Ich finde, das Interessante an der Einstufung von verarbeitetem Fleisch als „krebserregend“ (bzw. von rotem Fleisch als „wahrscheinlich krebserregend“) ist die Reaktion darauf.

Es hat lange gedauert, bis allgemein akzeptiert wurde, dass Rauchen ein Risikofaktor für Krebs und andere Krankheiten ist. Pro Jahr sterben etwa eine Million Menschen wegen Rauchen an Lungenkrebs; an Krebs, der durch verarbeitetes Fleisch entstanden ist, sterben schätzungsweise 34000 Menschen.

Das heißt, Rauchen ist immer noch die Nr. 1, wenn es vermeidbaren Krebs geht. Fleischessen kommt erst sehr viel später, da ist das individuelle Risiko schon wesentlich geringer, aber global gesehen macht es sich schon bemerkbar. Wer an sein persönliches Krebsrisiko (außer durch Nichtrauchen) weiter senken möchte, isst eben kein verarbeitetes (und möglichst auch kein rotes Fleisch) mehr. Wem das (vergleichsweise geringe) Risiko egal ist, braucht nichts zu ändern.

Die Einschätzung der WHO ist, dass verarbeitetes Fleisch sehr gut belegt krebserregend ist und damit in derselben Kategorie wie bspw. Asbest oder Tabakrauch steht. Wie stark krebserregend (d.h. wie gefährlich) eine Substanz nun ist, wird dadurch nicht ausgesagt.