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Thema: Können ohne zu berühren beurteilen

  1. #1
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    Standard Können ohne zu berühren beurteilen

    Da wir hier virtuell unterwegs sind und auch viele Videos von around the Globe schauen können, stellt sich mir die Frage, wie Fähigkeiten nur durch Beobachtung identifieziert werden können.
    Worauf achtet ihr, wenn ihr jemanden die Form laufen seht? Was würde euch dazu bewegen die Schule oder ein Seminar von jemandem zu besuchen, den ihr erst auf Youtube gesehen habt?

    Gerne auch betr. Formlauf und Anwendungen. Wenn ihr jemanden nur seht aber nicht mir ihm/ihr trainiert habt. Was macht es aus das ihr sagt, der kann vermutlich (IMA, Taiji spezifisch) was.

  2. #2
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    würdest Du die Frage auch in einem Fußballforum stellen?
    bißchen allgemein oder?
    zumal Form-, Seminar-, Anwendungs-, Demonstrations-, Drill-, Sparrings-, Freikampf, xxxvideos ja auch nicht vergleichbar sind.
    das Erkennen von skills setzt ja noch nicht ´mal voraus, das man die selbst hat

  3. #3
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    Die Bewegungsqualität muß stimmen, und die Anwendungen müssen sowohl in didaktisch sinnvollen Drills als auch im freien Spiel trainiert werden. Es muß im Waffenkontext stimmig sein und darf keine Duellsituation mit idealen Distanzen und hindernisfreiem ebenem Boden voraussetzen. Nur Bewegungsmechanik ohne Kampfausbildung oder Kampftraining ohne zugrundeliegende Bewegungslehre machen für mich keinen Sinn (mehr). Und für Wettkanpfsport bin ich eh zu alt und zu kaputt. Es muß also ein ganzheitliches Lehr- und Trainingssysten fürs richtige Leben sein.

  4. #4
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    mensch muss das gezeigte verstehen wollen.

    sowohl hier im forum, als auch auf yt gibt es da oftmals (ideologische) pferdeklappen.

  5. #5
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    Zitat Zitat von Chester Beitrag anzeigen
    Da wir hier virtuell unterwegs sind und auch viele Videos von around the Globe schauen können, stellt sich mir die Frage, wie Fähigkeiten nur durch Beobachtung identifieziert werden können.
    Worauf achtet ihr, wenn ihr jemanden die Form laufen seht? Was würde euch dazu bewegen die Schule oder ein Seminar von jemandem zu besuchen, den ihr erst auf Youtube gesehen habt?

    Gerne auch betr. Formlauf und Anwendungen. Wenn ihr jemanden nur seht aber nicht mir ihm/ihr trainiert habt. Was macht es aus das ihr sagt, der kann vermutlich (IMA, Taiji spezifisch) was.
    ich spüre das im körper beim gucken (wobei das natürlich eher auf gezeigtes zutrifft, das ich als nicht-tcma mensch IM PRINZIP und manchmal auch nur in kleinerer/engerer ausführung von woanders her kenne und auf moves, die man deutlich sehen kann und die meinem verständnis funktionaler bewegung in den KK genug entspricht, um es beim sehen fühlen zu können).

    ist das dann mit sicherheit die grundlage für eine zutreffende einschätzung?
    nein, aber zumindest ein ansatzpunkt von dem aus man lobende/kritische bemerkungen machen und sich, wenn es denn ne fehleinschätzung war, durch begründeten widerspruch eines besseren belehren lassen kann.
    Geändert von amasbaal (24-08-2021 um 14:33 Uhr)
    "I prefer them to be awake when I severe their arms and beat them to death with it." Maul Mornie und sein Verhältnis zu k.o.s

  6. #6
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    Zitat Zitat von big X Beitrag anzeigen
    mensch muss das gezeigte verstehen wollen.

    sowohl hier im forum, als auch auf yt gibt es da oftmals (ideologische) pferdeklappen.
    Das stimmt allerdings.

  7. #7
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    Persönlich tue ich mir extrem schwer, die ich sag mal feineren Skills und Qualitäten anhand von Videos einzuschätzen.
    Wirklich Grobes/Schlechtes kann ich denke ich schon erkennen.
    Aber wie gut etwas ist?

    Dazu kommt, dass ich von für mein Empfinden guten Leuten die ich selbst auch live kenne (solchen, die weit besser sind als ich selbst) einiges an diametralen Einschätzungen bezüglich der Einschätzung von Video-Darbietungen anderer Leute kennengelernt habe. Und bei Leuten die ich jetzt irgendwo grob auf meinem Level anordnen würde sind die Meinungen auch nicht unbedingt einheitlich.

    Insofern gebe ich eigentlich nix darauf und schaue auch kaum was.
    Das Leben ist groß.

  8. #8
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    Bei Formlauf schaue ich z.B. immer auf die Finger. Wie bewegen sich die, sind sie steif oder 'offen'.
    Sieht ein Schlag aus wie ein statischer Shotokan Fauststoss eines nicht Dan-trägers oder eben mehr wie Fajin.
    Evtl. auch ob die Augen offen sind. Ist er zu sehr in sich gekehrt ist die Balance zwischen innen und aussen noch nicht da.

    Da wir im IMA Bereich sind, geht es (in heutigen Zeiten) auch nicht bloss um Kampfkraft.

    Natürlich kann man da nichts abschliessend beurteilen und kann man immer mal daneben liegen.
    Insbesondere weil in anderen Stilen oder anderen Schulen andere Schwerpunkte gesetzt werden oder gar Dinge enthalten sind die einem selbst (noch) unbekannt sind.

    Ich beobachtete auch mal eine Schule die meines Erachtens die Form schrecklich lief, doch das Fajin war Hammer!
    Hat mich echt überrascht und ich lag mit meiner ersten Einschätzung ziemlich daneben.

    Trotzdem werden im Forum immer wieder Video gezeigt und beurteilt. Daher interessiert mich einfach worauf ihr achtet.
    Auf Fussball und Cricket können wir verzichten. Bleiben wir doch bei den chinesischen sogenannten Internen.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Affenherz Beitrag anzeigen
    Die Bewegungsqualität muß stimmen, und die Anwendungen müssen sowohl in didaktisch sinnvollen Drills als auch im freien Spiel trainiert werden. Es muß im Waffenkontext stimmig sein und darf keine Duellsituation mit idealen Distanzen und hindernisfreiem ebenem Boden voraussetzen. Nur Bewegungsmechanik ohne Kampfausbildung oder Kampftraining ohne zugrundeliegende Bewegungslehre machen für mich keinen Sinn (mehr). Und für Wettkanpfsport bin ich eh zu alt und zu kaputt. Es muß also ein ganzheitliches Lehr- und Trainingssysten fürs richtige Leben sein.
    Klingt wie die Suche nach dem Heiligen Gral. Wenn es dann noch eine authentische komplette Linie sein soll die das alles abdeckt, werden sich nicht viele Schulen finden lassen. (Was fehlt merkt man oft erst wenn man paar Jahre dabei ist)
    Oder ist dir eine funktionale Kampfkunst zur Zeit wichtiger und die (angeblichen) gesundheitsfördernden Aspekte dabei nebensächlich?
    (Lebensverlängernd scheint Taiji ja mal leider nicht zu sein)

  10. #10
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    Zitat Zitat von Chester Beitrag anzeigen
    Trotzdem werden im Forum immer wieder Video gezeigt und beurteilt. Daher interessiert mich einfach worauf ihr achtet.
    Die Frage, was mich bewegen würde, ein Seminar zu besuchen, hab ich beantwortet.
    Bei der Bewegungsqualität achte ich auf die Sachen, die ich zu erkennen gelernt habe. Weichheit, Spiralkraft, lockere Hüften, Verbundenheit, Körperhaltung eher kugelförmig wie im Chen oder kerzengerade, wohin zeigen die Bögen in der Struktur, wie werden Waffen gehalten und Lasten abgestützt. Manchmal kann man auch ganz gut erkennen, daß Bewegungen aus der Arbeit mit Visualisierungen und Gefühlen resultieren.

  11. #11
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    Einen wirklichen Eindruck bekommt man nur wenn man die Bewegung fühlt. Alles andere ist mehr oder weniger Abschätzen. Klar gibt es Dinge auf die man achtet, aber erst wenn man fühlt, weiß man wie qualitativ die Bewegung ist.

  12. #12
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    ich hatte deine Frage so verstanden, daß Du Dich auf beliebige Videos beziehst, die hier so gepostet werden
    also mal ein Formvideo, mal Anwendungsdemonstration, mal Erklärvideo
    wenn ich die bisherigen Antworten so sehe, passiert genau das, was ich eingangs bemängelt habe
    differenziere doch bitte genauer, worüber Du sprechen möchtest
    nur IMA? welche wären das? weaponhandling? bodymovement? erkennbare jin? Schönheit der Bewegung? Genauigkeit der Form?

  13. #13
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    Zitat Zitat von Björn Friedrich Beitrag anzeigen
    Einen wirklichen Eindruck bekommt man nur wenn man die Bewegung fühlt. Alles andere ist mehr oder weniger Abschätzen. Klar gibt es Dinge auf die man achtet, aber erst wenn man fühlt, weiß man wie qualitativ die Bewegung ist.
    meine worte... nur, woher weiß ich, ob ich das "richtige" fühle, also das, was der gefilmte mir tatsächlich vermitteln will. denn was man da fühlen kann, ist ja immer von den eigenen "bewegungs-/trainingserfahrungen" geprägt.
    ich "fühle" die clips auf basis von FMA, Silat/Kuntao und Boxen, aber nicht auf einer grundlage, die zb. Tai Chi beinhaltet. in Kuntao ist tcma ja "anwendungsmäßig" und von den lineages her mit drin und Silat und FMA haben ne menge aspekte, die "passen" können (selbst boxen!), aber intention/ziel und so einiges anderes (entsprechende "technik" und vorgehensweise) ist halt anders. mein blick, der dem fühlen vorausgeht, achtet entsprechend auf bestimmte dinge, während andere verborgen bleiben.
    Geändert von amasbaal (24-08-2021 um 21:54 Uhr)
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  14. #14
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    Ein interessantes Thema, kommt ja implizit immer wieder mal… falls ich ungefragt meine stilfremde ringerische Perspektive einwerfen darf: bei uns gibt es ja «Formen» an sich nicht, was es gibt, ist freies «Schattenringen» (shadow wrestling), nicht unähnlich dem bekannten «shadow boxing». Also unchoreografiert, frei zusammengestellt und praktisch ein Kampf gegen einen imaginären Gegner. Die Meinungen dazu sind geteilt, es gibt aber einige bekannte Verfechter, z.B. John Smith (ja, DER John Smith Wer ihn nicht kennen sollte – zweifacher Olympiasieger und vierfacher Weltmeister im Freistilringen und als Trainer der Hauptgrund, warum die Ringerwelt weiss, wo die Oklahoma State University liegt). Laut Smith sollte man an den Punkt kommen, wo man einen Gegner nach dessen Soloübungen einschätzen kann. Implizit sagt er damit, dass man sich diesen Punkt erst erarbeiten muss, indem man selbst massenhaft sowas gemacht hat. Beurteilt wird dabei nicht nur die Bewegungsqualität und Biomechanik an sich, sondern auch die Zusammenstellung der Übungen in Hinblick auf Vorbereitung, Durchführung und Weiterführung einer Technik. Dazu muss man wissen, dass Ringen entgegen der landläufigen Meinung sehr viel auf Taktik und Täuschung (Finten) beruht. Mit anderen Worten, man schätzt ein, ob die Person mit dem gezeigten eine Chance hätte, gegen einen selbst damit durchzukommen («hätte ich ihm das abgekauft» und «hätte ich das kontern können, falls er an den Punkt kommt»). Ich war selbst lange Zeit dem Trainingsmittel gegenüber sehr skeptisch, weil ich mich vergeblich daran versucht habe (und mir Gene LeBell’s «Kata is bullshit» - paraphrasiert - nachhaltig im Hinterkopf geblieben ist). Ich hatte dann aber ein «AHA!»-Erlebnis, nachdem ich im Training mehrere Monate lang dazu angehalten worden war, ein und die selbe Technik ein paar hundertmal pro Training am Partner zu üben. So stand ich dann eines Abends alleine auf der Matte und habe aus Langeweile zwischen zwei Sets Ringerpuppenwürfen mit dem Schattenringen angefangen. Und siehe da, plötzlich konnte ich den imaginären Gegner nicht nur «sehen» - was mir bis dato immer ziemlich unmöglich war – sondern auch «fühlen». Man könnte sagen, mir ist plötzlich der «intent» bei dem Trainingsmittel gekommen. Und genau danach halte ich Ausschau. Das bestärkt aus meiner Sicht Smith’s implizite Aussage noch mehr – ich muss die Techniken selbst in- und auswendig kennen, um zwischen «Vortanzen» und einem «realen» Kampfdrill unterscheiden zu können. Klingt etwas philosophisch, aber besser kann ichs grad nicht ausdrücken.

    Beste Grüsse
    Period.
    Link zu meinem Gratis-Ebook "Sei Stark!" über Krafttraining für Kampfsportler: https://archive.org/details/FlaisSeiStark1_1

  15. #15
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    Bei dem Thema muß ich (als alter Freund der Programmiersprache Python an "Duck typing" denken:
    If it walks like a duck and it quacks like a duck, then it must be a duck.
    Ebenso bei den Tai Chi-Videos:
    Wenn er aussieht wie ein Tai Chi-Meister und sich bewegt wie ein Tai Chi-Meister, dann wird es wohl ein Tai Chi-Meister sein.
    Don't just do something. Stand there.

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