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Thema: Ist reich sein dumm ?

  1. #1
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    Standard Ist reich sein dumm ?

    Okay, doch OT im Aggressionsthread.

    Meiner Meinung nach ist es unlogisch, eine ungleich verteilte Arbeitsentlohnung und reiche Menschen zu tolerieren.

    Zitat Zitat von Kunoichi Girl Beitrag anzeigen

    Zur frage, wo die herkommen:

    Zb von fleiß, schlauheit, krimineller energie, eltern, glück oder kombinationen hieraus?
    Nee, von der Gewohnheit die Arbeitskraft aller nicht gleichmässig zu entlohnen. Wie früher z.B. der Adel von Gottes Gnaden - um ein überholtes Verdeckungskonzept zu erwähnen.
    Und es bleibt so, weil die, die Geld haben, die Politik entsprechend beeinflussen.
    Kannst Du an der Hinauszögerung beim Bekämpfen des Klimawandels exemplarisch beobachten.

    Die meisten unserer Probleme sind auf diese Unlogik zurückzuführen. ( Auch das mit den wenigen Intensivstationen-Plätzen...)
    Fleiß kann nur in einer ungleich gewichteten Gesellschaft reich machen. Nennt sich der Traum von der sozialen Durchlässigkeit : Es gibt fest eingebaute Verlierer im System, aber die sind faul(er).
    Das das nicht Allgemeinwissen ist, zeigt gewisse Probleme von Demokratie auf.
    Bzw. geistiger Lethargie.

    Pansapiens ist toleranter, als Du denkst.
    Geändert von Gürteltier (20-06-2022 um 13:54 Uhr)
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  2. #2
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    In meiner so gut aufgenommenen Fantasiewelt, in der tatsächlich alle irgendwas Handfestes/Einfaches für alle machen müssten, gäbe es ja auch noch die Regulierung, dass z. B. der höchste Stundensatz nur das z. B. 5-fache des niedrigsten Stundenlohns betragen dürfte.
    Aber wir haben ja schon festgestellt, dass das alles utopischer Quatsch ist.

    Der Markt regelt dass schon, und der verbleibende Plebs wird halt irgendwie mit HartzIV noch mitgezogen.

    In 20, 30 Jahren wird dass dann auch nicht mehr klappen, und es wird wohl geschlossene Ghettos geben; die Klapperschlange lässt grüßen.

    Man muss sich halt anstrengen, wenn man was will. Abstrakte Vorstellungen von Gerechtigkeit und moralische Skrupel sollten einen da nicht aufhalten.
    Das Leben ist groß.

  3. #3
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    Zitat Zitat von Julian Braun Beitrag anzeigen
    dass z. B. der höchste Stundensatz nur das z. B. 5-fache des niedrigsten Stundenlohns betragen dürfte.
    Der für die verschleissträchtigen körperlichen Arbeiten, gelle. Gute Ideen tragen ihren Lohn ja in sich.



    Man muss sich halt anstrengen, wenn man was will. Abstrakte Vorstellungen von Gerechtigkeit und moralische Skrupel sollten einen da nicht aufhalten.
    In heutigen Jägergesellschaften wird der allzu erfolgreiche Jäger durch Hänseleien klein gehalten. Und wer nicht teilt, hat leicht mal ne Klage wegen Hexerei am Hacken. Neid ist gut und wichtig.

    Ich wünschte, wir hätten von der sozialen Marktwirtschaft nicht nur den Namen übernommen. Die Sichtblende in so ner grossen Gesellschaft klappt einfach zu gut.


    Sollte mal Walter Eucken lesen :

    Das Gürteltier
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  4. #4
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    Zitat Zitat von Gürteltier Beitrag anzeigen
    ... Nee, von der Gewohnheit die Arbeitskraft aller nicht gleichmässig zu entlohnen. ...

    Meinst Du mit arbeitskraft die potentielle arbeitskraft des einzelnen (welche auch von person zu person unterschiedlich sein dürfte) oder dessen tatsächliches arbeitsergebnis oder was anderes?

  5. #5
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    Zitat Zitat von Kunoichi Girl Beitrag anzeigen
    Meinst Du mit arbeitskraft die potentielle arbeitskraft des einzelnen (welche auch von person zu person unterschiedlich sein dürfte) oder dessen tatsächliches arbeitsergebnis oder was anderes?
    Ich meine u.a. den Mehrwert. Der Gewinn wird nicht bei allen Mitgliedern eines Unternehmens zu gleichen Teilen aufgeschlagen. Es wird auch kein Gemeinschaftstopf abgezwackt, aus dem das Unternehmen vorranfinanziert wird.

    Henry Ford hat z.B. mal den Lohn seiner Arbeiter verdoppelt, damit die Autos kaufen konnten.
    Heute kann ein Unternehmen dem Staat quasi sagen : " Also, wenn die Steuern/Auflagen SO hoch sind, dann müssen wir an Arbeitskräften sparen. "
    Und der Staat kann nicht anworten " Oh, tut uns leid, aber wir brauchen viele zahlungskräftige Bürger. Dann müssen sie leider von der Leitung zurücktreten. Und wir splitten ihr Unternehmen lieber zwischen ein paar ihrer höher qualifizierten Angestellten. Das ist eh ein bisschen gross, wenn es u.a. den Staat erpressen kann. "
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  6. #6
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    Zitat Zitat von Gürteltier Beitrag anzeigen
    ...
    Und der Staat kann nicht anworten " Oh, tut uns leid, aber wir brauchen viele zahlungskräftige Bürger. Dann müssen sie leider von der Leitung zurücktreten. Und wir splitten ihr Unternehmen lieber zwischen ein paar ihrer höher qualifizierten Angestellten. Das ist eh ein bisschen gross, wenn es u.a. den Staat erpressen kann. "

    Na ja, aber der unternehmer (wenn man jetzt mal nicht von dessen erben ausgeht), hat das unternehmen auf eigenes risiko mit eigener initiative, eigener fähigkeit etc. aufgebaut und demzufolge gehört es m.E. zunächst mal ihm.

    Wenn man ihm das staatlicherseits wegnähme, liefe es nicht auf enteignung hinaus und darauf, dass selbständigkeit/unternehmerische initiative für den einzelnen uninteressant gemacht würde?

  7. #7
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    Zitat Zitat von Kunoichi Girl Beitrag anzeigen
    Na ja, aber der unternehmer (wenn man jetzt mal nicht von dessen erben ausgeht), hat das unternehmen auf eigenes risiko mit eigener initiative, eigener fähigkeit etc. aufgebaut und demzufolge gehört es m.E. zunächst mal ihm.

    Wenn man ihm das staatlicherseits wegnähme, liefe es nicht auf enteignung hinaus und darauf, dass selbständigkeit/unternehmerische initiative für den einzelnen uninteressant gemacht würde?
    Da sind wir wieder bei der Arbeitskraft. Alles, was er alleine wuppt gehört ihm. Arbeitet er 16 Stunden am Tag und seine 2 Angestellten nur 8 Stunden, kriegen die beiden nur die eine Hälfte vom Gewinn jenseits des Firmentopfes und er die andere.

    Dein eigenes Ding zu machen ist doch voll interessant.

    Ohne andere Menschen und den Staat ist ein grösserer Unternehmer nix.

    Mal eine verrückte Anmerkung : Land kann niemandem gehören. Man kann nur von der Gemeinschaft die Erlaubnis bekommen, es zu bewirtschaften. Senkt auch irgendwie das Verlustrisiko des Bewirtschafters, gelle ?
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  8. #8
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    Zitat Zitat von Gürteltier Beitrag anzeigen
    Da sind wir wieder bei der Arbeitskraft. Alles, was er alleine wuppt gehört ihm. Arbeitet er 16 Stunden am Tag und seine 2 Angestellten nur 8 Stunden, kriegen die beiden nur die eine Hälfte vom Gewinn jenseits des Firmentopfes und er die andere. ...

    Sind da zb schon sein(e) unternehmerische(s) kreativität und risiko einberechnet?

  9. #9
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    Zitat Zitat von Julian Braun Beitrag anzeigen
    In meiner so gut aufgenommenen Fantasiewelt, in der tatsächlich alle irgendwas Handfestes/Einfaches für alle machen müssten, gäbe es ja auch noch die Regulierung, dass z. B. der höchste Stundensatz nur das z. B. 5-fache des niedrigsten Stundenlohns betragen dürfte.
    Aber wir haben ja schon festgestellt, dass das alles utopischer Quatsch ist.
    Der Mindestlohn wird ja bald 12,- betragen. Aktuell haben jetzt schon die wenigsten mehr als das Fünffache davon.
    Wäre das Leben so viel besser, wenn die paar, die drüber liegen, weniger bekommen würden?

  10. #10
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    Zitat Zitat von Gürteltier Beitrag anzeigen
    Mal eine verrückte Anmerkung : Land kann niemandem gehören. Man kann nur von der Gemeinschaft die Erlaubnis bekommen, es zu bewirtschaften. Senkt auch irgendwie das Verlustrisiko des Bewirtschafters, gelle ?
    was eine traditionelle form des landwirtschaftens in manchen indischen regionen ist. in der konkan-region (westküste unterhalb mumbais und oberhalb des südlichen teils karnatakas) nennt/nannte sich das "gauncar"-system (oder communidade unter den portugiesen in goa).
    ein gauncar ist ein nachfahre der familien, die ein dorf gegründet hatten oder diesen status von den "ersten" familien verliehen bekommen haben. was mit dem gemeinschaftlichen land geschieht und wie dies unter den gauncars zur bewirtschaftung vergeben wird, entscheidet die versammlung der gauncars (dadurch gibt es auch viele kollektive arbeiten, bei denen jeder gauncar anderen bei ernte und hausbau hilft. es gibt dabei allerdings durchaus ein rangsystem, das bestimmt, wer zuerst dran kommt usw.).
    das problem in moderner zeit und durch "erobertes" land, das sich feudale herrscher und ihre familien im laufe der geschichte "angeeignet" haben, sowie durch moderne formen des besitzes (staatlich zb.): es gibt in alten "gauncar"/communidade dörfern eine art "durcheinander" gleichzeitig existenter landbesitzformen und nicht selten entscheidet sich die traditionelle versammlung, communidade land zu verkaufen (an den staat, an einen privatbesitzer, und der gewinn wird aufgeteilt). da das rechtssystem nun einmal nicht von den uralten dorfstrukturen abhängt, sondern gesamtindisch staatlich ist (also etwas recht neues, stark britisch geprägtes - inklusive westlich-moderner vorstellungen von besitzrechten), kann nur durch sozialen druck verhindert werden, dass einzelne gauncars, die "genehmigtes" bewirtschaftungsrecht seit generationen haben, auf die beschlüsse der versammlungen pfeifen und das land, dass sie faktisch "haben", einfach zu verkaufen und dadurch "reich" zu werden (modern: ist ein nutzungsrecht und das haus auf dem grundstück über generationen bestätigt/genutzt, dann gilt das oft als de facto besitz und wird rechtlich so eingestuft). in den letzten jahrzehnten gibt es eine rasant abnehmende bodenfläche, die noch in gauncar hand ist (i.d.r. inzwishen ein sehr viel kleinerer teil, als "privatbesitz" oder staatlicher besitz oder aber es ist eher "wertloses" land).
    faktisch hat die gier nach reichtum über die nette uralte idee des gemeineigentums gesiegt.
    Geändert von amasbaal (20-06-2022 um 17:11 Uhr)
    "I prefer them to be awake when I severe their arms and beat them to death with it." Maul Mornie und sein Verhältnis zu k.o.s

  11. #11
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    Zitat Zitat von TheCrane Beitrag anzeigen
    Der Mindestlohn wird ja bald 12,- betragen. Aktuell haben jetzt schon die wenigsten mehr als das Fünffache davon.
    Wäre das Leben so viel besser, wenn die paar, die drüber liegen, weniger bekommen würden?
    Vielleicht ist dir nicht bewusst, wie viel Vermögen diese "wenigsten" haben?
    Bzgl. Stundenlohn kannst du ja mal überlegen, was es bedeuten würde, wenn man den Stundenlohn von Klatten und Quandt auf 60 Euro unterbricht und die Überschüsse für anderes verwendet :-)
    Wobei ich sagen würde, zum aktuellen Zeitpunkt wäre ein angemessener Mindestlohn ca. 20-25 Euro. Dann wären wir bei 100 bis 125 Maximum.
    Das Leben ist groß.

  12. #12
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    Zitat Zitat von Gürteltier Beitrag anzeigen

    Mal eine verrückte Anmerkung : Land kann niemandem gehören. Man kann nur von der Gemeinschaft die Erlaubnis bekommen, es zu bewirtschaften. Senkt auch irgendwie das Verlustrisiko des Bewirtschafters, gelle ?
    Verstehe ich nicht, wieso?
    Oder meinst du, sollte niemanden gehören?
    Das Leben ist groß.

  13. #13
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    Ich verstehe ehrlich gesagt den Thread-Titel nicht wirklich - ist die Frage jetzt, ob es dumm ist, reich zu sein (oder reich sein zu wollen) oder ob es dumm von der Gesellschaft ist, das Konzept Reichtum zuzulassen?
    Oder anders gefragt - geht es darum, dass einige zu reich sind, oder darum, dass viele zu arm sind? Mal eine ganz andere Perspektive darauf - wir haben ohnehin schon ein Problem damit, dass wir viel zu viele Ressourcen verbrauchen - man überlege sich mal, was passieren würde, wenn viele reich(er) wären - da würde die Ressourcennutzung wohl erstmal kaum nachlassen...

  14. #14
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    Es ist bestimmt nicht " dumm " reich zu sein ...

    Ich habe mal irgendwo gelesen, daß die Menschen, die so ungefähr 5.000 € netto verdienen sich " sicher " fühlen und weniger Sorgen und Ängste haben. Fand ich interessant.

    Ich sitze in der unteren Mittelschicht und der Abgrund ist gar nicht mal sooo weit entfernt. Trotzdem beschwere ich mich nicht, sondern versuche vorallem von den Reichen zu lernen und ich muß sagen, daß es ganz viele Sachen gibt, die man übernehmen kann.

    Wenn es keine reichen Menschen gäbe, dann gäbe es sehr viel mehr Armut.

  15. #15
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    Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
    Oder anders gefragt - geht es darum, dass einige zu reich sind, oder darum, dass viele zu arm sind? Mal eine ganz andere Perspektive darauf - wir haben ohnehin schon ein Problem damit, dass wir viel zu viele Ressourcen verbrauchen - man überlege sich mal, was passieren würde, wenn viele reich(er) wären - da würde die Ressourcennutzung wohl erstmal kaum nachlassen...
    Ich weiss jetzt auch nicht, wie Gürteltier Reichtum definiert, aber es ist ja belegt, dass "Die Reichen" am meisten Resourchen verbrennen, wer auch sonst...

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