gestern beim Holzmachen hatte zufälligerweise gleich eine Situation die mir zeigte, dass ein Spaten in Zukunft immer im Auto liegen wird (ein dicker Findling der sich ohne Spaten nicht entfernen ließ, zwang mich einen steileren Weg zu nehmen, wo sich dann ein unter Laub versteckter Findling unter dem Auto verkeilte. Ich kam nur mit Mühe wieder raus (danke an den Schieber und sorry für die Fr… voll schlamm). Ironischerweise hatte ich die Originalfrage gestellt weil ich nicht jedes Mal wenn ich in den Wald fahren daran denken möchten den großen, sperrigen Spaten ins Auto zu legen (und gestern hatte ich mich auch noch bewusst stattdessen für eine Hacke zum Pflanzen entschieden ).

  2. #2
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    Standard

    Hallo Thomas,
    zu dem von mir verlinkten Klappspaten kann ich nicht direkt etwas sagen.
    Aber ich habe vom Kochlöffel, Pfannwender über Besen, Laubrechen, Schneeschaufel, Mistgabel bis hin zu Heckenscheren, Teloskopsägen und Axt, Beil viele Werkzeuge von Fiskars im Einsatz und bin mit der Qualität sehr zufrieden.


    Gruß
    Alfons.
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  3. #3
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    Standard

    Wie ich Thomas geschrieben habe, werde ich die PNs hier selbst zusammenfassen. Ich habe beruflich häufig mit Klappspaten zu tun, und nachdem ich immer schon ein ziemliches Interesse an Werkzeug hatte – ich bin praktisch auf einem stillgelegten Bauernhof bzw. in dessen Werkzeugschuppen und Schmiede aufgewachsen – teste ich nach wie vor alle, die mir in die Finger kommen. Darüber hinaus habe ich selbst eine kleine Kollektion von Feldspaten, aus dem Stehgreif sinds sowas wie 13 Stück unterschiedlicher Herkunft für unterschiedliche Einsatzzwecke. Davon sind 11 feststehend bzw. «einteilig» (wie Suvorov schreibt: «monolithisch»), einer wird zusammengeschraubt, nur einer ist klappbar.

    Letzteres war durchaus eine bewusste Entscheidung und hat durchaus auch damit zu tun, dass ich relativ viele Klappspaten auf dem Gewissen habe, angefangen mit ca. 12 Jahren, als ich das Blatt des unglaublich miesen No-Name Klappspaten meiner Eltern (irgendein Baumarkt-Billigteil) an der Schweissnaht einfach abgebrochen habe. Nachdem die Ausgangsfrage von Thomas ja dezidiert auf Klappspaten ausgerichtete war, werde ich kurz darauf eingehen. Bei den Klappspaten gibt es prinzipiell drei Probleme: Winkel Blatt : Stiel, Arretierungsmechanismus und generelle Haltbarkeit. Bei den Winkeln sieht man oft, dass das Blatt komplett parallel zum Stiel angebracht ist statt in einem leicht löffelartigen Winkel, damit kann man nicht anständig graben (ist aber bei der Mehrheit der Modelle so); auch bei der Arretierung als Hacke sind ca. 80-88° besser als 90°. Und bei der Haltbarkeit ist das Problem entweder, dass bei der Verbindung Blatt zu Verschluss schlampig geschweisst wurde oder man sonst im Interesse des Leichtbaus an der Stabilität gespart hat (den Stiel vom Glock kann ich glatt durchknicken, was mir auch schon bei zweien unabsichtlich passiert ist; siehe dazu auch das Fazi hier am Schluss https://www.youtube.com/watch?v=R3E-ZmOP8JY – mit dem Unterschied, dass meiner Erfahrung nach eben nichts erforderlich ist, das ich als «massive Gewalt» bezeichnen würde, aber ich bin halt auch nicht Reini und verwende meine Spaten wohl anders, von den physischen Unterschieden mal abgesehen). Ich bin auch der Meinung, dass die Platzersparnis generell eher überbewertet wird, die macht primär einen Unterschied, wenn man den Spaten IN (statt an) einem sehr kleinen Rucksack transportieren möchte. Ich würde eher nach Funktionalität entscheiden, nach dem Motto, was brauche ich, wie wichtig ist mir die Funktion, was kann ich anderweitig in mein modulares System einbringen etc. Es gibt durchaus Leute, die mit einem (Klapp-) Spaten wandern und/oder den beruflich brauchen, die für die Mehrheit der Anwender wird es aber eher was für den Kofferraum sein. Klappspaten mit quergestelltem Griff wie den Fiskars oder Gerber mag ich persönlich nicht so gern – zum Graben und auch als Hacke ist das mehrheitlich durchaus ok, allerdings kann man die weder sinnvoll einhändig als Hacke verwenden, was ich als essenziell betrachte wenn ich die Hackenfunktion brauche, und als Axt oder Macheten-Ersatz macht sie der Stiel aus meiner Sicht unbrauchbar.

    Ich habe bisher nur einen einzigen Klappspaten gefunden, der meine Anforderungen erfüllt, und das ist lustigerweise das seinerzeit recht gehypte chinesische Modell WJQ-308 (wer es nicht kennen sollte – das Propaganda-, äh, Werbevideo dazu ist ein echter Klassiker: : https://www.youtube.com/watch?v=pGdbbEZVHqw), das leider preislich eher in der oberen Mittelklasse spielt. Meiner war damals noch ein Direktimport, inzwischen gibt’s die bei Amazon für ca. 70€ (https://www.amazon.de/Chinesische-Sc.../dp/B00AXQHZZO) – kann aber sein, dass die trotzdem aus China versandt werden. Das Ding ist schon fast eher ein Multitool als eine reine Schaufel, und da ich das Ding seit 2008 im Einsatz habe, habe ich die auch alle ausgiebig getestet. Die Arretierung ist simpel, aber solide (sollte aber gelegentlich mit Ballistol oder WD-40 geschmiert werden – Schraube und Tülle können rosten, rostfrei ist zumindest bei meiner Version nur das Blatt), den Stiel habe ich nicht totgekriegt. Ich habe übrigens gestern noch gesehen, dass die Hersteller noch etwas nachgebessert haben - die Feststellschraube bei den neueren Modellen ist bei den neuen entweder rostfrei oder hartverchromt, und die Achsschraube scheint nun aus Messing zu bestehen - jedenfalls nicht mehr geschwärzter Carbonstahl wie bei meinem. Folglich ist das Rostproblem soweit gebannt worden, ob es dafür nennenswerte Abstriche in der Stabilität gab kann ich so nicht sagen. Dafür scheinen sie inzwischen weniger auf die Holzmaserung bei den Schäften zu achten, mehr Knoten und so, zumindest soweit ich gesehen habe. Die Arretierungswinkel sind beim WJQ-308 m.E. perfekt, die Härtung des Blattes ist mit eine der besten, die ich bei allen Spaten gesehen habe, m.E. deutlich besser als die von Cold Steel z.B., ich hatte nie Ausbrüche oder gerollte Schneidkanten, auch im reinen Schotter nicht. Die Säge ist ok (wenn auch weit weg von einer Bahco oder Silky), dafür legt sie sich auch mit Metallrohren an wenns sein muss. Der Nagelzieher zieht alle Nägel bis ca. 3 mm Durchmesser, der Drahtschneider knipst locker Stacheldraht und dünne Eisenstangen, im Wesentlichen mindestens das, was der von einem guten Multitool wie einem Swisstool schafft. Die Beilschneide kommt evtl. stumpf und muss nach Bedarf angeschliffen werden, aber die Verstärkung ist clever (hat die beste Spaltwirkung von allen meinen Spaten), ebenso wie der angeschweisste kleine Hammerkopf auf der Blattunterseite. Mein Fazit: Wenn Klappspaten, dann WJQ-308. Einziger Nachteil abgesehen vom Preis: er wieg wiegt halt doch 1.2-1.3 kg.

    Wenden wir uns noch den feststehenden Feldspaten zu. Hier habe ich insgesamt acht Modelle, davon drei historische (ein K&K Feldspaten aus dem 1. Weltkrieg lag bei mir daheim in besagtem Werkzeugschuppen, später kam dann ein Schweizer Feldspaten dazu, der seit dem 2. Weltkrieg unbenutzt in irgendeinem Heereslager lag bis er ausgemustert wurde, und schliesslich ein russischer MPL-50 aus der Zeit des Kalten Krieges), dazu noch die Cold Steel «Special Forces Shovel», die no-name Billigsdorfer-Variante (https://www.amazon.de/Feldspaten-Hol...9674530&sr=8-5) und eine Titan-Version gleicher Form (alle drei Nachbauten des MPL-50), dazu noch den neuen Ratnik 6E5 von den Russen.

    Den alten österreichischen Spaten (mit Rechteckblatt) und den MPL-50 würde ich als verwandt betrachten, beide haben ein ungehärtetes und sehr dünnes Blatt (1-2 mm), das sich leicht verbiegt, aber sich eben bei Gebrauch fast von selbst nachschärft und relativ sicher nicht bricht – man muss es eben immer wieder mal zurechtklopfen. Dafür rollen die Schneidkanten wie verrückt. Der alte Schweizer Feldspaten (von denen noch sehr viele im Umlauf sind) ist da entschieden stabiler, wird aber standardmässig mit einer stumpfen und zwei nur minimal angeschliffenenen Kanten (ca. 50° inklusiv) ausgeliefert. Konstruktiv ist er mit dem österreichischen Spaten verwandt, das Blatt ist ebenfalls mit sechs Nieten befestigt und nicht einteilig wie beim MPL und den verwandten Formen – die Blattform ist halt ebenfalls nicht spitz sondern rechteckig –, und der Stiel ist nicht wirklich darauf ausgelegt, gewechselt zu werden. Sein Haupt-Nachteil ist das sehr hohe Gewicht, auch die Lederscheide ist ein ziemlicher Brocken (wenn auch handwerklich 1a).

    Die MPL-50 Nachbauten sind alle stabiler als das Original. Den von Cold Steel habe ich seit 2007, als man ihn noch für ziemlich günstige 22 € oder so bekommen hat. Das Blatt ist solide, die Härtung ist ok, auch wenn er so angeschliffen geleifert wird, dass die Schneide beim Einsatz als Spaten recht leicht Schaden nimmt (primär rollt der Schneidgrat, aber ich hatte auch schon grössere Ausbrüche). Dafür hackt er ab Werk auch tatsächlich wie eine Machete. Ich habe oft von den Amis gehört, wie gut denn der Hickory-Schaft sei, aber ich habe den Stiel bei allen vier von meinen abgebrochen und ersetzt. Meiner Meinung nach ist das Lackfinish ab Werk schlicht furchtbar, und offenbar achtet niemand auf den Faserverlauf bei den Stielen – da nutzt das beste Hickory nichts, sorry. Dafür mag ich die Cordura-Scheide sehr gerne, die übrigens auch auf den MPL-50 und sogar den WJQ-308 passt.

    Der Billigsdorfer ist mindestens so stabil wie der Cold Steel meiner Meinung nach, die Härtung kann ich aktuell nicht 1:1 vergleichen, nachdem ich den bisher kaum verwendet habe, noch dazu liegt meiner grad eine Staatsgrenze weiter und etliche Zugstunden von hier. In Sachen Anschliff geht er den gleichen Weg wie der Schweizer Spaten. Nachdem ich da weniger Erfahrungen habe, verweise ich auf Reini Rossmann, der das Ding intensiver getestet hat (https://www.youtube.com/watch?v=SzRu3Bp1wx8) Sein Fazit war sowas wie «Stabil, allerdings neigt die grüne Farbe zum Abblättern» (was man dem CS echt zu Gute halten muss – das Finish ist ziemlich unverwüstlich). Der Stiel ist ähnlich wie beim CS mit einem rutschigen Lackfinish ausgestattet, allerdings augenscheinlich eher Esche als Hickory. Also vergleichbar stabil, wenn man einen mit gutem Faserverlauf erwischt, sonst muss man halt nachschnitzen.

    Bleibt noch die Titan-Variante, die es auf Ebay zum Teil für 30-40$ plus Versand gibt, also etwa gleich viel Geld wie den Cold Steel. Die Variante wiegt mit dem ab Werk gelieferten Birkenholz-Stiel tatsächlich nur ca. 500 g und damit sogar 150 g weniger als der Glock (Leichtbaufetischisten aufgemerkt), das Blatt ist m.E. stabiler und weniger deformierungsanfällig als beim MPL-50 nachdem Titan diesbezüglich ungehärteten (!) Stahl schlägt, ich muss aber gestehen dass ich meinen in den ein oder zwei Monaten seit ich ihn habe noch nicht verwendet habe; wenn man die Schneidkante so anschleift wie beim CS (was ich aus Neugier gemacht habe) würde ich mir aufgrund des Materials etwas Sorgen um die Kantenstabilität machen, aber das wird sich noch zeigen (ich habe da eine kleine Test-Serie geplant). Ach ja, und ich erwarte wesentlich schnelleren Blattverschleiss im Gebrauch – dafür aber auch keine Rostprobleme. Meine aktuelle Sicht auf den Titan-Spaten (gewissermassen ein Vorurteil): ich sehe den als Leichtbau-Teil, wenn man einen durchaus verlässlichen Spaten und einen leichtgewichtigen Macheten-Ersatz im bzw. am Rucksack mitführen will, aber eben nun mal nicht direkt damit rechnet, den sehr intensiv zu gebrauchen.

    Den Ratnik 6E5 habe ich auch erst kürzlich bekommen. Er erinnert von der Machart etwas an den Billigsdorfer, das Blatt ist noch einen Ticken stärker und spitzer ausgeformt, aber ab Werk in einem sehr stumpfen Winkel angeschliffen. Was ich beim Ratnik wirklich mag: ebenso wie beim MPL-50 und beim Schweizer Spaten kommt der Birkenholfz-Stiel unlackiert. Keine Ahnung, wer der Meinung war, Werkzeugstiele müsse man lackieren, aber das ist m.E. Schwachsinn. Lack ist zuerst rutschig und fängt dann an zu blättern, und nichts davon ist lustig. Ich bevorzuge unlackierte Stiele (Lack schleife ich ab) mit einem simplen Leinölfirnis.

    Ok, das wärs mit den Kurzbesprechungen. Bleibt das Fazit, welchen Spaten ich wofür empfehlen würde und wies mit Kombinationsmöglichkeiten in einem modularen System aussieht.
    - Wenn die Klappfunktion und Hackenfunktion wichtig ist bzw. man ein Multitool in Schaufelform will: WJQ 308.
    - Wenn maximale Stabilität wichtig ist und/oder man den Spaten auch vermehrt als Cambingbeil- oder Brechstangen-Ersatz verwenden will, würde ich einen MPL-50 Nachbau oder Ratnik 6E5 nehmen und die Schneiden je nach Geschmack anschleifen (falls Bandschleifer oder Flex: Blatt kühlen, sonst versaut man sich schnell mal die Härtung; ich nehme eigentlich immer eine simple Eisenfeile, dauert dann halt mal ne halbe Stunde oder so). Cold Steel ist hierzulande recht teuer geworden inzwischen, m.E. tuts der Billigsdorfer in den meisten Fällen auch (und für den Preis von einem Cold Steel kann man bis zu 5 davon kaputtmachen, was man kaum schaffen wird). Wenns ein absolutes Leichtgewicht sein soll, würde ich mir die Titan-Version anschauen. Für «Stabilität über alles» würde ich derzeit zum Ratnik greifen, der m.E. auch in Sachen Form und Material den besten Stiel hat – dafür aber auch ein sehr kleines Blatt, v.a. im Vergleich etwa zu dem alten Schweizer Spaten.

    Bezüglich Gewicht und modularer Kombinierbarkeit: Der Punkt ist v.a. in Hinblick auf die Zusatzfunktionen eines Klappspaten wie des WJQ-308 interessant (und wenn man über das Gewicht spricht). Dieser vereinigt tatsächlich eine Reihe von im militärischen Bereich essenziellen, aber ggf. auch im Outdoor-Bereich interessanten Funktionen in sich. Diese werden auch anderenorts abgedeckt, das russische Heer hat z.B. inzwischen zusätzlich zum Spaten das Multitool Ratnik 6E6 mit zwei Sägen, Zange, Drahtschneider, Bohrahle und Schraubenzieher, das zusammen mit der Schaufel fast alle Funktionen des WJQ-308 aufweist (abzüglich der Hacken-Funktionen), bei zusammen praktisch gleichem Gewicht. Das Schweizer Heer und die Bundeswehr haben zusätzlich zu einem konventionellen Klappspaten das Soldatenmesser 08 (bestimmte Einheiten auch das 42a-konforme, an sich m.E. sehr gute Multitool Spirit von Victorinox), das kommt sich dann wieder aufs Gleiche raus. Natürlich kann man man Funktionen auch "aufdoppeln" wenn sie besonders wichtig sind. Ich würde zumindest auch eine gewisse Ergänzung achten, z.B. schaue ich, dass ich immer das Werkzeug habe, um zur Not einen Ersatzstiel für meinen Spaten anzufertigen, falls der bricht = zumindest Messer, Ahle und Schraubenzieher-Funktion wie an einem Victorinox Pioneer, idealerweise noch eine kleine Säge wie am Vic Farmer oder Soldatenmesser 08. Das Spirit oder Ratnik 6E5 tuns natürlich auch, spielen aber eine Gewichts- und Preisklasse höher. Je mehr Funktionen ein Gegenstand, desto platzsparender (wenn auch nicht zwangsläufig leichter) ist das Ausrüstungsteil meistens. Wenn man sich bei zu vielen wichtigen Funktionen darauf verlässt, riskiert man halt, dass falls der Ausrüstungsgegenstand abhandenkommt oder beschädigt wird (wenn die Achsschraube oder Arretierung beim Klappspaten brechen sollte z.B.) man ohne alle diese Funktionen auskommen muss. Für den Fall sollte man evtl. passende Ersatzschrauben mitnehmen, wenn man sich auf den einen Gegenstand verlassen möchte.

    Feldspaten sind ein Nischenprodukt, gewissermassen immer ein Multitool und damit ein Kompromiss gegenüber spezialisiertem Werkzeug in der vollen Grösse, folglich auch nie so performant wie gutes spezialisiertes Werkzeug. Dafür aber vielseitig, praktisch und leicht zu transportieren. Ich würde generell Autobesitzer*innen empfehlen, zumindest etwas Derartiges im Kofferraum mitzuführen (ich übernehme allerdings keinerlei Haftung bei Polizeikontrollen – hier sollte man selbst schauen, welches Modell man wählt und wie man es transportiert), wenn nicht gar eine normal grosse Schaufel nebst Pickel und Handsäge, wenn man viel auf schlechten Wegen unterwegs ist. Der «martialische» Einsatz von Feldspaten ist ein anderes Thema, das hier aber dezidiert nicht gefragt war und auf das ich folglich auch nicht eingehe.

    Beste Grüsse
    Period.
    Link zu meinem Gratis-Ebook "Sei Stark!" über Krafttraining für Kampfsportler: https://archive.org/details/FlaisSeiStark1_1

  4. #4
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    Hallo Alfons,

    ich habe zwei Fiskars Äxte. Was ich an denen mag ist die Schneidengeometrie und die unkaputtbaren Stiele (nichts ist nerviger als im Wald einen Stiel reparieren zu müssen – obwohl doch, wenn die Stihl kaputt geht ist noch blöder).
    Allerdings habe ich bei beiden Scharten in der Schneide die ich mir nicht erklären kann.


    Hallo Period,

    vielen, herzlichen Dank. Das lässt für mich wirklich keine Fragen mehr offen. Ist schon fast was für eine Fachzeitschrift.

    @All:
    Das nächste Werkzeug, dass wir hier diskutieren könnten wären Handsägen. Wenn ich aktuell zum Arbeiten in den Wald fahre, packe ich zwar immer die Motorsäge ins Auto aber ständig ist sie dann doch nicht dabei und wenn sie sich mal festfrisst könnte so eine Handsäge Gold wert sein.

    Viele Grüße
    Thomas

  5. #5
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    Zitat Zitat von ThomasL Beitrag anzeigen
    Hallo Period,

    vielen, herzlichen Dank. Das lässt für mich wirklich keine Fragen mehr offen. Ist schon fast was für eine Fachzeitschrift.
    Immer gerne Zu Handsägen habe ich im Moment nur ungeordnete Gedanken anzubieten, vielleicht komme ich später noch dazu. Aber dafür habe ich gestern Abend angefangen, einen Marktüberlick zu Multitools zu schreiben - hier ist er:

    Ähnlich wie bei Feldspaten gilt auch bei Multitools: sie sind ein Kompromiss zwischen Funktionsreichtum, Funktionsqualität und Bedienungsfreundlichkeit. Entstanden sind Multitools wohl ursprünglich aus den Mehrfunktionsmessern des 19. Jh., von denen das Schweizer Soldatenmesser 1891 wohl eines der bekanntesten war. Dieses ist der direkte Vorfahre der späteren Soldatenmesser 1908, 1951, 1961 und 2008 (siehe https://www.couteaux-du-soldat-suiss...eaux-du-soldat), und so etwas wie der Grossonkel der Offiziersmesser mit weiteren Werkzeugen an der Rückenfeder. Auch Multitools mit Zange gibt es schon mindestens seit den 1940ern, etwa das OSS Escape knife (https://www.rockislandauction.com/de...e-escape-knife) . Heute wird unter Multitool v.a. ein Multifunktionswerkzeug mit Zange verstanden, nicht selten dient auch der Markenname Leatherman als Synonym.

    Ich sollte hier erwähnen, dass ich im Folgenden eine Reihe von Multitools vergleiche, die ich nicht alle besitze (im Gegensatz zum Marktüberblick Feldspaten), nachdem Multitools im Schnitt beträchtlich teurer sind als Spaten, und mir der Spaten wichtiger ist als das Multitool Das heisst, ich gehe eher darauf ein, auf welche Designelemente und Features bei welchem Tool wert gelegt wurden; wen etwas spezifisch interessiert, der kann sich ja selbst weiter informieren. Auch werde ich primär Tools von Leatherman, Victorinox, SOG und Gerber erwähnen, nachdem das Billigpreissegment so vielfältig ist, dass es kaum überschaubar ist, nachdem fast monatlich neue Tools aus Fernost auf den Markt kommen. Wenn ich zusammenfassen müsste, worauf diese vier Hersteller jeweils ihren Schwerpunkt legen, dann wäre es:
    Leatherman: hochwertige Materialien (z.B. Titan und S30V bei den Topmodellen), einhändige Bedienbarkeit (es gibt aber auch Zweihand-Optionen, z.B. SuperTool 300 oder Crunch), auswechselbare Cutter, Angebot einer breiten Palette von Konfigurationen und Tools; Made in USA
    Victorinox: Hohe Fertigungspräzision, mehrheitlich konventionelle Bauformen in Zweihand-Bedienung, Tools aus dem üblichen Stahl der Schweizer Messer (hate it or love it) mehrheitlich entsprechend denen der Schweizer Armee- und Offiziersmesser, wenn auch meist kräftiger dimensioniert; Marketing primär auf zivilen Markt ausgelegt (obwohl Victorinox wesentlich höhere Stückzahlen von Werkzeugen an diverse Armeen liefert als wohl irgendwer sonst). Made in Switzerland
    SOG: Innovative Bauformen, Kraftübertragungs-Optimierung bei der Zange via Zahnräder («power drive»); Marketing eher «taktisch»; Made in China / Japan (Edit: bei SOG wird die Qualitätskontrolle häufiger beanstandet, v.a. bei den in China gefertigten Tools)
    Gerber: innovative Bauformen mit Schwerpunkt Einhandbedienung, Optimierung für bestimmte Anwendungsbereiche (z.B. Gerber CenterDrive als Bithalter und Einhandzange), offizieller Multitool-Lieferant des US-Heeres; Made in USA

    Bei Multifunktionswerkzeugen stellt sich also erneut die oben genannte Frage: Welche Funktionen will ich, wie wichtig sind mir diese jeweils, und wo bin ich bereit, Kompromisse einzugehen?

    Nachdem die Zange gewissermassen das definierende Element geworden ist, sprechen wir zuerst darüber. Die meisten Tools haben Kombizangen mit mehr oder weniger spitzen Enden, nur einige Tools spezialisierte Crimpzangen (meistens an den EOD-Modellen), ganz selten trifft man auf weitenverstellbare und fixierbare Zangen (z.B. Leatherman Crunch, das neben einem ungewöhnlich kleinen Toolset eine Art arettierbare Rohrzange aufweist, siehe etwa hier https://www.youtube.com/watch?v=sYUxz7w_i7c ). Hier ergeben sich die Punkte der einhändigen Bedienbarkeit (hier optimiert: Leatherman Free P4, Leatherman OHT, Gerber Centerdrive etc.), Stabilität (hier scheint Victorinox vorne zu liegen, insbesondere mit dem Swisstool; die Zangen der Victorinox Multitools sind auf hohe Verwindungssteifigkeit ausgelegt und weniger als spitze Needlenose-Zange wie die meisten Leathermans), Kraftübertragung (optimiert z.B. bei der SOG Power Serie) und der Drahtschneider. Die meisten Drahtschneider sind wie bei einer Kombizange gebaut, es ist primär zwischen austauschbaren (z.B. Leatherman Surge, Leatherman Charge, Leatherman Wave+, Leatherman Supertool 300, Gerber CenterDrive…) und nicht austauschbaren Schneidbacken (z.B. Leatherman Wingman, Victorinox…) zu unterscheiden. Häufig wird die Austauschbarkeit per se als Vorteil gewertet, jedoch würde ich einschränkend hinzufügen, dass es massgeblich auf die Wärmebehandlung und generelle Fertigungsqualität ankommt – schliesslich haben die meisten hochwertigen Kombizangen auch keine auswechselbaren Karbidschneiden. Relativ weich belassene Drahtschneider (z.B. Leatherman Crunch) verformen sich gern schon mal beim Durchzwicken eines stärkeren Nagels, was begrenzt lustig ist. Einen ganz anderen Weg geht übrigens das russische Ratnik 6E5 (ausführliches deutsches Review hier: https://www.spartanat.com/2018/04/re...ol-6e6-ratnik/ Inzwischen scheint es eine neue Generation zu geben, mein Ratnik weicht zumindest in ein paar Details von dem im Review ab), das zwei Drahtschneider nach Art einer Zaunbauerzange (farmer’s pliers) aufweist, die nach Art einer stumpfen Schere funktionieren; das hat zur Folge, dass sie auch dann noch funktionieren, wenn die Backen stumpf und verformt sind.

    Bestimmte Kompromisse ergeben sich bei den Zangentools fast immer in der Handlage als Messer (sehr gut hier m.E. das Victorinox Spirit, furchtbar das Leatherman Free P4) oder Schraubenzieher (siehe unten), sowie der Grösse der Klinge, deren Zugänglichkeit und Bedienbarkeit. Viele Multitool-Anwender möchten dieses Werkzeug als einziges Messer führen und legen daher grösseren Wert auf die Klingenlänge, den Klingenstahl und (wo legal möglich) einhändige Bedienbarkeit (ich weise hier nochmals dezidiert auf den in Deutschland geltenden §42a hin, der auch einhändig bedienbare Multitools umfasst). Beim Klingenstahl liegen in Sachen Hochwertigkeit die Leatherman Charge Modelle vorne; in Sachen Klingenlänge eindeutig das Ratnik 6E5, dessen Klinge sogar noch einen Ticken länger ist als die an einem Spyderco Military (das mit ca. 25 cm Gesamtlänge im geöffneten Zustand weiss Gott kein kleines Klappmesser ist). Dafür ist sie nicht wirklich schneidhaltig, weil man sich bei dem D2-Stahl (wenns denn einer ist) für eine niedrige Rockwell-Härte zugunsten von Bruchfestigkeit entschieden hat (ich habe eine Idee, wie man das lösen könnte, aber die ist noch nicht spruchreif). Einige Multitools wie die Leathermans Surge und Charge, das SOG PowerPint oder das Gerber CenterDrive sowie manche Versionen des Victorinox Spirit und des Swisstool haben sogar zwei Klingen, meistens eine mit Wellenschliff und eine mit Glattschliff. Arretierbar sind die meisten Messerklingen an den Zangentool (wie übrigens fast alle Werkzeuge), entweder über einen Linerlock (Leatherman), eine Backlock (SOG) oder eine Art Axis Lock (Victorinox).

    Ich persönlich betrachte die Klinge am Multitool eher als Backup, wenn ich erwarte, lange und viel damit arbeiten zu müssen, nehme ich zusätzliches Werkzeug mit. Wenn die Klinge wichtiger ist als die Zange aber Gewicht und Packmass wichtig sind, würde ich eher ein kleines Multitool oder eine kleine Zange separat in Kombination mit einem für die jeweilige Aufgabe optimierten, gesetzeskonformen Messer mitnehmen. Für den täglichen Gebrauch in der Zivilisation reicht die Klinge eines Multitools zumindest für mich durchaus, meistens habe ich allenfalls nur noch ein kleines Klappmesser am Schlüsselbund dabei, um Briefe oder Pakete zu öffnen. Wenn ich dagegen in der Natur unterwegs bin und grössere Schneidarbeiten erwarte, nehme ich dagegen eher ein Messer mit, das besser in der Hand liegt als ein Multitool.

    Ähnlich verhält es sich auch mit der Säge und Feile: Diese sind nett dabeizuhaben, aber können logischerweise eher sporadische und kleinere Arbeiten übernehmen wie mal ein Brett durchsägen, einen Werkzeugstiel improvisieren, einen Schraubenkopf abrunden oder eine wenig gehärtete Werkzeugschneide notdürftig nachschärfen. Eine Axtklinge wird die meisten Multitool-Feilen dauerhaft ruinieren, weil ihre Rockwell-Härte höher ist; eine Ausnahme sind hier die diamantbeschichteten Feilen wie an einigen Leatherman-Modellen, beim Ratnik 6E5 ist die Diamantfeile bzw. der Diamantschleifstein in der Werkzeugtasche enthalten. Lobenswert ist hier auch das Leatherman Surge, bei dem Säge und Feile austauschbar sind, sodass man sowohl mehrere Sägeblätter mit unterschiedlichen Einsatzzwecken (https://www.youtube.com/watch?v=5Bj9v_4ePIU) als auch ein extra-langes Sägeblatt (https://www.youtube.com/watch?v=iZoxxDmZ5yg, ab ca. 5:50) einspannen kann. Wer das jeweilige Werkzeug wirklich öfter braucht, sollte sich m.E. dennoch nicht allein auf das Multitool verlassen.

    Meistens das einzige Werkzeug seiner Art im Ausrüstungskit ist dagegen die Ahle. Viele Anwender geben an, diese gar nicht zu verwenden und missbrauchen lieber die Messerspitze für Dinge, zu denen diese nicht gemacht ist, und gefährden dabei Material und Finger. Ahlen sind wesentlich stabiler als die meisten Messerspitzen, und weisen zugleich eine potentiell schärfere Spitze auf. Aus diesem Grund lege ich persönlich sehr grossen Wert auf die Ahle und nutze sie für alle möglichen Zwecke – Zusatzlöcher in Lederriemen, Starter-Löcher für Holzschrauben, Fangriemenösen in Holzstielen und dergleichen mehr. Hier unterscheidet man zwischen Nähahlen (mit Loch, daher bruchanfälliger), Reibahlen (mit einer scharfen Kante, die durchaus rasierscharf abgezogen werden kann ohne dafür den Schneidwinkel ändern zu müssen) und Bohrahlen (massive Ausführung, z.T. mit Verstärkungsgrat); manche Ahlen versuchen auch, alle drei Aspekte abzudecken, z.B. die äusserst beeindruckend dimensionierte Ahle am Ratnik 6E5, die sogar die ziemlich riesige Ahle am alten Soldatenmesser 1908 alt aussehen lässt. Die mit Abstand beste Bohrahle, die ich kenne, findet sich an der Victorinox Pioneer-Serie (= Sodatenmesser 1961); das alte Leatherman Juice CS4 weist eine ähnliche Form auf, die ich aber nicht getestet habe. Die konstruktiv beste Reibahle (die auch für die meisten Bohrarbeiten solide genug ist) an einem Multitool findet man m.E. am Victorinox Spirit, auch wenn man sie anfangs ggf. etwas nachschärfen und anspitzen muss.

    Fast standardmässig zu Multifunktionswerkzeugen gehört ein Dosenöffner. Nun hört man oft, der sei überholt, nachdem heute alle Dosen eine Öffnungslasche hätten. Wer immer das sagt, sollte mal einen Blick in die Dosenregale der Discounter-Ketten werfen. Ergo: es gibt immer noch Dosen, die sich anders nicht öffnen lassen. Ob man die konsumiert, ist eine andere Frage. Aber man kann mit dem Dosenöffner auch andere lustige Dinge machen: den an meinem Vic Spirit habe ich z.B. zu einer halbrunden Schab- und Schnitzklinge umgeschliffen, die nach wie vor Dosen öffnen kann, aber eben keinen Schraubenzieher mehr aufweist.

    Viele Multitools haben zudem eine Schere, die in der Regel kaum grösser ist als eine Nagelschere und sich nur für kleine Arbeiten eignet. Grösse dimensioniert ist z.B. die Schere am Nextool Flagship Pro (https://www.youtube.com/watch?v=vOeoRgjeADE), die man auch als kleine Gartenschere einsetzen kann. Ansonsten stellt sich wieder die Frage nach der Modularität – so kann man z.B. auch am Schlüsselbund ein kleines Victorinox Classic anbringen, dessen Schere mit den meisten Multitools locker mithalten kann.

    An einigen Multitools sind noch bestimmte Sonderfunktionen angebracht. So hat z.B. das Spirit ein Werkzeug mit Kabel-Abisolierklinge und Stemmeisen (auch zum Öffnen von Paketen geeignet) und das Gerber CenterDrive ein Nagelzieheisen.

    Bleiben noch die Schraubenzieher, wobei die Handlage durch die fast immer seitlich versetzte Lage und die flache Bauform gewöhnungsbedürftig ist und einmal mehr ein spezialisiertes Werkzeug nur teilweise ersetzt. Die meisten Tools haben mehrere flache (z.B. am Dosen- und Flaschenöffner, an der Feile und wasweissichnochwo) und einen Kreuzschlitz (Philips), einige wie das Leatherman Surge und Charge haben auswechselbare Flachbits, einige Modelle wie das für diese Funktion optimierte Gerber Centerdrive (Demo siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=adVdavuXudE) , aber auch das Leatherman Crunch und mehrere Multitools von SOG akzeptieren auch Standard-Bits. Victorinox hat diese Funktion bisher nicht integriert, sondern bietet gegen Aufpreis ein kleines Zusatztool nach Art eines Imbusschlüssels an. Ich für meinen Teil brauche gelegentlich Bits bis 10 mm, daher nehme ich lieber ein separates Multitool (Fahrradwerkzeug) mit.

    Wie gesagt stellt sich bei der Wahl des Werkzeugs Frage von Kombinationen und auch von Redundanzen bzw. Aufdopplungen: wenn ich z.B. einen WJQ-308 Feldspaten dabeihabe, erfüllt der bereits fast alle Funktionen eines Zangentools; will ich dann einfach noch eine Klinge, eine Ahle und einen Schraubenzieher, bin ich mit einem Pioneer z.B. voll ausgerüstet. Ist mir dagegen die Sägenfunktion wichtig und will ich noch eine lange Metallfeile, könnte ich stattdessen ein Locksmith (= ein Soldatenmesser 08 + Metallfeile) nehmen. Alternativ könnte ich mit einem Surge oder Ratnik 6E5 die Funktionen «aufdoppeln», wenn ich ein Backup haben will (wenn ich einen Werkzeugkasten in Reichweite habe, ist das Multitool ebenfalls nur ein leichter transportables Backup). Habe ich einen «monolithischen» Spaten und will noch eine leichte Zange, eine Klinge und einen Bithalter aber mehr nicht, käme evtl. noch ein Leatherman Skeletool in Frage (142g). Und so weiter.

    Fazit: Viele Optionen, jede mit Vor-und Nachteilen, die man für sich selbst abwägen muss. Mein erklärtes Lieblings-Multitool für Allround-Zwecke ist das Victorinox Spirit XC. Es ist mit 210g eines der leichtesten voll ausgestatteten mittelgrossen Tools (somit in der Gürtelscheide wesentlich weniger spürbar als ein Surge oder Ratnik) und vereinigt alle Funktionen, die mir persönlich wichtig sind, und als jemand, der sehr viel Wert auf Klingengeometrie legt, kann ich auch sagen, dass ich die Messerklinge trotz der ungewöhnlichen Form und dem Teilwellenschliff im vorderen Bereich überraschend gut finde. Es hat keinen Clip, dafür kann man seitlich einen Fangriemen anbringen. Die Handlage ist für ein Multitool in allen Funktionen sehr gut, die Verarbeitung top und m.E. sauberer als beim Leatherman; dafür werden konventionellere Materialien verwendet. Dass der Drahtschneider nicht wechselbar ist, ist für mich persönlich nicht relevant, ich bin mit der Wärmebehandlung sehr zufrieden. Der Stahl der anderen Tools ist wie für Victorinox typisch eher auf eine mittlere Rockwell-Härte gehärtet, was aber auch dazu führt, dass er sehr bruchfest ist und man zur Not auch mit einem Kieselstein nachschleifen und auf einem Lederriemen ohne Paste oder einem Stück Wellpappe abziehen kann. Zudem hat es den Vorteil, dass es §42a-konform ist (für mich derzeit nur bei Grenzübertritten relevant, für viele hier im Forum eher eine Alltagsfrage). Dazu kommt, dass hier in der Schweiz ein Spirit grad mal umgerechnet 85€ kostet, die meisten Modelle von Leatherman, SOG und Gerber schnell mal das Doppelte (da hat wohl der Schutzzoll zugeschlagen…) und die Topmodelle wie das Charge mit 240-300 Franken schnell mal das Dreifache.

    Wer ein dezidiertes Multitool «für draussen» oder gröbere Aufgaben sucht (wohlgemerkt immer als Kompromiss- bzw. Notlösung im Vergleich zu spezialisiertem Werkzeug), sollte sich eher das Swisstool, das Leatherman Surge oder (unkonventionell) das Ratnik 6E5 anschauen, wobei das Swisstool das einzige Zweihand-Tool unter den dreien ist (§42a schränkt den geneigten Multitool-Konsumenten doch nicht ganz unmassgeblich ein). Wenn es kleiner und leichter sein soll, würde ich eher ein Mini-Tool ohne Klinge (z.B. Leatherman PS4) und ein passendes Messer kombinieren. Kleine Multitools, die versuchen grosse zu sein (z.B. SOG Power Pint) haben häufig bestimmte Schwächen, die auch mit der Preisklasse zu tun haben. Einen anderen Weg zum Leichtbau geht z.B. das Leatherman Skeletool, das halt nur drei echte Tools hat (der Karabiner als Kapselheber ist ein ziemlicher Witz – ernsthaft, wer braucht schon einen Kapselheber?) – Kombizange, Messer (allerdings Einhand) und Bithalter.

    Beste Grüsse
    Period.
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  6. #6
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    Wir sollten eine Sammlung durchführen und Period für die Beiträge hier bezahlen

  7. #7
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    Zitat Zitat von ThomasL Beitrag anzeigen
    Wir sollten eine Sammlung durchführen und Period für die Beiträge hier bezahlen
    Nein, das solltet ihr nicht Was man bei so etwas wie Multitools (= relativ hoher Preis, kleines Packmass = günstiger Versand) eher erwägen könnte, wäre ein Passaraound - also zusammenlegen um das Tool zu kaufen (es sei denn, es findet sich jemand, der es sponsert), dann wird es reihum verschickt und je ca. 2 Wochen getestet, und am Ende kann es z.B. jemand zu einem deutlich reduzierten Preis erwerben (highest bidder Prinzip), der dann wieder als Re-Finanzierung für den nächsten Passaround verwendet werden kann. Da hätten evtl. alle Beteiligten was davon, weil man je nach Teilnehmerzahl für sowas wie 10 € ein Tool testen und vergleichen kann. Im Messerforum wurden solche Aktionen eine Zeit lang recht regelmässig durchgeführt, da sind sie aber meistens vom Hersteller oder einem Weiterverkäufer ausgegangen. Basisdemokratisch organisiert ist es halt ein bisschen Verwaltungsaufwand.

    Beste Grüsse
    Period.
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  8. #8
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    Also ich wäre bei so etwas dabei. Wer hätte hier noch Interesse?

  9. #9
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    Zitat Zitat von ThomasL Beitrag anzeigen
    Also ich wäre bei so etwas dabei. Wer hätte hier noch Interesse?
    Bei mir würde es ein bisschen drauf ankommen, ob ich das Tool schon habe/kenne oder nicht Ansonsten wäre ich gerne bereit, mich an einem Passaround zu beteiligen, es würde sogar mit einer deutschen Versandadresse funktionieren - der nächste Paketshop hinter der deutschen Grenze ist gerade mal eine halbe Fahrradstunde von mir entfernt.

    PS: Als "Einstiegsdroge" in wirklich solide Multifunktionswerkzeuge oder für einen finanziell sehr günstigen Passaround würde ich die Victorinox Pioneer-Serie empfehlen, also Pioneer, Electrician, Farmer, Farmer X und Swiss Army 7 bzw. Harvester. Die Alox-Modelle sind meiner Erfahrung nach bei den meisten Anwendern weniger bekannt als die mit den Plastikschalen, und es ist beim ersten Mal wirklich eine Überraschung, um wie viel solider die 93 mm-Alox-Serie (Pioneer) gegenüber der 91 mm Cellidor-Serie (Spartan & Co) ist, auch bei der Klingendimensionierung, den Rückenfedern und den Achsschrauben. Und wie gesagt, die Ahle ist spitze. Mein Lieblingsmodell da ist das Swiss Army 7 bzw. Harvester, das ich auch ausgiebig modifiziert habe (Clip angeschraubt, Einhand-Umbau der Ahle, Hakenklinge zu einer geraden Sheepsfoot-Klinge umgeschliffen, Schneidphasen konvex usw.).

    Beste Grüsse
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  10. #10
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    Kurze Zwischenfrage zu Handsägen: von welcher Grössenklasse sprechen wir bzw. bezieht sich die Anfrage? Taschensäge, Bügelsäge, Zweimannsäge...? Oder querbeet?

    Beste Grüsse
    Period.
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  11. #11
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    Also von meiner Seite erstmal auf Taschensägen, was nicht heißt das andere nicht auch von Interesse wären.

  12. #12
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    Ok Also bei den Taschensägen gibt es in Bushcraft-Kreisen diverse "Klassiker", Bahco Lapplander, diverse Silky-Modelle und Felco 600. Ich habe die Bahco und von Silky die Riesen-Variante der Klappsäge, aka Katanaboy 500 (der Name ist nicht von mir ) Das allgemeine Fazit, das sich auch mit meinen Erfahrungen deckt: die Bahco ist günstig und fast unverwüstlich, das Blatt bricht nicht leicht aber verbiegt sich bei Missbrauch schon mal. Dafür kann man damit auch Knochen oder Geweih sägen, wenn man will. Die Silkys sind vom Typ her eher Rennpferde, sauscharf geschliffen und fressen sich bei gleicher Grösse deutlich schneller durchs Holz. Dafür sind sie weniger vielseitig, die Zahnungen sind meist spezifisch für bestimmte Anwendungsbereich (nass/trocken, crossgrain/with the grain) optimiert, und wenn man damit in einen Stein oder einen Nagel sägt, dann tut mir das zumindest in der Seele weh. Aber: dafür machen die so richtig Spass beim Arbeiten. Ich hatte einmal eine Ausrede dafür einen 40 cm dicken Baum mit der Silky durchzusägen (ok, es war schon ein Baumstumpf, aber er war im Weg ), und das hat nur ca. 5 Minuten gedauert und richtig gefetzt (wers nicht glaubt, auf youtube gibts diverse videos, wo man den Leuten beim Sägen zuschauen kann, z.B. hier ab 08:15 https://www.youtube.com/watch?v=WJBfUYC5LJU). Ich habe sehr bodennah horizontal gesägt und musste wesentlich mehr auf das Blatt aufpassen, einen aufgebockten Baumstamm vertikal durchzuschneiden geht erheblich schneller.
    Was gewöhnungsbedürftig sein kann: die Silkys sind im Gegensatz zur Bahco reine Zugsägen und nicht begeistert davon, wenn sie mit zuviel Druck zurückgeschoben werden; die Bahco hat bei gleicher Grösse ein deutlich substanzielleres Blatt. Dafür wird man nicht durch einen Bügel behindert und muss auch kein ultra-massives Sägeblatt mitnehmen.

    Beste Grüsse
    Period.
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  13. #13
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    Die periodischen Beiträge schüchtern einen ganz schön ein, wenn man nur einen Bruchteil an Erfahrung/Ausstattung hat
    Ich konnte jedenfalls im Outdoorbereich bei jedem Thema rechtzeitig den Absprung schaffen, bevor es richtig teuer wurde - mein Equipment ist also nicht so zahlreich und selten Highend.
    Bei den Klappspaten hab ich einen mittelmäßigen aus Alu, man kann damit Kompost umschichten, mehr hab ich damit nicht gemacht.
    Klappsägen: hab eine kleine Fiskars, ist super leicht und war damals günstig - Äste bis Armdicke gehen damit prima, aber man sollte nicht zu schnell sägen, weil das Blatt ziemlich dünn ist und sich verbiegt (elastisch).
    Multitools: Victorinox hat in meinen Augen die beste Verarbeitung, trotzdem nutze ich Leatherman Wave am häufigsten - Einhandklingen und deren Geometrie sagen mir eher zu, aber dafür musste ich im Laden ca. 20 Waves bespielen, bis ich eines in okayer Qualität hatte.
    Die Zangen sind bei allen Tools eher Behelfswerkzeug, aber das liegt in meinen Augen an den Griffen und der Gesamtgeometrie, sonst hat Period alles geschrieben was nur geht
    Bei Klappmessern gehört Vic Farmer zu meinen Lieblingsmessern, u.a. weil es versehentlich mein einziges "richtiges" Wergzeug bei einer Kanu-Tour in Schweden war. Seitdem weiß ich, dass vieles auf dem Survival-Messer-Markt "nicht unbedingt notwendig" ist.
    Sonst möchte ich Felix Immler zum Thema EDC zitieren (sinngemäß):
    "ich muss oft schnell was Zeichnen, bei dem Kinderspielzeug die Batterien wechseln und Sachen unterm Bett finden, da eignet sich Vic Signature light am besten für."
    Man sollte für die Einordnung allerdings seinen "Job" kennen und auch das Signature, letzteres wird wahrscheinlich auch mein EDC
    Als Themen gäbe es noch Äxte, feststehende Messer und Kochzeugs.
    Geändert von Lugasch (05-01-2021 um 21:17 Uhr)

  14. #14
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    Zitat Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
    Die periodischen Beiträge schüchtern einen ganz schön ein, wenn man nur einen Bruchteil an Ausstattung hat
    Sorry So geht’s mir meistens, wenn ich die Videos von Reini Rossmann sehe… Auf der anderen Seite, Du hast Familie, ich hab nur einen Trainer in Russland Und ich habe mehrere Jahre quasi beruflich campiert, oft genug im Hochgebirge, das hat mich dazu animiert, meine Ausrüstung zu laufend zu optimieren.
    Zitat Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
    Klappsägen: hab eine kleine Fiskars, ist super leicht und war damals günstig - Äste bis Armdicke gehen damit prima, aber man sollte nicht zu schnell sägen, weil das Blatt ziemlich dünn ist und sich verbiegt (elastisch).
    Das klingt auch nach einer Zugsäge – die erkennt man normal daran, dass die Zähne nicht symmetrisch sind, sondern reisszahn-artig in Richtung Griff gehen. Das erfordert eine etwas andere Sägetechnik, erlaubt aber häufig eine grössere Schneidleistung bei einem dünneren Blatt. Ich würd mal versuchen, betont locker zurückzuschieben und dafür betont stark zu ziehen.
    Ach ja, was ich diesbezüglich vergessen hatte: hin und wieder findet man durchaus auch eine absolut passable Klappsäge aus dem Baumarkt, ich hatte diesen Sommer eine kleine Zugsäge von Gardena (?) in der Hand, die das schon etwas mitgenommene Blatt meiner Bahco total in den Schatten gestellt hat. Nach einem Blattwechsel waren sie wieder gleichauf in Sachen Schnelligkeit, die Zugsäge hatte aber den etwas saubereren Schnitt. Ich sollte aber auch dazusagen, dass der Preis etwa gleich hoch ist, die Bahco findet man um ca. 25 €.
    Zitat Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
    Multitools: Victorinox hat in meinen Augen die beste Verarbeitung, trotzdem nutze ich Leatherman Wave am häufigsten - Einhandklingen und deren Geometrie sagen mir eher zu, aber dafür musste ich im Laden ca. 20 Waves bespielen, bis ich eines in okayer Qualität hatte.
    Interessante Info, ich kenne niemanden, der das gemacht hat (und frage mich spontan, wie viele Ladengeschäfte 20 Waves lagernd haben ), aber es ist eine Überlegung wert
    Zitat Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
    Bei Klappmessern gehört Vic Farmer zu meinen Lieblingsmessern, u.a. weil es versehentlich mein einziges "richtiges" Wergzeug bei einer Kanu-Tour in Schweden war. Seitdem weiß ich, dass vieles auf dem Survival-Messer-Markt "nicht unbedingt notwendig" ist.
    Ich finde die Ausstattung vom Farmer auch sehr gut, muss aber gestehen, dass ich die Platzierung des Schlüsselrings an den 93er Modellen überhaupt nicht mag. Ich weiss das, seit ich nach längerem Schnitzen mit einem Farmer plötzlich eine blutende Handfläche hatte, trotz Schwielen und allem Seit ich auf das Harvester mit Clip umgestiegen bin, habe ich das Problem nicht mehr, und der Clip hält auch meinen Fangriemen fest. Die Platinen sind an den 93ern auch ziemlich scharf, was bei intensiverem längerem Gebrauch von Schraubenzieher und Ahle doof sein kann. Ich gehe da inzwischen bei den neuen einmal kurz schräg mit einem Karbidschneider drüber, das nimmt den Grat ab.
    Zitat Zitat von Lugasch Beitrag anzeigen
    Als Themen gäbe es noch Äxte, feststehende Messer und Kochzeugs.
    Also, da habe ich nur je eine bzw. eins Die Axt ist eine kleine Gränsfors, die habe ich geerbt. Die Verarbeitung ist bei den Gränsfors super, aber was mir niemand gesagt hat ist, dass die eben auch in Richtung «Rennpferd» gehen: die Klingen sind für Äxte sehr hoch gehärtet, was sie schneidhaltig macht, aber man sollte nichts ausser Holz damit hacken. Ich habe mal Rinderknochen bearbeitet und die mit der Gränsfors gespalten, und siehe da, ich hatte 5-7 mm lange Ausbrüche an der Klinge. Unbelehrbar wie ich bin, habe ich das Gleiche dann noch mit dem lokal hergestellten Beil in unserem Holzschuppen gemacht (Kostenpunkt: ein Drittel der Gränsfors) und die Schneide hat sich bei gleicher Stärke überhaupt nichts draus gemacht… also: Horses for Courses. Seither wohnt die Gränsfors eher bei mir in der Küche und macht Hackfleisch und so. Wenn ich unterwegs bin, muss ich normal nicht viel Feuerholz machen, das erledigen ggf. Säge und Spaten.
    Kochzeug: Ich habe da seit ca. 10 Jahren nur ein kleines Set, das eher Notfallcharakter hat. Ich war damals auf dem Leichtbau-Trip, daher ist es ein Snowpeak Titan 700, im Wesentlichen eine grosse Tasse mit Deckel. Darin befindet sich der Kocher, ein kleiner Hobo-Ofen – eine Fancy Dose mit Löchern – für Holz oder Esbit. Ich wollte keine Gaskartuschen mitschleppen, und so selten wie ich das Ding brauche bin ich ganz zufrieden damit. Mit zwei guten Handvoll trockenen Zweigen o.ä. kann man auch damit die 700 ml in ca. 7 Minuten zum Kochen bringen. Ich wollte schon ewig mal stattdessen trockenen Kuhmist ausprobieren, vielleicht ergibt sich mal die Gelegenheit bzw. Notwendigkeit

    Was kommt als nächstes? Schlafsäcke und Zelte?

    Beste Grüsse
    Period.
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  15. #15
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    Das Wave habe ich bei Globetrotter in Köln geholt, die hatten viele, wobei ich sagen muss, dass die Blicke des Verkäufers schon sehr...vielsagend...waren
    Kleine Gränsfors hab ich auch - scharf wie sau, liegt gut in der Hand, aber bisher nicht im harten Einsatz gewesen. Was mich ein wenig wundert ist, dass ausgerechnet drüben solche Äxte gebaut werden - hab schon öfter gehört, dass die Klinge vor allem beim Birkenholz zum ausbrechen neigt, weil die Birke gerne Sandkörner und kleine Steinchen beim Wachsen mitnimmt. Und von den Birken haben die ja einige...
    Aber von Fällkniven-Klingen hört man ähnliches.
    Bei Zelten und Schlafsäcken hab ich das genommen, was da war und bezahlbar, also nicht so viel Erfahrung. Was ich aber für Sologänger cool finde, ist das Jack Wolfskin Ein-Mann-Zelt. Ich habe noch die normale Variante - leicht, robust, günstig und unauffällig, ist quasi eine Art Luxus Bivi. Hätte noch gerne die XL-Version getestet, weil da auch der Rucksack gut reinpassen soll, aber das wird erstmal auf die lange Bank geschoben.

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