Bin gerade auf diesen recht aktuellen Artikel vom allseits bekannten Frank Demann gestoßen. Im Karate wird ja gerne ein starker Hüfteinsatz und Krafterzeugung durch die Hüfte gepredigt. Dass das nicht isoliert erfolgen sollte (wie im Artikel u.a. kritisiert) ist denke ich klar, davon unabhängig werden aber auch noch andere Punkte angesprochen, bspw. dass die Hüfte gar nicht für starke Rotationen (und demenstrechende Krafterzeugung) gedacht ist. Im Karate das ich trainiere, legen wir in der Tat auch keinen Fokus auf eine starke Hüftrotation. Meinungen zum Artikel?

Biomechanische Grundlagen der Selbstverteidigung - die isolierte Beckenbewegung (Hüfteinsatz)
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Das menschliche Becken besitzt eine charakteristische, dreidimensionale Bewegungsform, die sich biomechanisch hervorragend mit der Bewegung eines Oloids vergleichen lässt.
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Die Oloid-ähnliche Beckenbewegung zeigt:

- Das Becken ist für Energiesparen optimiert, nicht für starke Rotationen.
- Kraftgewinn durch Beckenrotation (Hüfteinsatz) ist daher physikalisch begrenzt.
- Isolierte Rotationen erhöhen nicht die Schlagkraft, sondern beanspruchen Zeit und reduzieren Schlagfrequenz.
- Effektive Systeme nutzen gesamte Körpermassenbeschleunigung anstatt nur Hüfteinsatz des kleinen Segments.

Das Becken dient als dynamischer Resonanzgeber und elastische Verbindung zwischen Oberkörper und Beine, niemals als primärer Kraftgenerator.
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Gerade diese Einbettung führt jedoch auch zu einer anatomischen Besonderheit: Das Becken ist durch eine enorme Anzahl an tief liegenden Muskeln, Faszienzügen und Gelenkverbindungen regelrecht „eingefasst“. Dadurch bleibt seine Beweglichkeit anatomisch begrenzt. Anstatt große, kraftvolle Rotationen zu erzeugen, arbeitet das Becken primär über mikrodynamische, elastische Bewegungsimpulse – ähnlich wie das Oloid, das trotz scheinbar kantiger Form kontinuierlich und stabil rollt. Die dreidimensionale Bewegung entsteht also aus einem fein abgestimmten Zusammenspiel von Nutation, Gegennutation, Faszienresonanz und passiv-elastischen Kräften, die minimalen Energieaufwand mit maximaler Stabilität verbinden.

Das Becken dient damit biomechanisch nicht als primärer Kraftgenerator, sondern als stabilisierendes Bindeglied, dass die Bewegung des ganzen Körpers koordiniert und überträgt. Diese oloidähnliche Dynamik macht verständlich, weshalb das Becken zwar konstant aktiv und zentral wichtig ist – aber isoliert keine großen Kraftwirkungen oder Rotationsleistungen mit einem Hüfteinsatz erzeugen kann.

Ein Hüfteinsatz zur Krafterzeugung in den Kampfsportarten (Karate, Boxen, MMA) führt zur Instabilität des gesamten Körpers, verringert signifikant die Schlaggeschwindigkeit und die Kraftentfaltung. Das Becken erzeugt durch sein geringeres Gewicht und die minimale Beschleunigung auf Grund der verminderten Bewegungsamplitude deutlich weniger Kraft....
Quelle:

https://www.senmotic.org/biomechanis...stverteidgung/