Zitat Zitat von dermatze Beitrag anzeigen
Ich habe Cobain nie als mystifiziert (von anderen) empfunden. Es kann aber sein, dass ich da nicht so empfänglich bin. Ich empfand ihn als tragische Figur, wie übrigens auch Jason Molina. Tragisch in einem traurigen und keineswegs abwertenden Sinn.
Ich sehe da so die Suche nach etwas, was es (für sie?) in dieser Welt vielleicht nicht zu geben scheint und das, womit man sich diesen Umstand erträglicher macht bringt einen (diese beiden) letztlich um. Das ist traurig.
Naja, anders als bei Molina, wurde/ wird sein gesamter Werdegang gerade von Jugendlichen in meinen Augen schon stark verklärt - die Scheidung der Eltern, der Drogenkonsum (v.a.D. dieser), seine "Sensibilität" und Depressivität... von den meisten Dokumentationen oder Biographien wurde meines Erachtens ein völlig überhöhtes Bild gezeichnet - der arme Märtyrer, der gar nicht berühmt sein wollte und daran, sowie seinem zartfühlenden Wesen, zugrunde ging. Oder von der geldgierigen Ehefrau ermordet wurde.

Ganz abgesehen von seiner öffentlich gezeichneten Entmännlichung, weil er mit Courtney Love verheiratet war - armer sensibler, depressiver Rockstar, der sich gegen übermächtige Yoko nicht wehren kann. Er war so gut und sie ist so böse

Molina's Privatleben und sein Alkoholproblem standen bei weitem nicht so im öffentlichen Raum. Wenigstens gibt es von Molina mehr Musik

Diese Dokumentation zeigt ihn eben einfach sehr menschlich, sehr widersprüchlich, sehr zerrissen. Und nicht nur sympathisch. Jemand, wie man ihn überall finden könnte, nur vielleicht nicht mit so einem hübschen Gesichtchen und kreativen Mütchen.