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Thema: doc on (drug) truck

  1. #61
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    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    an der gesunden Luft bestimmt. Danke auch an die ganzen Bestimmungen, die die Industrie zu Luftfiltern etc verknurrt! Dazu kommen: warme trockene Wohnungen, fliessend heisses Wasser, sehr gut überwachte Nahrung, soziale Sicherheit zur Verhinderung von Existenzängsten, recht gut ausgebauter Umweltschutz (es kippt keiner mehr Industrieabfälle in den Rhein)... niemand friert, niemand hungert. Schwere Arbeit (schaufeln, pickeln etc) hat stark abgenomme und wurde mechanisiert.
    Also mit Ausnahme der Existenzängste stimme ich zu, das sind alles Faktoren, die sich auf den Gesundheitszustand (und damit die Lebenserwartung) einer Gesellschaft massiv auswirken. Deswegen schrieb ich ja auch, dass die steigende Lebenserwartung nicht monokausal dem Gesundheitssystem zuzuschlagen ist.
    Wenn du ein Wort nicht verstehst, einfach nachfragen.

    ja, auch Impfungen helfen bestimmt ein bisschen mit. Aber grundlegend gesunde Lebensumstände sind die unverzichtbare Basis der öffentlichen Gesundheit.
    Also, abgesehen davon, dass es mir gar nicht um Impfungen ging (aber du wirst schon wissen, warum du davon schreibst...) ist "so ein bisschen" natürlich mal wieder gnadenlos Ahnungslos.
    Dank Impfungen konnten wir neben der starken Eindämmung diverser Krankheiten die Pocken, die tödlichste Seuche in der Geschichte der Menschheit, ausrotten. Die gibt es einfach nicht mehr.
    Millionen, wenn nicht gar Milliarden Menschen im Verlauf der Geschichte sind an Pockenepedemien elendig zugrunde gegangen und du faselst hier von "ein bisschen".

    Luft und Fondue gab's da schon, Zentralheizungen und Kühlschränke und Sicherheitsvorschriften für die Industrie und Privatpersonen aber noch deutlich weniger als heute. Gurtpflicht im Auto kam glaub ich in den 80er Jahren. und dass um zehn Uhr auf der Baustelle erst mal eine Kiste Bier geleert wurde vom Team, war damals normal, heute nicht mehr.
    Ob mit Zentralheizung oder Kamin geheizt wird ist relativ wayne, Hauptsache warm.
    Zum Thema Unffaltode: Richtig, die sind ebenfalls seit Jahrzehnten rückläufig, was hervorragend ist!
    Aber, um es mal perspektivisch zu sehen, im Jahr 1965 starben in der Schweiz 1304 Menschen bei Verkehrsunfällen, im Jahre 2017 230 - ein bemerkenswerter und sehr zu begrüßender Rückgang.
    Bei einer Bevölkerung von im Jahr 1965 5,89 Millionen bedeutet dies, dass 0,022% der Schweizer pro Jahr bei Verkehrsunfällen verstarben, ohne Information über deren Alter - die Auswirkungen auf die durchschnittliche Lebenserwartung war eher marginal.

    Hast du dafür auch Belege, wo die ganzen Verbesserungen der Lebensumstände auch mit Sorgfalt rausgerechnet wurden?
    Gegen Pocken geimpft zu sein, nicht mehr wie noch mein Großonkel an Polio erkranken zu müssen, Mittel zu haben, die HIV gut behandelbar machen und so vieles mehr, dass sind also für dich keine Verbesserungen der Lebensumstände?

    Alle "nicht medizinischen" Umstände heraus zu rechnen wird schwierig bis kaum möglich, aber wir können uns dem über Indizien nähern.
    Wenn du beispielsweise einen Blick in "Todesfälle durch Krebs von 1970 bis 2009:Entwicklung von Generation zu Generation" des Bundesamtes für Statistik wirfst (ist als PDF downloadbar, einfach mal googlen, dann wirst du feststellen, das mit einer Ausnahme (Lungenkrebs bei Frauen) die Todeszahlen durch die betrachteten Krebsarten seit Jahren rückläufig sind.
    Wenn man sich dann ein wenig mit Medizinern unterhält, was es heute so an neuen Behandlungsmöglichkeiten gibt, der kann halt 2 und 2 zusammenzählen.
    Oder man könnte sich mal so die Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung in deinem Heimatland von 2009 bis 2019 ansehen (https://de.statista.com/statistik/da...der-schweiz/): innerhalb von 10 Jahren hat sich diese in einem der höchstentwickelten Länder der Welt für Männer um 2,1 Jahre und für Frauen um 1,2 Jahre erhöht.
    Da ich nicht glaube, dass die 2009 geborenen Schweizer in einer Welt ohne Zentralheizungen aber mit Bier zum Frühstück aufgewachsen sind, während erst die 2019er Jahrgänge sauberes fließendes Wasser und Malzbier zur Verfügung haben, muss es ja an irgendwas liegen.

    Niemand sagt, dass es nur am Gesundheitssystem liegt.
    Aber mal ehrlich, du lebst in einem der reichsten Länder der Welt mit einem Gesundheitssystem, um dass dich 90% der heute Lebenden und 99,99999999999% aller jemals auf der Welt gelebt habenden Menschen beneiden würden, und jammerst aus deiner pseudointelektuellen Warte heraus, dass du dich zum Arzt begeben musst und der nicht mit dem Fahrrad zu dir gefahren kommt.

    so emotional werden ist übrigens auch schlecht für die Gesundheit. Züchte dir kein Magengeschwür und auch keinen Herzinfarkt!
    Hast du dafür Belege?
    Abgesehen davon, ich bin ein junger, gesunder, komplett durchgeimpfter Mann der 6 mal die Woche Sport macht. Ich mache mir um meine Gesundheit null sorgen - glücklicherweise. Meine Vorfahren wären neidisch.

    Übrigens: bei Magendurchbruch oder Herzinfarkt würdest auch du vom mobilen Arzt abgeholt und ins Krankenhaus gebracht werden, in einem speziell dafür ausgerüsteten Fahrzeug, und müsstest nicht selbst gehen.
    Ja weil das auch ein Notfall ist und ich in solchen Fällen nicht mehr gehen kann.
    Deine Faulheit ist kein Notfall.

  2. #62
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    Zitat Zitat von Soldier Beitrag anzeigen
    Dank Impfungen konnten wir neben der starken Eindämmung diverser Krankheiten die Pocken, die tödlichste Seuche in der Geschichte der Menschheit, ausrotten. Die gibt es einfach nicht mehr.

    Während London die Cholera besiegt hat... durch den Bau einer Kanalisation.


    Millionen, wenn nicht gar Milliarden Menschen im Verlauf der Geschichte sind an Pockenepedemien elendig zugrunde gegangen und du faselst hier von "ein bisschen".
    Wenn du die Umstände betrachtest, während derer Seuchen wüten, entdeckt man immr dasselbe: Enge Verhältnisse, Menschenmassen auf kleinem Raum, schlechtes Management von Abfällen, Hunger, Elend, Mangel. Oft Krieg. (für die meisten Soldaten weltweit über die Jahrtausende war Durchfall das grössere Problem als der Heldentod in der Schlacht...)

    Verändere die Verhältnisse, und die Seuchen sind grösstenteils weg.






    Ob mit Zentralheizung oder Kamin geheizt wird ist relativ wayne, Hauptsache warm.
    Grundsätzlich korrekt.

    Praktisch wahr bleibt aber, dass ein Haus, in dem alle Räume geheizt werden, erst so seit Mitte des letzten Jahrhunderts langsam zum Standard wurden. Nur schon meine Eltern lebten als Kinder in Verhältnissen, die damals normaler Mittelstand waren, aber heute als völlig unmöglich und mangelhaft gelten würden...



    Bei einer Bevölkerung von im Jahr 1965 5,89 Millionen bedeutet dies, dass 0,022% der Schweizer pro Jahr bei Verkehrsunfällen verstarben, ohne Information über deren Alter - die Auswirkungen auf die durchschnittliche Lebenserwartung war eher marginal.
    ja weil halt eben eine Menge konkreter Massnahmen ergriffen wurden, um das zu verhindern. Fahrschule und Qualifikation für Fahrer, Vorschriften an die Autoindustrie zu Mindestanforderungen bezüglich Material, Stabilität, Kompetenz der Mitarbeitenden, TÜV, Geschwindigkeitskontrollen etc etc.

    Damit es eben gar nicht soweit kommt, dass Verkehrsopfer in rauhen Mengen überhaupt je medizinische Betreuung brauchen...



    Gegen Pocken geimpft zu sein, nicht mehr wie noch mein Großonkel an Polio erkranken zu müssen, Mittel zu haben, die HIV gut behandelbar machen und so vieles mehr, dass sind also für dich keine Verbesserungen der Lebensumstände?
    Dass rund um Aids in den 80er Jahren Diskussion um Sex möglich wurde, und öffentlich wurde ("Im Minimum ein Gummi drum", mehr Toleranz für Sex auserhalb der Ehe ...) ist die wesentlichere Verbesserung der Lebensumstände, als dass jene, die es trotzdem kriegen, heute bessere Medikation haben als damals.


    Alle "nicht medizinischen" Umstände heraus zu rechnen wird schwierig bis kaum möglich, aber wir können uns dem über Indizien nähern.
    Wenn du beispielsweise einen Blick in "Todesfälle durch Krebs von 1970 bis 2009:Entwicklung von Generation zu Generation" des Bundesamtes für Statistik wirfst (ist als PDF downloadbar, einfach mal googlen, dann wirst du feststellen, das mit einer Ausnahme (Lungenkrebs bei Frauen) die Todeszahlen durch die betrachteten Krebsarten seit Jahren rückläufig sind.
    Ich zweifle, ob Krebs, eine typische Zivilisationskrankheit, geeignet ist für diese Betrachtung.

    im Jahr 1900 starben wohl die wenigsten an Krebs. und im Jahr 900 noch weniger. Aber seit meinen Lebzeiten ist und blieb Krebs eine der bedeutendsten schweren Krankheiten und Todesursachen, neben Herz/Kreislaufkrankheiten, Diabetes, und Demenzkrankheiten.



    Wenn man sich dann ein wenig mit Medizinern unterhält, was es heute so an neuen Behandlungsmöglichkeiten gibt, der kann halt 2 und 2 zusammenzählen.
    Womöglich sollte man sich lieber mit Statistikern unterhalten, die auch die gesunde Bevölkerung, die keine oder wenig medizinische Behandlungen bezieht, mit betrachtet?


    Oder man könnte sich mal so die Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung in deinem Heimatland von 2009 bis 2019 ansehen (https://de.statista.com/statistik/da...der-schweiz/): innerhalb von 10 Jahren hat sich diese in einem der höchstentwickelten Länder der Welt für Männer um 2,1 Jahre und für Frauen um 1,2 Jahre erhöht.
    als so ein kleines Bisschen.

    Die Krankenkassenprämien sind allerdings relativ dazu deutlich stärker gestiegen.... Falls diese Zunahme der Lebenserwartung tatsächlich nur auf Medizin zurück zu führen ist (woran ich zweifle), und auf nichts Anderes, so ist das doch ein recht mieses Preis/Leistungs-Verhältnis.



    Aber mal ehrlich, du lebst in einem der reichsten Länder der Welt mit einem Gesundheitssystem, um dass dich 90% der heute Lebenden und 99,99999999999% aller jemals auf der Welt gelebt habenden Menschen beneiden würden,
    Unfallmedizin und Notfall ist top an der modernen Medizin. Hygiene auch.

    aber sonst? Ich zahle einen riesigen Solidaritätsbeitrag, auch Krankenkassenprämie genannt, an die Gemeinschaft (was ok ist, ich helfe gerne denen, denen es mieser geht als mir) um dann doch jene Dinge zum Erhalt der Gesundheit, die mir helfen und wichtig sind, aus der eigenen Tasche zu bezahlen (ein Betrag, wofür ich inzwischen auch schon ein ganz ordentliches Auto kaufen könnte), weil diese im hiesigen Krankheitswesen völlig unter den Tisch fallen. Und stelle dazu fest, dass inzwischen kaum jemand in meinem Alter, also so in den Vierzigern, noch lebt, ohne mindestens eine tägliche Pille zu schlucken, um irgendwelche Symptome auszuschalten. Das kann's doch nicht sein.

    nein, ich glaube nicht, dass es viel Anlass zu Neid gibt. Nein, ich glaube nicht, dass Gesundheitssysteme anderer Länder und Kulturen alles so viel schlechter waren, als was wir heute tun

    und jammerst aus deiner pseudointelektuellen Warte heraus, dass du dich zum Arzt begeben musst und der nicht mit dem Fahrrad zu dir gefahren kommt.
    mir ist es wurst, die wenigen Male, die ich einen Arzt brauche, kann ich auch dorthin gehen. glücklicherweise habe ich eine gute Gesundheit.

    Sinnvoll ist es trotzdem nicht, systematisch den Patienten zum Arzt kommen zu lassen, statt umgekehrt. Das meiner Bequemlichkeit zuschreiben zu wollen, ist ein Fehlschluss.

    Immerhin bin ich auch "unbequem" genug, um meine Kunden zuhause zu besuchen. mir soll's recht sein, wenn andere das nicht machen, mir bringt das nämlich gutes Geld.


    Hast du dafür Belege?
    nur meine vielfältigen persönlichen Beobachtungen aus privatem Umfeld und meiner Tätigkeit als Komplementärtherapeutin.

    Abgesehen davon, ich bin ein junger, gesunder, komplett durchgeimpfter Mann der 6 mal die Woche Sport macht. Ich mache mir um meine Gesundheit null sorgen - glücklicherweise. Meine Vorfahren wären neidisch.
    ja eben, du lebst auch komfortabel, musst kein Wasser und Holz schleppen, hast den grösseren Kleiderschrank als all deine Ururgrosseltern zusammengefasst, hast Möglichkeiten der Mobilität, die vor hundert Jahren komplett utopisch waren, hungerst nie....
    Geändert von discipula (19-04-2021 um 12:24 Uhr)
    unorthodox

  3. #63
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    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    Immerhin bin ich auch "unbequem" genug, um meine Kunden zuhause zu besuchen. mir soll's recht sein, wenn andere das nicht machen, mir bringt das nämlich gutes Geld.
    Genau, da haben wir ja den Knackpunkt.
    Das ist so, weil deine Tätigkeit eben nicht von der Krankenkasse bezahlt wird, sondern privat von Leuten die sich das leisten können, deine Anfahrtskosten auch mit zu bezahlen.

  4. #64
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    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen

    nein, ich glaube nicht, dass es viel Anlass zu Neid gibt. Nein, ich glaube nicht, dass Gesundheitssysteme anderer Länder und Kulturen alles so viel schlechter waren, als was wir heute tun
    Bist wohl auch noch nicht viel rumgekommen in der Welt, anscheinend.

    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    Praktisch wahr bleibt aber, dass ein Haus, in dem alle Räume geheizt werden, erst so seit Mitte des letzten Jahrhunderts langsam zum Standard wurden. Nur schon meine Eltern lebten als Kinder in Verhältnissen, die damals normaler Mittelstand waren, aber heute als völlig unmöglich und mangelhaft gelten würden...
    Standard? Schön wärs...
    Meine Mutter hat noch auf einem Herd mit Holzfeuer gekocht (60er Jahre).
    Ich hatte mal eine Wohnung, ein Kohlenofen für Küche und zwei kleine Zimmer, Fließendes Wasser draußen im Treppenhaus, Toilette eine Treppe höher.
    Mitten in Deutschland, 1982. So was hatte ein Vermieter die Unverschämtheit zu vermieten.
    Dan immer noch Ende der 80er Jahre, Mitten in Düsseldorf, Wohnung mit Kohleofen, Gasöfen auf eigene Kosten eingebaut. Zentralheizung? Het.
    Aber ist auch ungesund, die trockene Luft, vertrage ich bis heute nicht so gut...
    Dafür brauche ich keine von diesen Pillchen, die in deinem Umfeld anscheinend notwendig sind.
    Deswegen fahre ich auch nur zum Arzt, wenn ich tatsächlich eine Behandlung benötige, dass meistens nur im Zusammenhang mit dem Bewegungsapparat, da hat er halt in seinem Behandlungsraum das nötige Equipment. Würde in seinen Rucksack sicher nicht reinpassen.
    Und hinfahren tue ich meist nicht nicht mit dem SUV, sondern mit dem Motorrad, weil ich sonst keinen Parkplatz finde.
    Geändert von Inryoku (19-04-2021 um 13:41 Uhr)

  5. #65
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    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    Während London die Cholera besiegt hat... durch den Bau einer Kanalisation.
    Und die Kanalisation im 19. Jahrhundert hat was mit der Ausrottung der Pocken durch weltweite Impfkampagnen im 20. Jahrhundert zu tun?

    Wenn du die Umstände betrachtest, während derer Seuchen wüten, entdeckt man immr dasselbe: Enge Verhältnisse, Menschenmassen auf kleinem Raum, schlechtes Management von Abfällen, Hunger, Elend, Mangel. Oft Krieg. (für die meisten Soldaten weltweit über die Jahrtausende war Durchfall das grössere Problem als der Heldentod in der Schlacht...)
    Nicht immer, aber oftmals, ja. Nur kann heute deine Umgebung so dreckig sein wie sie will. Du wirst die Pocken nicht mehr bekommen können, weil es die einfach nicht mehr gibt.

    Verändere die Verhältnisse, und die Seuchen sind grösstenteils weg.
    Ne. Siehe die aktuelle Entwicklung.
    Natürlich begünstigen unhygienische, enge Lebensumstände, schwach ausgeprägte Staatlichkeit (Gesundheitssystem...), geschwächtes Immunsystem durch Hunger etc.pp. die Ausbreitung von Epidemien bzw. Pandemien - aber sie treten auch ohne solche Begleitumstände auf.

    Grundsätzlich korrekt.

    Praktisch wahr bleibt aber, dass ein Haus, in dem alle Räume geheizt werden, erst so seit Mitte des letzten Jahrhunderts langsam zum Standard wurden. Nur schon meine Eltern lebten als Kinder in Verhältnissen, die damals normaler Mittelstand waren, aber heute als völlig unmöglich und mangelhaft gelten würden...
    Ja richtig, und da ich von der Entwicklung der Lebenserwartung seit 1960 sprach, was die Mitte des letzten Jahrhunderts recht genau trifft, ist dieses "Argument" hier völlig fehl am Platz.

    ja weil halt eben eine Menge konkreter Massnahmen ergriffen wurden, um das zu verhindern. Fahrschule und Qualifikation für Fahrer, Vorschriften an die Autoindustrie zu Mindestanforderungen bezüglich Material, Stabilität, Kompetenz der Mitarbeitenden, TÜV, Geschwindigkeitskontrollen etc etc.

    Damit es eben gar nicht soweit kommt, dass Verkehrsopfer in rauhen Mengen überhaupt je medizinische Betreuung brauchen...
    Völlig richtig, nur was hat das mit meinem Argument zu tun, dass die Verkehrstoten für die durchschnittliche Lebenserwartung genau keine Rolle spielen.

    Dass rund um Aids in den 80er Jahren Diskussion um Sex möglich wurde, und öffentlich wurde ("Im Minimum ein Gummi drum", mehr Toleranz für Sex auserhalb der Ehe ...) ist die wesentlichere Verbesserung der Lebensumstände, als dass jene, die es trotzdem kriegen, heute bessere Medikation haben als damals.
    Also mal abgesehen davon, dass in der westlichen Welt (ich würde mal davon ausgehen, dass die Schweiz dazu gehört) eine zunehmende gesellschaftliche Offenheit zur Sexualität einige Zeit vor den 80ern sich bemerkbar macht, ist natürlich die Bewertung, was mehr zur Lebensqualität beiträgt, recht subjektiv - ich würde behaupten, dass HIV heute kein Todesurteil auf Raten mehr ist, sondern so gut behandelt werden kann, das man selbst nicht mal mehr ansteckend für andere ist, ist ein größerer Fortschritt als über Verhütung ein wenig offener sprechen zu können.

    Ich zweifle, ob Krebs, eine typische Zivilisationskrankheit, geeignet ist für diese Betrachtung.
    Ob Krebs überhaupt als Zivilisationskrankheit gelten kann, ist in der Forschung stark umstritten, wenn überhaupt, dann wohl nur bestimmte Formen. Eine "typische" Zivilisationskrankheit ist es aber nicht.

    im Jahr 1900 starben wohl die wenigsten an Krebs. und im Jahr 900 noch weniger. Aber seit meinen Lebzeiten ist und blieb Krebs eine der bedeutendsten schweren Krankheiten und Todesursachen, neben Herz/Kreislaufkrankheiten, Diabetes, und Demenzkrankheiten.
    Und dafür gehören halt heute zu den bedeutenden schweren Krankheiten nicht mehr Tuberkulose, Pocken, Cholera, Lepra....

    als so ein kleines Bisschen.

    Die Krankenkassenprämien sind allerdings relativ dazu deutlich stärker gestiegen.... Falls diese Zunahme der Lebenserwartung tatsächlich nur auf Medizin zurück zu führen ist (woran ich zweifle), und auf nichts Anderes, so ist das doch ein recht mieses Preis/Leistungs-Verhältnis.
    Echt? Wieviel mehr an Beitrag wäre dir denn so ein Jahr mehr Leben im Durchschnitt wert?
    Um wie viel sind die Beiträge denn Inflationsbereinigt gestiegen?

    Unfallmedizin und Notfall ist top an der modernen Medizin. Hygiene auch.
    Na da sind wir uns ja einig.

    aber sonst? Ich zahle einen riesigen Solidaritätsbeitrag, auch Krankenkassenprämie genannt, an die Gemeinschaft (was ok ist, ich helfe gerne denen, denen es mieser geht als mir) um dann doch jene Dinge zum Erhalt der Gesundheit, die mir helfen und wichtig sind, aus der eigenen Tasche zu bezahlen (ein Betrag, wofür ich inzwischen auch schon ein ganz ordentliches Auto kaufen könnte), weil diese im hiesigen Krankheitswesen völlig unter den Tisch fallen. Und stelle dazu fest, dass inzwischen kaum jemand in meinem Alter, also so in den Vierzigern, noch lebt, ohne mindestens eine tägliche Pille zu schlucken, um irgendwelche Symptome auszuschalten. Das kann's doch nicht sein.
    Naja früher hat man halt keine Pille geschluckt, weil es keine gab, und musste einfach mit den Symptomen leben. War natürlich viel besser.

    nein, ich glaube nicht, dass es viel Anlass zu Neid gibt. Nein, ich glaube nicht, dass Gesundheitssysteme anderer Länder und Kulturen alles so viel schlechter waren, als was wir heute tun
    Und da sind wir wieder beim leidigen Thema der Pseudointellektualität.
    Als Historiker kann ich dir sagen, dass die öffentlichen Gesundheitssysteme noch nie so gut waren, wie sie heute sind.
    Auch nur ein Zehntel der Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung zu haben wie wir sie heute genießen können, wäre für die reichsten Menschen der frühen Neuzeit ein kaum begreifliches Wunder.

    mir ist es wurst, die wenigen Male, die ich einen Arzt brauche, kann ich auch dorthin gehen. glücklicherweise habe ich eine gute Gesundheit.

    Sinnvoll ist es trotzdem nicht, systematisch den Patienten zum Arzt kommen zu lassen, statt umgekehrt. Das meiner Bequemlichkeit zuschreiben zu wollen, ist ein Fehlschluss.
    Doch, es ist sinnvoll, sonst hätte es sich in einer freien Marktwirtschaft nicht nahezu überall wo es möglich ist so entwickelt. Wie dir diverse andere Poster hier dargelegt haben, ist deine Idee verkopft, verquer und unpraktikabel.

    Immerhin bin ich auch "unbequem" genug, um meine Kunden zuhause zu besuchen. mir soll's recht sein, wenn andere das nicht machen, mir bringt das nämlich gutes Geld.
    Du bist aber auch kein Arzt.
    Mein Pizzalieferant besucht mich auch zuhause.

    nur meine vielfältigen persönlichen Beobachtungen aus privatem Umfeld und meiner Tätigkeit als Komplementärtherapeutin.
    Also anekdotische Evidenz. Danke, dachte ich mir.

    ja eben, du lebst auch komfortabel, musst kein Wasser und Holz schleppen, hast den grösseren Kleiderschrank als all deine Ururgrosseltern zusammengefasst, hast Möglichkeiten der Mobilität, die vor hundert Jahren komplett utopisch waren, hungerst nie....
    Richtig, denn ich lebe in den bisher besten Jahrzehnten der Menschheitsgeschichte.
    Ebenso wie du.
    Also hör auf zu jammern.

  6. #66
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    Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
    Bist wohl auch noch nicht viel rumgekommen in der Welt, anscheinend.
    Ich bin vor allem nicht sehr sozialistisch/materialistisch eingestellt und habe etwas dagegen, wie ein kleines Kind behandelt zu werden.

    und ja, dafür, dass heute in der westlichen Welt die Chancen gross sind, nach einem Unfall schnell zusammengeflickt zu werden, oder eine Infektion wirksam wegdrücken zu können - was eine gute Sache ist - ist der Preis, den wir zahlen, doch sehr hoch. In Geld, in Lebensqualität, in Freiheit...

    und ich hätte wirklich sehr gerne deutlich mehr echte Vorsorge für die Gesundheit. Das wird von den relevanten Entscheidern in der Politik grösstenteils komplett ignoriert. speziell wo es sich um multifaktorielle chronische Geschehen handelt.




    Mitten in Deutschland, 1982. So was hatte ein Vermieter die Unverschämtheit zu vermieten.
    ja, eben. Was 1982 als Unverschämtheit gilt, wäre 1892 wohl völlig normal gewesen. Die Zeiten haben sich geändert.



    Dafür brauche ich keine von diesen Pillchen, die in deinem Umfeld anscheinend notwendig sind.
    meine Umfeld heisst "Westeuropa", und dch, da sind Pillen anscheinend notwendig. Oder werden zumindest in rauhen Mengen verschrieben und genommen:

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/12...-sind-oft-mehr

    hier geht's zwar um ältere Leute, aber auch diese haben ihre Krankheiten nicht von einem Tag auf den andern bekommen, ist anzunehmen... es gibt wohl auch gute Gründe, warum Pharmakonzerne so viel Geld haben. Generelle Zurückhaltung beim Medikamentenkonsum ist keiner davon.
    unorthodox

  7. #67
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    Zitat Zitat von Soldier Beitrag anzeigen
    Und die Kanalisation im 19. Jahrhundert hat was mit der Ausrottung der Pocken durch weltweite Impfkampagnen im 20. Jahrhundert zu tun?
    Mein Punkt ist, dass gute Gesundheit nicht durch explizit medizinische Massnahmen entsteht, sondern durch gesunde Umstände der Lebensführung. Wie eben zum Beispiel sauberes Trinkwasser. Wer gar nicht krank wird, muss auch nicht aufwendig behandelt werden.


    Nicht immer, aber oftmals, ja. Nur kann heute deine Umgebung so dreckig sein wie sie will. Du wirst die Pocken nicht mehr bekommen können, weil es die einfach nicht mehr gibt.
    Dass es bei einem Erreger, den Pocken, gelungen ist, sie ganz auszulöschen,bedeutet noch längst nicht, dass das bei anderen Infektionen auch möglich ist.



    Ne. Siehe die aktuelle Entwicklung.
    Natürlich begünstigen unhygienische, enge Lebensumstände, schwach ausgeprägte Staatlichkeit (Gesundheitssystem...), geschwächtes Immunsystem durch Hunger etc.pp. die Ausbreitung von Epidemien bzw. Pandemien - aber sie treten auch ohne solche Begleitumstände auf.
    nein, Pandemien - also solche, die wirklich schlimm sind, wie die Pest, die ein Drittel der Bevölkerung tötete, und nicht etwa ein Drittelpromille, wie jetzt Corona - die treten eben nicht auf, wenn die üblen Begleitumstände nicht vorhanden sind. sondern nur sehr punktuell mit schweren Verläufen.


    Ja richtig, und da ich von der Entwicklung der Lebenserwartung seit 1960 sprach, was die Mitte des letzten Jahrhunderts recht genau trifft, ist dieses "Argument" hier völlig fehl am Platz.
    Also wenn ich sage, dass seit 1960 der Komfort in Europa massiv zugenommen hatte, was eine Lebenserwartung von 10 Jahren mehr sinnvoll erklärt, soll fehl am Platz sein?




    Völlig richtig, nur was hat das mit meinem Argument zu tun, dass die Verkehrstoten für die durchschnittliche Lebenserwartung genau keine Rolle spielen.
    Genau. Und warum haben wir so wenig Verkehrstote? Nicht etwa, weil viele verunfallen und danach auf zahlreichen Notfallstationen kompetent wieder zusammengeflickt werden, sondern weil die Begleitumstände so gestaltet wurden, dass Autofahren eben je länger je sicherer wurde. Wenn es um Gesundheit geht, wird allerdings meist gewartet, bis schon eine ganze Menge schief gegangen ist, bevor ein Arzt überhaupt Handlungsbedarf sieht. Vorsorge, die weiter geht als ein kurz gemurmeltes "Essen Sie mehr Gemüse und machen Sie mehr Sport", sondern die wirksam und nachhaltig ist, muss man wirklich suchen gehen.




    ,
    ist natürlich die Bewertung, was mehr zur Lebensqualität beiträgt, recht subjektiv - ich würde behaupten, dass HIV heute kein Todesurteil auf Raten mehr ist, sondern so gut behandelt werden kann, das man selbst nicht mal mehr ansteckend für andere ist, ist ein größerer Fortschritt als über Verhütung ein wenig offener sprechen zu können.
    Ich stelle mal die gewagte Theorie in den Raum, dass die allermeisten Leuten denken, dass gar keine Krankheit zu haben (weil diese eben über sexuelle Aufklärung zum Gebrauch von Kondomen verhindert wird, zum Beispiel - weil Kondome heute in jedem Supermarkt verkauft werden, zum Beispiel, und leicht zugänglich sind für alle) als grössere Lebensqualität gilt, als eine Krankheit zu haben, auch wenn diese inzwischen behandelbar ist.


    Ob Krebs überhaupt als Zivilisationskrankheit gelten kann, ist in der Forschung stark umstritten, wenn überhaupt, dann wohl nur bestimmte Formen. Eine "typische" Zivilisationskrankheit ist es aber nicht.
    Wieso soll Krebs keine typische Zivilisationskrankheit sein? Es sind doch diverse Aspekte des hiesigen Lebensstils und hiesiger Umstände, die Krebs begünstigen... zum Beispiel all die krebserregenden Substanzen, die in kleinen Dosen überall und immer vorhanden sind und von Menschen aufgenommen werden und somit chronische Vergiftungen erzeugen, mit eben dem Ergebnis Krebs. und die auch nur schwer vermeidbar sind, wenn man nicht grad auf die einsame Insel ziehen will.



    Und dafür gehören halt heute zu den bedeutenden schweren Krankheiten nicht mehr Tuberkulose, Pocken, Cholera, Lepra....
    Stimmt.

    Danke Hygiene! Danke Wohlstand!



    Echt? Wieviel mehr an Beitrag wäre dir denn so ein Jahr mehr Leben im Durchschnitt wert?
    Um wie viel sind die Beiträge denn Inflationsbereinigt gestiegen?
    Ich interessiere mich mehr für Qualität als Quantität.

    Meine Lebensqualität ist mir jedenfalls eine Menge wert und die pflege ich mit recht grossem zeitlichem Aufwand. Mehrere Stunden täglich. Kannst ja mal deinen Stundenlohn einsetzen und rechnen, wie viel das gibt.

    Hilfe vom Gesundheitswesen gibt's dafür allerdings wenig bis gar nicht. Die wollen immer einfach nur Geld von mir. und schicken mir alberne und emotional manipulative Werbung, zB für diese völlig unnötigen Massen-Brustkrebs-Screenings.



    Na da sind wir uns ja einig.


    Naja früher hat man halt keine Pille geschluckt, weil es keine gab, und musste einfach mit den Symptomen leben. War natürlich viel besser.
    Es hat schon immer Medizin gegeben, einfach eine andere.

    mal schauen, wie lange es noch dauert, bis die traditionelle europäische Medizin, basierend auf der Viersäftelehre, wieder Aufwind bekommen wird... die konnte nämlich durchaus einiges und ist ein brauchbares therapeutisches Rahmenwerk, wenn sie mit Verstand angewendet wird.


    Als Historiker kann ich dir sagen, dass die öffentlichen Gesundheitssysteme noch nie so gut waren, wie sie heute sind.
    Als Historiker ist dir bestimmt auch bewusst, dass "Nationalstaat" nicht während der längsten Zeit der Geschichte die dominante Organisationsform für Gesellschaften war, und dass die heutigen formalen Bürokratien die früheren informellen Therapien ersetzten. Dassdie heutigen geldbasierten Wirtschaftssysteme frühere Systeme ersetzten, die mit weniger Geld, oder gar geldfrei, funktionierten. (nicht gratis. aber ohne Geld als Medium)

    weshalb findest du denn die heutigen Systeme so sehr überlegen? Mal jenseits von Notfallmedizin und hygienischem Wissen und Können?


    Auch nur ein Zehntel der Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung zu haben wie wir sie heute genießen können, wäre für die reichsten Menschen der frühen Neuzeit ein kaum begreifliches Wunder.
    Wir haben neue Behandlungen, andererseits sind die Behandlungen, die Leuten früher zur Verfügung gestanden haben, heute grösstenteils verschwunden... und nein, das ist keineswegs gesagt, dass diese alten Therapien alle schlecht oder unbrauchbar waren.

    ich wäre da nicht so sicher.

    Vieles von dem, was heute behandelt wird, ist lebensstilbedingt und war zu andern Zeiten von vornherein gar kein Problem. ZB alles, was an Beschwerden aufgrund unseer sitzenden Lebensweise entsteht. Oder Schlafprobleme durch Lichtverschmutzung.

    Oder die "Eisenbahnkrankheit", die folgende Symptome verursacht: "Zittern, Ermüdung, Erschöpfung, nervöse Reizbarkeit und Verdauungsstörungen" - klingt doch irgendwie sehr nach den typischen Beschwerden des Pendlerlebens, in der Tat.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnkrankheit
    ... auch wenn wir heute Schwierigkeiten haben, dass sowas schon bei 30 km/h aufgetreten sein soll.





    Doch, es ist sinnvoll, sonst hätte es sich in einer freien Marktwirtschaft nicht nahezu überall wo es möglich ist so entwickelt. Wie dir diverse andere Poster hier dargelegt haben, ist deine Idee verkopft, verquer und unpraktikabel.
    nur weil sich etwas in einer freien Marktwirtschaft entwickelt (haben wir denn das?), heisst es noch längst nicht, dass es den Leuten dient, oder dass es erstrebenswert sei, oder sinnvoll sei...

    Die freie Marktwirtschaft hat uns auch Schiffsblockaden im Suezkanal beschert, und geplante Obsoleszenz. Was kein Mensch braucht, der Umwelt schadet, und teuer ist. Aber was macht man nicht alles für kurzfristigen Profit...


    Du bist aber auch kein Arzt.
    Mein Pizzalieferant besucht mich auch zuhause.
    Siehst du, und die gelieferte Pizza kostet auch nicht mehr, als die Pizza im Restaurant zu essen... da die Fahrkosten kompensiert werden durch die Ersparnisse, weil man kein Restaurant betreibt. Das gleicht sich ungefähr aus. Lieferungen per Motorrad sind auch nicht sehr teuer.





    Also anekdotische Evidenz. Danke, dachte ich mir.
    Auch wenn die Wissenschaft noch nicht soweit ist, muss man halt trotzdem gelegentlich Entscheidungen treffen... solange fürs Gegenteil ebenfalls keine Belege gibt, werden eben Heuristiken und eigene Beobachtungen und Erfahrungen als Grundlage genutzt. geht ja nicht anders.



    Richtig, denn ich lebe in den bisher besten Jahrzehnten der Menschheitsgeschichte.
    vermutlich den komfortabelsten Jahrzehnten, aber Komfort allein macht noch keine Lebensqualität. Da gibt also jede Menge Dinge, die sehr gern anders sein könnten. Nicht zuletzt im Dienst der Gesundheit, übrigens.
    unorthodox

  8. #68
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    Hallo,

    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    Mein Punkt ist, dass gute Gesundheit nicht durch explizit medizinische Massnahmen entsteht, sondern durch gesunde Umstände der Lebensführung. Wie eben zum Beispiel sauberes Trinkwasser. Wer gar nicht krank wird, muss auch nicht aufwendig behandelt werden.
    Wer regelmäßig in sauberen Wasser badet, stirbt nicht z.B. an einem Blinddarmdurchbruch? Was stimmt den mit Dir nicht?

    Ich kann Ludditen verstehen, weil neue Maschinen ihre Arbeit und damit die blanke Existenz bedrohten. Wenn jemand die Gefahr sieht, dass sein Kind verhungert der geht auch auf Maschinen los.

    Sollten wir heute nicht besser wissen, dass Wissenschaft und Technik nicht das Problem sind. Lernen wir denn wirklich nichts aus der Geschichte?

    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    nein, Pandemien - also solche, die wirklich schlimm sind, wie die Pest, die ein Drittel der Bevölkerung tötete, und nicht etwa ein Drittelpromille, wie jetzt Corona
    Wow, wie herzlos kann man sein.

    Meine Tante ist an Corona gestorben. Aber das ist Okay, weil es ja keine Pest war?

    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    Wieso soll Krebs keine typische Zivilisationskrankheit sein?
    Krebs kann als Zivilisationskrankheit angesehen werden, da er (tendenziell!!) in späteren Lebensjahren auftritt. Sterben Menschen jünger, sterben sie halt tendenziell nicht an Krebs sondern im Kindbett, an Wundstarrkrampf oder an einem entzündeten Zahn. Also an allem, was man so locker mit der Säftelehre verhindern kann.

    Das sage ich übrigens als eine Person, zum ersten mal mit 29 an Krebs erkrankt ist.

    Ich verdanke mein Leben (mehrfach) der verteufelten modernen Apparatemedizin. Ich habe keinerlei Verständnis für Zurück-ins-Mittelaltre-esst-einfach-mehr-Äpfel.

    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    Tuberkulose, Pocken, Cholera, Lepra
    Meines Wissens nach existieren gegen TBC, Pocken und Cholera Impfungen. Bei Lepra bin ich nicht sicher.

    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    Danke Wohlstand!
    Der relative Wohlstand, in dem wie jetzt leben dürfen, ist eine Anomalie in Zeit und Raum. Aber dies würde vom Thema wegführen. Aber entscheidend ist: Unser Wohlstand beruht auf Wissenschaft und Technologie, die nur durch extreme Spezialisierung und Arbeitsteilung erreicht wurde. Zurück auf's Dorf und jeder hat 3 oder vier Jobs kann nur zu Stillstand und Stagnation führen.

    Satelliten, Handies, Impfstoffe, Energieerzeugung, was weiß ich, sind nur möglich, weil sich Menschen extrem darauf spezialisieren und nicht noch nebenbei als Bäcker oder Friseur arbeiten. Soll jedes Dorf eine eigene Impfstoffentwicklung und einen eigenen Reinraum zur Waferherstellung bekommen damit Spezialisten mit dem Fahrrad hinfahren können? Soll der Hirnchirurg noch nebenbei Pferde behandeln und in der Dorfschule in Klasse 5 Goethe unterrichten?

    Die Frage, kann ein Arzt mit einem "Behandlungs- und Diagnostikmobil" von Patient zu Patient fahren kann und soll, ist schon deshalb absurd, weil ein solches Fahrzeug Hightec wäre, dass ohne extreme Arbeitsteilung weder entwickel- noch herstellbar ist.

    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    Ich interessiere mich mehr für Qualität als Quantität.
    Das ist eine völlig unnötige Unterscheidung, weil beides geht. Es spricht gar nichts gegen alt werden bei hoher Lebensqualität.

    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    mal schauen, wie lange es noch dauert, bis die traditionelle europäische Medizin, basierend auf der Viersäftelehre, wieder Aufwind bekommen wird... die konnte nämlich durchaus einiges und ist ein brauchbares therapeutisches Rahmenwerk, wenn sie mit Verstand angewendet wird.
    Ich hatte mal einen Arbeitskollegen, der hat sich sein kaputtes Knie per Telefon auspendeln lassen. Ist Okay, war sein Geld. "There's a sucker born every minute"

    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    Wir haben neue Behandlungen, andererseits sind die Behandlungen, die Leuten früher zur Verfügung gestanden haben, heute grösstenteils verschwunden... und nein, das ist keineswegs gesagt, dass diese alten Therapien alle schlecht oder unbrauchbar waren.
    Man kann auch Wasser mit einer Wünschelrute suchen oder bei Pestausbrüchen alle Katzen umbringen. Hexen verbrennen soll sich ja auch gut gegen den bösen Blick bewährt haben.

    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    ... auch wenn wir heute Schwierigkeiten haben, dass sowas schon bei 30 km/h aufgetreten sein soll.
    Es gab auch mal einen arabischen Arzt, der der Meinung war, dass kein Mensch schneller reisen könne, als ein Kamel laufen kann. Dann käme nämlich die Seele nicht mehr hinterher und der Mensch muss sterben.

    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    Siehst du, und die gelieferte Pizza kostet auch nicht mehr, als die Pizza im Restaurant zu essen... da die Fahrkosten kompensiert werden durch die Ersparnisse, weil man kein Restaurant betreibt. Das gleicht sich ungefähr aus. Lieferungen per Motorrad sind auch nicht sehr teuer.
    Dies ist nicht vergleichbar, da beide Vorgänge unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen. Wenn ich nett in ein italienisches Restaurant essen gehen möchte, ist das etwas völlig anderes als Pizza bestellen. Es ist nicht das gleiche, nur weil es die Schnittmenge "Pizza" gibt. Ansonsten wäre auch ein Pferdefuhrwerkt und ein Auto das gleiche, weil beide vier Ränder haben.

    Generell: Was ist schief gelaufen? Wo kommt diese allgemeine Wissenschafts- und Technikfeindlichkeit her? Gab es schon immer Leute, die romantisiert in die Vergangenheit geblickt haben? Naja, vermutlich schon. "Früher war alles besser." und "die Jugend von heute". Außer beim plärren nach mehr Frauen in MINT, hört nur sehr wenig über einen Wissenschaftsstandort Europa. Wie wird das wohl ausgehen?

    Grüße
    SVen

  9. #69
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    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    mal schauen, wie lange es noch dauert, bis die traditionelle europäische Medizin, basierend auf der Viersäftelehre, wieder Aufwind bekommen wird... die konnte nämlich durchaus einiges und ist ein brauchbares therapeutisches Rahmenwerk, wenn sie mit Verstand angewendet wird.

    Also du möchtest zurück in eine Zeit, in der man noch nicht wusste was Bakterien oder Viren sind, in der Mütter am Kindbettfieber gestorben sind, und die Leute glaubten man muss nur ein bisschen Blut ablassen, dann kommt alles wieder in Ordnung? Oder am besten den Dorfpfarrer holen der dann einen Exorzimsus vornimmt, weil der Teufel die bösen Säfte verursacht hat?
    Herzlichen Glückwunsch! du kannst ja mit deinem Quacksalber-Karren durchs Dorf fahren und mal sehen wer sich da so behandeln lassen will...
    Meine Güte, dass es so was wirklich gibt.

  10. #70
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    Zitat Zitat von CeKaVau Beitrag anzeigen
    Generell: Was ist schief gelaufen? Wo kommt diese allgemeine Wissenschafts- und Technikfeindlichkeit her?
    Waldorfschulen und politische Korrektheit. Die Anthroposophen verbreiten Steiners Wahnideen, und falsch verstandene Höflichkeit sorgt dafür, daß Narren nicht mehr ausgelacht werden. Unser heutiges Schulsystem spuckt Generationen aus, die dazu erzogen worden sind, kompletten Unsinn als gleichberechtigte Meinung neben erwiesenen Tatsachen gelten zu lassen.

  11. #71
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    Zitat Zitat von CeKaVau Beitrag anzeigen
    Wer regelmäßig in sauberen Wasser badet, stirbt nicht z.B. an einem Blinddarmdurchbruch? Was stimmt den mit Dir nicht?
    Sag mir, was mit dir nicht stimmt, dass du völlig kontextfrei mit Dinge unterstellst, die ich gar nie sagte, und dann noch die Unterstellung einer psychischen Krankheit drauf packst?

    Wenn ich da eine sinnvolle Antwort kriege, sage ich dir vielleicht, was mit mir nicht stimmt.




    Sollten wir heute nicht besser wissen, dass Wissenschaft und Technik nicht das Problem sind.
    Technik und Wissenschaft sind nicht das Problem. die real existierende Art, wie sie heute angewendet werden, ist allerdings durchaus in vielen Hinsicht problematisch. Umweltverschmutzung, enormer Energieverbrauch, Auslaugung der Böden, generieren Stress (im biologischen Sinn) gleich hunderttausendfach in jeder Stadt, ungute Verbandelungen von Staat, Wirtschaft und Forschung, Lobbyismus... das könnte durchaus anders sein.



    Wow, wie herzlos kann man sein.

    Meine Tante ist an Corona gestorben. Aber das ist Okay, weil es ja keine Pest war?
    Mein Grossvater ist an Grippe gestorben, lang lang ist's her - was für niemanden Grund war, die die ganze Welt in Hausarrest zu schicken.

    Leute sterben. Menschen sind sterblich. Wir werden alle sterben. Es ist nicht herzlos, grundlegende Fakten anzuerkennen.


    Krebs kann als Zivilisationskrankheit angesehen werden, da er (tendenziell!!) in späteren Lebensjahren auftritt. Sterben Menschen jünger, sterben sie halt tendenziell nicht an Krebs sondern im Kindbett, an Wundstarrkrampf oder an einem entzündeten Zahn. Also an allem, was man so locker mit der Säftelehre verhindern kann.
    Ich habe inzwischen schon mehrfach die Notfallmedizin und die Bekämpfung akuter Infektionen gelobt, da ist Schulmedizin tatsächlich spitze.

    also ja: Krebs ist eine Zivilsationkrankeit.

    Ich habe keinerlei Verständnis für Zurück-ins-Mittelaltre-esst-einfach-mehr-Äpfel.

    Habe ich auch nicht.

    Aber genauso wenig habe ich für Verständnis für "Schulmedzin ist das Tolllste und Einzige, was es gibt, und alles andere ist Quatsch und Scharlatanerie"

    Absoluta sind selten realitätsgetreu.

    Aber entscheidend ist: Unser Wohlstand beruht auf Wissenschaft und Technologie, die nur durch extreme Spezialisierung und Arbeitsteilung erreicht wurde. Zurück auf's Dorf und jeder hat 3 oder vier Jobs kann nur zu Stillstand und Stagnation führen.
    Niemand hat etwas gegen Spezialisierung gesagt. und auch hoch technische, innovative Dinge können "auf dem Dorf" hergestellt werden.

    Am Apollo-Programm - der Mondflug der USA - waren ca 20'000 Zulieferbetriebe beteiligt. also viele KMU, die vielleicht nur eine Komponente herstellen, die aber in höchster Qualität - was bestens auf dem Dorf geht. Innovation und extreme Spezialisierung geht besser in Kleinbetrieben als Grosskonzernen. die Grossen sind dann jene, die das aufkaufen, montieren, dem Kunden liefern.

    Soll jedes Dorf eine eigene Impfstoffentwicklung und einen eigenen Reinraum zur Waferherstellung bekommen damit Spezialisten mit dem Fahrrad hinfahren können? Soll der Hirnchirurg noch nebenbei Pferde behandeln und in der Dorfschule in Klasse 5 Goethe unterrichten?
    so manchen Fachidioten täte es ganz gut, mal auch etwas Anderes zu machen... Es gibt ja hier auch viele Leute, die in ihrem Beruf erfolgreich sind, und dann abends in der Kampfkunstschule, in einer ganz anderen Disziplin, ebenfalls Erfolg haben.

    Die Frage, kann ein Arzt mit einem "Behandlungs- und Diagnostikmobil" von Patient zu Patient fahren kann und soll, ist schon deshalb absurd, weil ein solches Fahrzeug Hightec wäre, dass ohne extreme Arbeitsteilung weder entwickel- noch herstellbar ist.
    nun ja, es GIBT Ambulanzen...

    aber für die meisten Bedürfnisse dürfte wirklich das Fahrrad ausreichen, gerne mit Gepäckträger, in der hausärtzlichen Medizin. Und wenn es ein komplizierteres Problem wird, muss man halt weiter verweisen. Wie es ja heute auch in Praxen getan wird.


    Das ist eine völlig unnötige Unterscheidung, weil beides geht. Es spricht gar nichts gegen alt werden bei hoher Lebensqualität.
    Tatsache ist leider, dass viele zwar alt werden, aber mit immer geringerer Lebensqualität. Teils mit sehr langen Siech- und Leidenszeiten. Im Altersheim rumsitzen und auf den Tod warten, womöglich jahrelang, während ich mich noch nicht mehr selbst waschen kann, hat mich nie angesprochen. hoffentlich bleibt mir das erspart.


    Ich hatte mal einen Arbeitskollegen, der hat sich sein kaputtes Knie per Telefon auspendeln lassen. Ist Okay, war sein Geld. "There's a sucker born every minute"
    was mit Viersäftelehre und traditioneller europäischer Medizin nun genau gar nichts zu tun hat.


    Man kann auch Wasser mit einer Wünschelrute suchen oder bei Pestausbrüchen alle Katzen umbringen. Hexen verbrennen soll sich ja auch gut gegen den bösen Blick bewährt haben.
    oder man kann Coronamasken tragen. Worüber die Menschen in hundert Jahren genauso lachen werden, oder sich gruselnd an den Kopf fassen, wie wir das heute zum Thema Katzen verbrennen machen.


    Es gab auch mal einen arabischen Arzt, der der Meinung war, dass kein Mensch schneller reisen könne, als ein Kamel laufen kann. Dann käme nämlich die Seele nicht mehr hinterher und der Mensch muss sterben.

    Wenn ich so die Gesichter morgens im öffentlichen Verkehr betrachte, muss ich sagen, recht hat dieser Mann.

    Dies ist nicht vergleichbar, da beide Vorgänge unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen. Wenn ich nett in ein italienisches Restaurant essen gehen möchte, ist das etwas völlig anderes als Pizza bestellen.
    Es gibt Leute, die essen in der Pizzeria Pizza. Erstaunlich aber wahr.
    ja, es ist nicht genau dasselbe, aber muss es auch nicht sein.


    Generell: Was ist schief gelaufen?
    die moderne Zeit, die Bürokratie, der Drang, den Menschen als Pixel zu betrachten bzw Kostenstelle, die tödliche Banalität des Modularen...
    eine ganze Menge, würde ich sagen.

    Wo kommt diese allgemeine Wissenschafts- und Technikfeindlichkeit her?
    Vielleicht davon, dass all die tollen schönen Versprechungen von Fortschrittsoptimismus nicht eingehalten wurden, oder mit so üblen Nebenwirkungen begleitet waren, dass die Leute die Lust verloren haben an "Hurra wir basteln an den Genen und Atomen rum und das ist super toll!"

    Tschernobyl, Contergan, Asbest... wären so ein paar der pointierteren Stichworte.

    "Früher war alles besser."
    Alles war früher nicht besser, aber vieles schon. Die Raumplanung zum Beispiel, das haben zB mittelalterliche Städte sehr deutlich besser gelöst als wir Modernen.
    Wie wird das wohl ausgehen?
    So wie wir es gestalten.
    unorthodox

  12. #72
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    Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
    Also du möchtest zurück in eine Zeit, in der man noch nicht wusste was Bakterien oder Viren sind, in der Mütter am Kindbettfieber gestorben sind, und die Leute glaubten man muss nur ein bisschen Blut ablassen, dann kommt alles wieder in Ordnung?
    nein, ich möchte von allen Zeiten das Gute nehmen, und von allen Zeiten das Schlechte beiseite lassen.


    Oder am besten den Dorfpfarrer holen der dann einen Exorzimsus vornimmt, weil der Teufel die bösen Säfte verursacht hat?
    Das scheint mir nun auch nicht schlimmer zu sein als das Verschreiben von Psychopharmaka teils schon an Kinde, bloss weil denen langweilig ist in der Schule (ich kann's verstehen), ihr Bewegungsdrang nicht ausgelebt werden kann, und das dann pathologisiert wird.

    Nur weil man "Diagnose" statt "Dämon" sagt, wird noch gar nichts besser.


    Meine Güte, dass es so was wirklich gibt.
    Du bist grad am Strohmann verklopfen. Du reagierst gerade auf dein höchst persönliches Kopfkino und deine Trigger, nicht auf das, was ich tatsächlich schreibe.

    bitte sorgfältiger lesen. danke.
    unorthodox

  13. #73
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    Keine Lust mehr mich mit dem ganzen fortschrittlichkeits- und damit letzten Endes menschenfeindlichen Schwachsinn im einzelnen zu beschäftigen, daher werde ich hier mal nur noch auf den himmelschreiendsten Unsinn eingehen (und Inryoku & CeKaVau haben dazu ja auch schon alles relevante gesagt):


    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen

    Vielleicht davon, dass all die tollen schönen Versprechungen von Fortschrittsoptimismus nicht eingehalten wurden, oder mit so üblen Nebenwirkungen begleitet waren, dass die Leute die Lust verloren haben an "Hurra wir basteln an den Genen und Atomen rum und das ist super toll!"
    Die Versprechungen des Fortschritts sind übererfüllt worden. Seit dem späten 18., frühen 19. Jahrhundert, als sich die Ideale der Aufklärung ind Europa und Nordamerika (Wissenschaftlichkeit, Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, Abkehr von magischem Denken etc...) Bahn brachen, geht es in stetig sich beschleunigendem Tempo voran. Wir leben heute länger, gesünder, besser, mit mehr sozialen Kontakten, mehr Komfort, zufriedener..... als es sich 99% unserer Vorfahren überhaupt nur hätten vorstellen können.
    Die Mittelalterliche und Frühneuzeitliche Vorstellung des Paradises als Schlaraffenland, in welchem niemand mehr zu Hungern braucht und einem die Leckereien nahezu anstrengungslos in den Mund fliegen, ist in unserer Gesellschaft verwirklicht worden.
    Ein Mensch des 17. Jahrhunderts in unserer Zeit würde sich im leibhaftigen Paradies wähnen!

    (Und glücklicherweise geht es nicht nur im Westen voran, sondern überall auf der Welt, auch wenn insbesondere Afrika noch aufzuholen hat, so haben sich doch dort sowie in weiten Teilen Asiens in den letzten Jahrzehnten die Lebensumstände dramatisch verbessert.)

    Millionen von Müttern in China und Südostasien, die nicht noch wie ihre Eltern darum bangen müssen ob sie alle ihre Kinder werden ernähren können, werden sich einen Scheiß um die angebliche "tödliche Banalität der Moderne" scheren.
    Das ist wohlstandsverwahrlostes Gesabbel. Wirklich tödlich sind Hunger, Pocken, Geburten ohne ärztliche Betreuung.
    Nicht Bürokratie und Banalität.

    Tschernobyl, Contergan, Asbest... wären so ein paar der pointierteren Stichworte.
    Die natürlich alle als Beispiel total ungeeignet sind.

    Tschernobyl war ein GAU Augfrund von menschlichem Versagen in einer Diktatur, in der man es für clever hielt, im laufenden Betrieb an einem Kernkraftwerk herum zu experimentieren.
    Wenn man alle Toten durch die ach so böse Kernenergie zusammenrechnet ist es pro Terrawattstunde die ungefährlichste Energieform.

    Contergan war ein riesiger Skandal, aber der ist aufgedeckt worden und hat zur Verschärfung der Vorschriften und besseren Prüfverfahren, mehr Sorgfalt in der Entwicklung geführt. Tausende neuer Medikamente funktionieren einwandfrei und machen das Leben besser.

    Asbest war ein Baustoff, den man lange für super geeignet und ungefährlich hielt, bis einem auffiel, dass dem nicht so ist und seit dem wird er nicht mehr verwendet und aufwändig saniert.
    In früheren Zeiten hatte man nicht mal die Möglichkeit herauszufinden, welche Baustoffe ungesund sind (Bleirohre etc.)

    Alles war früher nicht besser, aber vieles schon. Die Raumplanung zum Beispiel, das haben zB mittelalterliche Städte sehr deutlich besser gelöst als wir Modernen.
    Nein. Früher war alles schlechter. Die angeblich "gute alte Zeit" existiert nur in unseren Köpfen.
    Und von mittelalterlichen Städten hast du ganz offensichtlich genau so wenig Ahnung wie von allem anderen, wovon du munter laberst.


    @Affenherz:

    Waldorfschulen und politische Korrektheit. Die Anthroposophen verbreiten Steiners Wahnideen, und falsch verstandene Höflichkeit sorgt dafür, daß Narren nicht mehr ausgelacht werden. Unser heutiges Schulsystem spuckt Generationen aus, die dazu erzogen worden sind, kompletten Unsinn als gleichberechtigte Meinung neben erwiesenen Tatsachen gelten zu lassen.
    Genau so sieht es aus. Es gibt einfach viel zu viele Menschen die Meinungsfreiheit mit Meinungsgleichwertigkeit verwechseln.
    Nur weil hier (nahezu) jede Meinung geäußert werden darf, heißt das nicht, das Schwachsinn nicht als Schwachsinn benannt werden darf.

    Eine der folgen derartig falsch verstandener Bildungspolitik kann man hier bestaunen.

  14. #74
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    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen

    bitte sorgfältiger lesen. danke.
    Mir ist das einfach zu durcheinander was du schreibst, das ist so eine Mischung aus Beobachtungen, die die Realität und bestimmte Probleme zwar teils richtig beschreiben, und aus Schlussfolgerungen, die wiederum auf selbstgestrickten Ideen beruhen, die wiederum aus diesem typischen unreflektiertem Halbwissen, das irgendwie als überlegene akademische Bildung getarnt wird, und romantischen Vorstellungen von einer vergangenen "besseren" Welt geboren werden.
    Teils widersprechen sich die Aussagen, wenn einmal von der Technik geschwärmt wird, die ja angeblich jedem per Hausbesuch jederzeit zur Verfügung gestellt werden
    kann, dann aber die Strukturen die dies ermöglichen, verteufelt werden.
    Alles in allem sind mir das zu schlecht recherchiert, um damit wirklich ernsthafte Konzepte diskutieren zu können. Ich mache Planung beruflich, und ich weiß wie komplex die Geschichte ist, mit solchen Grundlagen wie du sie zum Teil lieferst, kommt man da nicht weit.

  15. #75
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    Hallo,

    Da gab es doch mal so einen Cartoon, der es recht gut beschreibt:

    Newsletter-Cave-1-.jpg

    Ich bin mir aber sicher, dass sie wenigstens eine sehr gute Lebensqualität hatten.

    Grüße
    SVen

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