Wenn jemand eine Zeugenaussage macht und diese steht in Widerspruch mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaften, dann wird man diese Aussage auch dann anzweifeln, wenn der Zeuge gar keine Ahnung von diesem Widerspruch hat oder den Anspruch hätte, die Welt zu beschreiben.
Ein Zeuge hat lediglich den Anspruch, die Ereignisse so darzustellen, wie sie sie sich ereigneten.
Hat kein biblischer Text den Anspruch, Ereignisse darzustellen, wie sie sich ereigneten?
Wurden in der Kirchengeschichte nicht des öfteren naturwissenschaftliche Äußerungen (z.B. Keppler, Darwin..) mit biblischen Texten verglichen?
Diejenigen die das dann getan haben, hatten sich also nicht ernsthaft mit den Texten beschäftigt?
Doch.
Jegliche Weltbeschreibung steht in Konkurrenz jeglicher anderer Weltbeschreibung, hat sie doch den Anspruch den gleichen Gegenstand zu beschreiben*.
Nur ist die Kosmologie des Dao de jing etwas abstrakter formuliert, als die semitische Geschichtensammlung und lässt daher auf den ersten Blick größere Interpretationsspielräume offen.
(Vergleichbar wäre in der Bibel "Im Anfang war das Wort".)
Oft wird der Vergleich mit Ergebnissen bzw. Interpretationen der Quantentheorie gezogen...
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*nur wenn sich eine Kosmologie auf metaphysische Fragen bezieht, die sich der Naturwissenschaft entziehen, steht sie nicht in Konkurrenz zu dieser.
Ein Schöpfer, der für den Urknall verantwortlich ist und die Naturgesetze, sich ansonsten allerdings raushält befindet sich in einem der Beobachtung nicht zugänglichen Bereich ohne sich in Russels Teapot verstecken zu müssen.
ich nehme an, das hast Du getan und bist nun unendlich erhellt.
Naja, nicht nur Hiob hat erfahren, dass einem eine ganze Menge weggenommen werden kann, so dass man den vermeintlich sicheren Boden unter den Füßen verliert.






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