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Thema: YinYang und so

  1. #61
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    Zitat Zitat von Chester Beitrag anzeigen
    Ein grosses Unterscheidungsmerkmals von Chen zu anderen Stilen des Taijis ist die rhytmische Gewschwindigkeit des Formlaufs.
    Gibts auch in anderen Stilen, Wu, Wudang usw. Ist vielleicht auch unterschiedlich in China und D

    Abgesehen von langsam und Fajin gibt es viele Bewegungen die schnell und dynamsisch eingeleitet werden. Dies generiert Wendigkeit z.B. für ein Block o.ä. Schnelle ansatzlose Bewegung durch ein 'Zwick' aus der Mitte.
    Einmal verstanden, kann das auf jede Bewegung übertragen werden, solange die Position ausbalanciert ist.
    Ja, soll aber in der Form nicht so schnell wie im Kampf ( die Physische Bewegung)

  2. #62
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    Zitat Zitat von scarabe Beitrag anzeigen
    Das ist ähnlich einem Ball, der zu Boden fällt und wieder hochspringt. Oder eine Spiralfeder, die zurückspringt (Kistenteufelchen).
    Im Chenarbeiten wir ja u.a. mit Qi und unterscheiden zwischen bzw. integrieren das physische Aufnehmen und Abgeben von gegnerischer Kraft mit dem inneren Aspekt. Also körperlich nehmen wir auf, komprimieren/spannen an und lassen dann -langsam oder schnell- den Körper zurück bzw wieder aus der Spannung/Kompression heraus.
    Vgl. Anspannen Gummiband/Schnelzen lassen oder lösen und es zieht sich selbst zurpck in seine Ursprungslänge.
    Oder Spiralfeder zusammendrücken und wieder loslassen.

    Die Kraft darf also bis zur Ferse in den Boden und kommt von da zurück. Kombiniert mit dem motorischen Aufnehmen/Abgeben entsteht dann dieser Rückstoß- bzw. Zurückschnalz-Effekt, den man nutzen kann, wenn das Timing stimmt- also der Gegner gerade am Ende seiner gerichteten Angriffskraft den "leeren" Punkt erreicht.

    War das einigermaßen verständlich?
    Ich glaube das mache ich einfach und musste dazu noch keine Spiralfeder nutzen.
    Habs sowieso nicht so mit Spiralen bin eher gerade ab überlegen wegen Vasektomie

    'Die Kraft kommt von da zurück' kann missversanden werden. Die Kraft bleibt da und expandiert zwischen Fuss und Hand.
    Geändert von Chester (18-09-2021 um 11:04 Uhr)

  3. #63
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    Zitat Zitat von Chester Beitrag anzeigen
    Form und Tuishou, damit die Kontaktkomponente und Erfahrungen daras einfliessen können.
    Daraus ergit sich ein funktionals Training das aber ohne SV noch nicht kampffähig macht. Aber eine gute Basis liefert.

    Mainstream Taiji ist nur Form und bisschen Tuishou. Ist eben so.
    Vor allem auch ein Zeitproblem, denn die meisten Leute- sofern sie nicht noch studieren- haben gar nicht genug Zeit oder Lust, um mindestens zweimal die Woche vernünftig Tuishou zu trainieren, aber auch ihre Formen usw. nicht zu vernachlässigen.
    Und oft dann keine Lust, lange genug an Routinen zu arbeiten, bis sie wirklich weich und rund arbeitren.
    Es gibt heute einfach so viel anderes im Leben, was auch noch Zeit braucht.

    In Bezug auf Pushen und die bashenden Spezialisten hier:

    Ich hatte mal einen Schüler, der international Polizei- und Kampfausbildungen gemacht hatte, zum Zuschauen mitgenommen auf eine DM. Also jemand, der von kämpferischer Praxis ein bisschen was verstand. Tusihou und Sanshou. Was für ein Gemöhre.
    Ich weiß ja aus der Zeit, als ich noch ab und zu zu Treffen ging, daß Tuishou hier selten wirklich "weich", rund und "raffiniert", aber trotzdem effektiv abläuft, aber es war schon ein arges Gezerre und Geschiebe. Auf einer DM hätte es schon besser sein können.
    Mein Schüler war sehr enttäuscht, denn er hatte sich doch erhofft, zumindest auf einer DM etwas mehr "Softskills" und feinere Techniken zu erleben. Es ist also alles relativ.
    Richtig gutes Tuishou habe ich schließlich erst bei Meister Wang erfahren.
    Die meisten "erfahrenen" Pusher hier, die auf andere herabsehen, dürfen also ruhig erst noch selber eine Weile weiterüben. So toll seid ihr (fast) alle nicht.
    (einige YMAA-Leute hab ich mal kennengelernt, die waren doch recht beachtlich unterwegs)
    Die anderen- sorry, Jungs. Ihr könnt selber auch besser Bashen als Tuishou.


    Aber wenn jemand mal die 8 Kräfte den einzelnen Abschnitten der beidhändigen Chen-Pushhandsroutine zuordnen möchte, würde mich das freuen. Dann brauche ich das selber nicht zu machen, bzw. spare mir die Schreiberei.

  4. #64
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    Zitat Zitat von Chester Beitrag anzeigen

    'Die Kraft kommt von da zurück' kann missversanden werden. Die Kraft bleibt da und expandiert zwischen Fuss und Hand.
    Sag Kraftrichtung kehrt um oder Einsatz. Ist ein Konzept und funktioniert. Die Energie läuft laut Konzept im Chen spiralig, das jeweilige Bein erfährt nur Druck. Korrekt positioniert kann man spiralig arbeiten. Knie zu weit innen oder vorm Fuß geht nix, hinteres Bein durchgedrückt statt Bogen wär auch kein Spiralprinzip möglich.
    Aber das ist eben spezifisch für Taiji, weiß nicht, ob es in anderen Stilen auch so bewußt zum Einsatz kommt.

    So. Ich in dann mal raus, Wochenende genießen

    Zu dem, was Dudarüber geschrieben hast, sag ich mal besser nichts.

  5. #65
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    Zitat Zitat von scarabe Beitrag anzeigen
    Die meisten "erfahrenen" Pusher hier, die auf andere herabsehen, dürfen also ruhig erst noch selber eine Weile weiterüben. So toll seid ihr (fast) alle nicht.
    (einige YMAA-Leute hab ich mal kennengelernt, die waren doch recht beachtlich unterwegs)
    Die anderen- sorry, Jungs. Ihr könnt selber auch besser Bashen als Tuishou.
    Ich mag Vorlagen

    Zitat Zitat von scarabe Beitrag anzeigen
    Willst Du mich provozieren oder bist Du einfach nur rüde und überheblich?
    na, was davon stimmt im Bezug auf dich jetzt^^?

    Ich würde sagen ich bin realistisch, oder hab ich mich geirrt und du übst Vollkontakt mit Waffen? Dann coole Sache, würde mich freuen mehr darüber von dir zu lesen
    Noli turbare circulos meos

  6. #66
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    Zitat Zitat von Chester Beitrag anzeigen
    Remain peng at all time.
    .
    Das ist die Forderung. So sollte es sein.

    Es ist immer peng. Peng ist die Grundlage, ein gewolltes Drücken, ableiten etc. ist nur ein gerichtetes Peng
    Kann Peng gerichtet sein ? ja , klar . Nur, ...... nicht jedes "gewollte Drücken " ist automatisch gerichtetes Peng . Das hatte ich mit dem Unterschied von Bewegung zu Bewegen , versucht zu beschreiben .

    Mir ging es also weniger darum , ob dann etwas "gewollt" ist , sondern WIE das "Gewollte" generiert wird . Und im diskutierten Fall , ging es darum , das NICHT aktiv mit den Armen gehoben wird ,im Sinne , "gegen" die Kraft des Anderen schiebend , sondern das sie der schon vorher , durch den Schritt und die Rumpfarbeit ,erzeugten Bewegung des Gegners , folgen .

    So wie du es beschreibst. Der Rumpf erzeugt das Loch und damit auch einen leicht veränderten Winkel im Vektor des Gegners und der Schritt erzeugt nun einen Schub , leicht gegen diesen Vektor . simples Scheren der Kräfte .
    Das geht aber nur wenn ich NICHT hebe. Denn heben würde meine Kraft GEGEN die Kraft des Gegners wenden und damit das Scheren verhindern .
    Die verstehen sehr wenig , die nur das verstehen , was sich erklären lässt. ( Marie v. Ebner-Eschenbach)

  7. #67
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    Zitat Zitat von Chester Beitrag anzeigen
    Das zweihändige Pushen im Taiji kann man übrigends sehr gut als Schlag/Block Drill üben, was dem Wing Chun schon eher nahe kommt. Oder Eher wie ein Energy-Drill aus den FMA.
    Dann wäre das pushen selbst die Taiji Variante von ChiSao.
    Leider wird der Schlag/Block Drill im Taiji meistens ignoriert. Aber rein aus meinem Gefühl, ist das woher das ganze aneinander rumeiern herkommt.
    .
    Yep , wenn man es handfester übt gibt es fast keine Unterschiede mehr zw. den Stilen ......Was die benutzten Konstellationen angeht .! (war vll. noch mal zu betonen)
    . Muss auch nicht gleich mit Schläge sein , denn Schläge verändern sofort das Spiel , in allem, . Schon allein durch die kleinen flexartigen Gegenbewegungen die bei Impulsen auf Extremitäten erzeugt werden , welche bei ruhigen Ausführungen soo nicht genutzt werden können.
    Genügt anfangs ordentlich zuzupacken und den Anderen wirklich bewegen , Hebeln , wollen , in seine Flanke kommen , kontrollieren wollen und dann sehen was von all den Kraftquläitäten real noch übrig blebt . Wie schnell ein Ausbreiten verloren geht und einem starren Entgegenhalten Platz macht . Wie schnell die Muskulatur fest wird und die Unterarme ihren Fischcharakter (entziehend) , verlieren , Hüfte verriegelt usw. ...wenn es handfester wird . ,,, aber genau dort im handfesten liegt ja der Sinn des Ganzen .
    und es ist auch ein großer Unterschied ob ich nunmit fixed Step arbeite oder mit Schritte ..Das Rootbeharren macht bei Schritte einfach keinen Sinn mehr ... der andere ist sofort in meiner Flanke wenn er weiss was er tut.
    Geändert von Cam67 (19-09-2021 um 17:36 Uhr)
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  8. #68
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    Im beidhändigen Chen Pushen sind alle Kräfte drin. Peng, Lu (lü) Ji, An, etc.
    Die Reihenfolge ist aber beim Partner Peng Ji Lu An An..
    Entsprechend passt auch die flapsige Bezeichnung "Armkreisen" nicht.

    Es gibt Pushen mit und ohne Schrittarbeit. Letzteres fand ich gewöhnungsbedürftig, weil ich aus Judo etc an sehr agile Beinarbeit gewöhnt war. Aber wenn man das nicht darf, bleibt nichts anderes übrig, als andere Skills zu vertiefen

    Und obwohl die Routinen erst mal rund und in gemäßigten Tempo geübt werden, ist alles drin, bzw sind alle Transitions in die Kampfaktion weich, rund und subtil möglich..
    Samt sämtlicher Vorlagen für Würfe, Hebel usw.
    Also auch Blocks, Schläge, Stöße...

    Die 8 Kräfte und 5 Richtungen sind ja kein leeres Konzept, sondern wie zuvor bei Yin und Yang schon beschrieben, kann man ihnen alles zuordnen.
    Stoß An, Wurf Lie usw., auch Schrittarbeit und alles, was machbar ist.

    Durch das langsame Üben und nach und nach Hinzufügen der Kampftechniken oder Anwendungen aus der fließenden Routine heraus erfährt und automatisiert man Abläufe, Timing und Instinkt.
    Und die Bewegung bleibt fließend, weich und rund ( zumindest bis zur Einwirkung auf den Gegner, die einen gewissen kraftvollen Impact erfordert bzw bedeutet)
    Adrenalin bleibt kontrolliert, Kopf und Emotionen bleiben beherrscht, Softskills und "Hören" Ting Jin werden trainiert usw.
    ( Mein Vater hat mir mal vom inzwischen leider verstorbenen Ringer Greiner, 5.Dan erzählt // PS EDIT: sorry, habe wohl Judoka Greiner und Ringer Schrenker verwechselt, beide Top/ Schrenker konnte sowas wohl auch - 40 bzw 50 Jahre her//, der seine Trainingspartner auch ganz weich und fließend werfen konnte, so daß sie kaum gemerkt haben, was passierte, bis sie lagen. Dieser Skill soll durch die Pushhands-Routinen u.a. erarbeitet werden.)

    Viele Leute überspringen das aus Ungeduld oder mangels Schulung und bringen stattdessen zu früh "harte", unrunde Aktionen aus anderem Kampfsport ein. So hat sich das dann zu etwas entwickelt, was oft nicht mehr wirklich nach Taiji- Prinzipien funktioniert.

    Es ist alles drin.
    Geändert von scarabe (18-09-2021 um 21:01 Uhr)

  9. #69
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    Zitat Zitat von scarabe Beitrag anzeigen
    I
    ( Mein Vater hat mir mal vom inzwischen leider verstorbenen Ringer Greiner, 5.Dan erzählt, der seine Trainingspartner auch ganz weich und fließend werfen konnte, so daß sie kaum gemerkt haben, was passierte, bis sie lagen. Dieser Skill soll durch die Pushhands-Routinen u.a. erarbeitet werden.)

    Viele Leute überspringen das aus Ungeduld oder mangels Schulung und bringen stattdessen zu früh "harte", unrunde Aktionen aus anderem Kampfsport ein. So hat sich das dann zu etwas entwickelt, was oft nicht mehr wirklich nach Taiji- Prinzipien funktioniert.

    Es ist alles drin.
    Klar können Ringer das . und warum ? Weil permanent mit Partner üben und das eben auch unkooperativ , da nur dadurch der Körper lernt auf Wechsel , auch innerhalb eines Wurfes , zu reagieren ,und wenn sie solo arbeiten ,dann diese wirkenden Kräfte der Partnerübung mit im Kopf haben .

    Du krtitierst das Einbringen aus anderen Kampfsport und gibts im selben Satz ein Beispiel für weiches Arbeiten aus Anderem Kampfsport . öhm , Grübel ...xd
    Die verstehen sehr wenig , die nur das verstehen , was sich erklären lässt. ( Marie v. Ebner-Eschenbach)

  10. #70
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    Zitat Zitat von Cam67 Beitrag anzeigen
    Klar können Ringer das . und warum ? Weil permanent mit Partner üben und das eben auch unkooperativ , da nur dadurch der Körper lernt auf Wechsel , auch innerhalb eines Wurfes , zu reagieren ,und wenn sie solo arbeiten ,dann diese wirkenden Kräfte der Partnerübung mit im Kopf haben .

    Du krtitierst das Einbringen aus anderen Kampfsport und gibts im selben Satz ein Beispiel für weiches Arbeiten aus Anderem Kampfsport . öhm , Grübel ...xd
    Nein, ich kritisiere dieses Einbringen zu früh, zum falschen Zeitpunkt bei oft gleichzeitigem Fehlen wichtiger Taiji-spezifischer Lerninhalte.

    Wer noch keine Struktur hat, nicht weich ist, nicht richtig verlagert oder spiralig agieren kann, usw. sollte noch etwas Geduld haben, sonst spannt er schnell zu stark an, arbeitet im falschen Moment mit zuviel Kraft usw.
    Und das einmal angewöhnt ist, ist es schwe wieder abzugewöhnen.

    Erst lernen und verstehen, dann üben und vertiefen und DANN auf alle mögliche Weise und mit allen möglichen Gegnern trainieren.



    Vgl.:
    Im Judo haben wir unsere Würfe ja auch erst gezeigt bekommen, dann langsam den Wurf, also die Bewegung in all ihren Facetten gelernt ( vom richtig packen, ggf. Reindrehen, Hüfthöhe oder Beinposition, wie und wo greifen, wie Nähe zum eigenen Körper etc). Und dann langsam bis schneller mit kooperativen Partner immer wieder angesetzt und geübt.
    Und erst dann aus der Bewegung heraus
    Und dann in Kombination mit ein oder zwei anderen Würfen usw.
    Man muß es schon passend aufbauen, damit es wirklich eine fließende und instinktive/ intuitive Aktion mit richtigem Timing werden kann.
    Zumindest in der Grund- und Mittelstufe.Die kann auch 20 Jahre dauern, wenns nicht richtig gelernt und dann immer wiederholt wird.

    Judo lässt auch nicht jeden Anfânger gleich jeden Wurf trainieren, baut auf mit Fallschule und einfachen Basistechniken usw.

    Im Tuishou- vermisse ich das oft.
    Geändert von scarabe (18-09-2021 um 13:56 Uhr)

  11. #71
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    Zitat Zitat von scarabe Beitrag anzeigen

    Judo lässt auch nicht jeden Anfânger gleich jeden Wurf trainieren, baut auf mit Fallschule und einfachen Basistechniken usw.

    I.
    Hab ich anders erfahren . ^^ und zwar beides , also Wurf und Fallschule . Es wurde gezeigt ,dann hiess es machen.
    Ebenso Randori . gleich erste Stunde mit nem Grüngurt , einfach um zu sehen was in deinem körper schon an natürlichen Rreaktionen ist , was du für ein Typ bist , ob mehr passiv oder aktiv , wie du mit Kräften umgehst die dich bedrängen . Feinheiten flossen dann von Einheit zu Einheit zusätzlich ein. aber kein Aufbau im Sinne von , erst das eine erarbeiten und dann das nächte . Kein Problem

    Und sehe deshalb nicht , weshalb das irgendwo anders sein sollte , wenn es um Kontaktsportarten oder eben um Kampfkünste geht . Klar ist es von Vorteil wenn dann immer ein Fortgeschrittener mit einem Anfänger arbeitet und ihn auch "gerahmt" , unkooperativ Führen kann, was nicht immer gehen wird . ist mir auch klar . Aber so bekommt jeder sofort den realen Abgleich , von ideal zu Real . gerade wie es sich anfühlt wenn Kräfte wechseln .

    Halt so wie beim Eishockey . Schlittschuhe angezogen , Keule in die hand genommen ab ab gings . oder Fussball . Da lernt man auch nicht erst perfekt dribbeln , und schiessen und DANN irgendwann aufs Feld. Das ging immer Hand in Hand gleichzeitig . In meinen Augen lernt man so auch am effektivsten .......WENN man es anwenden möchte

    Klar gibts Techniktraining aber eben nicht so strikt getrennt ....
    Geändert von Cam67 (18-09-2021 um 14:27 Uhr)
    Die verstehen sehr wenig , die nur das verstehen , was sich erklären lässt. ( Marie v. Ebner-Eschenbach)

  12. #72
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    Zitat Zitat von Cam67 Beitrag anzeigen
    Hab ich anders erfahren . ^^ und zwar beides , also Wurf und Fallschule . Es wurde gezeigt ,dann hiess es machen.
    Ebenso Randori . gleich erste Stunde mit nem Grüngurt , einfach um zu sehen was in deinem körper schon an natürlichen Rreaktionen ist , was du für ein Typ bist , ob mehr passiv oder aktiv , wie du mit Kräften umgehst die dich bedrängen . Feinheiten flossen dann von Einheit zu Einheit zusätzlich ein. aber kein Aufbau im Sinne von , erst das eine erarbeiten und dann das nächte . Kein Problem

    ....
    !

    Mich hat damals ein Kumpel mitgeschleppt, 1. Dan und ein Klopper vor dem Herrn. In 20´ Training hab ich gefühlt 100 mal von der Matte aufstehen müssen...

    btw, deine Beiträge: Wie bei den Röcken der Weiber: In der Kürze liegt die Würze!

  13. #73
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    Zitat Zitat von Cam67 Beitrag anzeigen
    Ja , das Wort Struktur selbst kann schon für Verwirrung sorgen . Deshalb binde ich eigentlich immer kleine zusätzliche Beschreibungen mit ein. In der aktuellen Diskussion geht es gewisermassen (mal wieder) um die sogenannten "inneren" System , . Die Anführungzzeichen sind bewusst gesetzt. Und hier wird nunmal auf eine spezielle Art sich zu bewegen , Kraft zu entwickeln und auf Kräfte zu reagieren , geachtet ...das nennt man dann Kultivieren .. xd

    Ich habe es mit "Innerer" Organisation beschrieben . oder mit .. "eine spezielle Mechanik mit entsprechenden Aufbau an Spannung und Entspannung" .Die Spezielle Art des Spannungsaufbaus gehört dazu . Mechanik allein ist es nicht. Das Erzeugt ein Gebilde was ich dann als Struktur bezeichne . und diesen Aufbau gibt man nicht wieder her. egal in welchem Winkel ich stehe , ob ich am Boden bin oder im Stand , ob ich hebel , werfe oder schlage .

    Ein Ringer baut sich mit seinem Training , ganz ohne theorethischen Zusatz , nur durch üben , sich ebenfalls eine Ringertypische Struktur auf . Also eine Art , seine Muskulatur bei Kraftkonfrontation , einzusetzen , inklusive der Art wie er seine Wirbelsäule benutzt . Eine Brückenstellung und ihre Einsatzmöglichkeiten z.b. bei Würfen , wirst du im Taichi kaum finden .
    Die Schwerpunktarbeit im Ringen auf den Körper bezogen , ist wieder ähnlich . Du wirst selten hochgezoge Schultern und aufrechte Haltung finden . Das Brustbein ist oft genauso leicht gesenkt und Schultern tief ....
    Der Stand allerdings wesentlich agiler . Kein beharren auf Root und die Extremitäten sehr flexibel .... sehr schön immer wieder im Griffkampf zu sehen ...extrem schnelle Wechsel zw. locker , fühlen , entkoppelt , kein Zugang zum Zentrum zulassend und dann urplötzlich fest, stabil ..... was hier fehlt ist diese ausbreitende qualität ,..... wozu auch ... wird nicht hier so nicht gebraucht .

    Ein Judoka baut sich ebenfalls seine spezielle Art zu bewegen auf , nur durch Training auf . Hier ist es der Gi der zu Unterschieden führt . Der Gi ist gewissermaßen ein Medium mit dem man arbeitet . Um aber zugriff auf das System des anderen zu bekommen muss ich ÜBER den Gi , und damit ÜBER den Griff anders arbeiten .
    Der Griff ist dadurch von Haus aus wesentlich fester als im Ringen . Und die Spannungen in den Händen beeinflussen auch Spannungen im Rest des ganzen Körpers Das führt zu einer etwas anderen Art die Muskulatur einzusetzen . Fester , Kompakter , nicht unbedingt starr aber nicht so geschmeidig wie im Ringen .

    Da der Gi als Verbindung zum Körper wirkt ist es hier möglich das System des anderen zu bewegen , ohne direkten Konktakt zu haben , z.b. durch Zug . Deshalb spielt hier ein gewisses Rootverhalten inklusive Scvhwerpunkt ,schon eine Größere Rolle . Ich kann mich nicht durch flexibilität und Agilität einer Kraft einem Griff entziehen , ich muss ihr für einen kleinen Moment wiederstehen.

    Das alles erzeugt auch eine "entsprechende "Struktur (Im Sinne wie beschrieben) . also eine "entsprechende Art seine Muskulatur einzusetzen , samt Spannungen und Mechanik. und die verändert sich nicht am Boden oder durch unterschiedliche Winkel. und wie du schon sagst. keiner denkt darüber nach ...sie wird einfach abgerufen ..

    PS. nehmt einen Ballettänzer , Egal welche Figur er gerade zeigt , egal wie er steht , er wird immer mit seiner typischen Struktur arbeiten . Das selbe beim Kunstturner , , beim Fechter usw. vll jetzt etwas klarer was ich meine ?
    und wenn du einen Balletttänzer neben einem Kunstturner vor dir herlaufen siehst , wirst du die Unterschiede in der Art sich zu bewegen erkennen.
    Na ja, da würde ich auch nur begrenzt mitgehen… wobei vieles wiederum eine Frage der Perspektive ist. Wenn Du a priori definierst, dass sich die Struktur aus der Gesamtheit dessen ableitet, was man im Training macht, dann ist das sehr lose gefasst und verändert sich auch nicht. Ich hätte es eher so definiert, dass wenn ich jemandem meine Biomechanik und taktischen Ziele zum Zeitpunkt X erklären will (ggf. auch in einem anderen Kontext/Regelwerk, das vielleicht einen ganz anderen Bodenkampf hat oder gar keinen), das meine Struktur ausmacht. Ich denke, ich sehe das so, weil ich viel zwischen verschiedenen Regelwerken hin- und hergewechselt habe (und man mir auch wiederholt nachgesagt hat, dass ich diesbezüglich Chamäleon-artige Züge habe).
    Die Definitionen von «aufrecht» oder «fest zupacken» könnte man ebenfalls differenzieren – im Greco ist der Oberkörper z.B. häufig sehr aufrecht, zum Teil sogar in Rücklage, nur eben nicht bei durchgestreckten Beinen, und am härtesten zugepackt wird im Ringen am Boden, bzw. dann wenn man die Hände schliessen kann (oder wenn man heimlich die Finger in die Mangel nimmt, oder eine Speckfalte am Bauch). Daher ist die Vergleichbarkeit zum Judo nur partiell gegeben, auch aufgrund der sonstigen Unterschiede im Regelwerk – wenn man die Auswirkung vom Gi weiter losgelöst vom technischen Repertoire beurteilen will, würde sich eher Sambo anbieten. Ach ja, und was die Schultern angeht – nach hinten hochgezogen werden wie tatsächlich in der Regel nicht, nach vorne allerdings je nach Schule durchaus mal. Ähnliches gilt für die Beinarbeit, manche Schulen stehen sehr «nervös» und versuchen, mit den Füssen zu fintieren, andere stehen eher stabil und verschwenden keinen Schritt. Manche bleiben konsequent in ihrer Auslage, ausser sie greifen an, andere sind "Switchhitter" und wechseln laufend die Auslage.
    Sprich, wenn Du versuchst, aus den Ringern, mit denen Du Kontakt hattest, abzuleiten, wie etwas «im Ringen» gemacht wird, dann werden die Schlussfolgerungen zwangsläufig Lücken haben und wären auch nicht viel belastbarer als wenn ich von einer Taiji-Schule auf eine andere schliessen wollte. Erinnert mich ein bisschen an die Frage, wie Ähnlichkeiten und Unterschiede in Familien gesehen werden – jemand von aussen kommendes sieht in der Regel die Ähnlichkeiten, jemand in der Familie dagegen primär die Unterschiede…

    Ich würde eher sagen «Der Kontext determiniert die Struktur (unter Berücksichtigung der individuellen Bewegungs-Biographie)». Der Kontext wären dann Regelwerk, Umstände, Gegner, Situation, die eine gewisse Bandbreite von sinnvollen Verhaltensweisen bedingen, aber eben klar eine Bandbreite. Wenn die Parameter eindeutig definiert sind, dann werden sich tendenziell allgemein klarere Präferenzen herausbilden als wenn der Kontext loser definiert ist. Klar kann man versuchen, ungeachtet des Kontextes an einer antrainierten («biographischen»), aktuell aber unpassenden Struktur festzuhalten, aber optimal ist das halt nicht zwingend… Die Struktur zu modifizieren und zu optimieren ist dagegen ein anderes Thema, das kann z.T. überraschend gut klappen.
    Link zu meinem Gratis-Ebook "Sei Stark!" über Krafttraining für Kampfsportler: https://archive.org/details/FlaisSeiStark1_1

  14. #74
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    Zitat Zitat von scarabe Beitrag anzeigen
    ( Mein Vater hat mir mal vom inzwischen leider verstorbenen Ringer Greiner, 5.Dan erzählt, der seine Trainingspartner auch ganz weich und fließend werfen konnte, so daß sie kaum gemerkt haben, was passierte, bis sie lagen. Dieser Skill soll durch die Pushhands-Routinen u.a. erarbeitet werden.)
    Kurze Zwischenfrage - im Ringen gibts keine Graduierungen? Kann es zufällig sein, dass Du Judo meinst? Ich hatte seinerzeit in Mittelfranken mal mit der Greiner-Dynastie zu tun, einer davon war anderthalb Jahre mein Judo-Trainer. Meines Wissens waren die mehrheitlich Judokas, fast alle mit hohen Dan-Graden. Nachdem ich selbs aus dem Ringen gekommen bin, gehe ich davon aus, dass er mir erzählt hätte wenn es Verwandschaft in der Ecke gegeben hätte... natürlich immer in der Annahme, dass es die gleiche Familie ist.
    Mein Judo- und Sambo-Training war in Summe auch deutlich mehr Gebolze als Technik, aber auf der anderen Seite konnte ich die Fallschule schon als ich damit angefangen habe, von da her war ich wohl ein recht untypischer "Weissgurt", der mehrheitlich nur mit den Braun- und Schwarzgurten spielen durfte...
    Geändert von period (18-09-2021 um 14:56 Uhr)
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  15. #75
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    Zitat Zitat von Cam67 Beitrag anzeigen
    Halt so wie beim Eishockey . Schlittschuhe angezogen , Keule in die hand genommen ab ab gings . oder Fussball . Da lernt man auch nicht erst perfekt dribbeln , und schiessen und DANN irgendwann aufs Feld. Das ging immer Hand in Hand gleichzeitig . In meinen Augen lernt man so auch am effektivsten .......WENN man es anwenden möchte
    Es braucht einfach beides. Also wieder beim Thread Titel.
    Mit der Keule drauf los bringt im Taiji Sinn überhaupt nichts, wenn die ruhige Komponente fehlt. (Dann sieht es aus wie KravMaga Schnellinstruktor Kurs für KK Einsteiger. 'graus')
    Und nur sanft und wohlfühl, entspann Taiji. entwicklet hat einfach nie Kampfqualitäten.

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