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Thema: Schlagkraft

  1. #1
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    Standard Schlagkraft

    Servus kampfsport freunde,

    Wenn ein Boxer 90Kg wiegt und dabei wenig Muskelmasse besitzt, bzw "Übergewichtig" ist, nun anfangen würde abzunehmen und dabei auf 77Kg runter geht und dafür mehr Muskelmasse und Explosivkrafttraining aufbaut, in welcher Körperlichen Fassung würde er härter zu schlagen?

    Kurz gesagt: Bedeutet mehr Gewicht direkt mehr Schlagkraft oder kann man immer noch genau so viel Schlagkraft haben wenn man insgesamt an Gewicht verliert aber an Muskelmasse zunimmt?

  2. #2
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    Kommt auf dioe Technik an, wie er die Muskelmasse aktivieren kann und diese hinter den Schlag bringen kann.
    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  3. #3
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    Zitat Zitat von Box1ngMMA Beitrag anzeigen
    Servus kampfsport freunde,

    Wenn ein Boxer 90Kg wiegt und dabei wenig Muskelmasse besitzt, bzw "Übergewichtig" ist, nun anfangen würde abzunehmen und dabei auf 77Kg runter geht und dafür mehr Muskelmasse und Explosivkrafttraining aufbaut, in welcher Körperlichen Fassung würde er härter zu schlagen?

    Kurz gesagt: Bedeutet mehr Gewicht direkt mehr Schlagkraft oder kann man immer noch genau so viel Schlagkraft haben wenn man insgesamt an Gewicht verliert aber an Muskelmasse zunimmt?
    richtige Technik,schnelligkeit und schlaghärte sind wichtig.
    egal ob du 90kg oder 77 kg wiegst.

  4. #4
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    Ein spannendes Thema, zu dem ich selbst auch schon einen (oder zwei?) Threads gestartet habe.
    Ich würde mal meinen Kenntnisstand/Meinung so zusammenfassen: Kann man nicht so einfach sagen.

    Masse und Geschwindigkeit sind natürlich die beiden wesentlichen Parameter.
    Beide haben aber ein großes Spektrum wie sehr sie eingebracht werden, also a) wie viel Masse tatsächlich beschleunigt und in die auftreffende Stelle (z. B. Faust) projiziert wird; und b) wie schnell geschlagen wird (vor allem auch Reduzierung von Abbremsen durch falsche Muskelbeteiligung).
    Last not least ist auf ein statisches Objekt schlagen nochmal leichter als das Treffen von einem bewegten Ziel.
    Und zu guter letzt scheint stecken Leute Treffer unterschiedlich weg und ist die Wirkung nicht einfach nur vom Impact abhängig, sondern halt auch wo genau getroffen wird.

    Aber so ganz grob würde ich sagen, dass es ab 15 kg mehr Gewicht ziemlich schwer wird, das als Leichterer noch auszugleichen, was der Schwerere an reiner Schlagkraft aufbringt.

    Aber wie gesagt nur meine Gedanken zu dem Thema und ich lerne da auch gerne dazu!
    Das Leben ist groß.

  5. #5
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    Hier dürfte doch Newton gefragt sein. Zweites Gesetz. Oder? Sprinter haben jede Menge Muskeln und sind schnell. Die sind aber auch gut koordiniert. Muskelmasse ohne Koordination bringt wohl nicht viel.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Box1ngMMA Beitrag anzeigen
    Servus kampfsport freunde,

    Wenn ein Boxer 90Kg wiegt und dabei wenig Muskelmasse besitzt, bzw "Übergewichtig" ist, nun anfangen würde abzunehmen und dabei auf 77Kg runter geht und dafür mehr Muskelmasse und Explosivkrafttraining aufbaut, in welcher Körperlichen Fassung würde er härter zu schlagen?

    Kurz gesagt: Bedeutet mehr Gewicht direkt mehr Schlagkraft oder kann man immer noch genau so viel Schlagkraft haben wenn man insgesamt an Gewicht verliert aber an Muskelmasse zunimmt?
    Das Beispiel ist recht unrealistisch - wenn unser Testsubjekt bei 90 kg ca 20 % Körperfett hat, dann kann er die Idee, bein Abnehmen auf 77 kg Muskeln aufzubauen erstmal knicken und kann lediglich hoffen, dass er das, was er an Muskelmasse hat, beim Abnehmen halten kann. Sagen wir er hat 20%, also 18 kg Fett. Wenn er auf 77 kg mit extrem austrainierten 6.5 % Körperfett runterkommen sollte, hat er genau so viel Muskeln wie vorher. Technik sollten wir hier rauslassen, denn in der Zeit, in der der Version a abnimmt, wird Version b ja kaum untätig sein.
    Schneller wird er dabei werden, ja, wie viel ist individuell. Allerdings ist es ziemlich unrealistisch zu erwarten, dass er deswegen härter zuschlägt als vorher, weil er beim Abnehmen garantiert nicht absolut gesehen stärker werden wird (wohl aber stärker im Verhältnis zu seinem Körpergewicht). Aller Wahrscheinlichkeit wird er weniger hart zuschlagen können als vor dem Abnehmen, weil er schlicht weniger Masse hinter den Schlag bringen kann, absolut gesehen eher schwächer als stärker geworden sein dürfte und realistisch nur auf geringe Zuwächse in Sachen Schnelligkeit hoffen kann.
    ABER: Es kann gut sein, dass der Kollege mit 77 kg wesentlich erfolgreicher boxt als mit 90 kg. Wenn er mit leicht übergewichtigen 90 kg rumläuft, ist er vermutlich auch ziemlich klein für sein Gewicht, hat daher Reichweitennachteile usw., ist vermutlich einer der physisch Schwächsten seiner Gewichtsklasse, und hat wahrscheinlich zudem konditionelle Schwierigkeiten, ebensoviel Training mit der gleichen Intensität wie die Top-Leute in dem Gewicht zu machen. Ebenso gut kann es sein, dass er schlechter abschneidet - einerseits vertragen manche Leute das Abnehmen nicht, andererseits ist das Feld in 77 kg viel dichter und kompetitiver (und wer mit 77 kg boxt, läuft in der Regel mit 82-85 kg bei 10-12% Körperfett rum), die erforderlichen physischen Eigenschaften verändern sich von Gewichtsklasse zu Gewichtsklasse - wer im Mittelgewicht nicht schnell und ausdauernd ist, kann einpacken -, und schliesslich gibt es "Moppelchen", die entgegen jeder konventionellen Logik verdammt schnell, ausdauernd und/oder stark sind, ein Andy Ruiz zum Beispiel würde vermutlich in einer tieferen Gewichtsklasse nicht besser abschneiden.
    Geändert von period (26-01-2022 um 12:17 Uhr) Grund: Tippfehler + Verdeutlichung
    Link zu meinem Gratis-Ebook "Sei Stark!" über Krafttraining für Kampfsportler: https://archive.org/details/FlaisSeiStark1_1

  7. #7
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    Zitat Zitat von Steinbock Beitrag anzeigen
    Hier dürfte doch Newton gefragt sein. Zweites Gesetz. Oder? Sprinter haben jede Menge Muskeln und sind schnell. Die sind aber auch gut koordiniert. Muskelmasse ohne Koordination bringt wohl nicht viel.
    Na ja, Energie beim Schlag entsteht erstmal primär durch Gewichtsverlagerung (aka falling step, siehe Jack Dempsey). Die Muskeln sind primär dazu da, eine schnelle Gewichtsverlagerung wiederholt zu ermöglichen und ins Ziel zu bringen. Anders gesagt, ein mit 90 kg moppeliger Sprinter wird mit austrainierten 77 kg erheblich schneller sein; allerdings schlägt er deswegen nicht härter zu. Beim Sprinten geht es um das Kraft-Last-Verhältnis, beim Boxen nur indirekt - im Sinne von: bin ich erheblich stärker als Du bei gleichem Wettkampfgewicht (und alle anderen Aspekte sind gleich) werde ich Dich wegklatschen. Trittst Du dagegen 15 kg leichter an als ich (bei gleicher absoluter, somit höherer relativer Kraft), magst Du gewisse andere Vorteile haben und wahrscheinlich in der Praxis etwas schneller und ausdauernder sein als ich, und Deine Erfolgschancen werden davon abhängen, wie gut Du diese Aspekte ausspielen kannst. So oder so werde ich aller Wahrscheinlichkeit nach härter zuschlagen, weil mehr Masse hinter dem Schlag. Das ist die Logik, warum Sumo-Ringer möglichst schwer sein wollen - und lustigerweise geht es da in der Regel tatsächlich in höherem Ausmass um pure Schlagenergie als beim Boxen. Deswegen ist ein Sumo-Match in der Regel auch in 30 Sekunden vorbei, während ein Boxmatch länger dauern kann als ein 10.000-Meter-Lauf.
    Ein erheblich besserer Vergleich aus der Leichtathletik wäre übrigens Kugelstossen, da sieht man auch niemand, der sein Gewicht künstlich tief hält, weil die Kugel deswegen nicht weiter fliegt. Tatsächlich haben die Sowjets anscheinend das mögliche KO-Potential von Boxern z.T. von deren Kugelstoss-Leistung abgeleitet.
    Geändert von period (25-01-2022 um 20:31 Uhr)
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  8. #8
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    Die Faktoren für einen harten Schlag sind Präzision, härte des Schlaggegenstands, Geschwindigkeit und Masse.

    Bei technisch gleichen Voraussetzungen würde ich auf den 90 Kilo Menschen tippen.

  9. #9
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    https://m.youtube.com/watch?v=4eplLem4jPs

    Schau mal in das Video. Lucia Reijkers schlägt hier härter als eine männlicher Boxer mit mehr Gewicht. Ist gut detailliert beschrieben, was gemessen wird. Bestätigt im Prinzip vieles, was hier schon geschrieben wurde. Masse, Beschleunigung und vor allem Koordination des Bewegungsablauf und die richtige Richtung.

  10. #10
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    Zitat Zitat von Yeah-But Beitrag anzeigen
    https://m.youtube.com/watch?v=4eplLem4jPs

    Schau mal in das Video. Lucia Reijkers schlägt hier härter als eine männlicher Boxer mit mehr Gewicht. Ist gut detailliert beschrieben, was gemessen wird. Bestätigt im Prinzip vieles, was hier schon geschrieben wurde. Masse, Beschleunigung und vor allem Koordination des Bewegungsablauf und die richtige Richtung.
    "Als ein männlicher Boxer mit gleicher Grösse und gleichem Gewicht sowie ein männlicher MMA-Kämpfer mit mehr Gewicht".
    Davon abgesehen, was die da machen, ist typische Pseudowissenschaft. Erstens sind es zwei Personen, das technische Level ist also nicht gleich (schwer zu umgehen, ich weiss), zweitens ist es ein unterschiedlicher Schlag (left cross vs. left hook, beides in Rechtsauslage bei den Boxern, right cross in Linksauslage beim MMA-ler). Drittens trägt sie ein anderes Handschuh-Modell mit weniger Polsterung als er, und bei ähnlichen Pseudotests kamen in der Regel die höchsten Kraftspitzen mit MMA-Handschuhen heraus (was das in einem Match bedeutet, ist nochmal eine andere Sache). Zum Vergleich mit dem MMA-ler wäre noch zu sagen, dass für den Boxen nur eine Teildisziplin ist, nicht das ganze Spiel – das ist in etwa so, wie wenn man einen Zehnkämpfer mit einer Spezialistin in ihrer Disziplin vergleicht - eine Genzebe Dibaba läuft die 1500 m auch erheblich schneller als irgendein männlicher Zehnkämpfer das je geschafft hat.
    Und im Prinzip sagt der «Test» immer noch nichts darüber aus, ob Zusatzgewicht nun förderlich oder hinderlich ist. Die Grundaussage war, dass bei effizienterem Gewichtstransfer und gleichem Gewicht Technik und Schnelligkeit mehr zur Schlaghärte beitragen als der prozentuale Anteil an Muskelmasse (Kraft isoliert wurde ja nicht gemessen, nur Schlaghärte, auch andere physische Faktoren wurden nicht verglichen).
    Link zu meinem Gratis-Ebook "Sei Stark!" über Krafttraining für Kampfsportler: https://archive.org/details/FlaisSeiStark1_1

  11. #11
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    Schon klar, dass das pseudowissenschaftlich ist und vieles nicht einbezogen wurde. Aber das
    normale Training/ die normalen Wettkämpfe finden ja auch nicht im
    Labor statt. Ansonsten hast Du natürlich auch Recht mit dem Vergleich des Boxers und MMAler.

  12. #12
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    Zitat Zitat von Yeah-But Beitrag anzeigen
    Aber das normale Training/ die normalen Wettkämpfe finden ja auch nicht im Labor statt.
    Das ist richtig, in der Ausgangsfrage ging es aber aus meiner Sicht darum, einzelne Faktoren in einem theoretischen Szenario zu isolieren.
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