Schwieriges aber interessantes Thema.
Ich selbst bin evangelisch aufgewachsen und erzogen worden, getauft und konfirmiert. Hatte allerdings auch nie eine Wahl, jeden Sonntag unter familiärem Zwang in die Kirche, Konfirmationsunterricht ohne mich zu fragen.
Nach der Konfirmation war für mich Schluss mit Kirche, ich habe mich bewusst abgewandt. Mein einziger weiterer Kontakt war durch den örtlichen Jugendiakon, der uns im Gemeindehaus Freitag abend eine Unterkunft gab, änhlich einem Jugendtreff. Seine Art uns von noch mehr Dummheiten draussen abzuhalten. Er hat uns auch geholfen, bei diversem Ärger mit der Polizei und dem Elternhaus. Er kam bei Terminen mit, bei denen ein Erziehungsberechtiger von nöten war, die Eltern sich aber von den Kindern abgewandt hatten. Deshalb zahl ich auch noch Kirchensteuer, der Mann muss auch von was leben und so mancher wäre ohne ihn wirklich abgestürzt.
Religion an sich schien mir aber immer mehr Fassade und Ausrede. Die gläubigsten und frommsten Familien im Umfeld hatten die größten Probleme und waren die zerissensten, haben sich gegenseitig belogen und betrogen.
Dafür schrien eben jene als erstes, wenn jemand in der Gemeinde nicht regelmäßig anwesend war. Da schienen religiöse Werte mehr ein Mittel um nach aussen eine Fassade aufrecht zu erhalten.
Ich selbst glaube nicht an Gott als Person oder feste, greifbare Struktur. Das ich aber nicht ausschließen kann, dass es mehr als unsere heutige Vorstellung von Themen wie dem Tod u.Ä. geben könnte, ist mir durchaus bewusst.
Meinem Sohn habe ich es möglichst ehrlich erklärt, dass ich nicht weiss ob eine Religion richtig oder falsch ist. Das Religion aber definitiv vielen Menschen Halt und Motivation im Leben geben kann.
Durch den kürzlichen, plötzlichen Tod eines guten Freundes hatte er viele Fragen zur Thematik und ich erkläre ihm, was zB seine Oma glaubt, was ich glaube, was sein Uropa glaubt. Sicher kann er in seinem Alter noch nicht soviel damit anfangen aber er beschäftigt sich möglichst unvoreingenommen damit und kann, wenn es soweit ist und er Bedarf hat selbst entscheiden ob er glaubt oder glauben möchte.
Ob das pädagogisch der einwandfreie Weg ist, weiss ich nicht. Aber ich halte es für ihn und mich für das Richtige.




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