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Thema: Rassistsicher Übergriff in Straßenbahn

  1. #31
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    Zitat Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
    ich war 12, der war 13 und stärker und hat übelst ein nettes mädchen beleidigt.
    glaubst du, ich war da "in der antifa"?
    Zwischen Links und Antifa ist doch noch ein Unterschied?
    Ich kenn mich allerdings mit der Altersstruktur in diesen Gruppen nicht so aus.

    Zitat Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
    wenn nicht, macht deine aussage keinen sinn.
    aber wahrscheinlich war ich ein 12 jähriger linker gewalttäter....
    Im Moment klingt das eher wie ein edler Ritter

  2. #32
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    Zitat Zitat von Dastin Beitrag anzeigen
    concrete jungle : ich denke mal aus angst und das weg schieben, der verantwortung auf die anderen fahrgäste.
    Da muss mensch sich meiner Erfahrung nach meist nur schon im Aufbau dazwischenstellen. Gut, das vorvorletzte Mal stand ich da gut 15 Minuten. Erst auf dem Bahnsteig und dann gingen die drei (2:1) auch noch durch die gleiche Tür in die Bahn.
    Für mich war das im Video auch eher was halbherziges. Sich hinter der Beinlänge verstecken.

    Mache das gar nicht nur aus besserem Wissen. Auch um nicht mit zum Opfer zu werden. Wir nannten das früher immer "eine ganze Bahn koitieren". Das Zuschauergesockse kam gleich mit auf die Kerbenleiste.

    Noch einmal jung sein :

    Das Gürteltier
    "We are voices in our head." - Deadpool

  3. #33
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    Meine Haltung bei sowas:
    Wenns geht, interveniere ich, schaffe Öffentlichkeit,
    helfe auch, petze sogar mal (still really not liking that...).

    In Großstädten wird mir sonst die Bahn / der ÖPNV zu sehr
    vollgepisst / geschissen mit solchem und anderem kranken
    Verhalten - sich ausagieren auf Kosten anderer = no way!

  4. #34
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    Zitat Zitat von hand-werker Beitrag anzeigen
    Exakt, ist ein bekanntes Phänomen: Je mehr Leute da sind, desto weniger fühlt sich der Einzelne zur Hilfe verpflichtet ("...könnten ja auch die anderen was sagen, warum ich?").
    Das halt ich für ein Gerücht und entspringt wahrscheinlich dem gleichen selbstwert-bewahrenden Phänomen, wie die in den 60ern aufgebrachte Beschwichtigung: es kommt nicht auf die Größe an.

    Oder glaubt wirklich einer, das jemand, der mit dem Opfer und Täter alleine im Abteil ist, dann plötzlich unter dem fehlenden Gefühl: huch, da ist ja niemand anderes, der was sagen, machen könnte; aufsteht und handelt?

    Eher ist das Gegenteil der Fall, je weniger anwesend, desto weniger Mut.

  5. #35
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    Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen
    Zwischen Links und Antifa ist doch noch ein Unterschied?
    Ja, gibt bspw. auch Linke, die sich für palästinensische Rechte einsetzen und Israel kritisch sind. Darüber können Linke und Antifa durchaus untereinander in Streit geraten.

  6. #36
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    Das halt ich für ein Gerücht und entspringt wahrscheinlich dem gleichen selbstwert-bewahrenden Phänomen, wie die in den 60ern aufgebrachte Beschwichtigung: es kommt nicht auf die Größe an.
    Aha.
    Dass die Größe eine Rolle spielt, ist Allgemeingut, und selbst die sprichwörtliche Merkregel ist differenzierter, da sie doch zwischen der "Größe" in verschiedenen Dimensionen unterscheidet.
    ("Lang uns schmal, der Frauen Qual, kurz und dick, der Frauen Glück")
    Man kann das auch plausibel erklären, da ein dickerer Penis die Vagina und die sie an der sensibleren Öffnung umfassenden Schenkel der Klitoris mehr dehnt und reizt, während ein sehr langer Penis geeignet ist, an die Gebärmutteröffnung anzustoßen, was von vielen Frauen als unangenehm empfunden wird.
    Natürlich gibt es da auch Ausnahmen und ein all zu kurzer Penis oder ein all zu dicker sind nun auch nicht anzustreben. Es gibt da eine Optimumsmatrix.
    Die Beschwichtigung wurde nach meiner Vermutung eher von Frauen gegenüber nicht ganz so gut ausgestatteten Männern ausgesprochen, um deren Gefühle nicht zu verletzen.
    Ob die sich gegenüber ihren Freundinnen genauso äußerten, steht auf einem anderen Blatt.
    Ich kannte mal eine Frau, die mir gegenüber eher negativ über ihre (schmerzhaften) Erlebnisse mit dem sehr großen Penis ihres Exmannes äußerte, allerdings im nächsten Satz die Hoffnung ausdrückte, dass ihre Söhne diese Eigenschaft ihres Vaters geerbt hätten....
    Naja, das Auge isst ja mit...

    Wie man sieht, kann man sich mit so gut wie allen Themen genauer beschäftigen, als halt das erste, was einem in den Sinn kommt und in das eigene Weltbild passt, anzunehmen.
    So auch mit der Frage der Zivilcourage und der Einfluss der Verantwortungsdiffusion:


    Mit steigender Anzahl an passiven Beobachtern sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass
    eine einzelne Person Hilfeleistung zeigt, gleichzeitig steigt die Zeit, die vergeht, bis jemand hilft. Dieses
    Phänomen wird als Bystander-Effekt bezeichnet
    (Latané & Darley, 1970, 1976). Zu den Ursachen des
    Effekts zählen die sog. „pluralistische Ignoranz“, Verantwortungsdiffusion und Bewertungsangst. Diese
    Aspekte können den schrittweisen Prozess zur tatsächlichen Hilfeleistung unterbrechen und so
    Hilfeverhalten hemmen oder sogar gänzlich verhindern.
    Gerade wenn eine Situation mehrdeutig
    erscheint, versuchen Menschen oft, sich an der Reaktion der anderen Anwesenden zu orientieren.
    Bleiben diese untätig, geht man davon aus, dass sie die Situation als harmlos einschätzen. Somit ist die
    Interpretation einer nicht ganz eindeutigen Situation als Notfall (Phase 2) umso unwahrscheinlicher und
    schwieriger, je mehr anwesende Beobachter den Anschein erwecken, die Situation als ungefährlich
    bzw. als kein Eingreifen erfordernd einzustufen. Wie es bereits der Name des Phänomens „pluralistische
    Ignoranz“ ausdrückt, werden also die ausbleibenden Reaktionen der Mitmenschen als
    Interpretationshilfe in die eigene Situationseinschätzung miteingebunden und können so ein helfendes
    Eingreifen hemmen bzw. verhindern. Zusätzlich sinkt mit der zunehmenden Anzahl der Anwesenden
    das Verantwortungsgefühl des Einzelnen (d. h. die Verantwortung „diffundiert“ bzw. verteilt sich über
    alle Anwesenden; Phänomen der Verantwortungsdiffusion in Phase 3).
    Doch selbst wenn die Situation
    korrekt als Notsituation interpretiert und Verantwortung übernommen worden ist, kann zuletzt auch die
    Angst vor negativer Bewertung durch die Mitmenschen zu einer sozialen Hemmung bezüglich der
    Ausführung der Hilfeleistung führen (Bewertungsangst in Phase 5)


    https://www.researchgate.net/publica...181be/download


    Oder glaubt wirklich einer, das jemand, der mit dem Opfer und Täter alleine im Abteil ist, dann plötzlich unter dem fehlenden Gefühl: huch, da ist ja niemand anderes, der was sagen, machen könnte; aufsteht und handelt?
    Da scheint mir das Wort "fehlende" fehl am Platze?
    Eine genauere und differenzierte Betrachtung (die freilich von den Freunden schlichthirniger Grobbetrachtungen gerne als "Erbsenzählen" oder "Korinthenkacken" abglehnt wird) kann auch hier IMO weiterhelfen.
    In obigem Zitat ist von verschiedenen Phasen die Rede, dabei wird auf dieses Modell Bezug genommen:



    Wie man sieht, ist die Einschätzung der eigenen Verantwortung nur ein Teil des Prozesses.
    Je mehr Leute da sind, die etwas tun können, desto weniger fühlt sich der einzelne verantwortlich.
    (TEAM: Toll ein anderer Machts)
    Aber nur weil jemand sich in der Verantwortung sieht, heißt das nicht, dass er handelt.
    Der größeren Verantwortung steht eben dieser Effekt gegenüber, der in Phase 4 zum Tragen kommt:

    je weniger anwesend, desto weniger Mut.
    Wobei ich nicht sagen würde weniger "Mut" (im Sinne von Risikobereitschaft), sondern der Mut ist der gleiche, nur das Risiko wird als größer wahrgenommen.
    Wenn ich risikobereit genug bin, in einer Gruppe von 10 Personen gegen einen Gewalttäter vorzugehen, dann kann die gleiche Risikobereitschaft nicht ausreichen, in einer 1zu1-Situation zu handeln.
    Es ist also nicht ein entweder oder, sondern es gibt verschiedene Einflussfaktoren, auf die die Anzahl der Personen unterschiedliche Wirkung hat:
    Je mehr Personen da sind, desto weniger fühlt sich der Einzelne verantwortlich.
    Je mehr Personen da sind, desto weniger Risiko gibt es für den Einzelnen - als Teil einer Gruppe - einzuschreiten.
    Als Teil einer Gruppe, denn wenn man sieht, dass da einer verprügelt wird und keiner schreitet ein, könnte man zu dem Schluss gelangen, dass die anderen auch nicht einschreiten, wenn da halt noch einer verprügelt wird.
    Daher ja die übliche Empfehlung, die anderen gezielt individuell anzusprechen und ihnen dann konkrete persönliche Verantwortung zu übertragen und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit nicht alleine, sondern als Gruppe zu handeln erhöhen und damit das Risiko für den Einzelnen zu vermindern.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Geändert von Pansapiens (29-04-2021 um 06:58 Uhr)

  7. #37
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    Zitat Zitat von ETARAK Beitrag anzeigen
    Das halt ich für ein Gerücht und entspringt wahrscheinlich dem gleichen selbstwert-bewahrenden Phänomen, wie die in den 60ern aufgebrachte Beschwichtigung: es kommt nicht auf die Größe an.
    Nö, dass ist sogar ganz gut untersucht (in Bezug auf Erste Hilfe). Entschuldigt aber trotzdem nicht passiv dabei zu stehen.

  8. #38
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    Jep, die gängige Leermeinung.

    Da kommen dann immer schön Vergleiche zum tragen, wie das Meinungsäußern oder die Erste-Hilfeleistung.

    Das geht aber alles ziemlich an meinen empirischen Daten vorbei.

    Ich sag ja, da "wirkt" ein Phänomen, dass unser Selbstwertgefühl nicht gefährden darf.

    Der Tipp mit dem Ansprechen, in Verantwortung nehmen von Beiständern wirkt - das bedeutet aber nicht, dass die restliche Theorie das Gesamte richtig erklärt.

  9. #39
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    Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen
    Gibt es eigentlich verlässliche Quellen, dass der einzige Auslöser die vermeintliche Herkunft des Getretenen war?
    Danke, endlich auf Mitte Seite 2 eine derartige Frage.

    Ich selbst habe das das im Video zu sehende Angreifen einer Person, die nur dasitzt anderswo verurteilt (insbesondere, wenn man Jemandem ausgerechnet gegen den Kopf tritt) und mir eine entsprechend hohe Strafe gewünscht. Ich habe dann aber auch in die Runde gefragt, da der Dialog m.A.n. darauf hinweisen könnte, ob es nicht möglicherweise eine Vorgeschichte gibt. Auch wenn einem der Fahrradfahrer nicht sympathisch ist, seine Akltion verdammungswürdig und er selbst kein unbeschriebenes Blatt, so ist m.A.n. trotzdem die Regel, nach immer auch der Kontext zu beachten ist, hier nicht außer Kraft gesetzt. Zumindest für das Strafmaß (das wie gesagt gerne höher ausfallen darf) kann es schon relevant sein, ob man eine andere Person körperlich attackiert, nur weil einem deren Nase nicht gefällt oder ob man zuvor von dieser Person z.B. zuvor gemaßregelt wurde oder von ihr als Querdenker, Coronaleugner, Covidiot oder gar Nazi bezeichnet worden ist (wenn dann sowieso Neonazi, denn der Fahrradfahrer dürfte deutlich jünger als Mitte 80 sein).




    Zitat Zitat von Kusagras Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Pansapiens Beitrag anzeigen
    Gibt es eigentlich verlässliche Quellen, dass der einzige Auslöser die vermeintliche Herkunft des Getretenen war?
    Ich habe bisher nichts gegenteiliges ausmachen können. Der Täter hat ja auch schon einiges auf dem Kerbholz.... . Dürfte passen.
    Wow, so schnell kann's gehen,braucht's eigentlich gar keinen Prozess mehr. Bei aller nachvollziehbaren Empörung bin ich doch froh, dass Urteilsfindungen idealerweise auf mehr als einem "Böse verdienen's halt." beruhen.

  10. #40
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    Mit "Du kommst hier in mein Land" meinte er sicher das Land Thüringen.
    "Man kann Leuten nicht verbieten, ein ***** zu sein." (Descartes)

  11. #41
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    Zitat Zitat von shinken-shôbu Beitrag anzeigen
    wenn dann sowieso Neonazi, denn der Fahrradfahrer dürfte deutlich jünger als Mitte 80 sein
    hä?

    nazi = nazionalsozialist, anhänger der nationalsozialistischen ideologie. da kann man dann noch mal unterscheiden zwischen "old school" und neueren abwandlungen. aber ein anhänger einer nationalsozialistischen ideologie ist nun mal ein nazi.
    ob dieser herr nun ideologisch nationalsozialist ist oder aber ein rassist ohne führerkult oder ein militanter fremdenfeindlicher nationalist ohne antisemitismus oder oder oder... nun das bleibt natürlich offen.
    die sprüche zur handlung sind jedoch eindeutig: zumindest rassist/fremdenfeind und gewalttätig. das bei diesen leuten i.d.r. noch mehr aus dem "nazi-ideologie" katalog in der birne ist, ist relativ wahrscheinlich, ob aber alle punkte erfüllt sind... wer kann es wissen...

    miese ratte - so oder so
    und es interessiert mich 0, ob die vorher ne diskussion hatten oder nicht. der kleine saß auf dem sitz und der schläger tritt ihm ins gesicht, ohne körperlich angegriffen worden zu sein - in dem moment wohl nicht mal verbal. das reicht doch.
    "I prefer them to be awake when I severe their arms and beat them to death with it." Maul Mornie und sein Verhältnis zu k.o.s

  12. #42
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    Genau,....
    Danke dafür!
    Hx

  13. #43
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    Über eine Vorgeschichte ist m.W. nach nichts bekannt. In dem Video sieht man nur die Tat. Mal schauen ob da noch mehr herauskommt wenn es zum Prozeß kommt. Ich gebe zu Bedenken, daß es in den letzten Jahren Fälle gab, die durch die Medien gingen und im Laufe des Verfahrens - bspw. durch Zeugen - der Tatverlauf anders war, als die Öffentlichkeit so vermutet hatte. Von daher, immer Vorsicht mit Vorverurteilungen, auch wenn man die vollendete Tat im Video sieht. Auch der Täter hat ein Recht auf Verteidigung.

  14. #44
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    Hast du dir das Video angeschaut? Und verstanden?
    Was willst du denn da verteidigen?
    Ich kenne Erfurt und Thüringen und hatte des öfteren Kontakt mit derlei "netten" Menschen, das ist da leider an der Tagesordnung.
    Was soll der Junge denn gemacht haben, das er so was verdient? Ihn zu Recht auf die mangelnde Maske angesprochen haben? Reicht das, oder wie?
    Mir ist zwei Wochen vor diesem Fall etwas ähnliches in Arnstadt (Nähe Erfurt) passiert, nur halt ich eben nicht das Maul und bin kein Opfer, da sah es dann zum Glück etwas anders aus und endete nur in Bedrohungen und Beleidigungen.
    Nix Vorverurteilung, ich übersetze dir seinen Dialekt auch gern ins Verständliche, wenn´s nur daran liegt.
    Willi....
    Geändert von hennoxxx (29-04-2021 um 19:28 Uhr)

  15. #45
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    Zitat Zitat von Willi von der Heide Beitrag anzeigen
    Über eine Vorgeschichte ist m.W. nach nichts bekannt. In dem Video sieht man nur die Tat. Mal schauen ob da noch mehr herauskommt wenn es zum Prozeß kommt. Ich gebe zu Bedenken, daß es in den letzten Jahren Fälle gab, die durch die Medien gingen und im Laufe des Verfahrens - bspw. durch Zeugen - der Tatverlauf anders war, als die Öffentlichkeit so vermutet hatte. Von daher, immer Vorsicht mit Vorverurteilungen, auch wenn man die vollendete Tat im Video sieht. Auch der Täter hat ein Recht auf Verteidigung.
    Richtig, genau darauf will ich hinaus, auch wenn die Aktion des Fahrradfahrers unbedingt zu bestrafen ist. Wie genau, darüber sollten wir aber eben nicht vorschnell urteilen.





    Zitat Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
    hä?

    nazi = nazionalsozialist, anhänger der nationalsozialistischen ideologie. da kann man dann noch mal unterscheiden zwischen "old school" und neueren abwandlungen. aber ein anhänger einer nationalsozialistischen ideologie ist nun mal ein nazi.
    ob dieser herr nun ideologisch nationalsozialist ist oder aber ein rassist ohne führerkult oder ein militanter fremdenfeindlicher nationalist ohne antisemitismus oder oder oder... nun das bleibt natürlich offen.
    die sprüche zur handlung sind jedoch eindeutig: zumindest rassist/fremdenfeind und gewalttätig. das bei diesen leuten i.d.r. noch mehr aus dem "nazi-ideologie" katalog in der birne ist, ist relativ wahrscheinlich, ob aber alle punkte erfüllt sind... wer kann es wissen...
    Leider finde ich den Text nicht mehr, wo ich anderswo etwas genauer dargelegt hatte, dass ich selbst allein schon aus Respekt vor den Opfern einer menschenverachtenden Folter- und Tötungsmaschinerie die ihresgleichen sucht nicht alles was rechts ist lapidar als Nazi bezeichnen würde. Ich zitiere nachfolgend aber mal aus einem anderen Post von mir:

    stellvertretend an Sie - reiner Zufall, da mir Ihr Post gerade angezeigt wurde - einmal eine Sache, die mir völlig unabhängig vom eigentlichen Inhalt mittlerweile unglaublich auf den Senkel geht (ich selbst bin übrigens eher links ausgerichtet).
    Ich denke, die Nazis die Sie ansprechen gibt es kaum noch. Seit fast 76 Jahren ist der Zweite Weltkrieg vorbei und selbst wenn ich davon ausgehe, dass eine Person, die zu diesem Zeitpunkt vielleicht 8-10 Jahre alt war bereits nazistisch
    indoktriniert gewesen sein könnte, müsste diese heute 84 Jahre oder älter sein. Ich bin u.a. aus diesem Grund der Ansicht, dass sich die gemeinte Masse heutzutage kaum noch aus echten Nazis zusammensetzen dürfte und dass echte Nazis
    eher nicht in größeren Mengen rollatorlos durch die Straßen ziehen.
    Warum kann man nicht einfach von Neonazis reden, oder vielleicht sogar mal schauen, ob diese Neonazis je nach Kontext u.U. nicht einfach nur "Rechte" sind (es sieht sich ja auch nicht jeder Linke automatisch bei den Grünen verortet).
    Ich wurde seinerzeit auf recht interessante Weise als Westberliner ungewollt eingezogen und bin dann per Zwang zwecks Ableistung des Wehrdienstes im tiefsten Osten gelandet. Erst nach Monaten flog ich als verhasster "Wessi" auf bzw.
    outete micht bei einer passenden Gelegenheit bewusst als solcher. Ich habe in dieser Zeit für mich die Einsicht gewonnen, dass das Problem der leichten bis hin zur extremen Rechtslastigkeit mehr als ein simples "Er/Sie hasst halt Ausländer."
    umfasst.
    Auch wenn ich seither bewusst grob zwischen "Rechten" und Neonazis unterscheide, verstehe ich durchaus, dass andere Personen je nach ihrem persönlichen Werdegang das nicht tun werden.
    Zumindest eine bewusste Unterscheidung zwischen echten Nazis und Neonazis sollte aber jeder Person zugemutet werden können.
    Tut man dies nicht, macht man m.A.n. genau das, was man "den" Rechten kontinuierlich vorwirft: man vereinfacht Dinge unstatthaft, weil einem die notwendige differenzierte Betrachtung zu kompliziert ist.

    Auf diese Weise wirft man dann letztlich womöglich auch selbst mehr mit spaltenden Parolen statt zielführenden Argumenten um sich.

    Mir ist bewusst dass man sehr weit links und sehr weit rechts nicht Alle wird abholen können aber ich weiß auch, dass manche Personen v.a. durch ihre gefühlte oder auch echte Brandmarkung als dieses oder jenes
    ungünstige Kurse angesteuert haben. Auf lange Sicht wird eine Einigung, ein friedliches Miteinander nahezu ALLER nur durch einen Dialog erreicht werden können nicht durch weitere Spaltung.
    CORONA macht uns derzeit ja deutlich, was bei uns falsch läuft. Man könnte fast den Eindruck gewinnen es gäbe nur noch willige Systemschafe und Covidioten, dazwischen aber rein gar nichts. "Wer nicht völlig meiner Meinung ist,
    kann nur mein Feind sein!", scheint die Devise zu lauten. Meiner Ansicht nach kann niemals etwas Gutes daraus erwachsen, dass ein großer Teil der Menschen einer Gesellschaft aus tatsächlich oder nur gefühlt berechtigter Angst
    vor Repressalien sich selbst zum Schweigen verdammt. Ich vermisse oft die gute alte Streitkultur, bei der es in Diskussionen durchaus mal hitziger zugehen konnte aber bei der am Ende auch alle Seiten das Gefühl hatten, für sich
    etwas mitgenommen zu haben - egal ob man seine eigene Meinung aufgrund der jeweiligen Diskussion geändert hat oder nicht.



    Zitat Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
    miese ratte - so oder so
    und es interessiert mich 0, ob die vorher ne diskussion hatten oder nicht. der kleine saß auf dem sitz und der schläger tritt ihm ins gesicht, ohne körperlich angegriffen worden zu sein - in dem moment wohl nicht mal verbal. das reicht doch.
    Offenbar reicht es nicht, um sich ein umfassendes Gesamtbild zu machen, sonst bräuchte es nur (ggf. nach Schauprozessen präsentierte) Urteilsverkündungen oder gar überhaupt keine Prozesse mehr. Ich bin froh, dass wir solche Zustände mittlerweile nicht mehr haben. Dazu bzw. was mich bewegt, vielleicht nochmal aus einem weiteren forumfernen Post von mir:

    Ich denke - auch wenn ich seinem Text dem Wesen nach insgesamt zustimme - [Personenname] irrt, wenn er glaubt (eigene) Meinungsfreiheit beinhalte auch das Recht, Beleidigungen gegenüber Andersdenkenden zu äußern.
    Niemand wird sich jenseits irgendwelcher satirischen Beiträge als Covidiot oder Nazi (ggf. der/die eine oder andere Ü80 je nach Lebenslauf mal Außen vor) betiteln lassen müssen.
    Selbstverständlich können Leute ihre Meinung frei äußern und andere Leute wiederum deren Meinung nicht im geringsten teilen und dieser ebenso frei widersprechen. Beide Seiten müssen in einer Demokratie
    - natürlich nur im gesetzlich vorgegebenen Rahmen - aushalten, dass die eigene Meinung fernab des eigenen Empfindens nicht mehr wiegt als jede andere von dieser leicht oder auch völlig abweichende Ansicht.
    Interessant finde ich persönlich übrigens, dass laut Berliner Polizei (mag anderswo nicht so sein) bei den sogenannten Querdenker-Demos die Zusammensetzung der Teilnehmer alles andere als so eindeutig rechtslastig
    - auch was die Gewalt betrifft - zu sein scheint, wie es zuvor gerne in den Medien suggeriert worden ist.
    Nichtsdestotrotz bereiten mir sowohl ein Rechtsruck von Teilen der Gesellschaft, als auch ein entsprechender Linksruck, durchaus Sorgen. Die Geschichte hat gezeigt, das es weder ganz rechts,
    noch ganz links für den wirklich(!) friedliebenden Menschen einen sonnigen Platz zum Leben gibt.


    Nachtrag:
    Ich sehe mich ja relativ weit links angesiedelt, habe aber sehr verschiedene Personenkreise kennenlernen dürfen/müssen in meinem Leben (wodurch ich mich als geduldiger Zuhörer mittlerweile
    auch in mir völlig widerstrebende Denkmuster teils gut einfühlenn kann).
    Umso ärgerlicher macht es mich, dass ich (in einem als links zu bezeichnenden Milieu lebend) manchmal das Gefühl habe, außer mir und ein paar Rentnern geht den Leuten hier der Schutz Anderer - abseits irgendwelcher
    Querdenker-Demo-Verurteilungen - völlig am Popo vorbei. Keine Maske im Gesicht außer im Laden und natürlich in den Wohnungen ständig Treffen, die garantiert mit mehr als nur einer haushaltsfremden Person stattfinden.☹

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