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Thema: Abenir Kalis

  1. #1
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    Standard Abenir Kalis

    Gestern Abend hatte ich ja schon den ersten Clip in der FMA- Videosammlung gepostet, aber ich denke, die Clips sind interessant genug (klar, ist halt auch mein Hauptinteressengebiet aktuell), dass man sowohl die Sache vielleicht in einem Faden etwas diskutieren kann, als auch den Clip in der Videosammlung sozusagen zu konserviert.

    Abenir kommt ja auch aus dem Ilustrisimo der Tony Diego Linie (Tony Diego nannte seine Linie KIRO) und nennt diese auch als Haupteinfluss auf sein System. Bei den Schwerttechniken, welche er zeigt und erklärt handelt es sich (im Wesentlichen) um Defondo (Arnold Narzo hat gerade ein Buch über Defondo veröffentlicht, ist also gut getimed) - es gibt kleine Unterschiede in Details und bestimmte Charakteristika von Körper und Temperamet einer Person haben auch einen Einfluss (Tony Diego war ja zum Beispiel sehr geschmeidig). Beim Messer erkennt man zum Teil auch noch andere Einflüsse, aber auch viel Ilustrisimo.

    Von einem Schüler Abenirs habe ich gehört dass das Training bei ihm sehr messerlastig ist und es wird auch viel gesparrt. Bei ihm habe ich auch eine bemerkenswerte Dynamik gesehen. Ehrlich gesagt werde ich dann auch bei solchen Videos etwas neidisch - es ist ja nicht ganz einfach so eine Gruppe zu finden wie seine in der man so etwas austrainiert und hier bei uns ist es vielleicht auch gar nicht möglich.

    Naja, ich bin auf jeden Fall gespannt, was ihr zu den Clips meint.




  2. #2
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    Hatte jetzt nicht die Zeit es komplett anzuschauen. Aber hab mal durch gezappt und was ich gesehen habe gefällt mir. Scheint ein ziemlich dynamischer Stil zu sein . Und was Du dazu schreibst, macht es für mich noch interessanter.

  3. #3
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    zum messservid: was partnerübungen/technik angeht (kombos, drill usw.) ist es ja nicht anders, als woanders auch. ich vermute mal, dass der unterschied zu vielen anderen eher darin besteht, dass im training viel mehr raum fürs messern (oder halt auch "schwertern") ist und das der sparring und unkooperatives szenario anteil größer 8evtl. viel größer), als bei den meisten ist.

    kannst du evtl. was dazu sagen, wo es vielleicht doch unterschiede im technischen und grundsätzlichen als "stil" gibt? das ist mir halt nicht deutlich geworden durch den messerclip (den anderen zieh ich mir heute abend rein)?
    vielleicht habe ich ja auch das problem, einen ausgesprochen "fusionierenden" oberhäuptling gehabt zu haben, der zudem eh stark aus richtung inosanto/villabrille/ilustrisimo beeinflusst war und ich sehe nur deshalb keinen grundlegenden unterschied.

    das es sich um einen sehr klingenorientierten stil handelt, der deshalb entsprechend aufgestellt ist und sich unterscheidet, ist klar.
    "I prefer them to be awake when I severe their arms and beat them to death with it." Maul Mornie und sein Verhältnis zu k.o.s

  4. #4
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    Ehrlich gesagt, fand ich den ersten Clip interessanter als den zweiten; den hatte ich eher einfach noch so drangehangen, weil es halt Teil 2 ist, lol.

    Was die grossen Fusionssysteme (Ich kenne nur Inosanto ein ganz klein wenig) angeht, so scheinen mir die Ähnlichkeiten von Teilaspekten mit (z.B. Ilustrisimo) eher oberflächlich: d.h. dass zum Beispiel eine Technik mit gleichem Aussehen verwendet wird, aber nicht entsprechend den Prinzipien. Das wird bei anderen Systemen ähnlich sein vermute ich: strenge Prinzipien kann man ja schlecht in etwas anderes, grösseres reinpacken; das ist halt so wie wenn man Minimalismus und Klarheit mit einem Haufen anderen Ideen mischt. - das soll jetzt nicht abwertend gemeint sein; die Fusionssysteme sind auch schon cool, nur die "Ilustrisimoness" geht - denke ich - unweigerlich verloren, wenn man die in etwas anderes reinpakt.

    Bezüglich des 2 Clips gebe ich Dir absolut recht: das "Messern" dort wirkt wie in vielen anderen Stilen und ich erkenne da keinen relevanten Ilustrisimo- Einfluss. Er hat aber auch mal eine Messer- DVD gemacht, auf welcher das ganz anders war. Es wäre vielleicht interessant zu wissen, inwieweit und weshalb er da seiner Trainingsmethode einer Veränderung unterzogen hat. Aktuell habe ich da aber keine Ahnung

    Was meintest Du genau bezüglich der Unterschiede? KIRO und Abenir Kalis? Ich beziehe mich mal nur auf den Clip: dort scheinen mir z.B. seine Crusadas durchgezogener und weniger nach vorne gerichtet (KIRO scheint mir da viel ökonomischer) und das Distanzmanagement scheint mir anders, was allerdings zu seiner persönlichen Note passt, wie ich finde. Im KIRO versucht man eher die eigene Reichweite auszunutzen. Es gibt noch viele weitere Details, aber diese zwei Sachen springen mir als erstes ins Auge. Im espada y daga Teil konnte ich dann übrigens keine Ähnlichkeit erkennen die darüber hinaus ging, dass halt Schwert und Dolch verwendet wurden.

  5. #5
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    Zitat Zitat von QuiRit Beitrag anzeigen
    Was die grossen Fusionssysteme (Ich kenne nur Inosanto ein ganz klein wenig) angeht, so scheinen mir die Ähnlichkeiten von Teilaspekten mit (z.B. Ilustrisimo) eher oberflächlich: d.h. dass zum Beispiel eine Technik mit gleichem Aussehen verwendet wird, aber nicht entsprechend den Prinzipien. Das wird bei anderen Systemen ähnlich sein vermute ich: strenge Prinzipien kann man ja schlecht in etwas anderes, grösseres reinpacken; das ist halt so wie wenn man Minimalismus und Klarheit mit einem Haufen anderen Ideen mischt. - das soll jetzt nicht abwertend gemeint sein; die Fusionssysteme sind auch schon cool, nur die "Ilustrisimoness" geht - denke ich - unweigerlich verloren, wenn man die in etwas anderes reinpakt.
    wobei ich da meinen ex-chef verteidigen muss: er hatte eigentlich nie vor, einen "stil" oder ein "system" zu gründen und vorher einfach sein eigenes ding gemacht, das aus seinen erfahrungen mit v.a. Silat, VK-Kampfsport (Savate, Schoot-Boxing, Muay Thi/Muay Boran) und FMA (Inosanto, Ted Lukay Lukay... später einiges mehr)resultierte. Leute, die mit ihm trainiert hatten, haben ihn dann überredet "seinen" stil, so, wie er die sachen für sich harmonisiert hatte, öffentlich zu machen, sich ein logo zu suchen und dem einen namen zu geben. weil es eben so zustande gekommen ist, hat er ja auch immer drauf bestanden, dass jeder, der mit ihm trainiert und von ihm lernt, das bedenkt und das gelernte individuell an sich anpasst, anstatt eine kopie von ihm zu produzieren. In den "prüfungsprogrammen" sind deshalb beispielsweise auch nur die eingänge und eine folgeaktion vorgegeben und es wird erwartet, dass die schüler eigene weitere folgeaktionen einbauen. was er vorführt, ist immer nur als "beispiel" gedacht. ne art leitlinie oder ideengeber.
    auf den großen Sommercamp seminaren gab es dann auch immer verschiedene leute aus verschiedenen FMA linien (plus Luta Livre, Silat usw. als zusatzangebote), von denen man sich zusätzliches input holen konnte.
    wenn man nun bereits eine basis hatte (!) , war sowas ideal für die persönliche "stilentwicklung".
    eigentlich also kein "fusionssystem", sondern "persönlicher stil".
    verwässerung fand da m.e. nicht statt, eher "augenöffnung" und ein apell ans selbständige lernen und induviduelle anpassen von "stil" und "person".
    wenn man aber keinerlei gefestigte grundlage hatte, war das schon recht schwer. war eigentlich für anfänger weniger geeignet, wenn ich da mit anderen vergleiche.
    Geändert von amasbaal (17-04-2024 um 12:47 Uhr)
    "I prefer them to be awake when I severe their arms and beat them to death with it." Maul Mornie und sein Verhältnis zu k.o.s

  6. #6
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    Verteidigen brauchst Du Deinen Ex-Chef sicher nicht! ... wer ist das eigentlich? Würde ich die Szene besser kennen, könnte ich das wahrscheinlich aus den Infos aus Deinem Text schliessen, aber -Du wirst jetzt lachen- die deutschsprachige Szene kenne ich weniger gut, als die philippinische.

    Jedenfalls scheint seine Sichtweise - so wie Du ihn sinngemäss zitierst - sehr sympathisch! Ich respektiere auch die Inosanto- Linie sehr und hege darüber hinaus auch für diese eine sehr grosse Sympathie, was vielleicht das Wichtigste ist.

    "Verwässern" liest sich natürlich negativ; allerdings muss ich zugeben, dass ich das schon ein wenig mit unterstellt habe und diese Annahme übrigens immernoch aufrecht erhalte, obwohl ich Dir eigentlich in allem Anderen was Du schreibst zustimme. Man kann ja gleichzeitig die Essenz eines stringenten Systems (was ja oft nicht die Techniken sind) in einer Übersichtsarbeit verlieren oder verfehlen und trotzdem kann die Methode, welche Du beschreibst in vielerlei Hinsicht die Augen öffnen und die effektivere sein. Wahrscheinlich ist es sogar der Königsweg in der Stilfindung.Vielleicht ist es auch die zeitgemässere Methode. Und es spricht ja in meinen Augen gar nichts dagegen beide Wege gleichzeitig zu gehen. Also, verwässernd in meinen Augen schon, aber vielleicht als Preis für einen höherwertigen (je nach individueller Gewichtung) Gewinn.

  7. #7
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    bin gerade dabei den clip mit langer klinge zu gucken.

    schade, dass man nicht versteht, was er sagt. nur von bewegten bildern ausgehen, ist schwierig. man sieht dann immer zuerst, was man kennt / einordnen kann.

    die einteilung der klinge ist exakt die gleiche, wie überall (wäre ein wunder, wenn nicht) - selbst, wenn es um die stock-einteilung und die funktion der teile geht, ist das wohl überall so
    estrella - ja, so gehört sich das und macht sinn. den unterschied zu zb. Serrada stilen, ist da v.a. die beinarbeit und das rauswinkeln nach edem "block", die art des schneidens dürfte wohl kaum anders bei anderen sein, wenn sie der logik der klinge folgen. wichtig ist auch der hinweis, dass mit der flachen seite UNTESTÜTZT abgefangen und dann von da bis ins ziel hinein erst mal ansatzlos "gezogen" wird und erst dann, je nachdem wieder zurück oder in einem anderen vektor gezogen wird oder gehackt, oder what ever. schön viel aus dem handgelenk den weg startend/weiterlaufend lassen, wenn es mehrfach-konter sind. die beinarbeit ist schön einfach gehalten. keine komplexen muster. gefällt mir.
    so, jetzt ist er bei "classico"... mal sehn, was ich sehe
    aha, klassik ist also bei denen, im gegensatz zu vorher, "go with the force" (unter dem begriff kenne ich vergleichbares): dadurch etwas mehr distanz nach dem meiden/weiterleiten. ein stich aus der position heraus ist wieder mal sehr logisch (kürzester zeitraum, direktestes vorgehen), distanz wird dabei nicht geschlossen (was ich bisher meist gemacht habe, ist vielleicht noch ein wenig mehr "largo", aber das hat auch mit sicherheit und können zu tun. mir wäre das zu gefährlich so nah dran zu bleiben. eine hand breit weiter draußen sein, fänd ich bequemer. aber sicher: das ist so, wie gezeigt, "effektiver"). go with the force und "hirada" (oder "herada") sehe ich da in erster linie, allerdings in ausführung mit nicht schwerer klinge (mit kampilan sind das dann weitere bögen machende "fächer"-bewegungen, die manchmal mit der spitze bis zum boden gehen, wenn durchgezogen. der schwung bei schwerer, 1,20m und mehr langer, mit der anderen hand evtl. sogar zu unterstützender klinge ist nicht zu unterschätzen, ihn stoppen zu wollen, ist oft weniger zielführend, als ihn zu ende laufen zu lassen, um "im schwung bleibend" die klinge dann weiter laufen zu lassen... so "rompida" mäßig. mir fällt da leider nur der MA begriff aus deren "klassik" abteilung zu ein. bei späteren stilen, die ich kenngelernt habe fielen verschiedene bezeichnungen. ist, wie so oft im leben: das erste bleibt am ehesten hängen in der erinnerung)
    leider muss ich jetzt außer haus (bei min. 9.40)

    fortsetzung folgt.
    Geändert von amasbaal (17-04-2024 um 18:50 Uhr)
    "I prefer them to be awake when I severe their arms and beat them to death with it." Maul Mornie und sein Verhältnis zu k.o.s

  8. #8
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    für mich war amasbaals ex-chef ein augenöffner.

  9. #9
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    Zitat Zitat von QuiRit Beitrag anzeigen
    Verteidigen brauchst Du Deinen Ex-Chef sicher nicht! ... wer ist das eigentlich?
    Jeff Espinous. zum glück wohnte er in der Zeit, in der ich am intensivsten trainierte hier in Köln, kam öfters mal beim training vorbei und hat alle par wochenenden in ner halle der sporthochschule ein paar stunden zusätzlich für uns gegeben (für 10€).

    er hat ein bischen den ruf, ein begnadeter "schauspieler" auf seminaren zu sein, mit deutlicher lust am abspulen von "overkill-kombos". aber er spielt nicht nur. wer mal mit ihm ein wenig mit kontakt gearbeitet hat, kann das bestätigen. wer mit ihm GANZ früher in Paris (er ist Franzose) mit ihm die Tür im Rotlichmillieu gemacht hat oder in den 80ern in Japan an shoot-fighting/shoot-boxing oder in Frankreich an Savate wettkämpfen teilgenommen hat, auch (ich meine er ist "Silver Glove" oder sogar "Golden Glove" Savateur... . leider musste er ab etwa den 2010ern sehr zurückschrauben: mehrere bypass operationen. trotzdem hat er sich auf seminaren zb. sehr verausgabt. einmal hatten wir ernsthafte sorgen um ihn. das war sehr knapp. ein paar stunden später stand er wieder auf der matte, trotz aller ermahnungen. das wqar halt sein leben. ich schreib hier übrigens in vergangenheit, weil ich nicht weiß, was aus ihm in den letzten 10 jahren geworden ist.

    in letzter zeit (ich hab das noch am rande mitbekommen) hat er sich wieder sehr auf seine silat-wurzeln konzentriert (er war bis etwa 2014? mit Joko Suseno auch mein trainer im Pencak Silat Concept. das ist leider nach einiger zeit "eingeschlafen". nicht genug interessenten und Joko wollte was eigenes in der art machen. immerhin bin ich da vorher noch zum "instructor" ernannt worden... wollte aber eh nichts damit "anfagnen" ), weshalb er Kali Sikaran in Kali-Silat Evolution umbenannt hat. Das war eh überfällig, weil Johann, mit dem er die meiste Zeit über Kali Sikaran geleitet und geformt hat sich vor längerer Zeit bereits von ihm trennte und das Logo und den namen einfach behalten hat. als Johan weg war, ist auch dessen einfluss aufs programm (er war, technisch gesehen, recht Modern Arnis lastig) wieder zurück genommen worden. Jeff wollte keinen "beef" von wegen namensrechte (logo und name sind von jeff. auf ersten aufnahmen hat Johan sogar noch seine MA uniform an) und dem ganzen mist. war ihm egal. deshalb gab es einige jahre zwei Kali Sikarans...

    Ich hab viele schöne private seminaraufnahmen zu hause (v.a. von seiner "spezialität": leute an der wand zusammenfalten). in der tube gibt es das ein oder aqndere schöne von ihm. vieles aber eher suboptimal, weil immer nur auf seminarebene "erklärend".

    so, und jetzt hab ich meine Bahn verpasst. macht nix. fahr ich eben Auto
    "I prefer them to be awake when I severe their arms and beat them to death with it." Maul Mornie und sein Verhältnis zu k.o.s

  10. #10
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    Zitat Zitat von amasbaal Beitrag anzeigen
    Jeff Espinous. zum glück wohnte er in der Zeit, in der ich am intensivsten trainierte hier in Köln, kam öfters mal beim training vorbei und hat alle par wochenenden in ner halle der sporthochschule ein paar stunden zusätzlich für uns gegeben (für 10€).

    er hat ein bischen den ruf, ein begnadeter "schauspieler" auf seminaren zu sein, mit deutlicher lust am abspulen von "overkill-kombos". aber er spielt nicht nur. wer mal mit ihm ein wenig mit kontakt gearbeitet hat, kann das bestätigen. wer mit ihm GANZ früher in Paris (er ist Franzose) mit ihm die Tür im Rotlichmillieu gemacht hat oder in den 80ern in Japan an shoot-fighting/shoot-boxing oder in Frankreich an Savate wettkämpfen teilgenommen hat, auch (ich meine er ist "Silver Glove" oder sogar "Golden Glove" Savateur... . leider musste er ab etwa den 2010ern sehr zurückschrauben: mehrere bypass operationen. trotzdem hat er sich auf seminaren zb. sehr verausgabt. einmal hatten wir ernsthafte sorgen um ihn. das war sehr knapp. ein paar stunden später stand er wieder auf der matte, trotz aller ermahnungen. das wqar halt sein leben. ich schreib hier übrigens in vergangenheit, weil ich nicht weiß, was aus ihm in den letzten 10 jahren geworden ist.

    in letzter zeit (ich hab das noch am rande mitbekommen) hat er sich wieder sehr auf seine silat-wurzeln konzentriert (er war bis etwa 2014? mit Joko Suseno auch mein trainer im Pencak Silat Concept. das ist leider nach einiger zeit "eingeschlafen". nicht genug interessenten und Joko wollte was eigenes in der art machen. immerhin bin ich da vorher noch zum "instructor" ernannt worden... wollte aber eh nichts damit "anfagnen" ), weshalb er Kali Sikaran in Kali-Silat Evolution umbenannt hat. Das war eh überfällig, weil Johann, mit dem er die meiste Zeit über Kali Sikaran geleitet und geformt hat sich vor längerer Zeit bereits von ihm trennte und das Logo und den namen einfach behalten hat. als Johan weg war, ist auch dessen einfluss aufs programm (er war, technisch gesehen, recht Modern Arnis lastig) wieder zurück genommen worden. Jeff wollte keinen "beef" von wegen namensrechte (logo und name sind von jeff. auf ersten aufnahmen hat Johan sogar noch seine MA uniform an) und dem ganzen mist. war ihm egal. deshalb gab es einige jahre zwei Kali Sikarans...

    Ich hab viele schöne private seminaraufnahmen zu hause (v.a. von seiner "spezialität": leute an der wand zusammenfalten). in der tube gibt es das ein oder aqndere schöne von ihm. vieles aber eher suboptimal, weil immer nur auf seminarebene "erklärend".

    so, und jetzt hab ich meine Bahn verpasst. macht nix. fahr ich eben Auto
    Vielen Dank für diesen sehr interessanten Einblick .Ich weiß das sehr zu schätzen.

  11. #11
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    Video 1: Falsche Distanz. Wer sich mit langen spitzen und scharfen Waffen schon vor der ersten Aktion so gegenübersteht, dass man sich ohne Körperbewegung und nur aus dem Arm treffen und damit tödlich verletzen kann, hat Waffen nicht verstanden.

    Video 2: Messerarm in der Nähe des Handgelenks festhalten und dann noch entwaffnen. Extrem schwierig und sehr risikobehaftet. Das kann man machen, wenn man allgemeine SV macht, weil man es nicht besser weiß. Alle, die regelmäßig mit Waffen umgehen, sollten es besser wissen und nicht tun.

  12. #12
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    Zitat Zitat von Spike Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für diesen sehr interessanten Einblick .Ich weiß das sehr zu schätzen.
    bei euch in der nähe ist auch Andreas Güttner (Konstanz).
    der hatte auch viel mit Jeff zu tun. allerdings nicht ausdrücklich übers Kali Sikaran, sondern über die IKAEF (International Kali Arnis Eskrima Federation), die die multistyle (inklusive Kali Sikaran) seminare mit Jeff und Johann als "leitung" organisiert und auch ein eigens curriculum hatte (das war in großen teilen mit dem des Kali Sikaran identisch, für außenstehende fast das selbe, aber im training habe ich da dann doch zt. große unterschiede gesehen. die IKAEF sachen sollten auch eher so was, wie einen einstieg in die FMA vermitteln oder für "stilfremde" eine möglichkeit sein in ihren eigenen stilen mit ner IKAEF graduierung auch FMA unterrichten zu können. IKAEF programm hatte m.e. mehr Johan drin, Kali Sikaran mehr Jeff. ist schwer zu erklären...)
    in jedem fall habe ich Andy als einen "guten" in erinnerung, der nicht abgehoben hat und als Ju Jutsuka viel in richtung SV für "normale leute" macht. mit ihm könnte man dann auch ne stufe höher arbeiten. Filippino Fighting Arts (Karlsruhe, Hamburg) haben ebenfalls wurzeln in Kali Sikaran/IKAEF. Marcus Ruddies aus Hamburg gehört auch zu denen und ist in oold school FMA kreisen und in der Kung Fu welt mit seiner "fighting academy" auch manchem ein bergriff. von ihm hab ich im kopf, dass er sehr viel mit Jeff zu tun hatte... ist alles schon was her (frühe 2000er).
    aber vielleicht bringt die adresse in Konstanz ja was (offiziell ist er eher Ju Jutsuka, aber es geht mir nicht um seine stile/vereine/trainingsgruppen und was die machen - das weiß ich nämlich nicht - sondern um die person und ihr wissen/können)
    Geändert von amasbaal (17-04-2024 um 22:05 Uhr)
    "I prefer them to be awake when I severe their arms and beat them to death with it." Maul Mornie und sein Verhältnis zu k.o.s

  13. #13
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    Zitat Zitat von Dare2Win Beitrag anzeigen
    Video 1: Falsche Distanz. Wer sich mit langen spitzen und scharfen Waffen schon vor der ersten Aktion so gegenübersteht, dass man sich ohne Körperbewegung und nur aus dem Arm treffen und damit tödlich verletzen kann, hat Waffen nicht verstanden.
    Meiner Einschätzung nach liegen Schlussfolgerung, als auch die zweite Aussage daneben, aber zur ersten Aussage, der Distanz will ich dann doch, auch für andere Mitleser Stellung beziehen. Wie schon geschrieben wäre, die typische Distanz für dieses Repertoire bei mir auch eine andere (Die Einteilung in Largo- Medio- und Corto erfolgt zumindest im KIRO auf eine ganz spezifische Weise und hat ganz konkrete Relevanz), aber, wenn man Bong Abenir fragen würde, bekäme man wahrscheinlich keine unkluge Antwort, weshalb er es genau so macht, wie er es macht.

    Über die Distanzen kann man sehr viel philosophieren; es gibt ja Systeme, die auf das schnelle Ziehen, das Verhindern des Ziehens und Konter dessen ausgerichtet sind, sowie auf den Einsatz der Scheide oder Schwert mit Scheide und so weiter (da könnte man jetzt auch auf das Thema des Doppelstock aus dem anderen Thread einsteigen) - ich beziehe mich immernoch auf philippinische Systeme. Kämpfe (bei denen es um etwas geht) beginnen halt häufig im Rahmen komplexer menschlicher Interaktion, z.B. im Rahmen eines gespannten verbalen Austauschs- aus einer Situation heraus in der nicht für jeden klar ist, ob und wann der Kampf beginnt - und plötzlich geht es los. Ich habe mich in den letzten Jahren gefragt, ob die europäische gelebte Kampfkultur mit dem typischen Sparring auch mit durch unsere Duellkultur und unser Verständnis von Ehre und symmetrischem Kampf mitgeprägt wurde. In Asien wird ja viel auf plötzliche "All- in- situationen" trainiert. Von den relevanten Situationen, welche ich erlebt habe (in Deutschland halt nur Raufereien) hat nur eine die Möglichkeit für taktisches (sparringsartiges Kämpfen) erlaubt, und das war im Rahmen einer Herausforderung. Bei relevanten Geschichten in Asien - und ich hatte da auch mal eine Erfahrung in Istanbul - war ein "banter" mit "push and pull" und "Abchecken des Anderen" stets Teil der Konfrontation - aber, ich trifte ab.

    Zurück zu Defondo, was in dem obigen Video ja mehrheitlich gezeigt wird: Defondo behandelt Angriffe in der Mediodistanz, welche eng und beherzt sind (fully commited). Das sind Angriffe wie man sie also in einer Sparringssituation weniger erleben wird. Defondo bildet auch nicht das gesamte System ab, sondern ist eben ein ganz bestimmter Teil. Enge, bezerzte Angriffe in der Mediodistanz haben aber eine hohe Relevanz. Auch in Bahala Na gibt es Defondo (welches sich von dem gezeigten unterscheidet), wobei sich dieses auch spezifisch auf "fully engaged attacs" bezieht (Zitat eines befreundeten Schülers von Kirk McCune), welche halt auch im Rahmen von Gruppenkämpfen, so wie Leo Giron sie beschrieb eine hohe Relevanz hatten (ich gehe da jetzt nicht näher drauf ein, weil es sonst auch irgend wann zu viel Text wird). Defondo bildet also nicht das gesamte System ab, sondern ist ein spezifischer Teil, welcher sich eben auf genau die gezeigte Situation bezieht! Für den interessierten Leser kann man vielleicht noch anmerken, dass es sich bei einigen der gezeigten Techniken (ich kann nicht für Abenir Kalis sprechen, aber im KIRO ist es so) um Wurzeltechniken handelt, das heisst, die Varianten, welche als erstes geübt werden, die aber, wenn weiter fortgeschritten anders ausgeführt werden (es gibt da mehrere Entwicklungsstufen, wobei aber niemand ewig lang hingehalten wird und erstmal 10 Jahre lang Stufe eins trainieren muss).

    Ich mach jetzt mal schluss; habe zwar keinen Bus zu verpassen (was ich für Euch natürlich gerne tun würde), aber meine Frau wartet und sie warten zu lassen ist eine wesentlich risikoreicheres Unterfangen, als ein beherzter, enger Angriff mit Schwert zu kontern
    Geändert von QuiRit (18-04-2024 um 17:23 Uhr)

  14. #14
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    Zitat Zitat von QuiRit Beitrag anzeigen
    - aber, ich trifte ab.

    n
    Schöner Post . Würde mir mehr solche Abschweifungen wünschen ....(kapier eh nie weshalb Folgethemen , die sich direkt aus einer Diskussion ergeben OT sein sollen )
    Die verstehen sehr wenig , die nur das verstehen , was sich erklären lässt. ( Marie v. Ebner-Eschenbach)

  15. #15
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    Zitat Zitat von Cam67 Beitrag anzeigen
    kapier eh nie weshalb Folgethemen , die sich direkt aus einer Diskussion ergeben OT sein sollen
    würde ich so einfach nie sagen.
    der te stellt videos ein und will anhand der videos ein paar dinge zur diskussion anstoßen. welche das sind oder sein sollen, bestimmt er.
    für mich wäre OT, wenn ein thema dann in klein-klein gezänke abdriftet und gar keine diskussion oder besser: kein austausch mehr stattfindet.

    QuiRit geht es doch offensichtlich darum, über den aufhänger "videos" über die stile zu quatschen, die ihn derzeit sehr interessieren. sie werden vorgestellt und es kommen fragen auf... in welche richtung das geht kann dann doch offen sein... letztlich bestimmt er, was der rahmen ist. wenn er in bezug auf sein interesse dann kulturelles, soziologisches, ethnologisches, allgemein trainingsmethodisches oder sonst was anspricht, ist das teil des fadens.
    als mod kann ich da nur drauf achten, dass es im GROBEN rahmen bleibt, oder, wenn es GAR keine genaue eingrenzung gibt, dass es nicht in blödem rumgelaber oder doofe amnmache abdriftet.
    Geändert von amasbaal (18-04-2024 um 21:58 Uhr)
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