
Zitat von
Baumgarten
Hallo amasbaal,
vielen Dank dafür, dass Du diese unsäglichen Verhaltens- und Denkweisen ansprichst, die in manchen Köpfen auch technisch guter Escrimadore teilweise leider immer noch vorhanden sind und dass Du Mitleid mit René Latosa hast. Das "Mein Sifu/Trizeps/Schüler ist stärker als Dein Sifu/Trizeps/Schüler" Gehabe kann leicht den Blick auf das Wesentliche verstellen und wirkt als Foren-Spaßbremse. Zumal jemand, der heute noch der Stärkste ist oder den stärksten Schüler hat morgen durch Unfall, Krankheit oder sonstige Umstände auch plötzlich der Schwächste sein kann. Das Leben sollte jedem Bescheidenheit lehren, der dem Leben genau genug zuschaut oder zuhört.
Ein Thema möchte ich auch noch ansprechen, das zu Beginn des Threads intensiv diskutiert wurde: Die Distanzen im Latosa Escrima. Natürlich gibt es im Latosa Escrima die lange, mittlere und kurze Distanz (und alles dazwischen und darüber). Und natürlich lernt jeder Latosa Escrima Anfänger in einer guten Latosa Escrima Schule mit allen Waffen und waffenlos alle Distanzen samt der zugehörigen Schrittarbeit. Gleichzeitig haben die Fortgeschrittenen die Möglichkeit, sich auf die Distanz zu fokussieren, die zum individuellen Körpertyp, zur individuellen Strategie, zum individuellen Charakter und zum jeweiligen Beruf am besten passen. Und es steht natürlich es Fortgeschrittenen auch frei, alle Distanzen mit gleicher Intensität weiter zu trainieren.
Die Erfahrung zeigt, dass dass die Lieblingsdistanz, die bevorzugte Schrittarbeit und das Distanzverhalten oftmals vom jeweiligen Kampfsport- oder Kampfkunsthintergrund geprägt wird. Ich habe selbst gesehen, wie René Latosa Menschen, die einen Hintergrund im Boxen hatten, empfohlen hatte, Elemente des Boxens auch für das individuelle Latosa Escrima zu benutzen und Menschen, die einen Hintergrund im Ringen hatten, aus diesem Elemente für ihr individuelles Latosa Escrima zu nutzen und Menschen, die einen Hintergrund im WT hatten, Elemente aus diesem für ihr individuelles Latosa Escrima zu nutzen. Gerade diese Nutzung der individuellen Stärken und die Freiheit, die er seinen Schülern ließ, die ja alle auch bestätigt haben in diesem Thread, die René Latosa persönlich kannten, war eine seiner großen Stärken als Lehrer.
Es liegt ja auch auf der Hand, dass jemand, der vom Boxen oder Taekwondo zum Latosa Escrima kommt oder eine dieser Kampfsportarten mit Latosa Escrima ergänzen möchte, oftmals eine andere Lieblingsdistanz, eine andere Schrittarbeit und eine anderes Distanzverhalten bevorzugt als ein Mensch, der vom WT oder vom Ringen zum Latosa Escrima kommt oder seinen Kampfsport/Kampfkunst damit ergänzen möchte. Genauso ist nachvollziehbar, dass jemand der sein Geld als Polizist oder Türsteher verdient und dafür sein Latosa Escrima trainiert in der Regel andere Distanzen und ein anderes Distanzverhalten bevorzugt als jemand, der sein Geld als Youtuber oder Influencer verdient.
Kurz gesagt: Wenn in einer Latosa Escrima Schule nicht alle Distanzen den Anfängern unterrichtet werden und wenn die Fortgeschrittenen nicht die Freiheit haben, sich ihre eigenen Lieblingsdistanzen inklusive Lieblingsschrittarbeit und Lieblingsdistanzverhalten auszuwählen und in den Fokus ihres Trainings zu nehmen, spricht eine Wahrscheinlichkeit dafür, dass es sich im keine Latosa Escrima Schule handelt.
Baumgarten