Sal Canzonieri hat ein sehr interessantes Buch über die Zusammenhänge der chinesischen Kampfkünste geschrieben (in das er fast 30 Jahre Forschung reingesteckt hat) wo er vor allem auf die Verbindungen des Yue-Boxens, General Qi Jiguang, Shaolin etc. eingeht und auch den überlieferten Formen festmacht wie eine Verbreitung stattfand.
Bagua selber ist ja ein massiver Hybrid, der von Dong Hai Chuang, in enger Zusammenarbeit mit Yin Fu, als Synthese mehrerer nordchinesischer Systeme geschaffen wurde, durch Leute wie Chen Ting Hua kam dann Wissen über das Shuai Jiao mit rein und über die Schüler der ersten Generation dann auch Wissen über das Xing Yi der Tianjinregion und anderer chinesischer KK. Überall dort spielten (und spielen) Visualisationen eine sehr sehr große Rolle, "Yi" ist nicht umsonst dort ein zentraler Bestandteil, auch Wang Xiangzhai hatte dies in seiner KK-Karriere immer wieder festgestellt und er hat sich auch mit Leuten aus den südchinesischen KK intensiv ausgetauscht (die, wie Canzonieri schön darlegt, auch stark von Yue und Qi Jiguang beeinflusst wurden).
Das Wissen um "Yi" wurde (und wird) eben nur nicht so stark öffentlich verbreitet, was u.a. in der JingWu Bewegung liegt und der nationalistischen Entwicklung der damaligen Zeit. Heute sind die KK größtenteils eine Gelddruckmaschiene für die Chinesen...
Okinawa wurde eben stark durch China beeinflusst und auch in den Koryu gibt es eine sehr starke Imaginationsseite, zu sagen "im Karate gab es das nicht" ist einfach nicht richtig, zumal es "das Karate" eh nicht gab.
Warum dieses Wissen in der breiten Masse anscheinend nicht ankam? Gute Frage...
Grüße
Kanken





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