Ich persönlich habe auch schon mit einem Psychologen aus dem Bekanntenkreis und auf Seminaren über das Thema Vergewaltigung gesprochen, obwohl ich selbst kein Opfer war und auch keine direkte (Familie, Freunde, Bekannte) Einbeziehung in dieses Thema erfahren musste.
Es ist doch naheliegend, wenn man sich mit dem Bereich wirklich ein wenig intensiver auseinandersetzen möchte, an den richtigen Stellen Fragen zu stellen, Berichte zu lesen, mit Betroffenen zu sprechen etc. pp.
Dass sich Menschen nicht regelmäßig mit Problemen beschäftigen, die sie nicht offensichtlich oder materiell erfassen können, ist wohl bekannt. Warum müssen Versicherungen wohl mehr für ihre Produkte werben, als Kaufhäuser?
Kürzlich bin ich mit einer jungen Frau in ein Gespräch gekommen, die mir durch ihr agressives Verhalten aufgefallen war. ich habe nachgefragt und ein wenig gebohrt und unter Tränen und mit einer gewissen Verzweiflung teilte sie mir mit, dass sie drei Jahre lang eine Therapie gemacht hat und für drei Monate in einer psychatrischen Klinik war. Offensichtlich war das nicht wirklich hilfreich.
Woran beurteilst du das?
Psychologische Probleme verlaufen anders als eine Grippe oder ein gebrochener Arm. Der Patient kann nicht darauf vertrauen, dass sich Probleme von alleine lösen, wenn er ein paar Pillchen nimmt und abwartet.
Ein Psychologe wird dir zu einer gewissen Stabilität verhelfen und darüber hinaus kann er dich nur an die Hand nehmen, dir Hilfestellungen geben, wie du deinen langen Weg zurück zur "Normalität" bewerkstelligen kannst. Jeder Mensch muss Disziplin und Geduld aufbringen, Rückschläge verkraften und dazu kann auch der eine oder andere Zusammenbruch gehören. Du kannst als Aussenstehende unmöglich beurteilen, wie hilfreich eine langwierige Therapie ist.
It 's not who I'm underneath but what I do that defines me. Bruce Wayne
Dabei würdest Du sogar beim Schattenboxen verlieren. Kannix