Ich fand die rasche Abfolge von Actionsequenzen auch etwas zu schnell, da blieb nicht viel Platz für Atmosphäre. Aber so schlimm, dass ich derart schlechte Bewertungen, wie oben geschehen, geben würde, fand ich es bei weitem nicht. Die Handkamera ist mir noch nicht mal aufgefallen, obwohl ich auf Stilmittel egtl. sehr stark achte. Ich stehe auf den neuen Bond, ohne das, was oben als Vorteil der alten Filme gepriesen wurde - diese aalglatte Gentlemen-Manier, die unglaubwürdigen Gadgets und Haie mit Lasern auf dem Kopf sowie der deplazierte Witz. Dem neuen Bond nimmt man wenigstens ab, hinter feindlichen Linien als eiskalter Killer zu agieren, rau, ungeschliffen, geerdet und ein Stück weit dissozial. Die Szene, in der der Messerangreifer in der Wohnung erst mit allerlei Gegenständen aus dem Zimmer fertig gemacht wird und dann mit ungewöhnlicher Kaltschnäuzigkeit auf dem Balkon ausbluten gelassen wird, fand ich ziemlich beeindruckend.
Casino Royal ist dafür in meinen Augen einer der atmosphärischsten Filme des letzten Jahrzehnts. Die Idee, alles von dem Pokertisch aus aufzubauen, fand ich großartig und mir gefiel, dass sich der Film viel Zeit nahm, ganz entgegen des hektischen Hollywoodtrends.
Heute gesehen: Sherlock Holmes (2009) - 7/10. Ich bin Guy Ritchie- und Robert Downey Jr.-Fan, allein deswegen schon eine gute Bewertung. Ich stehe außerdem auf das Setting im victorianischen London (Sweeney Todd, From Hell, usw. haben damit auch schon gepunktet) und Sherlock Holmes mag ich grundsätzlich auch gerne. Die Storry könnte imho etwas cleverer entwickelt sein, aber der Style, Witz und die Atmosphäre stimmen. Außerdem schöne bare-knuckle Boxing- und Wing Chun-Szenen.






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