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Thema: Spielt das wirklich eine Rolle für euch?

  1. #1
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    Standard Spielt das wirklich eine Rolle für euch?

    Ich habe gerade mal wieder darüber nachgedacht und gemerkt, wie es mich als Kampfkünstler, eigentlich überhaupt nicht interessiert, welches Label ich dem gebe, was ich da mache. Welchen Stil, welches System....
    Für mich existiert eigentlich nur Bewegung, aber klar als Lehrer muss ich die Dinge benennen und auch künstlich stilisieren, um sie an Anfänger weitergeben zu können.

    Aber als Anwender, kann ich mit den ganzen Abgrenzungen eigentlich nix mehr anfangen. Wenn mich jemand fragt was ich mache, würde ich am liebsten sagen, ich bewege mich, zielorientiert so viel wie nötig, so wenig wie möglich.;-)
    Der Rest ist mir eigentlich egal.:-)

    Wie ist es bei euch nach 20 oder 30 Jahren, praktiziert ihr einen Stil? Oder hat sich das auch über die Jahre verändert?

  2. #2
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    Du hast in irgendeinem Post mal von "Freude an der Bewegung " geschrieben. Das ist bei mir hängen geblieben, weil ich es auch so sehe und mir diese Beschreibung gefallen hat.
    Ich trainiere nur noch aus Spaß und da sind mir die Wertungen anderer egal. Auch mit Abgrenzungen kann ich nichts anfangen...vielleicht liegt es auch am Alter
    "Denken ist wie Googeln, nur krasser !!!"

  3. #3
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    Ich würde sagen, ich habe verschiedene Kampfsportarten ausgeübt, in denen ich verschiedene Schulen erleben durfte. Die Schulen haben meine Wahrnehmung der Kampfsportarten geprägt (z.T. auch stilübergreifend) und umgekehrt. Insgesamt würde ich sagen, ich sehe "Grappling" als ein Studium der menschlichen Biomechanik und ihrer Manipulationsmöglichkeiten mit einem weitestgehenden Verzicht auf Schläge und Tritte; dieses Studium hat dann verschiedene "Fachrichtungen" oder Szenarien, von denen viele eben nichts anderes sind als Regelwerke und daraus resultierende Optimierungsversuche. Zum Teil hat man auch versucht, diese Optimierungsversuche auf andere Szenarien zu übertragen, mit unterschiedlichem Erfolg. Ich habe versucht, das Studium mehr oder weniger komplett abzudecken, wobei ich mich sehr lange um das BJJ herumgedrückt habe, weil das Regelwerk dort aus meiner Sicht weitestgehend inkompatibel ist mit denen, die ich prioritär ausgeübt habe.

  4. #4
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    Standard

    Ich bin ein Verteidiger, der ein kleines stark gedrilltes Skillset bevorzugt. Insofern trainiere ich dort, wo das vom Reglement bevorzugt wurde. Florettfechten soll die Verteidigung schulen und das Regelwerk ist entsprechend. Deswegen bin ich damals nicht auf Degen oder Säbel umgestiegen.
    Wado Ryu Karate spezialisiere ich ähnlich aber inzwischen eher aus Alters- und Zeitgründen. Auf das Niveau mehr abzudecken komme ich nur noch schwer. Im Prinzip ist das was unter "Stil" läuft eh für den normalsterblichen Hobbysportler viel zu vollgepackt, aber wenn ich den Schwerpunkt den ich möchte darin verwirklichen kann und die Automatik auch unter Stress läuft genügt mir das vollkommen.
    "Ich habe alle diese Degen selbst geschmiedet und übe täglich acht Stunden mit ihnen, um einen Piraten töten zu können." "Du brauchst dringend ein Mädchen mein Freund!" (Fluch der Karibik)

  5. #5
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    Ich habe von Anfang an "japanisches" Jiu-Jitsu betrieben, dazu immer wieder parallel verschiedenste Kampfsportarten und auch Kampfkünste, bin auf zig Wettkämpfe gegangen nach verschiedensten Regelwerken von dem was heute als BJJ und NoGi bezeichnet wird, Submissionwrestling, AllkampfPro, MMA, Kick- und ThaiBoxer, Judo. Später dann die Combatives. So ist mein "Jiu-Jitsu" entstanden, weil ich mir aus allem was mitgenommen habe.

    Aber hast du nicht mal gesagt, alles was funktioniert, ist BJJ?
    Mein Englisch ist zu schlecht. Ich löse das physikalisch!

  6. #6
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    Standard

    @Schnueffler:
    Naja für BJJ hab ich schon einen bestimmten Stil, mit bestimmten Notwendigkeiten im Kopf. Das ist das was ich meistens unterrichte. Für mich selber ist das anders, da habe ich weniger Notwendigkeiten und tendiere eher zu sagen: Wherever I am, I am at home......Ist nicht von mir sondern von einem meiner Lehrer, Alex Kostic. BJJ ist ein wichtiges Element für mich, aber halt nur die Landkarte, bzw. ein Teil der Landkarte, nicht die Landschaft selber.....

  7. #7
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    Zitat Zitat von Björn Friedrich Beitrag anzeigen

    Wie ist es bei euch nach 20 oder 30 Jahren, praktiziert ihr einen Stil? Oder hat sich das auch über die Jahre verändert?
    Ich spreche seit einiger Zeit intern oft nur noch von "Kampfkunst". Ein Bein im Karate, aber mittlerweile sehr weit weg von dem, was im "Standard-Verein" geübt wird, durch diverse Übungsformen, die sich als sinnvoller herauskristallisiert haben.

  8. #8
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    Nö, eigentlich nicht, auch wenn Stand Up meine Bewegungen formte, find ich immer auch andere KK's spannend, selbst wenn ich Sie anfangs nicht nachvollziehen kann...

    Das kam bei mir aber auch erst mit der Erfahrung und ja, auch durch gewisse Diskussionen hier im Forum...

    Ich denke auch, dass man sich, wenn man es ernst meint, gewisse Spitzfindigkeiten/Unterschiede nicht mehr leisten kann...

    Also ja, KK hat wenig Grenzen, ist alles Wasser...

  9. #9
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    Standard

    Zitat Zitat von DZXX Beitrag anzeigen
    Ich spreche seit einiger Zeit intern oft nur noch von "Kampfkunst". Ein Bein im Karate, aber mittlerweile sehr weit weg von dem, was im "Standard-Verein" geübt wird, durch diverse Übungsformen, die sich als sinnvoller herauskristallisiert haben.
    Ich verorte mich da ganz ähnlich, auch wenn ich mich noch in erster Linie als Karateka sehe. Formal bin ich Schwarzgurt im Shotokan und noch in einer Kyokushin Tochter aber eigentlich sehe ich mich nicht als richtiger Shotokaner und kann und will auch nicht (mehr) das Curriculum abrufen, was bei den Verbänden im Prüfungsprogramm steht.

    Zitat Zitat von Björn Friedrich Beitrag anzeigen
    Wherever I am, I am at home......Ist nicht von mir sondern von einem meiner Lehrer, Alex Kostic. BJJ ist ein wichtiges Element für mich, aber halt nur die Landkarte, bzw. ein Teil der Landkarte, nicht die Landschaft selber.....
    Ich finde den grundlegenden Ansatz "Bewegung" sympatisch. Allerdings braucht man, bevor man ein Haus oder ein "Home" hat erstmal eine Grundlage, einen Bauplan, eine Bauphase. Und das ist halt nicht irgendwie Bewegung, sondern in der Regel ein Stil und ein Lehrablauf, an dem man sich orientiert, bevor man freier wird. Niemand ist direkt "at home", Schüler finden in der Regel nicht irgendwie mit Bewegung dahin.

  10. #10
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    Ganz genau, deshalb unterrichte ich auch BJJ und selten das, was ich selber für mich mache.

  11. #11
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    Ugoki Do,...
    der Weg der Bewegung....klingt sogar gut.

  12. #12
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    für die Selbstverteidigung spielt es meiner Meinung nach keine Rolle, fürs Kämpfen ggf. gegen andere Stile schon...da gibt es gravierende Unterschiede ob es ein rein wafenloses System ist, bzw die Waffen nur als Teil der Kunst ist oder ein reines Waffensystem wo das Waffenlose aus den Waffen kommt...

  13. #13
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    Eine interessante Frage. Wenn ich Judo unterrichte, nenne ich es natürlich Judo und halte mich daran, dass Gelernte möglichst unverfälscht weiterzugeben (wobei auch hier ab und zu was anderes mit einfließen kann). Wenn ich Bagua mit Freunden übe (unterrichten kann ich hier noch lange nicht) halte ich mich auch an das was ich gezeigt bekommen habe und nenne es natürlich auch Bagua.
    Wenn mich jemand fragt ob ich noch KS/KK mache und was genau, tue ich mir aber schwer. Trainieren tue ich inzwischen primär Bagua (und etwas Judo). Sobald ich aber Sparring und/oder Push-Hands mache fließt da natürlich „alles“ was ich lange gemacht habe irgendwie mit rein (Karate, Boxen, Escrima, HF, WT, letzteres aber nur wenig).
    Viele Grüße
    Thomas
    https://www.thiele-judo.de/portal/

    The reality is, you can say ANYTHING you want. You just have to be willing to face the consequences of your choice.

  14. #14
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    Zitat Zitat von Björn Friedrich Beitrag anzeigen
    Ich habe gerade mal wieder darüber nachgedacht und gemerkt, wie es mich als Kampfkünstler, eigentlich überhaupt nicht interessiert, welches Label ich dem gebe, was ich da mache. Welchen Stil, welches System....
    Für mich existiert eigentlich nur Bewegung, aber klar als Lehrer muss ich die Dinge benennen und auch künstlich stilisieren, um sie an Anfänger weitergeben zu können.

    Aber als Anwender, kann ich mit den ganzen Abgrenzungen eigentlich nix mehr anfangen. Wenn mich jemand fragt was ich mache, würde ich am liebsten sagen, ich bewege mich, zielorientiert so viel wie nötig, so wenig wie möglich.;-)
    Der Rest ist mir eigentlich egal.:-)

    Wie ist es bei euch nach 20 oder 30 Jahren, praktiziert ihr einen Stil? Oder hat sich das auch über die Jahre verändert?
    Das spielt vll. eher eine Rolle für deine "Kunden" und weniger für dich.
    Wenn ich zuhause koche, dann verwende ich die Zutaten, die ich habe und die Kochtechniken so wie es mir gerade passt. Meistens schmeckt es sogar. Aber komischerweise wollen meine Kinder 8mmer wissen, wie das was ich koche heißt und die Antwort sollte lieber nicht "Matschemampe a la Papa" heißen, sondern Erbsensuppe, Spaghetti Bolgnese, etc.
    In deiner Signatur steht auch "Aiki mit Rob und Björn" und nicht "Bewegen mit Björn" oder gar "Bewegen mit nem Menschen" - da wollen die Abnehmer schon wissen, was sie abnehmen, zumindest grob
    Dass es für dich als Selbstpraktizierenden egal ist, ist wahrscheinlich normal und trifft jeden, der länger dabei ist. Außer man macht WT, dann ist alles WT, immer

  15. #15
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    Ich denke, sie wollen es nicht nur wissen, sondern sie sollten und müssen es auch wissen, damit sie eine feste Struktur bekommen. Denn die braucht ja ein Schüler erst einmal, oder wie Alex Kostic (schon wieder Kostic;-) mal gesagt hat: Immitate, Improvise, Innovate.:-)

    Ich bin ja selber auch immer noch an neuen Dingen interessiert und ich suche immer als aller erstes nach einer Struktur, um das was ich neu lerne zu verstehen. Da will ich auch gar nicht kreativ oder im Flow sein, sondern knallhart, rational die Grundlagen lernen.:-) Erst wenn ich sagen kann ich habs verstanden, pack ich es zu dem dazu was ich selber mache und lasse es Teil des Ganzen werden. Aber meistens braucht sowas Zeit.

    Ich meine ich hab für mich schon eine ganz klare Vorstellung von dem was ich mache, bzw. nicht mache, aber jede Erweiterung benötigt für mich Verständnis für das Neue, bevor ich es komplett implementiere.....

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